Wien

Wahlplakate bei der Wien-Wahl 2010

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* FPÖ Plakat mit der höchsten Aufmerksamkeit & Werbewirksamkeit

Wahlplakat der FPÖ Wien: "Wiener Blut"

Bild: Wahlplakat der FPÖ im Zuge des Wiener Wahlkampfes: "Wiener Blut"; 100 Meter neben der U4-Disco, wo Falco noch immer als Lokalmatador gilt und wohl auch sein Lied "Wiener Blut" zum Besten gab; © Wien-konkret

"Den Vogel abgeschossen" hat die Wiener FPÖ. Sie thematisierte das Ausländerproblem über einen "Wiener Blut"-Slogan. Dabei ist "Wiener Blut" ziehmlich unangreifbar, da dieser Begriff aus einer allseits beliebten Operette namens "Wiener Blut" stammt und sogar der viel zu früh verstorbene Meidlinger Popstar mit Weltruhm, "Falco", das "Wiener Blut" besang. Wenn allerdings die FPö mit "Wiener Blut" reimt, dann war klar, dass der Wiener Wahlkampf seinen ersten medialen Höhepunkt erreicht. Die ganze Stadt - insbesondere Politiker & Journalisten & Meinungsforscher - diskutierten dieses Plakat. (Ja darf man des überhaupt aufhängen?). Die FPö begann jedenfalls schon früh - nämlich im August - massiv zu plakatieren, die SPÖ beschränkte sich aufs Kritiseren. Ebenso Grüne und BZÖ. Die ÖVP verfolgte im August die Strategie: ein bisserl kritiseren und ein bisserl plakatieren.

PS: Die Brauerei Ottakringer wollte eigentlich auch gerade mit einer "Wiener Blut" Werbekampange starten, stellte aber daraufhin ihre Vorbereitungen ein. "Wir wollten auch mit 'Wiener Blut' werben", so die Ottakringer-Chefin Christiane Wenckheim in einem

Standard-Interview am 23.8.2010. Dafür wird eine Party "Drama! Wiener Blut" am 4. September 2010 in der Ottakringer Brauerei veranstaltet.

PPS: Die "Wiener Blut" Plakate wurde im großen Ausmaß auf gewista-Plakatflächen affichiert, an denen die Wiener SPÖ indirekt beteiligt ist. Insoferne tut sich die SPÖ mit dem Kritisieren der Plakate ein bisserl schwer, wenn sie damit doch mehr Gewinn macht.
 

* ÖVP-Plakat wirbt mit SPö-Bürgermeister Häupl

Wahlplakat der Wiener ÖVP mit Michael Häupl

Bild: Das ÖVP-Plakat will sagen, dass man beim Bürgermeister Häupl für frischen Wind sorgen will, aber offensichtlich mit ihm auch zusammenarbeiten will. Ob man mit so einer Wahlkampagne eine Wahl gewinnt darf allerdings bezweifelt werden. Am 10.10.10 wissen wir mehr; © Wien-konkret

Anfänglich waren die meisten Menschen ein bisserl verwirrt. Wieso wirbt die Wiener ÖVP mit SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl am Plakat? Ist der zur ÖVP übergelaufen?
     Dem abgebildeten Häupl gefällt das Plakat jedenfalls sehr gut und auch SPÖ-Wahlstrategen sind angeblich sehr zufrieden. Das Facelifting und die Verjüngung von Michael Häupl habe die ÖVP noch wesentlich mehr überzogen, als man sich das selbst getraut hätte, ohne vor Scharm zu erröten.
     Sieht man sich das Bild genauer an, dann ist der Zweck dennoch zu erkennen:
Alles deutet auf die Vorbereitung einer rot-schwarzen Koalition in Wien hin.
* Häupl im schwarzen Anzug und roter Krawatte
* rot-schwarze Schrift im Text
* Die ÖVP will den SPÖ-Spitzenkandidaten nicht anpatzen
* Würde auch gut zur SPÖ-ÖVP Koalition im Nationalrat & Bundesregierung passen
(Anm.: Michael Häupl hat übrigens schon durchblicken lassen, dass er keine Koalition mit den Grünen wolle, falls diese stark verlieren.)
 

* SPÖ-Plakate: Motto offenbar "Masse statt Klasse"

Bilder: SPÖ plakatiert ganze Straßenzüge in Wien zu; © Wien-konkret

Bilder: SPÖ plakatiert ganze Straßenzüge in Wien zu: SPÖ so weit das Auge reicht; © Wien-konkret

