Wien
    

Ergebnis der Nationalratswahl 29.9.2013 in Österreich:





vorläufiges Ergebnis Stand 3. Oktober 2013 (Wahleinsprüche sind noch möglich):

Wahlberechtigte: Summe: 6.384.296  
Frauen: 3.309.933   
Männer:3.074.363

Wahlbeteiligung: 74,4%     (2008: 78,8%)
Abgegebene Stimmen: 4.782.563 
Ungültige Stimmen: 89.656 
Gültige Stimmen: 4.692.907 
 

SPÖ 26,8%, ÖVP 24,0%, FPÖ 20,6%, Grüne 12,4%, Stronach (Frank) 5,7%, NEOS 5,0%, BZÖ 3,5%, KPÖ 1,0%, Piraten 0,8%, Wandl 0,05%, SLP 0,02%, CPÖ 0,14%, EUAUS 0,01%,  Männerpartei 0,01%

Ergebnis in Mandaten:
SPÖ 52, ÖVP 47, FPÖ 40, GRÜNE 24, FRANK 11, NEOS 9,
D.h. SPÖ-ÖVP haben wieder eine knappe absolute Mehrheit für einfache Gesetze.
SPÖ-ÖVP-Grüne haben wieder eine 2/3 Mehrheit, die für Verfassungsänderungen notwendig ist.

______________

29.9.2013 18.00 Uhr vorläufiges Ergebnis
(ohne Briefwähler und ohne Wahlkartenwähler):
Wahlberechtigte: Summe: 6.384.296   Frauen: 3.309.933    Männer:3.074.363
Wahlbeteiligung: 65,9%     Abgegebene Stimmen: 4.207.695 
Ungültige Stimmen: 80.937   Gültige Stimmen: 4.126.758
SPÖ 27,1%, ÖVP 23,8.%, FPÖ 21,4%, Grüne 11,5%, Stronach (Frank) 5,8%, NEOS 4,8%, BZÖ 3,6%, KPÖ 1,0%, Piraten 0,8%, Wandl 0,05%, SLP 0,02%, CPÖ 0,14%, EUAUS 0,01%,  Männerpartei 0,01%

vorläufiges Ergebnis in Mandaten:
SPÖ 53, ÖVP 46, FPÖ 42, GRÜNE 22, FRANK 11, NEOS 9,
D.h. SPÖ-ÖVP wieder haben eine knappe absolute Mehrheit für einfache Gesetze.
SPÖ-ÖVP-Grüne haben keine 2/3 Mehrheit mehr, die für Verfassungsänderungen notwendig ist.
 



Rücktritte:
* Dr. Claudia Schmied (SPÖ), seit 2007 Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur (und ehemalige Kommunalkredit-Bank-Vorstandsmitglied), informierte am Tag nach der Wahl 20.9.2013 Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und Bundeskanzler Werner Faymann über ihre Absicht, in nächster Zukunft keine politischen Funktionen wahrnehmen zu wollen. Das ist auch eine Konsequenz aus der erbärmlichen Schulpolitik der letzten Jahrzehnte, wo Österreich bei den PISA-Schultest im internationalen Vergleich immer schlechter abschneidet.

* Josef Bucher (BZÖ) trat am 2. Okt. 2013 als Parteiobmann zurück. Stefan Petzner (BZÖ) und Ewald Stadler (BZÖ) wurden am 3.10.2013 aus der Partei ausgeschlossen.
 
 
Abgänge als Abgeordnete:
Nicht mehr im Parlament vertreten sein werden:

SPÖ: Sonja Ablinger, Ex-ÖGB-Frauenchefin Renate Csörgits, Kurt Gaßner, Kurt Gartlehner, ehemalige Vorsitzende der Gewerkschafter Wilhelm Haberzettl (FSG),  Johann Maier, Christoph Matznetter, Schwechater Bürgermeister Hannes Fazekas,

ÖVP: Ex-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, Wissenschaftssprecherin Katharina Cortolezis-Schlager, der langjährige Obmann der Bauernversicherung Karl Donabauer, Ex-JVP-Chefin Silvia Grünberger, Ex-Staatssekretärin Christine Marek, Familiensprecherin Ridi Steibl, 2. Nationalratspräsident Fritz Neugebauer, Finanzsprecher Günter Stummvoll, Generalsekretär des Sparkassenverbands Michael Ikrath,

FPÖ: dritte Nationalratspräsident Martin Graf, Martin Strutz. 

