Wien

1. Mai 2010: Feier am Wiener Rathausplatz

1. Mai 2010 am Wiener Rathausplatz



Bilder vlnr: Tausende Genossen am Rathausplatz - Sprecher der Veranstaltung - Forderung der SPÖ: JA zur Zuwanderung - Ja zu Wien; © Wien-konkret

Anlässlich des Jubiläums "120 Jahre 1. Mai" wurde ein Film zur Geschichte des "Feiertags des Proletariats" präsentiert. Es wurde die "Internationale" und das "Lied der Arbeit" von den TeilnehmerInnen des Maiaufmarsches - gesungen.

Maiaufmarsch der Wiener SPÖ am Wiener Rathausplatz
 
Programm:
9:00 Uhr Beginn mit dem Einzug
ca 11:00 Uhr Ansprachen; Es sprechen:
    * ÖGB-Präsident Erich Foglar
    * Vizebürgermeisterin und Stadträtin Renate Brauner
    * Bürgermeister Michael Häupl, Vorsitzender der SPÖ Wien
    * Bundeskanzler Werner Faymann, SPÖ Bundesparteivorsitzender
ca 11:45 Ende der Ansprachen

ab 13 Uhr Maifest im Prater

Teilnehmer: ca. 15.000 (laut SPÖ immer 100.000)
Es gab noch genug Platz. Nicht einmal vorne bei der Absperrung gab es ein Gedränge.

Dokumentarfilm / - Video zur 1. Maifeier.
Vorab, es wurde auch heuer wieder viel geschummelt, nicht nur bei den Teilnehmerzahlen.
 

Transparente auf der 1. Maikundgebung 2010



Bilder vlnr: Symbol der linken Arbeiterbewegung / die SPÖ Vorfeldorganisation für die Jugend "Roten Falken" / die lustig, listige Bürgerinitiative "Rettet den Augarten" protestiert gegen die Verbauung des Augartens, © Wien-konkret

Vorab:
Die grundlegende Moderation am Rathausplatz durch die SPÖ war folgende:
"Alles Gute" kommt von der SPÖ und der sozialdemokratischen Regierungsbeteiligung
"Alles Schlechte" kommt von der FPÖ, der Wirtschaft und den Kapitalisten

* ... "Für die Landstrasser Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ist es nicht einzusehen, warum Banken Geld verspekulieren können, dass dann von der restlichen Bevölkerung bereitgestellt werden muss." (Anmerkung: Die Anspielung bezieht sich auf das Hypo Alpe Adria Bankendebakel und nicht auf das BAWAG-Debakel der Gewerkschaft ÖGB.)

* ... "Wir fordern die Einführung der Vermögenssteuer." (Anmerkung: Diese wurde erst kürzlich abgeschafft)

* ... "Alle, die in diesem Land und in dieser Stadt den 1. Mai und die unvergleichliche Demonstration der Wiener Sozialdemokratie Kleinreden, Abschreiben und niedrig machen wollen, werden durch diese sensationelle Kundgebung eines besseren belehrt. Das lange Wochenende, das traumhafte Wetter hat zehntausende Wienerinnen und Wiener nicht davon abgehalten, diesen 1. Mai live zu erleben. (Anmerkung: In den offziellen SPÖ-Presseaussendungen heißt es immer 100.000 Besucher wären bei der 1. Mai Feier am Rathausplatz gewesen.)

* … "gefährliche und verhaltensausfällige Hunderassen" .... (Anmerkung: Bis jetzt kannte man nur "verhaltensauffällige Kinder, die in Sonderschulen kamen).

* ….Die Volksbefragung ist ein wichtiges Instrument, um die Menschen aktiv in die Gestaltung der Stadt einzubinden und sie zu Partnern der Kommunalpolitik zu machen. Die Wienerinnen und Wiener sollen und müssen mitbestimmen, was in ihrer Stadt passiert.

* …. Die Bürgerinitiative Augarten hat sich unter die SPÖ-Organisationen geschummelt und zog ebenfalls an der Ehrentribüne vorbei. Sie erinnerten dabei an den 1. Mai im Augarten im Jahre ………. und taten ihren stillen Protest gegen die Baumfällungen im denkmalgeschützten Augarten kund.

* Es zogen mehrere Kurdenvereine ein. Dabei wurde ein Kurdenführer mit zahlreichen Fahnen gehuldigt. (Anmerkung: Warum ließ man eigentlich keine Türkenvereine einziehen? Immerhin gibt es viel mehr Türken als Kurden in Wien.)

* Gelobt wird der Wiener Gratiskindergarten, der in Wien erst im Jahre 2009 eingeführt wurde. (Anmerkung: Damit folgte Wien dem Vorbild Niederösterreich mit seinen Gratiskindergärten seit mehr als 20 Jahren, in Kärnten seit dem Jahr 2006 übrigens eingeführt durch Landeshauptmann Jörg Haider)

* … „es marschieren die Sektionen, Vertreter der Referate, Vorfeld- und Zweitorganisationen. Auch die Trägerinnen und Träger der Viktor-Adler-Plakette, der höchsten Auszeichnung der Sozialdemokratie marschieren" …

* …“wenn wir ganz wertneutral etwas zur letzten Bundespräsidentenwahl festhalten wollen" … (Anmerkung: Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass die ganze übrige Moderation nicht wertneutral ist, sondern reinste politische SPÖ-Propaganda.)

