Wien

Programm der 1. Mai-Feier 2007 in Wien

Foto: Riesenplakat zum 1. Mai 2007 auf der Fassade der SPÖ Zentrale in der Löwelstraße, 1010 Wien; © Wien-konkret

Foto: Riesenplakat zum 1. Mai 2007 auf der Fassade der SPÖ Zentrale in der Löwelstraße, 1010 Wien; © Wien-konkret

9:15 Uhr Einzug am Rathausplatz

10:40 statt 10.15 Uhr: Beginn der Ansprachen 
* Rudolf Hundstorfer, ÖGB Präsident => zur Ansprache
* Renate Brauner, SPÖ Frauenvorsitzende => zur Ansprache
* Dr. Michael Häupl, SPÖ Vorsitzender Wien => zur Ansprache
* Dr. Alfred Gusenbauer, SPÖ Vorsitzender => zur Ansprache              


Teilnehmer: ca. 30.000 (laut SPÖ 100.000)

11:07 Ende der Maikundgebung

Ab 13 Uhr Maifest im Wiener Prater
22.00 Uhr: Riesenfeuerwerk
 

Foto links: so sieht ur-gemütliches und billiges  Wiener Wohnen im Jahr 2010 aus
Foto Mitte: Michael Häupl schaut auf die Uhr, wieviel Zeit noch bleibt
Foto rechts: um 9:10 Uhr beginnt der 1. Mai Aufmarsch mit einer noch ziemlich verwaisten Bühne



Foto links: so sieht ur-gemütliches und billiges Wiener Wohnen im Jahr 2010 aus
Foto Mitte: Michael Häupl schaut auf die Uhr, wieviel Zeit bis zu seiner Ansprache noch bleibt
Foto rechts: um 9:10 Uhr beginnt der 1. Mai Aufmarsch mit einer noch ziemlich verwaisten Bühne



Die Parolen der Genossinnen und Genossen:

Anstatt wie gewohnt eine Huldigung der SPÖ und Gewerkschaftsbonzen durchzuführen, gab es heuer eine massive Protestkundgebung. Nicht das die Genossen wegen der vielen SPÖ Umfaller und der ÖGB-Skandale zu Hause geblieben wären wie befürchtet. Nein es kam schlimmer. Die Genossinnen und Genossen kamen mit wenig erfreulichen Parolen aufmaschiert. Diese sind teilweise schon bei der Angelobungs-Demo aufgefallen. Hier ein Auszug (sozusagen ein best-of):


Fotos: Die Protestkundgebung und die Transparente zur 1. Mai Feier 2007; © Wien-konkret




Fotos: Die Protestkundgebung und die Transparente zur 1. Mai Feier 2007; © Wien-konkret

* Nur in der Sandkiste tut umfallen nicht weh
* VSSTÖ: Asylgesetze, Erbschaftssteuer, Studiengebühr: kämpfen statt umfallen
* SJ Hietzing: Grenzen zu setzen dem unendlichen Irrtum“ Nein zur Großen Koalition
* Fiona muss zahlen: Erbschaftssteuer für Superreiche
* SJ Wien: Wohlstand gerecht verteilen: Superreiche besteuern!
* SPÖ Alsergrund: Große Vermögen kräftig besteuern
* Österreich braucht eine rote Handschrift
* FSG vida: Betreung und Pflege statt Sklaven im Gehege
* SJ Floridsdorf: Kämpfen statt umfallen. Eine andere SPÖ ist nötig
* SJ Favoriten: Die ÖVP ist keine Entschuldigung für Eure Politik


Fotos: Die Transparente der SPÖ Demonstranten bei der 1. Maifeier am Rathausplatz; © Wien-konkret




Fotos: Die Transparente der SPÖ Demonstranten bei der 1. Maifeier am Rathausplatz; © Wien-konkret

* S P Ö : Schubhaft Pitte Öffnen
* Geld für Bildung statt (T) Eurofighter
* Stoppt die Spiellokale
* Kampf der Kriminalität – mehr Polizei
* Studiengebühren abschaffen
* Genug gebrannt – ran an die Fairness
* SJ Ottakring: Gusenbauer, wir sind sauer – links heißt die Richtung
* Dieser Weg wird kein leichter sein
* Nein zu ROT - SCHARZ