Grüne: Kurt Grünewald, Karl Öllinger
 
BZÖ: Josef Bucher (dieser tritt auch als Parteiobmann zurück), Sigisbert Dolinschek, Gerald Grosz, Ex-Sozialministerin Ursula Haubner, Gerhard Huber, Kurt List, Stefan Petzner, Ex-Verteidigungsminister Herbert Scheibner, Dr. Wolfgang Spadiut, Ex-Klubobmann Ing. Peter Westenthaler, Mag. Rainer Widmann, Ernest Windholz.
Stefan Petzner wurde am 1. Oktober 2013 sogar wegen parteischädigenden Verhaltens aus der Partei ausgeschlossen.

Team Stronach: Wahlkampfleiter Tillmann Fuchs ist nicht mehr im Team; Elisabeth Kaufmann-Bruckberger wurde als niederösterreichische Landeschefin abgelöst; 
Büromannschaft in Tirol aus dem Team ausgeschlossen;



Briefwahl / Wahlkartenwähler:

Bei dieser Wahl wurden in Summe 668.658 Wahlkarten ausgegeben und zwar wie folgt:

Bundesland 

Wahlberechtigte

Wahlkarten

    %

  

 

Burgenland

   232.535

  19.449

  8,4%

Kärnten

   444.584

  39.083

  8,8%

Niederösterreich

1.278.571

118.826

  9,3%

Oberösterreich

1.099.262

108.639

  9,9%

Salzburg

   393.274

  39.796

10,1%

Steiermark

   973.430

107.704

11,1%

Tirol

   537.031

  43.522

  8,1%

Vorarlberg

   268.721

  27.063

10,1%

Wien

1.156.888

164.576

14,2%

Gesamt:

6.384.296

668.658

10,5%


Überdurchschnittlich viele Wahlkarten wurden in Wien ausgestellt.
Die Wahlkarten werden erst am Montag ausgezählt. Somit wird das vorläufige Endergebnis erst am Monatg Nachmittag feststehen.
 



Wahlergebnisse der Nationalratswahlen in Österreich, 2. Republik:

Wir stellen hier die Wahlergebnisse in Prozent je Partei (ÖVP, SPÖ, FPÖ, Grüne, andere) dar und man sieht, speziell in der jüngeren Vergangenheit gab es sehr starke Schwankungen bei der Beurteilung und Wahl durch seine Majestät dem Wähler, also durch das österr. Wahlvolk.

Das beste Wahlergebnis erreichte die ÖVP unter Leopold Figl im Jahre 1945 mit 49,8% - das schlechteste Wahlergebnis im Jahre 2008 unter Wilhelm Molterer mit 25,98%. Die SPÖ erreichte ihr bestes Ergebnis unter Bruno Kreisky im Jahre 1979 mit 51% - das schlechteste Wahlergebnis im Jahre 2008 unter Werner Faymann mit 29,3%. Für die FPÖ und Jörg Haider war das Jahr 1999 das Traumjahr der Parteigeschichte : Über 1,2 Millionen Wähler, 27% der Wählerstimmen, 52 Mandate, zweitstärkste Fraktion hinter der der SPÖ ! Die Grünen bemühen sich redlich die 10% Marke zu überschreiten. Im Jahre 2006 ist ihnen das endlich gelungen und die Grünen haben dabei die FPÖ ganz knapp um 532 Stimmen überholt.  Bei der Wahl 08 fielen die Grünen mit 10,4% auf Platz 5 hinter die FPÖ und das BZÖ zurück. Das BZÖ schaffte im Jahr 2006 erstmals den Einzug ins Parlament. Bei der NR-Wahl 2008 verdreifachten sie mit Ihren Spitzenkandidaten Jörg Haider ihre Mandate (10,7% der Stimmen). 
   Mit der Wahl 2008 sind über 6% der gültigen Stimmen nicht im Parlament vertreten, aufgrund der undemokratischen 4% Hürde. Diese künstliche Hürde entspricht eigentlich nicht dem repräsentativen Wahlrecht. Das ist ein neuer Rekord der "unvertretenen gültigen Wähler". (Die 1994 und 1995 unter "andere" inkludierten Liberalen waren damals im Parlament vertreten.)

