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Spitzenkandidat: Franz Kral, Krems (NÖ)



Antworten des Spitzenkandidaten Franz Kral (KPÖ):

Franz Kral - KPÖ NÖ; © ZVG

Franz Kral - KPÖ NÖ; © ZVG

Wien-konkret stellte dem Spitzenkandidaten der KPÖ-NÖ 22 Fragen zu den verschiedensten Themen. Hier die Antworten von Franz Kral (KPÖ NÖ):


Demokratie & Gesellschaft:

1) Finden Sie es gut, dass erstmal minderjährige Kinder ab 16 Jahren bei der NÖ-Landtagswahl mitwählen dürfen?
Antwort Karl: Ja, die Jugend muss ja einmal „ausbaden“ was jetzt an Politik gemacht wird. Steuer und Sozialabgaben müssen Sie als Lehrlinge auch bezahlen, als Schüler sind sie von der Schulpolitik direkt Betroffene.

2) Soll es eine Volksabstimmung in Österreich über die EU-Verfassung geben?
Antwort Karl: Ja, unbedingt. Der Vertrag von Lissabon ist ein tiefer Eingriff in Österreichs Souveränität und das Ende der Neutralität. Wir wollen eine Volksabstimmung als Abstimmung für ein anderes sozialeres, bürgernahes Europa. Europa sind wir Menschen, nicht nur die multinationalen Großkonzerne!

3) Wie viele Asylanten und „neue Österreicher“ sollen höchstens in einem Jahr in NÖ neu aufgenommen werden?
Antwort Karl: Das Festlegen von Quoten ist menschenverachtend. Wer Hilfe und Schutz braucht soll Asyl - mit dem Recht auf Arbeit zum Selbsterhalt - bekommen, ohne auf Quoten Rücksicht nehmen zu müssen. Wer integriert ist und Österreicher werden will soll willkommen sein. Asyl ist ein Menschenrecht (Art.14 der allg. Erklärung der Menschenrechte) oder haben das unsere Politiker  60 Jahre nach deren Beschluss in der UN Generalversammlung schon vergessen?

4) Sollen in NÖ (Bad Vöslau) Moscheen errichtet werden dürfen?
Antwort Karl: Warum nicht, Kirchen stehen ja auch auf der ganzen Welt. Ein Verbot würde dem Art. 18 der Allg. Erklärung der Menschenrechte widersprechen. Wir vertreten die Trennung Kirche – Staat, respektieren aber alle Glaubensrichtungen.

5) Soll es beim Pensionsantrittsalter eine Gleichbehandlung für Männer und Frauen geben, also gleiches Antrittsalter für Mann und Frau? Wäre das fair oder unfair?
Antwort Karl: Solange die Gleichbehandlung bei Löhnen und Gehältern für die Frauen noch nicht gegeben ist, wäre es unfair. Der rasante technische Fortschritt mit seinen Rationalisierungspotentialen soll sich auch in der Verkürzung der Lebensarbeitszeit für Mann und Frau auf 58 Jahre auswirken.

6) Mit wie viel Euro soll das Land NÖ das Hermann Nitsch Museum in Mistelbach finanzieren?
Antwort Karl: Die Kosten sollten zu je 1/3 auf Bund, Land und Künstler/Sponsoren aufgeteilt werden.

7) Entführungsfall Natascha Kampusch (NÖ) & Abgängigkeitsfall Julia Kührer (abgängig seit 27. Juni 2006 in Pulkau / NÖ): Was würden Sie besser machen?
Antwort Karl: Die Beamten in Ruhe arbeiten lassen, bei Fehlern die notwendigen Konsequenzen ziehen und Entschädigung anbieten.


Umwelt:

8) Soll gentechnisch verändertes Saatgut auf NÖ-Böden und Äcker verwendet werden?
Antwort Karl: Nein, dem Druck der Agrarmultis darf nicht nachgegeben werden. Das NÖ - Ökopunkteprogramm mit seinen Einkommensverlusten für naturnahe Landwirte muss saniert werden und darf dem Druck aus Brüssel nicht geopfert werden. LH Pröll muss seine großen Worte auch hier umsetzen!

9) Wie stehen Sie zu einem weiteren Ausbau des Flughafens Schwechat in Bezug auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung und Lärmbelastung?
Antwort Karl: Hier war das Ausschalten der betroffenen Bevölkerung ein krasses Beispiel wie Kapitalinteressen Bürgerrechte überrennen. Es muss eine Umweltverträglichkeitsprüfung und Bürgerbeteiligung geben. Die Konzentration (Einengung) der Anflugschneisen benachteiligt einige Orte (z.B. 2301 Andersdorf) besonders und muss aufgehoben werden

10) Soll die NÖ Umweltanwaltschaft in Zukunft die Messdaten – die aus Steuergeldern finanziert wurden – auch (zB auf deren Website) veröffentlichen müssen?
Antwort Karl: Ja, durch die Steuergeldverwendung sind sie „öffentliches Eigentum“ geworden

11) Wie soll es mit übermäßiger Bestrahlung von Anrainern durch Handymasten in NÖ weitergehen?
Antwort Karl: Die Belastungswerte müssen gesenkt werden, keine Handymasten in Wohngebieten ohne Bürgerbeteiligung! Verpflichtung auf gemeinsame Nutzung der Masten durch alle Betreiber.

