Wien

Justizpalast

Fotos: Justizpalast Wien Vorderansicht; © Wien-konkret



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Der Wiener Justizpalast wurde von 1875 bis 1881 von Alexander Wielemans von Monteforte erbaut. Er hat seit Anbeginn die Grundform eines rechtwinkeligen Viereckes mit den Maßen 100 m x 80 m. Die große Empfangshalle (Aula) ist ein dreigeschossiger mit Glas überdachter Arkadenhof. Die optische Verlängerung der Stiege endet bei der überdimensionalen in Marmor gearbeiteten Statue der Justitia. Die Justitia ist in sitzender Stellung mit vergoldetem Schwert und Gesetzbuch dargestellt. In den Bogenfeldern über den Pfeilersäulen befinden sich die Wappen der seinerzeit im Reichsrat vertretenen Königreiche und Länder, für welche der Oberste Gerichtshof die gemeinsame Gerichtsinstanz bildete. Der Justizpalast zieht viele in- und ausländische Besucher an und bietet auch den Rahmen für festliche Ereignisse.

Bilder: Große Empfangshalle (Aula) mit der pompösen Haupttreppe. Es empfängt einem die Statue der Justitia. Der Rechtssuchende geht schwer beeindruckt zu seinem Richter. Aber: Es ist nicht alles Gold, was glänzt (schon gar nicht im Österr. Rechtssystem); © Wien-konkret



Bilder: Große Empfangshalle (Aula) mit der pompösen Haupttreppe. Es empfängt einem die Statue der Justitia. Der Rechtssuchende geht schwer beeindruckt zu seinem Richter.
Aber: Es ist nicht alles Gold, was glänzt (schon gar nicht im Österr. Rechtssystem); © Wien-konkret

Freitag der 13. Juli 2007

Der Justizpalast wurde nach 5-jähigen Restaurierungs-, Erweiterungs- und Modernisierungsarbeiten im Inneren des Gebäudes am Freitag den 13. Juli 2007 im Beisein von zahlreicher Prominenz aus Politik und Justiz feierlich wiedereröffnet.

Justizministerin Dr. Maria Berger und Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig als Vertreter der Stadt Wien verwiesen darauf, dass das Gebäude unter Wahrung aller denkmalschützerischen Verpflichtungen auch allen heutigen Ansprüchen entsprechend adaptiert worden sei. Es werde damit seiner Aufgabenstellung für die Justiz nach allen zeitgemäßen Standards gerecht. Wesentliche Elemente der Modernisierung waren die Errichtung eines zusätzlichen Bürogeschosses und der neuen Zentralbibliothek sowie die generelle Adaptierung für die moderne, EDV-gestützte Arbeit in der Justiz.

Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig sagte, die Stadt sei stolz auf das Gebäude, das ein bedeutender Bestandteil der Ringstraße sei, deren 150jähriges Bestehen im kommenden Jahr gefeiert wird. Ludwig erinnerte auch an die Ereignisse des Jahres 1927, einer Zeit, in der der Justizpalast symbolisch für einen Staat und dessen Justiz stand, der nicht die Interessen der Bevölkerung wahrte und damit auch nicht von ihr akzeptiert wurde. Damit sei dieses Gebäude für die Krise der Ersten Republik gestanden. Heute diene der Justizpalast den Menschen und ihren Interessen, was auch in baulichen Maßnahmen von der Barrierefreiheit bis hin zur Einrichtung eines Veranstaltungsbereiches und einer der größten Bibliotheken ihrer Art in Europa abzulesen sei.

Im Justizpalast befindet sich der Oberste Gerichtshof sowie die Generalprokuratur, das Oberlandesgericht Wien, die Oberstaatsanwaltschaft Wien und das Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien. Im Justizpalast arbeiten ca 600 Menschen.

Nachdem der Justizpalast am 15. Juli 1927 nach den Schattendorfer Urteil gestürmt und in Brand gesteckt wurde (85 Demonstranten und 4 Polizisten wurden getötet), erfolgte der Wiederaufbau mit einem weiteren Stockwerk. 1945 bis 1955 beherbergte er die Interalliierte Kommandantur Wiens.