Wien

Ältestes Palmenhaus in Schönbrunn wird saniert und für neue Aufgaben adaptiert

Orangerie Tiergarten Schönbrunn


Bgm. Dr. Michael Häupl und Dr. Helmut Pechlaner präsentieren die Pläne

Die 1821 eröffnete alte Orangerie in Schönbrunn, Maxingstraße 13a, durch viel Jahrzehnte als Filmstudio genutzt und baulich entstellt, soll nun in alter Schönheit wiederhergestellt werden und dem Tiergarten Schönbrunn als attraktiver Ort für eine Reihe von Funktionen dienen. Direktor Dr. Helmut Pechlaner stellte am Donnerstag gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Michael Häupl die entsprechenden Pläne vor, die einen Multifunktionsraum mit Bibliothek, ein Orang Utan Gehege, Bereiche für Forschung und Zoopädagogik sowie einen neuen Zugang für den Tiergarten und einen gastronomischen Bereich einschließen. Der Spatenstich soll im Frühjahr 2006 erfolgen, in einer Bauzeit von etwa zweieinhalb Jahren soll das Projekt verwirklicht werden. Die Stadt Wien trägt mit drei Millionen Euro rund ein Drittel zu den Gesamtkosten des Projektes bei.

Der dreiteilige Orangeriebau, das älteste Palmenhaus in Schönbrunn, wurde seit 1920 als Filmstudio, zunächst von eine privaten Firma, dann vom ORF, zuletzt von der Filmakademie genützt. Mit dem Umzug der Filmakademie in neue Gebäude im Universitätsgelände der alten Veterinärmedizin im dritten Bezirk und der Übertragung des Gebäudes von der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. an den Tiergarten ist nun der Weg für die neue Nutzung des Gebäudes frei, das von den Überbauungen seiner "Filmkarriere" befreit und mit seinen schönen Glasfronten wiederhergestellt wird. Im Haupttrakt wird ein Multifunktionsraum mit Bibliotheksgalerie entstehen, der linke Seitentrakt wird ein Orang Utan Gehege, das mit angeschlossener riesiger Freianlage als Artenschutzzentrum eine Basiszuchtgruppe von vorerst vier Tieren beherbergen soll, der rechte Trakt wird für die Zoopädagogische Abteilung, für die Gastronomie und die Infrastruktur Verwendung finden. Zusätzlich wird ein Archivkeller eingerichtet. Bürgermeister Dr. Michael Häupl sind im besonderen auch die Forschungs, Archiv- und zoopädagogischen Funktionen ein Anliegen. So gebe es in Österreich ungeheure Schätze an naturwissenschaftlichen Filmen, die man hier zur Nutzung zugänglich machen könne.

Neuer Zugang von der Maxingstraße
Mit dem Umbau erhält der Tiergarten auch erstmals einen direkten Zugang für die Besucher von der Maxingstraße und eine Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Die Verbindung zum Tiergarten wird dabei, unter anderem durch eine 13 Meter lange Passage, durch den Botanischen Garten erfolgen. Für Gäste von Veranstaltungen am Abend entfällt damit der lange Weg durch den dunklen Schlosspark. In der Maxingstraße soll auch auf Gebäudelänge der Orangerie Schönbrunner Mauer fallen und durch Hineinverlegung des Gehweges auf Schönbrunner Grund eine attraktive Platzsituation entstehen.

Quelle Text und Fotos: Rathauskorrespondenz