Die Revitalisierung der Sofiensäle startetWien (RK). Am 28. Jänner 2006 wurde die Ruine der abgebrannten Sofiensäle von der ARWAG Holding-AG gekauft. Die ARWAG will die denkmalgeschützten Teile der ehemaligen Sofiensäle in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt originalgetreu wieder herstellen. "Ich freue mich, dass die Arbeiten heuer endlich starten und die Sofiensäle neu gestaltet und genutzt werden", unterstrich Planungsstadtrat Rudi Schicker am Donnerstag anlässlich der heuer startenden Bauvorbereitungen und ergänzte: "Das Projekt der ARWAG vereint das historische Erbe und den Denkmalschutz gekonnt mit moderner Architektur. Ein Vorhaben, das dem Standort und seiner geschichtlichen Bedeutung Rechnung trägt." Die Bauarbeiten im DetailDie erforderlichen, aufwendigen Abzüge und Formenfindungen der erhaltenswerten Elemente des Saales wurden bereits abgeschlossen. Die Frontfassade, das Stiegenhaus und die Logen werden so wieder in ihrem ehemaligen Glanz erscheinen. Für den hinteren Abschlusses des Saales, wo sich der Bühnentrakt befand, wurden ExpertInnen mit der Suche nach Lösungen betraut. Als Ergebnis soll eine Glas-Stahl-Konstruktion geschaffen werden. Zum Schutz des Denkmals wird ein spezielles Dach montiert und ein Sonnensegel wird Schatten spenden. Die seitlichen Räumlichkeiten können für Büros genutzt werden, im Gebäudeteil bei der Marxergasse soll ein Gastronomiebetrieb sowie ein Nahversorger untergebracht werden. Weiters ist an einen Raum, der an die große Geschichte des nunmehrigen Denkmales erinnert, gedacht. Das Projekt wird gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt freigegeben und realisiert. Die Dimensionen des GesamtprojektsDer Bauplatz umfasst die Marxergasse, Kegelgasse, Blattgasse und die Seidlgasse. Auf rund 17.000 m² verwertbarer Nutzfläche werden max. 200 Wohnungen errichtet. Rund 2.000 m² sind für Gastronomie bzw. Büros reserviert und rund 1.000 m² für Nahversorgung. Weiters werden 240 Tiefgaragenplätze errichtet. Architekt Albert Wimmer ist für das Projekt verantwortlich, das Denkmal betreuen die Architekten Anton Brenner und Georg Töpfer. Für die Renovierung des Saales wurde mit Mag. Gerald Hollnbuchner ein Topspezialist gefunden. Die Sofiensäle - ein Gebäude mit VergangenheitVor rund 170 Jahren, genau am 14. Jänner 1838, wurde die "Bade-Anstalt des Herrn Morawetz" eröffnet. Das Bad wurde nach Erzherzogin Sophie, der Mutter Kaiser Franz Josefs benannt. Nachdem ein Badebetrieb ganzjährig nur schwer möglich war, wurde nach einer weiteren Nutzung gesucht - und diese auch gefunden: Am 21. Jänner 1846 wurde der Ausbau des Bades zu einem Veranstaltungsort beendet. Der Badebetrieb verlor nach und nach an Bedeutung. Zahlreiche weitere Um- und Ausbauten folgten, sodass schließlich das ehemalige Bad nur mehr für Veranstaltungen, wie etwa Bälle, Konzerte, Lesungen etc., genützt wurde. Am 16. August 2001 zerstörte ein Brand die Sofiensäle. Rückfragehinweis:ARWAG Holding-AG: Stefan Hawla (RK vom 15.03.2007) Hotels & Pensionen: Hotels in Wien Pensionen in Wien 2.10.2009: ÖVP-Tschirf ad Sofiensäle: Wie lange noch?Die Farce um den Wiederaufbau muss ein Ende haben! Als "Farce in mehreren Akten" bezeichnet der Wiener ÖVP-Klubobmann und Landstraßer VP-Gemeinderat Matthias Tschirf die neuerliche Verschiebung der Entscheidung über den Wiederaufbau Die Entscheidung über den Wiederaufbau sei seiner Einschätzung nach längst überfällig. "Seit dem Brand vor über acht Jahren gab es in Fragen des Wiederaufbaues nur Verzögerungen und Vertröstungen. Keiner, ob Eigentümer oder Stadt Wien, haben sich für diesen historisch bedeutenden Bau verantwortlich gefühlt. Es muss aber endlich etwas getan werden. Es muss klar gestellt werden, wo die Reise hingeht. Der Stadt Wien sollte die Beseitigung dieses Schandflecks mitten im 3. Bezirk und der Wiederaufbau eigentlich ein Anliegen sein und sie muss den Eigentümer veranlassen, mit den Der Landstraßer VP-Gemeinderat fordert in diesem Zusammenhang eine kulturelle Nutzung für die Sofiensäle. "Eine angemessene Nutzung muss kommen. Aus bezirks- und kommunalpolitischer Sicht ist es wichtig, den Traditionsbau als Ort der Kultur wieder herzustellen. Dazu verpflichtet die Geschichte dieses Baus", schließt VP-Klubobmann Tschirf. Rückfragehinweis: ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien OTS0064 2009-10-02/10:04 |