12) Soll es in NÖ einen Vorsorgewert für Strahlung geben, ähnlich dem Salzburger Vorsorgewert?
Antwort Karl:  Ja


Gesundheit / Soziales:

13) Was ist politisch zu tun, damit wieder mehr Kinder in NÖ auf die Welt kommen?
Antwort Karl: Flächendeckende Kinderkrippen, Kindergärten und Schülerhorte, ganztags kostenfrei, sowie ganztägige Gesamtschulen um Beruf und Familie vereinbar zu machen. Kinderbetreuung muss leistbar und zeitlich so flexibel sein, wie es die Wirtschaft von ihren MitarbeiterInnen verlangt. Anrecht auf Kinderbetreuungsplätze!

14) Sollen in NÖ Abtreibungen durchgeführt werden? Wenn ja, unter welchen Bedingungen?
Antwort Karl: Ja in allen Landeskrankenhäusern, Bezahlung durch die Krankenkassen, keine Frau wird sich außer einer Notsituation zu einem solchen Schritt entschließen.

15) Wie groß ist aus Ihrer Sicht die Armut in NÖ und worin äußert sich diese?
Antwort Karl: In NÖ sind ca. 12,5% (fast 200.000 Menschen) der Bevölkerung arm oder armutsgefährdet. Ohne Sozialleistungen wären es ca. 40%. Weitere 50.000 Menschen können trotz Vollzeitarbeit von Ihrem Lohn nicht ausreichend den Lebensunterhalt bestreiten. Wohnen und Energie werden für diese Menschen zum Luxus. AlleinerzieherInnen sind besonders betroffen. Teilzeit, Leiharbeit, Scheinselbstständigkeit haben sich als Sozialfalle erwiesen und müssen sozial besser abgesichert werden. Bildung ist eine Vorleistung gegen Armut und sollte verstärkt zu deren Bekämpfung eingesetzt werden.

16) Wie soll die drohende Pleite der NÖ Gebietskrankenkasse verhindert werden (Das Defizit soll im Jahr 2007 über 80 Millionen Euro betragen haben)?
Antwort Karl: Das Sozialsystem ist langfristig nur mit einer Wertschöpfungsabgabe zu finanzieren.


Parteipolitik:

17) Mit welchen anderen politischen Parteien in NÖ würden Sie gerne nach der Wahl zusammenarbeiten? Mit welchen Parteien gibt es die wenigsten Gemeinsamkeiten?
Antwort Karl: Zusammenarbeit mit Allen, die eine bürgernahe und soziale Politik zum Wohle der NÖ-Bürger vertreten. Taten statt Worte sollte im Vordergrund stehen. Wenig Verständnis gibt es für FPÖ und BZÖ mit ihrer ständigen Ausgrenzung und Verhetzung, damit wollen wir nichts zu tun haben.

18) Welches Stimmenergebnis in % erwarten Sie für Ihre Partei bei der NÖ Landtagswahl am 9. März 2008?
Antwort Karl: Stimmengewinne auf deutlich mehr als 1%

19) Wie viel politischer Druck auf das ORF Landesstudio NÖ soll aus Ihrer Sicht vom jeweiligen Landeshauptmann / - frau zulässig sein?
Antwort Karl: Keiner, abgesehen davon sollte im Redaktionskollegium ein breites Meinungsspektrum abgedeckt sein

20) Ihr wichtigstes parteipolitisches Ziel für die nächsten 5 Jahre?
Antwort Karl: Stärker die soziale Gerechtigkeit in die Diskussion bringen


Persönliches:

21) Worauf sind Sie in Ihrem Leben am meisten stolz?
Antwort Karl: 25 Jahre aktive Politik für die Kremser BürgerInnen, Vorreiterrolle bei der Aufdeckung von Misswirtschaft, Skandalen und Freundelwirtschaft.

22) Ihr Lieblingsspruch?
Antwort Karl: Erzbischhof Hanara Recive Brasilien:
Wenn ich den Armen Essen gebe - nennen Sie mich einen Heiligen.
Wenn ich frage, warum die Armen kein Essen haben – nennen sie mich einen Kommunisten.
 
Vielen Dank für Ihre Stellungnahme
Wien-konkret, 21. Feb. 2008
 
 

Die KPÖ Kandidaten der NÖ-Landesliste Wahl 2008:


01 KRAL Franz
02 PINTA Verena
03 PILHOFER Horst
04 STRAUSS Renate
05 HATZMAYER Werner
06 BAUER Brigitte
07 GUTSCH Michael
08 DRESCHER Silvia
09 DIRR Walter
10 CAKMAK Eva
11 STÖCKL Erich
12 PINTA Dunja
13 MAHRER Mag. Wolfgang
14 MARINGER Christiane
15 KINAST Helmuth
16 HOLZER Eva
17 RISS Dr. Ingram
18 PRUCKMOSER Helga
19 STINGL Erwin
20 STIEFSOHN Waltraud
21 PINTA Karl Heinz
22 PRUCKMOSER Rudolf
23 BERAN Alexander
24 DRESCHER Günter
25 KNIEWALLNER Reinhard
 

Weiterführende Informationen:

* Ergebnis der NÖ Wahl 2008