Wien

Wiener Bürgermeister (1945-heute)

Foto: Michael Häupl bei seiner Ansprache zum 1. Mai 2006; 
© Wien-konkret

Foto: Michael Häupl bei seiner Ansprache zum 1. Mai 2006;
© Wien-konkret

Dr. Michael Häupl 1994- heute
Der geborene Niederösterreicher Häupl ist Bürgermeister Zilk nicht ganz unähnlich, ein sehr volksnaher, und deswegen auch sehr beliebter Bürgermeister. Er herrscht in Wien mit absoluter Mehrheit und in letzter Zeit leider immer mehr auch mit absoluter Abgehobenheit. Bürgeriniativen kämpfen gegen diverse Hochhausprojekte ("Kometgründe", "Naschmarkt"), gegen die Verbaung von geschützten Parkanlagen (Augarten, Springerpark), gegen Straßenlärm (zB an der Donauferautobahn) oder Fluglärm. Die Verbauung des Eislaufplatzes "Eisring Süd" zeigt auch nicht gerade von Verständnis für Sport und Gesundheit.

Ein Ende seiner Amtszeit könnte die nächste Wiener Gemeinderatswahl bedeuten, falls die absolute Mehrheit an Mandaten der SPÖ verloren geht. 

Ergebnisse der letzten Wiener Gemeinderatswahlen vom 23. Oktober 2005: SPÖ: 49,1% ÖVP: 18,8% FPÖ: 14,8% Grüne: 14,6% KPÖ: 1,5% BZÖ: 1,2%
 

Dr. Helmut Zilk: Wiener Bürgermeister von 10.9.1984 - 7.11.1994
Der ehemalige Unterrichtsminister Helmut Zilk (SPÖ) war ein bei der Wiener Bevölkerung sehr beliebter Bürgermeister. Im zweiten Jahr seiner Amtszeit eröffnet er die fertiggestellte Donauinsel. Zilk führt das Filfestival am Rathausplatz, den Adventzauber und den Silvesterpfad ein. 1988 entschied Zilk, dass das mehr als umstrittene Hridlicka Denkmal ausgerechnet am Albertinaplatz aufgestellt wird. Größte politische Niederlage von Zilk: Die Volksbefragung über die für 1995 geplante gemeinsame Weltausstellung Wien / Budapest, die von der Wiener Bevölkerung mit 65% abgelehnt wurde. Im Jahr 1993 wird Zilk Opfer des Briefbombenbauers Franz Fuchs. Helmut Zilk überlebt, verliert aber zwei Finger der linken Hand. Ein Jahr nach dem Anschlag tritt er als Bürgermeister zurück. Seit dem Jahr 2003 leitete Zilk die Reformkommission des Bundesheeres. Über die Ergebnisse ist nichts bekannt. Zuletzt war Zilk als Moderator beim ORF und als Ombudsmann bei der Kronenzeitung tätig. Helmut Zilk verstarb am 24.10.2008 im Wiener Wilheminenspital an einem Herzstillstand, nach einer Infektionskrankheit. Fünf Monate nach seinem Tod gibt es nun Beweise des schechischen Geheimdienstes, dass Helmut Zilk von 1965 bis 1968 für den tschechischen Geheimdienst als Spion arbeitete und dafür Geld (nach heutiger Kaufkraft ca 30.000 Euro) und Geschenke (böhmischer Kristalluster) bekam => Nachruf Helmut Zilk

Mag. Leopold Gratz: Wiener Bürgermeister von 1973-1984
Vor seiner Zeit als Bürgermeister war Gratz (SPÖ) bereits als Klubobmann beziehungsweise Kultur- und Unterrichtsminister äußerst erfolgreich unterwegs gewesen. Seine Bürgermeister-Ära war dann allerdings von der Bauring-Affäre und dem AKH-Skandal überschattet. Von 1984-1989 war er dann Minister für Äußeres, mußte aber aufgrund diverser Verstrickungen in den Fall Proksch, zurücktreten. Leopold Gratz starb am 2.3.2006 an einem Herzinfarkt. => Nachruf Leopold Gratz 

Dr. h. c. Felix Slavik:
Wiener Bürgermeister von 1970-1973
Die Amtszeit des Sozialisten Slavik währte nur drei Jahre, da er nach einer Niederlage bei der Volksbefragung über die Verbauung des Sternwarteparks zurücktrat.

Bruno Marek: Wiener Bürgermeister von 1965-1970
Unter Marek (SPÖ) wird Wien Stützpunkt von OPEC und UNIDO. Außerdem wird während seiner Ära der Bau des Wiener U-Bahnnetzes geplant und begonnen.

Dr. h.c. Franz Jonas: Wiener Bürgermeister von 1951-1965
Auch Jonas (SPÖ) wird unmittelbar nach seiner Zeit als Bürgermeister zum Bundespräsidenten gewählt, und übt dieses Amt bis zu seinem Tod im Jahre 1974 aus.

Dr. h. c. Theodor Körner: Wiener Bürgermeister von 1945-1951
Der in Ungarn in Uj Szönyi (Nähe von Komorn) geborene Sozialdemokrat und ehemalige ranghohe Bundesherr-Offizier hatte die schwierige Aufgabe Wien in den bitteren Jahren unmittelbar nach Kriegsende als Bürgermeister vorzustehen. Nach seiner Zeit als Bürgermeister, wurde er Bundespräsident, verstarb jedoch im Amt.

Rudolf Prikryl: Wiener Bürgermeister von 12. bis 14. April 1945 (3 Tage !)
Rudolf Prikryl wurde am 21. März 1886 in der Schubertgasse 29, 1090 Wien, geboren. Er schloß die Installatuerlehre ab, war dann aber mehr politisch tätig, zB beim "Republikanischen Schutzbund", "Revolutionäre Sozialisten", "Spanischer Widerstandkampf". Er war mehrfach verbestraft, zB wegen Diebstahls. Im April 1945 wurde Wien von der Roten Armee eingenommen. Im „Befehl Nr. 1 des Ortskommandanten“ der Roten Armee in Wien wurde der KP-nahe Rudolf Prikryl als provisiorischer Bürgermeister von Wien eingesetzt. Er agierte sehr hemdsärmelig und pragmatisch. Wien war eine ausgestorbene tote Stadt. Es gab keine Zeit zum Debattieren.
Rudolf Prikryl starb am 13. Juni 1965 im Altersheim "Baumgarten" in Wien“ an Prostatakrebs. Am 23. Juni 1965 wurde die Urne mit seiner Asche am Zentralfriedhof beigesetzt.
 



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Rudolf Prikryl

Rudolf Prikryl wurde am 21. März 1886 in der Schubertgasse 29, 1090 Wien, geboren. Er schloß die Installatuerlehre ab, war dann aber mehr politisch tätig, zB beim "Republikanischen Schutzbund", "Revolutionäre Sozialisten", "Spanischer Widerstandkampf".
Er war mehrfach verbestraft, zB wegen Diebstahls.
   Im April 1945 wurde Wien von der Roten Armee eingenommen. Im „Befehl Nr. 1 des Ortskommandanten“ der Roten Armee in Wien wurde der KP-nahe Rudolf Prikryl als provisiorischer Bürgermeister von Wien eingesetzt. Er agierte sehr hemdsärmelig und pragmatisch.
Wien war eine ausgestorbene tote Stadt. Es gab keine Zeit zum Debattieren.
Ich glaube er war mehrfach vorbestraft.
Liebe Grüße Feigl        24.5.2016