Vranitzky Häupl Faymann bei der 1 Mai-Feier 2010 am Wiener Rathausplatz



Bilder vlnr: "Danke FPÖ" war sarkastisch gemeint / Alt-SPÖ-Bundeskanzler Franz Vranitzky im blauen Hemd / Bürgermeister Michael Häupl & SPÖ Bundeskanzler Werner Faymann jubeln den Genossen und Genossinen zu; © Wien-konkret

* …“Wie wird diese prächtige Bundeshauptstadt nach dem 10. Oktober regiert?“ (Anmerkung: Gute Frage, denn am 10.10.2010 sind Gemeinderatswahlen und ein herrschender Politker fürchtet sich vor nichts so sehr, wie vor dem Wählervotum, das seine Macht beschneiden könnte. Häupl regiert jetzt schon mit weniger als 50% der Stimmen in Wien. Das unfaire Wahlrecht macht das möglich. Weitere Verluste führen aber zum Verlust der absoluten Mehrheit im Rathaus.)

* …“Denn die Simmeringer sehen klar, was eine rote Kommunalpolitik für den 11. Bezirk bedeutet.“… (Anmerkung: Die Simmeringer SPÖ verlor bei der letzten Nationalratswahl 2008 massiv und hat nur mehr 43%. Dafür gab es bei der letzten Gemeinderatswahl 2005 noch 60% Rote in Simmering)

* … „Wir kämpfen dafür, dass Wien eine Stadt der Frauen bleibt“ … (Anmerkung: D.h. das Männer in Wien nicht erwünscht sind und in vielen Bereichen von den Behörden, Institutionen und Unternehmern diskriminiert werden zB bei der Wohnungsvergabe, im Fussballstadion, in Diskotheken. Am besten wandert man als Mann in eine NÖ Umlandgemeinde aus.)

* … „Wir holen Zuwanderer dort ab, wo sie hinkommen, nämlich bei der Einwanderungsbehörde und begleiten sie in ihrem Integrationsprozess" (Anmerkung: bis zur Stimmabgabe?)

* … „Es geht darum, den Migratinnen und Migranten klar ihre Rechte und Pflichten zu vermitteln“…

* … „Wir wollen die Potenziale für den Wirtschaftsstandort Wien nutzen und sehen Zuwanderung als Chance und nicht als Gefahr. ... (Anmerkung: Das sehen viele Wienerinnen & Wiener ganz anders, insbesondere diejenigen, die keine Gemeindewohnung bekommen!)

Dokumentationsfilm - Video: Maiaufmarsch 1. Mai 2010 in Wien

Video:
Ca. 15.000 Genossinnen & Genossen beim Wiener Maiaufmarsch 2010; Transparente; Reden

Video 268 MB; Dauer 75 min
© Wien-konkret


Video- Start/Stop durch
Klick ins Bild




Die Zitate aus den Reden von Brauner, Häupl, Faymann folgen in Kürze
 
 



Nachlese der Feier zum 1. Mai 2007 am Wiener Rathausplatz:

Fotos: Die Protestkundgebung und die Transparente zur 1. Mai Feier 2007; © Wien-konkret



Fotos: Die Protestkundgebung und die Transparente zur 1. Mai Feier 2007; © Wien-konkret

Anstatt wie gewohnt eine Huldigung der SPÖ und Gewerkschaftsbonzen durchzuführen, gab es heuer - am 1. Mai 2007 - eine massive Protestkundgebung. Nicht das die Genossen wegen der vielen SPÖ Umfaller und der ÖGB-Skandale zu Hause geblieben wären wie befürchtet. Nein es kam schlimmer. Die Genossinnen und Genossen kamen mit wenig erfreulichen Parolen aufmaschiert. Diese sind teilweise schon bei der Angelobungs-Demo aufgefallen. Hier ein Auszug (sozusagen ein best-of):

Mehr Infos: 1. Mai 2007



Nachlese 1. Mai 2006: Maiaufmarsch am Wiener Rathausplatz





Fotos: Einzug der Genossinnen und Genossen zum Maiaufmarsch (1. Mai 2006) am Wiener Rathausplatz; © R. M.

Beim traditionellen Maiaufmarsch der Wiener Sozialdemokratie am heutigen "Tag der Arbeit" haben heuer zehntausende Wienerinnen und Wiener für Beschäftigung, soziale Gerechtigkeit und Arbeitnehmerrechte demonstriert. Das waren mehr als in den vergangenen Jahren.

Kurz nach 9:00 Uhr begann der Einmarsch der Teilorganisationen des ÖGB, der SPÖ bzw. der SPÖ Personalvertreter von verschiedenen Großfirmen (ÖBB, Wiener Linien, Gaswerke, Post, Telekom, usw.)