Die Wahlkampagne der SPÖ Wien würde sogar die Diktatoren in Nordkorea erfreuen. Ganze Straßenzüge werden ausschließlich von eigenen, sozialistischen Plaketen umzäunt - hier zB im 10. Bezirk. Nicht ein einziges Plakat einer anderen Partei ist zu sehen. Damit will man offensichtlich die materielle Überlegenheit der SPÖ demonstrieren. Inhaltlich sind die Botschaften eher nichtssagend bis doppeldeutig:
     * "Mir geht es um klare Regeln fürs Zusammenleben" (Anm.: Was heißt das konkret beim Thema nicht-deutschsprachige Ausländer in der Schule und beim Thema Wohnen im Gemeindebau?)
     * "Mir geht es um sichere Jobs in Wien" (Anm.: Nur um den eigenen? Auch um die Jobs der SPÖ-Funktionäre und SPÖ-Mitglieder? Auch um die Jobs der Nicht-SPÖ-Wähler ??? Auch um sichere Jobs für Ausländer? Wer zahlt das, wenn nicht der Steuerzahler?)
     * "Mir geht es um ein lebenswertes Wien für alle". (Anm. siehe auch die => Misstände im Gemeindebau)
     * "Mir geht es um die sicherste Hauptstadt der Welt" (Anm.: Das ist ein guter Schmäh. Das hätte Häupl schon die letzten 16 Jahre umsetzen können. So weiß man nur, dass die Wohnungseinbrüche und Überfälle in Wien seit der Ost-Öffnung und Abschaffung der Grenzkontrollen deutlich gestiegen sind. Sogar beim Wiener Polizeipräsidenten wurde schon eingebrochen. Von Autodiebstählen gar nicht zu reden).
     * Das Plakatieren der eigenen Person Michael Häupl kommt sicher gut an. Dann wissen die Wähler, dass Michael Häupl noch da ist und nicht schon die Renate Brauner ("Wien ist eine Stadt der Frauen") das Ruder übernommen hat.
 

* Dreiecksständer von SPÖ, FPÖ, ÖVP, Grüne, BZÖ

Die Dreiecksständer mit ihren Wahlplakaten sorgen bei jeder Wahl für Unmut in der Bevölkerung, insbesondere bei den Autofahrern.

Warum?
Weil die Drecksständer meist knapp neben der Fahrbahn aufgestellt werden. Dadurch sind Fußgänger - insbesondere Kinder - dahinter nicht zu sehen. Dies bedeutet eine erhöhte Unfallgefahr. Den im Rathaus vertretenen Parteien ist das auch heuer wieder "wurscht" (auf Hochdeutsch: "egal"). Sie haben sich darauf geeingt, dass jede Partei 1100 Dreiecksständer in Wien aufstellen darf.

Mit dem Aufstellen wurde am 4. September 2010 auch bereits begonnen. Der Gürtel ist ein gutes Beispiel für diesen Schildbürgerstreich, der leider über Steuergeld finanziert wird.
Die kleineren Parteien verzichten auf diese Möglichkeit der Wahlwerbung, hauptsächlich aus Kostengründen.
 





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Stellungnahmen zu den Wahlplakaten der Wien-Wahl 2010

* 9.10.2010: FP-Jenewein: Dreieckständer-Skandal - Amtsmissbrauch durch SP-Sima

FPÖ Wahlplakate werden teilweise von Stadt Wien entfernt

Genehmigte FPÖ-Dreieckständer werden dutzendweise entfernt
Die letzten Tage der absoluten SPÖ-Mehrheit in Wien zeigen, warum Häupl & Co. dringend abgewählt werden müssen. SPÖ-Umweltstadträtin Sima lässt seit gestern vom Magistrat genehmigte FPÖ-Dreickständer von der MA-48 dutzendweise abtransportieren und bewegt sich mit diesem Akt am Rande des Amtsmissbrauch, kritisiert FPÖ-Landesparteisekretär Hans-Jörg Jenewein und fordert den sofortigen Stopp der SPÖ-Aktion. ... Die SPÖ-Capos setzen sich mit ihren Handlungen über alle Gesetze hinweg und beschädigen den Rechtsstaat nachhaltig. Wien darf nicht Palermo werden, sagt Jenewein daher und fordert Bürgermeister Häupl zum sofortigen Handeln auf.

Rückfragehinweis:   FPÖ-Wien  01-4000-81747;   OTS0021    2010-10-09/11:14



* 28.9.2010: Melange und Wiener Blut im Kriminalroman

Die Melange aus Literatur und Kaffeehauskultur wird zum Anziehungspunkt für immer mehr Menschen und bietet vielen Wienerinnen und Wienern einen attraktiven Zugang zur Literatur", betonte Vizebürgermeister Michael Ludwig Dienstagvormittag beim offiziellen Auftakt zur sechsten Kriminacht in der Erste Bank Lounge. "Im Kriminalroman lese übrigens sogar ich gerne über Wiener Blut", schmunzelte Ludwig. ..
Die Kriminacht findet heute, Dienstag (Anm.) 28.9.2010, in über 60 Kaffeehäusern und erstmals auch in Seniorenheimen (Anm. in Wien) statt.
Qu: OTS0206    2010-09-28/12:41



