Wien

Spanische Hofreitschule Wien / Spanish Horseriding School Vienna:





Lippizaner-Kutsche am Josefsplatz in Wien; Lippizaner mit Bereiter am Pferd


Vorführungen Spanische Hofreitschule:

Beginn:  meist am Samstag und Sonntag 11 Uhr, manchmal auch am Freitag.
Ort: Spanische Hofreitschule, 1010 Wien, Michaelerplatz 1
Beschreibung: Erleben Sie die Hohe Schule der Reitkunst!
B - Vorführung, ca. 80 Minuten
C - Vorführung, moderiert, ca. 100 Minuten
D - Vorführung Silvester, moderiert, ca. 100 Minuten

Eintritt: Sitzplatz € 47 - 130; Stehplatz € 23; Kinder ermäßigt
Kinder bis zum Alter von 3 Jahren dürfen nicht in die Vorführung mitgenommen werden. Für Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren ist der Eintritt frei (Schoßplatz). Kinder im Alter von 6-12 Jahren erhalten ermäßigten Eintritt.
 

Spanische Hofreitschule & Stallungen





links: Gebäude der Spansichen Hofreitschule in Wien; Mitte und rechts: Stallungen

Die Spanische Hofreitschule ist eine in Wien ansässige Reitinstitution, die ursprünglichen der reiterlichen Ausbildung der kaiserlichen Familie diente, heute, nach einer Öffnung für das breite Publikum nach dem 1. Weltkrieg, aber eine Touristenattraktion geworden ist. Die Spanische Hofreitschule verwendet heute ausschließlich Lipizzaner-Hengste aus dem Bundesgestüt Piber, die gemäß den Prinzipien der klassischen Reitkunst ausgebildet werden. Sie ist einer der wichtigsten Horte zur Erhaltung der klassischen Reitkunst.

Seit 2001 sind Hofreitschule und Bundesgestüt zu einem privaten Unternehmen zusammengefasst.

Ab 2005 sollen die Lipizzaner während des Sommers im Schloss Wetzdorf im niederösterreichischen Weinviertel untergebracht werden. Auch Vorstellungen werden dort stattfinden.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Spanische Hofreitschule aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Beim Artikel auf Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.



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Stellungnahmen zu der Spanischen Hofreitschule in Wien

* 25.3.2010 Sorgen um "Spanische Hofreitschule"

Sorgen des "Freundeskreis der Spanischen Hofreitschule Bundesgestüt Piber" bestätigt