Bilder von der 1. Mai Feier 2007: Statt einer Jubelfeier zur Regierungsbeteiligung der SPö nach 7 Jahre Opposition, gab es einen saftigen Protest von der SPÖ und ÖGB Basis; © Wien-konkret




Bilder von der 1. Mai Feier 2007: Statt einer Jubelfeier zur Regierungsbeteiligung der SPö nach 7 Jahre Opposition, gab es einen saftigen Protest von der SPÖ und ÖGB Basis; © Wien-konkret


Ansprache Rudolf Hundstorfer (ÖGB-Präsident)

Foto: ÖGB-Chef Rudolf Hundstorfer bei der 1. Maiansprache  2007 am Wiener Rathausplatz; © Wien-konkret

Foto: ÖGB-Chef Rudolf Hundstorfer bei der 1. Maiansprache 2007 am Wiener Rathausplatz; © Wien-konkret

Die wesentlichsten Teile der Ansprache von Gewerkschaftspräsident Rudolf Hundstorfer hier kurz zitiert:

"Liebe Genossinnen und Genossen!

...Blenden wir doch ein Jahr zurück. Wir sind hier zusammen gestanden, wütende und verärgert über den Skandal, den uns einige beschert haben. Und ich habe damals nur eines versprechen können: Dass wir radikal Ordnung machen. Und ich habe dabei nur eines gehofft: Dass ihr uns das auch zutraut und uns solidarisch unterstützt. Jetzt, ein Jahr danach – hier und heute – ich darf sagen: Wir sind immer noch da. Und wie wir da sind, Genossinnen und Genossen.

Und ich möchte danke sagen, danke sagen bei denjenigen, die solidarisch bei uns geblieben sind, bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Übermenschliches geleistet haben, bei den 100.000-den, die sich in den Reformprozess des ÖGB mit Ideen und Vorschlägen eingebracht haben. ...

Und wir denken auch mit Bedauern an jene, die im ersten Zorn unserer Bewegung den Rücken gekehrt haben, weil sie nicht an unsere Selbstreinigungskraft geglaubt haben. In den kommenden Auseinandersetzungen werden sie uns fehlen. Und aus ganz persönlicher Bewegung rufe ich ihnen zu: Wir vermissen Euch, wir wünschen uns: Kommt zurück – besser heute als morgen. ..."


Nachlese: Die ganze Ansprache von Rudolf Hundstorfer



Ansprache Renate Brauner

Foto: Renate Brauner (SPÖ Wien) bei der 1. Maiansprache 2007 am Wiener Rathausplatz; © Wien-konkret

Foto: Renate Brauner (SPÖ WIen) bei der 1. Maiansprache 2007 am Wiener Rathausplatz; © Wien-konkret

Die wesentlichsten Teile der Ansprache von der SPÖ-Frauen-Vorsitzenden Renate Brauner hier kurz zitiert:

"... Jawohl es stimmt. Auch heute noch kämpfen wir dagegen, dass Frauen immer hoch weniger verdienen und wir werden es nicht von einem Tag am anderen verändern können Aber die neue Frauenministerin Bures hat schon unglaublich viel weiter gebracht. Sie hat erreicht, dass endlich wieder in Wien jede Frau – die von Gewalt bedroht ist – bei einer Stelle betreut werden kann, etwas, was die alte Regierung abgeschafft hat, was eine der größten Skandale war, das nicht einmal Frauen, die von Gewalt bedroht werden, entsprechend betreut werden. Doris Bures hat dafür gesorgt, dass alle Frauen diese Unterstützung bekommen. Sie wird dafür sorgen – mit uns gemeinsam – dass es mehr Kinderbetreuungsplätze in Österreich gibt, das Kindergeld verbessern und damit dafür sorgen, dass es Vereinbarkeit von Beruf und Familien, für Frauen und Männer gibt. ..."