Wahl-
Datum

Wahl- berechtigte

SPÖ

ÖVP

FPÖ

Grüne

BZÖ

andere

25.11.1945

3.449.606

44,60%

49,80%

5,60%

09.10.1949

4.391.815

38,70%

44,00%

11,70%

5,60%

22.02.1953

4.586.870

42,10%

41,30%

10,90%

5,70%

13.05.1956

4.614.464

43,00%

46,00%

6,50%

4,50%

10.05.1959

4.696.603

44,80%

44,20%

7,70%

3,30%

18.11.1962

4.805.351

44,00%

45,40%

7,00%

3,60%

06.03.1966

4.886.818

42,60%

48,40%

5,40%

3,60%

01.05.1970

5.045.841

48,40%

44,70%

5,50%

1,40%

10.10.1971

4.984.448

50,00%

43,10%

5,50%

1,40%

05.10.1975

5.019.277

50,40%

42,90%

5,40%

1,30%

06.05.1979

5.186.735

51,00%

41,90%

6,10%

1,00%

24.04.1983

5.316.436

47,60%

43,20%

5,00%

4,20%

23.11.1986

5.461.414

43,10%

41,30%

9,70%

  4,80%

1,10%

07.10.1990

5.628.912

42,80%

32,10%

16,60%

  4,80%

3,70%

09.10.1994

5.774.000

34,90%

27,70%

22,90%

  7,30%

7,20%

17.12.1995

5.768.039

38,10%

28,30%

22,00%

  4,80%

6,80%

03.10.1999

5.838.373

33,20%

26,90%

26,90%

  7,40%

5,60%

24.11.2002

5.912.592

36,50%

42,30%

10,00%

  9,50%

1,70%

01.10.2006

6.107.686

35,34%

34,33%

11,04%

11,05%

  4,11%

4,13%

28.09.2008

6.332.931

29,26%

25,98%

17,54%

10,43%

10,70%

6,09%


Quelle BMI



.

Wahlberechtigte - gültige Stimmen - "Weiß"-Wähler

Das nachfolgende Diagramm zeigt die Anzahl der Wahl- berechtigten, die Anzahl der gültigen Stimmabgaben und die Anzahl der "Weiß"-Wähler bei den jeweiligen Nationalratswahlen in Österreich. Unter "Weiß"-Wähler verstehen wir jene Österreicher, die nicht von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen wollten (Nicht-Wähler) oder aktiv ungültig gewählt haben (Ungültig-Wähler).


Grafik: Wahlbeteiligung Nationalratswahlen 1945 - 2008

Grafik: Wahlbeteiligung Nationalratswahlen 1945 - 2008

Die meisten "Weiß"-Wähler gab es im Jahr 2008 mit ca. 1,44 Millionen "Unterstützern". Der "Weiß"-Wähler-Anteil erreichte prozentuell im Jahr 2006 den höchsten Wert und zwar mit 22,9% aller Wahlberechtigten. 2008 waren es 22,8%. Interessant ist es auch, dass im Jahr 2008 die Weißwähler die stimmenstärkste Fraktion mit 1,446 Millionen Stimmen vor SPÖ mit 1,430 Millionen und ÖVP mit 1,269 Millionen Stimmen ist.

Nach dem geltenden österr. Wahlrecht bekamen die "Weiß"-Wähler allerdings keine Mandate im Parlament. Alle Mandate werden im Verhältnis der abgegebenen gültigen Stimmen verteilt.

Vorschlag: Die "Weiß"-Wähler sollten als virtuelle Partei anerkannt werden. Die auf sie entfallenen Mandate sollen nicht besetzt werden. Ihre Sitzplätze im Parlament sollen leer bleiben. Damit hätten alle wahlwerbenden Parteien einen Anspron, nicht nur hohe relative Anteile der gültigen Stimmen erreichen zu wollen, sondern auch in absoluten Zahlen viele Stimmen bekommen zu wollen. Eine solche Vorgangsweise würde die demokratische Legitimation der Abgeordneten und der Regierung heben. Liegt die Wahlbeteiligung unter 50% sollte die Wahl überhaupt nicht anerkannt werden, so wie dies in manchen anderen Ländern bereits der Fall ist. In so einem Fall müßte die Wahl wiederholt werden.
 

.

