Virgilkapelle
Die Virgilkapelle, eine unterirdische Gruft neben dem Stephansdom in Wien, ist eine Krypta von rechteckiger Form (etwa 6 m × 10 m) mit sechs Nischen. Sie liegt heute etwa 12 m unter dem Niveau des Stephansplatzes. Geschichte Jedenfalls wird im Jahre 1307 eine Kapelle der bürgerlichen Familie Chrannest erwähnt. Die Kapelle soll mehrere Altäre gehabt haben, von denen einer dem heiligen Virgil geweiht war. Im Mittelalter war der Stephansdom von einem großen Friedhof umgeben. Für die Einsegnungen und Totenmessen gab es eine eigene kleine Kapelle, die der heiligen Maria Magdalena geweiht war. Die Virgilkapelle lag genau unter dieser Kapelle. Ein Schacht führte nach oben in die Magdalenskapelle. Im Jahre 1732 wurde der Friedhof um den Dom aufgelassen. Die Magdalenskapelle brannte im Jahr 1781 ab und wurde nicht wieder aufgebaut (vermutlich weil es ohne Friedhof keinen Bedarf für eine Friedhofskapelle gab). Die Virgilkapelle wurde zugeschüttet und geriet in Vergessenheit. Im Jahr 1973 wurde im Zuge der Arbeiten an der Wiener U-Bahn die Kapelle wiederentdeckt. Heute befindet sich auf dem Stephansplatz ein Mosaik, das die Umrisse der Kapelle wiedergibt. Die Virgilkapelle hat die Zeiten fast unbeschadet überdauert und gibt dem Besucher einen guten Einblick in die Welt des Mittelalters. Zugang Weblinks
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