Mit großer Sorge müssen wir, der "Freundeskreis der Spanischen Hofreitschule" feststellen, dass die in unserem offenen Brief an den Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Nikolaus Berlakovich, ausgedrückten Sorgen über den Zustand der Spanischen Hofreitschule nicht nur berechtigt waren, sondern durch den derzeitigen Zustand sogar die schlimmsten Befürchtungen noch übertroffen werden.
   Aufgrund einer akuten Erkrankung der Hengste der Spanischen Hofreitschule, welche eine Vielzahl der in der Winterreitschule untergebrachten Pferde betrifft, mussten bereits Vorstellungen abgesagt werden. Wie wir nunmehr erfahren, werden während der offensichtlich notwendigen Sperre nicht nur, keine gebotenen Quarantänemaßnahmen eingehalten, welche zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung des Pferdehustens unbedingt notwendig wären, sondern wurde sogar am vergangenen Montag eine öffentliche Vorstellung gegeben und werden auch weiterhin die Morgenarbeit und Stallbesichtigungen durchgeführt!
   Sollten aus rein ökonomischen Gründen bei dieser Vorstellung erkrankte oder möglicherweise erkrankte Pferde eingesetzt worden sein, ist dies vielleicht durch den enormen Kostendruck, der auf der Spanischen Hofreitschule - die ja keine laufenden Subventionen erhält - lastet, erklärbar. Zu rechtfertigen ist ein solches Verhalten in Wahrheit jedoch durch nichts!
   Der "Freundeskreis der Spanischen Hofreitschule" weist auch darauf hin, dass die bereits im offenen Brief an den Landwirtschaftsminister kritisierte Überlastung der Pferde durch Ausweitung der Vorstellungstätigkeit das ihre zu der Empfindlichkeit und möglicherweise zu einer epidemischen Erkrankung beigetragen haben.
   Erstmals wurde nämlich den Pferden nach der letzten Vorstellung zum Jahreswechsel keine Winterpause gegönnt, sondern wurden diese durchgehend im Jänner und Februar bei der täglichen öffentlichen und gegen Entgelt besuchbaren Morgenarbeit trainiert. Wie bereits vom "Freundeskreis der Spanischen Hofreitschule" kritisiert, sind die Lipizzaner keine unbegrenzt belastbaren Maschinen, sondern bis an ihre Leistungsgrenzen gehende Spitzensportler. So sehr auch der besttrainierte Organismus eines Leichtathleten Ruhepausen benötigt, um tatsächliche Hochleistungen bringen zu können, können die Lipizzaner nicht uneingeschränkt in Vorstellungen oder bei anderen öffentlichen Anlässen zum Einsatz kommen.
   Der "Freundeskreis der Spanischen Hofreitschule" hat bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass die Unterordnung der Spanischen Hofreitschule unter rein ökonomische Gesichtspunkte nicht nur zum
Schaden der dort seit Jahrhunderten gebotenen künstlerischen Leistung gehen würde, sondern letztlich auch zum Schaden der Lipizzaner, die ein lebendes, kulturelles Erbe des ganzen Landes
darstellen.
   Wir fordern nochmals den Bundesminister Berlakovich auf, die Verantwortung der Republik für die Wahrung der Spanischen Hofreitschule in ihrer einzigartigen Qualität, wie sie seit über 430 Jahren unverändert besteht, wahrzunehmen und, durch die Ausstattung mit genügenden Mitteln, der Überlastung der Pferde und dem schleichenden Qualitätsverlust Einhalt zu gebieten.

Rückfragehinweis:
   Freundeskreis der Spanischen Hofreitschule Bundesgestüt Piber
   Dr. Josef Offenmüller     Telefon: 0664 131 97 83
   E-Mail: office@offenmueller.at