Wahl 08: Die Ergebnisse je Partei

Motto am Wahlsonntag: "Der Wähler hat immer recht"

Bei der Nationalratswahl 2008 bestraften die Wähler die Regierungsparteien ÖVP und SPÖ mit schweren Verlusten: ÖVP (-8,7%) und SPÖ (-5,7%). Diese beide - ehemaligen - Großparteien wollten doch allen ernstes dem Vollmachtgeber Volk eine Volksabstimmung zum EU-Reformvertrag vorenthalten.
Begründung: Die Wähler seien zu dumm dazu, komplexe Zusammenhänge zu verstehen. Für diese Verhöhnung gab es vom Wähler nun einen wenig überraschenden Denkzettel für ROT und SCHWARZ.

Bei dieser Österreichwahl gab es zwei große Gewinner, die beide massiv für eine Volksabstimmung zum EU-Reformvertrag eintraten: FPÖ (+7,0%) und BZÖ (+6,9%).

Österreich-Ergebnis (ohne Wahlkarten) der Nationalratswahl 2008 im Vergleich zu 2006 und 2002 in % je Partei:

2008: SPÖ: 29,7 %  ÖVP: 25,6 %  FPÖ: 18,0 %  BZÖ: 11,0 %  Grüne: 9,8 %    
LIF: 1,9 % Dinkhauser: 1,8 %  Rettet Österreich: 0,7 % KPÖ: 0,8 %  Die Christen 0,6 %  Rest 0,5 %
Wahlberechtigte: Summe: 6.332.931  Frauen 3.301.424  Männer: 3.031.507 
Wahlbeteiligung: 71,5%     ungültige Stimmen: 96.325  gültige Stimmen: 4.430.473
 
Results of the Austrian parliamentary elections



Exkurs: Ergebnisse Parlamentswahl Deutschland 2013

Ergebnis:
CDU-CSU: 41,5%, SPD: 25,7%, Linke: 8,6%, Grüne 8,4%, FDP: 4,8%, AFD: 4,7%, Piraten: 2,2%, NPD 1,3%, Freie Wähler 1,0%,
Somit wird es vermutlich eine große Koalition CDU-CSU-SPD.
FDP und AfD beide knapp nicht im Bundestag.
15,8 Prozent haben ihre Stimme Parteien gegeben, die nicht im neuen deutschen Bundestag vertreten sein werden.
 
Prognose / Umfragen:
CDU-CSU: 40% SPD: 27% Grüne 10% Linke: 9% AFD: 4,2% FDP: .5,5% Piraten 2,3% sonstige 4,5%





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Stellungnahme des Vereins Freimann

SPÖ-Klubobmann Josef Cap sieht in erster Linie ein Kommunikationsproblem der SPÖ-ÖVP-Koalition mit den Bürgern. Frauenministerin Heinisch-Hosek dürfte er zwar nicht gemeint haben, doch gerade sie malt beständig ein düsteres Bild der Lage der Frauen und bemüht sich nach Kräften, den sogenannten Gender-Pay-Gap in unrealistischer Weise aufzublasen. Damit erleichtert sie es der FPÖ, der Regierung Versagen vorzuwerfen. Diese Partei hat ohne Rücksicht auf Budgetprobleme das Blaue vom Himmel gefordert und auch in Richtung Interessensvertretung der Frauen zu positionieren versucht, ohne aber bei diesen wie erhofft punkten zu können. Laut Sora-Wählerstromanalyse wählten 29% der Männer, aber nur 16% der Frauen FPÖ (diese Prozentpunkte sind nach dem Endergebnis etwas nach unten zu korrigieren), womit aber die FPÖ gegenüber der deklarierten "Frauenpartei" Grüne bei den Frauenstimmen weiterhin die Nase vorn hat.
   Die vor anderthalb Jahren von Matthias Strolz gegründeten NEOs sind die einzige Partei, die es gewagt hat, eine rasche Angleichung des gesetzlichen Frauenpensionsalters zu fordern und sind für ihren Mut belohnt worden. 
  
Die vom Wählervotum enttäuschten Grünen sind zu einseitig fokussiert. Sie fordern Chancengleichheit für Frauen, nicht aber für Männer und negieren damit die veränderte Wirklichkeit.
 
