Wien

Ansprache von Dr. Michael Häupl - Vorsitzender SPÖ Wien

Foto: SPÖ-Wien Chef Dr. Michael Häupl bei seiner Ansprache zum 1. Mai 2007 am Wiener Rathausplatz; © Wien-konkret

Foto: SPÖ-Wien Chef Dr. Michael Häupl bei seiner Ansprache zum 1. Mai 2007 am Wiener Rathausplatz; © Wien-konkret

Ansprache von 
Dr. Michael Häupl (Vorsitzender SPÖ Wien) am Tag der Arbeit,
1. Mai 2007 am Wiener Rathausplatz:



Liebe Wienerinnen und Wiener!
Liebe Genossinnen und Genossen!

Was haben wir uns in den letzten 7 Jahren anhören müssen und was haben wir in den letzten 7 Jahren erlebt. Einen tatsächlich realen Sozialbabbau, eine völlige Verweigerung einer Diskussion darüber, wie gehen wir mit unseren Alten um. Erinnert Euch. „Es gibt keinen Pflegenotstand“ haben wir gehört.

Zur Bildungspolitik der letzten 7 Jahre kann man nur sagen „Gehrer“ und es ist hinlänglich beschrieben. Was haben wir in diesen 7 Jahren erlebt. Und nun ist das zumindestens mit einer Chance – einer Möglichkeit verbunden.

Was haben Wienerinnen und Wiener denn nun von dieser neuen sozialdemokratisch geführten Regierung? Jawohl, es wird nicht nur zur Kenntnis genommen, dass es in einem so reichen Land wie Österreich, in einer so reichen Stadt wie Wien Armut gibt, sondern erstmals haben wir Wienerinnen und Wiener einen Partner, mit denen wir Maßnahmen zur Armutsbekämpfung diskutieren und umsetzen können, liebe Freunde. Denn das sage ich hier sehr bewusst auch als Wiener: Jawohl, Wien wird dazu beitragen, dass es in diesem Land eine Mindestsicherung gibt und dass in diesem Land kein Pensionist unter der Armutsgrenze leben muß in Zukunft, liebe Freunde.

- 1. Applaus -

Wie lange – viele sehe ich hier, die das ja auch miterlebt und mitgetragen haben – wie lange reden wir und fordern wir die Gesamtschule - die gemeinsamen Schule der 10 -14 Jährigen. Liebe Freunde! Viele von Euch waren mit mir in den Jugendorganisationen, als wir dafür demonstriert haben. Und jetzt haben wir die Möglichkeit dieser gemeinsamen Schule der 10-14 Jährigen, einer gemeinsamen Schule von insgesamt acht Schulstufen. Liebe Freunde. Das ist auch ein Verdienst dessen, was wir gearbeitet und geleistet haben. Und nicht zuletzt – liebe Freunde – werden wir gemeinsam auch mit den sozialdemokratischen Vertretern dieser Bundesregierung durchsetzen, dass jene Menschen, die unsere Hilfe bei Krankheit oder bei Pflege brauchen, diese auch so erhalten, dass es ein menschenwürdiges Leben auch ermöglicht und sie nicht irgend wohin abgeschoben werde.

- 2. Applaus -

Ja, liebe Freunde, es besteht die Riesen-Chance mit dieser neuen, österreichischen Bundesregierung gemeinsam die Lebensqualität der Wienerinnen und Wiener deutlich zu verbessern, herauszukommen aus diesem Mief des Negierens von Problemen, des Nein-Sagens, des Nicht-zur-Kenntnis-nehmes von Arbeitslosigkeit, von Pflegenotstand und vielen anderen negativen Erscheinungen unserer Wohlstandsgesellschaft. Das – liebe Freunde – werden wir allerdings nur erreichen, indem wir uns auch mit dem politischen Gegner auseinandersetzen. Mit Einschleimen wird des net gehen, sondern mit einem Kämpfen für unsere Interessen, wie es der Tradition des 1. Mai letztendlich auch entspricht, liebe Genossinnen und Genossen.

- 3. Applaus -

Und es gibt ja schon, wenn der noch immer Fäden-Zieher und Altparteivorsitzende und Altkanzler und noch immer noch sich als Klubobmann bezeichnender Doktor Schüssel, wenn er meint, die ÖVP muß aufstehen und der SPö entgegentreten. Sie lassen sich das nicht mehr gefallen. Na wunderboar. Tret´ ma´ entgegen, meine ich.

- 4. Applaus + Bravo-Rufe -

Jawohl, wir werden mit Sicherheit die Interessen der arbeitenden Menschen in unserem Lande nur in Diskussion, in Auseinandersetzung durchsetzen können. Die letzten sieben Jahre waren von sozialer Kälte und Herzlosigkeit geprägt. Wenn wir daher das soziale Herz in diesem Land wieder durchsetzen wollen, den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft gewährleisten wollen, dann müssen wir wissen, dass das nur in einer Auseinandersetzung mit jener Partei geht, die dies nicht will. Wir sind bereit zu dieser Auseinandersetzung, Herr Doktor Schüssel. Ja, ich freue mich darauf.

- 5. Applaus + Bravo-Rufe -

Liebe Freunde,
damit soll auch an dieser Tradition des 1. Mai Rechnung getragen sein, auch in unserer modernen Zeit, auch in einer Zeit der Wohlstandsgesellschaft. Es geht um die Gerechtigkeit, um die Verteilung und die Hilfe für jene, die Hilfe brauchen.

Es lebe der 1. Mai
Ein herzliches Freundschaft

- Schlussapplaus -


Moderator:

Vielen Dank, lieber Doktor Michael Häupl.


Liebe Freunde!
An dieser Stelle der Amikundgebung konnten wir vor einem Jahr nur den wahrscheinlich künftigen Bundeskanzler ankündigen. Durch unseren Wahlsieg am 1. Oktober 2006 ist es heute Realität. Es spricht nun der Bundesparteiobmann der SPÖ, es spricht der Bundeskanzler der Republik Österreich Doktor Alfred Gusenbauer.