OTS0053    2010-03-25/09:25



27.1.2010 Offener Brief an Herrn Bundesminister D.I. Niki Berlakovich

- Spanische Hofreitschule/Bundesgestüt Piber
Sehr geehrter Herr Bundesminister!
Mit großer Sorge müssen wir, die Unterzeichner, als der Spanischen Hofreitschule seit Jahren intensiv verbundene Fachleute und Freunde feststellen, daß in den letzten Monaten kritische Stimmen aus dem In- und Ausland zunehmen, die einen deutlichen Qualitätsverlust in der Spanischen Hofreitschule aufzeigen. Unsere Wahrnehmungen, aber auch die anderer Experten bestätigen diesen Eindruck.
   Ausfälle durch Lahmheit bis hin zu Verletzungen bei den Hengsten, Ausdünnung der klassischen Vorführungen und Nachlassen der bisher unvergleichlichen Qualität hinsichtlich Exaktheit, Glanz und Eleganz der Darbietung, werden unter anderem auf die durchgeführten Sparmaßnahmen und auf die Verdoppelung der Vorführtage zurückgeführt. Dadurch werden die Hengste überlastet und die Zeit für notwendige Korrekturen bei einzelnen Programmpunkten beschnitten. Dazu kommt, daß die zwei dienstältesten, der insgesamt vier hochqualifizierten Oberbereiter außer Dienst gestellt wurden, wodurch die, für die Spanische Hofreitschule charakteristische, mündliche Weitergabe um das "Wissen der klassischen Direktiven" an die jüngeren Reiter, wie Eleven und Bereiteranwärter, maßgeblich eingeschränkt und gefährdet wird.
   In der Spanischen Hofreitschule wird seit über 430 Jahren in ununterbrochener Reihenfolge und Tradition die Hohe Schule der Reitkunst lebendig von Reiter zu Reiter und von Pferdegeneration zu Pferdegeneration durch Perfektion in der Ausbildung unverändert weitergegeben. Ebenso wird im Bundesgestüt Piber die Nachkommenschaft aus den sechs Hengststämmen, mit ihren charakteristischen Merkmalen gezüchtet, wodurch sie die erforderlichen Eigenschaften für die Hochleistung in der Spanischen Hofreitschule mitbringen. Damit besitzt Österreich eine einzigartige kulturelle Institution, um die uns die ganze Welt beneidet, die aber auch dadurch im Blickpunkt der internationalen Fachwelt steht, da sie seit jeher auch Vorbildwirkung ausübte.
   Die Spanische Hofreitschule und das Bundesgestüt Piber mit seiner Lipizzanerzucht müßten schon längst als Weltkulturerbe anerkannt sein und damit einen besonderen internationalen Schutz genießen. Über die Jahrhunderte konnte unsere Spanische allen Übeln und Anfechtungen trotzen und es fanden sich immer wieder beherzte Menschen - wie zuletzt Hofrat Alois Podhajsky - die sogar unter Einsatz ihres Lebens, deren Weiterbestand gerettet haben. Anläßlich der Ausgliederung im Jahr 2001 hat der damalige Ressortchef, Herr Mag. Molterer, die "Gesellschaft der Freunde der Spanischen Hofreitschule" zu einer Aussprache eingeladen und die schon damals von namhaften Personen vorgebrachten Bedenken mit denselben Argumenten zerstreuen können, die er auch dem Bundesrat gegenüber vorgetragen hat. Schließlich sieht das Gesetz über die Ausgliederung ausdrücklich vor, das "die Bundesregierung [...] die dauerhafte Erhaltung der Spanischen Hofreitschule und des Bundesgestüt Piber zu gewährleisten hat". Seit Übernahme des Erbes nach Ende der Monarchie durch die Republik Österreich konnte zwar die Hofreitschule durch Kartenverkäufe und Auslandstourneen ein positives Ergebnis erzielen, doch die Betriebskosten des Bundesgestüt konnten dadurch nie gedeckt werden. Dem Bericht der Geschäftsführung zufolge konnte zwar der Abgang für das Jahr 2009 auf Euro 900.000,- gesenkt werden. Dem stehen aber die eingangs erwähnten, radikalen Maßnahmen gegenüber, die geeignet sind, die Substanz zu gefährden. Zuletzt mußte man mit Fassungslosigkeit hören, daß seitens der Geschäftsführung offen über einen Verkauf oder Schließung des Bundesgestüt Piber, als den eigentlichen Verlustbringer, nachgedacht wird. Ein solcher Verkauf oder eine Schließung wäre nicht nur für das Land Steiermark eine Katastrophe, sondern würde auch das Ende der Hofreitschule nach sich ziehen, denn der Nachschub von Pferden, die dem Züchtungsideal der "Hohen Schule" entsprechen, wird dann versiegen oder unbezahlbar werden. Das Bundesgestüt Piber mit diesem historischen, zweckgebundenen Auftrag die notwendige Hengst- und Stutenlinien für die Hofreitschule zu erhalten, wird nicht kostendeckend zu führen sein. 
- In einer, vom damaligen Landwirtschaftsministerium beauftragten Studie aus dem Jahre 1999, wird jedoch nachgewiesen, daß der Betriebsaufwand für das Bundesgestüt Piber um ein Vielfaches über die Umwegrentabilität wettgemacht wird. Ganz zu schweigen, was die österreichische Weltmarke "Spanische Hofreitschule" zum Bruttonationalprodukt beiträgt. 