Mit freundlichen Grüßen
Viktor Pölzl, Obmann Verein Freimann
Kaiser-Franz-Josef-Kai 38
8010 Graz         30. September 2013



ungültigen Wähler

ungültige Wahlstimmen als unbedeutend zu bezeichnen würde ich mal überdenken. Für die Verteilung der Sitze auf die Parteien sind sie unbedeutend. Es gibt jedoch genug Wähler, die gezielt ungültig wählen, um gewählt zu haben und damit zeigen, dass sie mit keiner Partei zufrieden sind.
Freundliche Grüße
Hannes N.    26.9.2013

Anm. Red.: Auch wenn man zeigt, dass man mit keiner Partei zufrieden ist, hat das keinerlei Auswirkungen auf die Verteilung von Mandaten und Geld (Parteiförderungen, hochdotierte Jobs).
Daher sind die ungültigen Stimmen politisch unbedeutend. Da hat kein einziger Politiker etwas zu befürchten.
Das vorläufie Endergebnis und auch die Zahl der ungültigen Wähler finden Sie übrigens oben im Artikel. Heute Nachmittag kommt das Endergebnis inkl Wahlkartenwähler.



Es sich nichts Wesentliches ändern

Ich gratuliere dem Wahlsieger.
Anmerkend ist aber zu Bedauern, dass sich nach dieser Wahl, wieder nichts wesentliches auf Bundesebene ändern wird und die Steuergelder verschwenderisch ausgegeben werden.
Mit freundlichen Grüßen
Alfred O.         29. September 2013



Betr.: Nicht-wählerinnen und Ungültig-wählerinnen.

Wünschenswert wäre eine genauere analyse und differenzierung von nicht-wählerinnen und ungültig-wählerinnen. Immerhin nehmen die ungültig wälerinnen ihr demokratisches mitbestimmungsrecht wahr, machen sich die mühe ins wahllokal zu gehen um dort mittels ungültiger stimme einen deutlichen lauten protest abzugeben. Ihren zahlen zu den nationalratwahlen von 2002, 2006 und 2008 ist zu entnehmen, dass die anzahl dieser protestwählerinnen (passt mEn wesentlich besser als ungültig-wählerinnen) von 2002 auf 2006 um 17,7%, und von 2006 auf 2008 sogar um 21,3% gestiegen ist auf 2,08% der abgegebenen stimmen. Berücksichtigen könnte man, dass sicherlich ein teil der ungültigen stimmen unbeabsichtigt ungültig abgegeben wurde – ähnlich den 11% der nicht-wälerinnen, die krank oder urlauben waren.
   Im unterschied zu diesen, an ihrer vertretung durch eine demokratisch gewählte regierung interessierten menschen, die das durch ihr aktives tun (wählen gehen, aber ungültig = protest setzen) unterstützen, stehen diametral entgegengesetzt die nicht-wählerinnen, die durch ihr passives verhalten keinerlei engagement für eine demokratisch legalisierte vertretung ihrer interessen, also des suveräns zeigen. Damit erleichtern sie denjenigen kräften einen zugang zur entscheidungsmacht, die autoritären strukturen zugeneigt sind und stimmen mit ihrer nichtbeteiligung an der wahl aktiv gegen eine demokratie. Damit trägt jede/r nichtwählerin eine entsetzliche verantwortung und weist neonazis (s ungarn) und berlusconistan-made-in-ö den weg.
   Schön wäre auch eine vergleichende auswertung der wahlergebnisse, die nicht- bzw ungültig-wählerinnen berücksichtigt und den stimmenanteil auf alle wahlberechtigten personen bezieht, also die undemokratische 5%-klausel ignoriert.

Ich habe für 2008 diese zahlen errechnet:

 Partei 

 Prozent 

 Mandate 

 Spö

   22,6

   41

 Nichtwählerinnen 

   21,2

   39

 Övp

   13,5

   25

 Bzö

    8,3

   15

 Grüne 

    8,0

   15

 Ungültigwählerinnen

    1,6

    3

 Lif

    1,6

    3

 Dinklhauser

    1,4

    3

 Kpö

    0,6

    1

 kleinstparteien

 

    1

                               .
Daraus wird ersichtlich, dass nicht- und ungültig-wählerinnen bereits 2008 zusammen die „stimmen“stärkste gruppierung mit den meisten mandaten sind. Nett wär hier eine weiterführende zusammenstellung der älteren daten mit vergleichsauswertung durch ihre redaktion und entsprechende prognosen für sept.13.
Herzlich peter w.           26. August 2013