Mehr Infos: 1. Mai 2006



Das Lied der Arbeit:

Wir schließen diese Kundgebung traditionsgemäß mit dem schönsten und wichtigsten Lied der österreichischen Arbeiterbewegung, dem Lied der Arbeit.“

Es folgte das Absingen der Hymne der Sozialdemokratie: Das Lied der Arbeit

 



Geschichtliches

Am 14. Juli 1889 wurde die "Zweite Internationale" - eine Vereinigung sozialistischer Parteien - gegründet. Die österreichische Delegation wurde von Viktor Adler angeführt. Man beschloss den 1. Mai - in Gedenken an den Gereralstreik in den USA am 1. Mai 1886 - als internationalen Kampftag für den Achtstundentag zu erklären. Seither ist der 1. Mai der Festtag des Ploritaritas.

Heute ist der 1. Mai der Tag der Arbeit - manche meinen, auch ein Gedenktag für die Arbeitslosen. Tatsächlich gedachte die Grüne Partei bereits am 30. April 2007 zum 10. Mal den Arbeitslosen. 

+++




Stellungnahmen 1. Mai,

* 1. Mai 2010: VP-Marek zum 1. Mai: "Nicht selbst bejubeln, sondern für Wien arbeiten"

ÖVP Wien zum 1. Mai

Häupl droht zum Arbeitslosen-Bürgermeister zu werden

"Heute jubeln am Wiener Rathausplatz wieder einmal die SPÖ-Granden. Angesichts der desaströsen Arbeitsplatz-Bilanz in Wien wäre die Häupl-SPÖ gut beraten, endlich für Wien zu arbeiten, statt sich am Rathausplatz in Selbstbejubelung und Eigenlob zu ergehen." Das sagte die Landesparteiobfrau der ÖVP Wien, Christine Marek, anlässlich der SPÖ-Kundgebung zum Tag der Arbeit.

"Eine SPÖ-Stadtregierung braucht sich gerade an einem solchen Tag nicht für eine Arbeitsplatz-Kompetenz loben, die sie nicht hat. Auf dem Arbeitsmarkt besteht dringender Handlungsbedarf. Die Menschen machen sich große Sorgen um ihre Arbeitsplätze und um ihre persönliche Absicherung. Und sie machen sich zu Recht Sorgen um ihre Kinder, denn diese finden immer schwerer Lehrstellen und
Ausbildungsplätze. Wenn Häupl hier nicht gegensteuert, wird er in die Annalen der Stadt als Arbeitslosen-Bürgermeister eingehen", prognostizierte Marek.

In den vergangenen 15 Jahren unter Häupl sind rund 5000 Arbeitsplätze in Wien vernichtet worden, während österreichweit zwischen 1994 und 2009 über 300.000 Arbeitsplätze neu geschaffen wurden, rechnete Marek vor. "Dazu trägt Wien bei vielen wirtschaftlichen Kennzahlen die Rote Laterne. Und im Vergleich etwa zu Oberösterreich muss sich Wien wirklich genieren. Angesichts dieser traurigen Bilanz wäre eigentlich demütiges Schweigen angesagt statt eine Selbstbeweihräucherung auf Kosten der Wiener Steuerzahlerinnen und Steuerzahler."

"Gerade die Arbeitsmarkt-Daten zeigen: Die SPÖ-Alleinregierung schadet Wien. Und bei Kritik an objektiven Fakten gibt es immer dieselbe Reaktion: Alles ist super und wer das Gegenteil behauptet,
ist inkompetent. So kann es in Wien nicht weitergehen", sagte Marek in Blickrichtung der Wiener Gemeinderatswahl am 10. Oktober. "Gerade in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit zählen Wirtschaftskompetenz und Hausverstand statt ideologischer Scheuklappen. Die ÖVP ist bereit, Verantwortung zu übernehmen. Weil wir?s wollen. Und weil wir?s können."

Armutsbekämpfung durch Schaffung von Arbeitsplätzen
"Gerade die Schaffung von Arbeitsplätzen ist die beste Armutsbekämpfung. Diesen Wert von Wirtschaft müssen wir den Menschen in Wien vermitteln", betonte die Wiener VP-Chefin. Und abschließend: "Wir wollen die Bürokratiehürden aus dem Weg räumen und einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Steuergeld der Menschen. Wir wollen eine bürgerfreundliche Verwaltung für Wien - bei Unternehmensgründungen und im täglichen Leben. Es muss Freude machen, ein Unternehmen zu gründen und Arbeitsplätze zu schaffen - Wien muss
eine Weltstadt sein, in der sich Leistung auszahlt."

Rückfragehinweis:   ÖVP Wien - Pressestelle   Tel.: (01) 515 43 - 940,
OTS0022    2010-05-01/11:27

Anmerkung Wien-konkret: Den verantwortungslosen Umgang mit Steuergeld demonstriert gerade ÖVP-Finanzminister Josef Pröll, indem er gerade 2 Milliarden Euro unseres Steuergeldes den Griechen spendet bzw. zuschießt!





=> Kommentare & Postings eintragen