Wien

Der Wiener Zentralfriedhof: Begräbnisstätte und Sehenswürdigkeit

Fotos: Eingang Haupttor 2 - Karl-Borromäus-Kirche - Staatsbegräbnis Bundespräsident Dr. Kurt Waldheim 2007; © Wien-konkret



Fotos: Eingang Haupttor 2 - Karl-Borromäus-Kirche - Staatsbegräbnis Bundespräsident Dr. Kurt Waldheim 2007; © Wien-konkret

Öffnungszeiten & Erreichbarkeiten des Wiener Zentralfriedhofs:

    * 1. Oktober bis 2. November 2009:    7 bis 18 Uhr
    * 3. November bis Februar 2010:        8 bis 17 Uhr
    * März 2010:                                  7 bis 18 Uhr
    * April 2010 :                                  7 bis 19 Uhr
    * Mai bis August 2010 :                    7 bis 20 Uhr
    * September 2010:                          7 bis 19 Uhr


Wiener Zentralfriedhof:
1110 Wien, Simmeringer Hauptstraße 234, 2. Tor (Haupteingang),
Telefon 01-760 41.

Der Eintritt ist frei

Bilder: Gräber am Zentralfriedhof, Bild rechts: Alter Jüdischer Friedhof am Zentralfriedhof; © Wien-konkret



Bilder: Gräber am Zentralfriedhof, Bild rechts: Alter Jüdischer Friedhof am Zentralfriedhof; © Wien-konkret



Video zum Lied: "Es lebe der Zentralfriedhof" von Wolfgang Ambros

Es lebe der Zentralfriedhof und alle seine Toten,
da Eintritt is für Lebende heut ausnahmslos verboten.
Weu  da Tod a Fest heut gibt Die ganze lange Nacht,
und von die Gäst ka  anziger a Eintrittskarten braucht.   ...
 
zum Abspielen des Videos 1x auf das Bild klicken
 





Der Wiener Zentralfriedhof:

Der Wiener Zentralfriedhof ist mit einer Fläche von fast 2,5 Millionen Quadratmetern die zweitgrößte Friedhofsanlage Europas und zählt dank seiner vielen Ehrengräber und seiner großzügigen Anlage zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Er liegt im Widerspruch zu seinem Namen am südlichen Stadtrand Wiens im Bezirk Simmering, erfüllt aber nach wie vor als größte Begräbnisstätte der Wiener eine zentrale Funktion, nicht zuletzt da die Kosten für Bestattungen auf dem Zentralfriedhof erheblich geringer als für Bestattungen auf den Friedhöfen in anderen Bezirken sind. Gegenwärtig beherbergt der Friedhof etwa 330.000 Grabstellen mit drei Millionen Verstorbenen.

Der Friedhof ist ein Produkt der so genannten Gründerzeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und wurde infolge der damals rasch anwachsenden Stadtbevölkerung vom Wiener Gemeinderat auf Kommunalkosten in einem groß angelegten Projekt am Stadtrand von Wien verwirklicht. Neu und anfangs sehr umstritten war u.a. die Tatsache, dass der Friedhof allen Konfessionen offen stehen sollte. Die Errichtung erfolgte durch das Frankfurter Architektenteam Karl Jonas Mylius und Alfred Friedrich Bluntschli, die als Sieger aus dem von der Gemeinde ausgeschriebenen Wettbewerb hervorgingen. Eröffnet wurde er im Jahr 1874.
 

Karl-Borromäus-Kirche

Zentralfriedhof, Wien 11



Foto: Karl-Borromäus Kirche außen / Zugang Tor 2 Zentralfriedhof; © Wien-konkret

Das Zentrum des Friedhofs bildet die Karl-Borromäus-Kirche, besser bekannt als Dr.-Karl-Lueger-Gedächtniskirche (mit dem Sarkophag des Wiener Bürgermeisters Karl Lueger im Gruftraum). Dieser Zentralkuppelbau im Jugendstil wurde 1908-1910 von Max Hegele, einem Schüler Otto Wagners, erbaut. Von Hegele stammt auch das Hauptportal des Friedhofs.





Foto: Karl-Borromäus Kirche Innen; © Wien-konkret

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Ehrengräber am Wiener Zentralfriedhof:

Um den Friedhof für die Bevölkerung attraktiv zu machen, wurden in vielen Teilen Ehrengräber angelegt, die berühmten Persönlichkeiten gewidmet waren. Zu diesem Zweck wurden bereits vor Anlegung des Zentralfriedhofes verstorbene Berühmtheiten wie Ludwig van Beethoven und Franz Schubert hierher überführt und in Ehrengräbern bestattet oder erhielten wie Wolfgang Amadeus Mozart ihnen gewidmete Grabdenkmäler. Zur Zeit gibt es 338 Ehrengräber und 571 ehrenhalber gewidmete Gräber. Die Gruft der österreichischen Bundespräsidenten befindet sich in der Nähe der Dr.-Karl-Lueger-Gedächtniskirche.

Mehr unter => Ehrengräber








Fotos: Ehrengräber von den Komponisten Franz Schubert, Johann Strauß, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Karl Millöcker; © Wien-konkret / mit Klick aufs Foto vergrößern

Der Zentralfriedhof wurde im Laufe seiner Geschichte mehrmals erweitert. Neben einer katholischen und evangelischen Sektion gibt es eine israelitische Abteilung, wo u. a. Arthur Schnitzler und Friedrich Torberg beerdigt sind. Zusammen mit der "neuen israelitischen Abteilung" nehmen jüdische Grabstätten ein Drittel des gesamten Friedhofareals ein. Weitere Sektionen sind der russisch-orthodoxen Kirche und dem österreichischen Widerstand zur Zeit des Faschismus gewidmet.
 

Öffentliche Erreichbarkeit des Wiener Zentralfriedhofes:

* Straßenbahnlinien 6 und 71 zu den Toren 1, 2 und 3
* Autobuslinien 171 zum Tor 3
* Schnellbahn S7 zum Tor 11

* Parkmöglichkeiten befinden sich bei den Toren 1, 2, 3, 9 und 11. Die Einfahrt mit dem Auto in den Friedhof (außer am 1. November) ist gegen Gebühr möglich.

Die friedhofseigene Autobusrundlinie (Nummer 11) fährt täglich im Halbstundentakt von 9 bis 15.30 Uhr, an Samstagen auch um 16 und 16.30 Uhr (kein Busverkehr am 1. November). Sie erspart lange Wegstrecken innerhalb des riesigen Friedhofareals. Der Bus ist mit Tickets der Wiener Linien benutzbar.
 
 

Weiterführende Informationen:


* Friedhöfe in Wien: Adressen, Telefonnummern, Öffnungszeiten
* Ehrengräber am Wiener Zentralfriedhof

Begräbnis Bürgermeister Leopold Gratz, 16.3.2006
* Begräbnis Alfrd Worm, 14.2.2007
* Staatsbegräbnis Dr. Kurt Waldheim, 23.6.2007

 

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