* 8.9.2010 BZÖ-Sonnleitner, Ebner: Häupl belegt BZÖ-Wien mit Plakatverbot

BZÖ Wahlplakate Wien-Wahl 2010

BZÖ-Spitzenkandidat Walter Sonnleitner und BZÖ-Generalsekretär Christian Ebner protestierten heute im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz heftigst gegen ein von der SPÖ-Wien ausgerufenes Plakatierverbot für das BZÖ-Wien. "Das ist Machtmissbrauch und Stalinismus pur. Dieses antidemokratische Verhalten von Genossen Häupl hat offensichtlich damit zu tun, dass die SPÖ die absolute Mehrheit verliert, wenn das BZÖ in den Wiener Landtag einzieht. Häupl fürchtet offenbar das BZÖ wie der Teufel das Weihwasser, weil wir in Wien etwas bewegen können und eine Gefahr für die Wiener SPÖ sind. Das BZÖ wird sich diese Vorgangsweise des roten Wien sicher nicht gefallen lassen und alle möglichen rechtlichen Schritte einleiten", betonte Ebner.
     Das BZÖ hat insgesamt 100 Plakatflächen in Wien beantragt, davon wurden nach einer Prüfung 88 von der ASFINAG als genehmigungsfähig eingestuft. Die MA46 hat jetzt plötzlich per Bescheid die Aufstellung von allen Plakaten am Straßenrand der Stadtein- und Ausfahrten untersagt. Die fadenscheinige und haarsträubende Begründung im Bescheid: "die Wahlwerbung entlang einer erkehrsreichen Höchstgeschwindigkeitsstrecke hätte unwillkürlich Ablenkung der Verkehrsteilnehmer zur Folge".
Die Plakate, so die MA46, müssten 100 Meter von Fahrbahnrand entfernt sein. Sonnleitner und Ebner präsentierten als Beweis Fotos von Plakatsujets etwa von der Wahlwerbung von Bundespräsident Heinz Fischer, der als Genosse selbstverständlich plakatieren durfte, und anderen Parteien oder auch eine Unterwäschefirma, die noch vor wenigen Wochen direkt an den Stadtausfahrten ohne irgendwelche Probleme genehmigt wurden. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die halbnackten Mädls weniger ablenken als das Gesicht von Walter Sonnleitner. Es ist auch absurd, dass man bei Stadtausfahrten, wo großteils Geschwindigkeitsbeschränkungen gelten, die MA46 von "Höchstgeschwindigkeitsstrecken" gesprochen wird. Entweder es handelt sich um einen dümmlichen Schmäh oder eine besondere intellektuelle Leistung vom ganzjahresüberforderten Ablöse-Stadtrat Chaos-Rudi Schicker und seinen Beamten", so Sonnleitner. ...
     Sonnleitner betonte, dass diese rote Zensur des BZÖ eine von langer Hand geplante Aktion von Häupl und Co. sei. "Zuerst wird bei den Wienerinnen und Wienern von der SPÖ abkassiert, dann werden die politischen Mitbewerber zensuriert. Dieses rote Regime in Wien ist langsam schlimmer als der Stalinismus Marke Moskau", zeigte sich der BZÖ-Spitzenkandidat empört.   

Rückfragehinweis:   BZÖ Wien - Pressestelle
OTS0130    2010-09-08/11:39

Anmerkung Wien-konkret: Das Magistrat bezieht sich angeblich auf §82 und §84 der Straßenverkehrsordnung. Die se sind aber gar nicht zutreffend, da §82 nur die Straßen (also nicht die Gehsteige) und §84 nur Werbeverbote außerhalb des Ortsgebietes betrifft.



* 21.8.2010 Strache in ÖSTERREICH: "SPÖ-Kandidaten in Kontakt zu Terror-Vereinen"

In einem Interview in der Tageszeitung ÖSTERREICH (Sonntag-Ausgabe) verteidigt FP-Chef Heinz-Christian Strache seine "Mut für Wiener Blut"-Plakate: "Wiener Blut ist ein Begriff, den sogar die Sängerknaben in die Welt hinaustragen. Es ist genau diese Lebensart, die ja auch von Johann Strauß Sohn und Falco besungen wurde. Es geht darum, diese Lebensart zu erhalten, die sich ja auf den Vielvölkerstaat bezieht."
     Auf die Frage, warum er dann gegen Zuwanderer sei, erklärt Strache: "Wir wollen diese undifferenzierte Massenzuwanderung stoppen. Kanzler Faymann soll endlich unsere Interessen vertreten und die Öffnung des Arbeitsmarktes ab Mai 2011 stoppen. Unser Volksbegehren wird mit der Öffnung der Arbeitsmärkte synchronisiert, um eine massenhafte Zuwanderung zu verhindern."
     Er nenne außerdem die SPÖ deshalb eine Islamistenpartei, weil auf den "Gemeinderatslisten 36 Kandidaten stehen, die der muslimischen Glaubensgemeinschaft angehören und die in Vereinen tätig sind oder mit ihnen Kontakt haben, die in Deutschland auf der Terrorliste stehen." Dass die SPÖ eine Partei von Terroristen sei, sei "Unsinn. Aber die SPÖ steht doch für den Kopftuchzwang und fördert die Unterdrückung der Frau."...
Rückfragehinweis:   ÖSTERREICH, Chefredaktion
OTS0061    2010-08-21/18:21