Wien

* Ergebnis der Bundespräsidentenwahlen in Österreich: Weiß-Wähler sind "Sieger"



 Nicht-Wähler

 3.230.615 

  50,8%

 ungültige Stimmen 

    226.986 

    3,6%

 Fischer

 2.287.640

  36,0%

 Rosenkranz

    452.615

    7,1%

 Gehring

    157.712

    2,5%

 Wahlberechtigte

 6.355.568

 100,0%

       
... Zahlen beziehen sich auf die Gesamtanzahl der Wahlberechtigten
  
Die Wahlverweigerer (Nichtwähler und Ungültigwähler) haben mit 54,4% die absolute Mehrheit errungen. Insofern war es eine Volkswahl nur mit dem halben Volk. Das heißt die "Wahlverweigerer" sind die Sieger der österreichischen Bundespäsidentenwahl 2010.

Nach österreichischem Wahlrecht werden die "Wahlverweigerer" & "Weißwähler" nicht berücksichtigt und es gibt nicht einmal ein Mindestquorum für die Gültigkeit der Wahl. Die österreichische Bundespräsidentenwahl ist auch dann gültig, wenn nur 1% der Wahlberechtigten Wählen geht. Nachdem die Weiß-Wähler ausgeschieden werden, werden die gültigen Stimmen auf die Kandidaten verteilt.


Ergebnisse nach Bundesländer:

 Bundesland

 Nicht-
 wähler

 Ungültig-
 wähler  

 Gültig- 
 wähler

 Fischer * 

 Rosenkranz * 

 Gehring * 

 Vorarlberg

 65,7 %

  1,4 %

 32,9 %

 81,1

   8,1

 10,8

 Tirol

 63,1 %

  1,4 %

 35,5 %

 80,9

 13,4

   6,2

 Steiermark

 55,8 %

  2,8 %

 41,4 %

 78,2

 16,0

   5,9

 Wien

 53,8 %

  2,6 %

 43,6 %

 82,5

 14,1

   3,4

 Kärnten

 53,6 %

  3,6 %

 42,8 %

 73,4

 20,8

   5,8

 Salzburg

 51,7 %

  3,3 %

 45,0 %

 77,8

 15,9

   6,3

 Oberösterreich

 47,8 %

  3,8 %

 48,4 %

 78,9

 15,3

   5,8

 Niederösterreich

 40,1 %

  5,7 %

 54,2 %

 77,8

 17,0

   5,2

 Burgenland

 35,9 %

  6,9 %

 57,2 %

 79,0

 15,6

   5,4

 Österreich
 gesamt

 50,8%

  3,6 %

 45,6%

 78,9%

 15,6%

   5,4%


* in Prozent der Gültigwähler

Lehren aus der Wahl:
* Der "Sieg Heil Rufer" Heinz Fischer wurde als Bundespräsident bestätigt
* Der Wehrdienstverweigerer Norbert Darabos bleibt unter dem wiedergewählten Bundespräsidenten Heinz Fischer Verteidigungsminister
* Laut BZÖ ist nun Heinz Fischer der erste Minderheitenpräsident
* mit nur 45,6% Gültigwähler gibt es einen massives Akzeptanzproblem des neuen Bundespräsidenten in der Bevölkerung. In Vorarlberg waren es gar nur 32,9% Gültigwähler.
* Änderungen des Wahlsystem sind dringend notwendig
* Die Wiederwahlmöglichkeit ist ein großes Problem, da der amtierende Bundespräsident den Wahlkampf während seiner Dienstzeit bezahlter Weise betreibt, seine Gegner hingegen in ihrer Freizeit auf eigene Kosten.
* Fraglich ist, ob Österreich überhaupt noch einen Bundespräsidenten braucht, da seine Aufgaben ohnedies sehr geringe sind (1x in 5 Jahren die Regierung angeloben; Orden verteilen; Neujahrsansprache)
* Wenn man das Amt beibehalten möchte, dann könnte es einen rotierenden Wechsel geben, so wie in der Schweiz. Das wäre wesentlich billiger und ausgewogener.
* Bei den Briefwählern sollte der Abgabezeitpunkt spätestens mit Wahlsonntag 17:00 Uhr festgelegt werden. Sonst ermöglicht man Wahlbetrug, indem Briefwähler auch nach der Wahl noch Wählen können, so wie es derzeit der Fall ist.
 
+++

Wahlprognosen:
Eine von profil beim Meinungsforschungsinstitut Karmarsin in Auftrag gegebene Meinungsumfrage ergibt 82% für Fischer, 13% für Rosenkranz, 5% für Gehring. (Ausgabe 19. April 2010)

* Rudolf Gehring ist davon überzeugt, dass er mehr Stimmen bekommen wird, als Barbara Rosenkranz und in die Stichwahl kommen wird.
* Bei Barbara Rosenkranz ist die Frage, ob sie die bisherige FPÖ Bestmarke von Heide Schmidt mit damals 16,4% übertreffen kann
* Heinz Fischer ist sich sicher, dass er deutlich mehr als 50% der Stimmen bekommen wird und es daher gar keine Stichwahl geben wird.

Die Ergebnisse der Bundespräsidentenwahl 2010 werden am Wahlabend noch nicht feststehen. Mit den Wahlkarten / Briefwahl kann man auch noch - verbotener Weise - die Woche nach Wahlschluß wählen. (Damit ist der Wahlmanipulation Tür und Tor geöffnet, aber das haben die Nationalratsabgeordneten von SPÖ & ÖVP im Jahre 1990 so beschlossen und ist daher derzeitige Rechtslage). Die Wahlkarten müssen bis 30. April 2010 14 Uhr bei der Bezirkswahlbehörde einlangen. (Adresse siehe Kuvert). Man kann die Wahlkarte auch dort persönlich abgeben.
 



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