Sehr geehrter Herr Bundesminister,
Sie wissen selbst nur zu gut, daß die Spanische Hofreitschule und das Bundesgestüt Piber eine kulturhistorisch eminente Bedeutung haben und nur deswegen einen wichtigen Faktor im Tourismusland Österreich darstellt. Vernachlässigt man den eigentlichen Kern des "historischen Auftrags" versinkt die Reitschule zur internationalen Bedeutungslosigkeit, womit in weiterer Folge auch das Touristeninteresse versiegen wird. Während der Bund, wie die Länder, ihre Verantwortung für andere, kostenintensivere Kulturinstitutionen zu Recht wahrnehmen, kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, daß die Bedeutung der Hofreitschule seit der Ausgliederung übersehen wird. Erlauben Sie nochmals, sehr geehrter Herr Bundesminister, den eindeutigen Gesetzesauftrag in Erinnerung zu rufen, wonach die Ausgliederung "zur dauerhaften Erhaltung und traditionsgemäßen Zucht der Pferderasse "Lipizzaner", zur Erhaltung der Tradition und der Hohen Schule der klassischen Reitkunst, zur traditionsgemäßen Nutzung der betreffenden Teile der Hofburg und des Bundesgestüt Piber und damit zur Wahrung des öffentlichen Interesses am dadurch repräsentierten österreichischen und internationalen Kulturgut", dient. Der hierfür notwendige wirtschaftliche Aufwand steht in keinem Verhältnis zu dem Verlust, den ein Ende des österreichischen Kulturgutes "Spanische Hofreitschule" nach über 430 Jahren für Österreich und die ganze Welt darstellen würde.
   Die Unterzeichnenden appellieren daher an Sie, sehr geehrter Herr Bundesminister, als Ressortverantwortlicher innerhalb der Bundesregierung, aber auch in Gesprächen mit den Ländern Steiermark und Wien dafür Sorge zu tragen, daß zur Erfüllung des gesetzlichen Auftrages ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung,
Die Unterzeichner:
Univ. Doz. Dr. Jaromir Oulehla, ehm. Leiter der Spanischen Hofreitschule u. Bundesgestüt Piber von 1985-2000 Dr. Ludwig Massmann /D Rechtsanwalt, Herausgeber von EQUUS, Centered Riding Instruktor III Dr. Leopold Erasimus, Geschäftsf. Österr. Pferdezuchtverband Bruno Halbeisen /CH, Präsident Equestres de Suisse Gen.i.R.DVw. Lothar Brosch-Fohraheim, Reiterorden Prinz Eugen Bruno Rennhard /CH, Reitlehrer klassische Dressur Oberst a. D. Peter Lichtner-Hoyer, Reiterikone Österreichs Guy und Yannik Vandervliet /B, Züchter von Lusitanos und Präsident des Verbandes in Belgien GR. Phillip Frh. v. Lütgendorf, Reiterorden Prinz Eugen Helene Thiry /B, Mitbegründerin und langjährige GS des belg. Lipizzaner-Zuchtverbandes Dr. jur. Hannelore Goldbach Omed. Rat Dr. Hans Goldbach, Reiterorden Prinz Eugen Elisabeth de Walsche /B, Ausbildnerin für klassische Reitkunst, Brüssel KR Karl Andre, Bundesreferent Jagdreiten Dr. Erich Kotzab /D, Tierarzt und Fachbuchautor f. Pferde Alfons J. Dietz, Institut f. klassische Reitkunst Pedro de Almeida /P, portugiesischer Reitmeister Wolfgang Csar, FEI Richter Peter u. Petra Fegg /D, Reitstallbesitzer, Bayern Gyula Hiller, Richter Dressur, Springen, Military, Psychologe Denis Soyer /B, Reitschulbesitzer, Brüssel S.E. Dr. Karl Fischer, Botschafter a. D. Isabelle de Billy-Savary, UNESCO Paris S.E. DDr. Franz u. Renate Urlesberger Comte u. Comtesse de la Forcade, Paris Martha Weinberger Sissi Pastureau, Paris Dr. Josef Offenmüller Tim u. Germaine York, Großbritannien Claudia Schönauer Mag. Christl Thonet Hans Hermann Thonet Edith Moos
Weitere Fachleute, Unterstützer und Freunde befinden sich auf einer Unterschriftenliste!
Rückfragehinweis: Freundeskreis der Spanischen Hofreitschule Dr. Josef Offenmüller, Mobil: 0043(0)664 131 97 83