Nachlese: Die ganze Ansprache von Renate Brauner



Ansprache Dr. Michael Häupl

Foto: Dr. Michael Häupl (SPÖ-Wien) bei seiner Ansprache zum 1. Mai 2007 am Wiener Rathausplatz; © Wien-konkret

Foto: Dr. Michael Häupl (SPÖ-Wien) bei seiner Ansprache zum 1. Mai 2007 am Wiener Rathausplatz; © Wien-konkret

Die wesentlichsten Teile der Ansprache des Vorsitzenden der SPÖ-Wien, Dr. Michael Häupl, hier kurz zitiert:

"... Ja, liebe Freunde, es besteht die Riesen-Chance mit dieser neuen, österreichischen Bundesregierung gemeinsam die Lebensqualität der Wienerinnen und Wiener deutlich zu verbessern, herauszukommen aus diesem Mief des Negierens von Problemen, des Nein-Sagens, des Nicht-zur-Kenntnis-nehmes von Arbeitslosigkeit, von Pflegenotstand und vielen anderen negativen Erscheinungen unserer Wohlstandsgesellschaft. Das – liebe Freunde – werden wir allerdings nur erreichen, indem wir uns auch mit dem politischen Gegner auseinandersetzen. Mit Einschleimen wird des net gehen, sondern mit einem Kämpfen für unsere Interessen, wie es der Tradition des 1. Mai letztendlich auch entspricht, liebe Genossinnen und Genossen..."

Nachlese: Die ganze Ansprache von Dr. Michael Häupl



Ansprache Dr. Alfred Gusenbauer

Foto: Alfred Gsuenbauer (SPÖ-Chef) bei der 1. Maiansprache 2007 am Wiener Rathausplatz; © Wien-konkret

Foto: Alfred Gusenbauer (SPÖ-Chef) bei der 1. Maiansprache 2007 am Wiener Rathausplatz; © Wien-konkret

Die wesentlichsten Teile der Ansprache von SPÖ-Vorsitzenden Dr. Alfred Gusenbauer hier kurz zitiert:

"... Viele haben in der Vergangenheit die Frage gestellt, was hat es denn überhaupt für einen Sinn, am ersten Tag im Mai auf die Straße zu gehen und eine Art Folklore-Veranstaltung durchzuführen, wo sich doch die Forderungen der Arbeiterbewegung schon längst erfüllt haben.

Und wir als österreichische Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten haben gesagt, nein es geht nicht um Folklore. Es geht um die Auseinandersetzung für eine soziale Gestaltung der Welt, der Arbeitswelt unter den Bedingungen der Globalisierung, die doch sehr vieles ungerechter auf der Welt gemacht hat. Und daher stehen wir heute vor einer neuen Herausforderung, einer neuen Herausforderung unter den neuen Bedingungen, die Welt und unser Land gerechter zu machen und dafür zu sorgen, das mehr Menschen am Wohlstand teilhaben können und vor allem, dass die Chance genützt wird, die Armut und die Armutsgefährdung aus unserem Land zu verbannen...."

Nachlese: Die ganze Ansprache von Dr. Alfred Gusenbauer 


Moderator:
Vielen herzlichen Dank Herr Bundeskanzler. Glück auf dem Chef der österreichischen Sozialdemokratie und nunmehr Hauptverantwortlichen in der Bundesploitik Österreichs für vier gute Jahre dieses Landes.

Wir schließen diese Kundgebung traditionsgemäß mit dem schönsten und wichtigsten Lied der österreichischen Arbeiterbewegung, dem Lied der Arbeit.“

Es folgte das Absingen der Hymne der Sozialdemokratie: Das Lied der Arbeit

 



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Vor dem Parteihaus in der Löwelstraße

Danach gab es vor dem Parteihaus in der Löwelstraße Musik, Essen & Trinken und ein eigenes Programm für Kinder.

Ebenfalls schon Tradition hatte das Maifest im Wiener Prater ab 13 Uhr mit vielen Ermäßigungen bei Prater-Attraktionen sowie Gratis-Live-Konzerten und Kinder-Mit-Mach-Aktivitäten. Den Abschluss bildete um 22 Uhr ein Riesenfeuerwerk."



Geschichtliches

Am 14. Juli 1889 wurde die "Zweite Internationale" - eine Vereinigung sozialistischer Parteien - gegründet. Die österreichische Delegation wurde von Viktor Adler angeführt. Man beschloss den 1. Mai - in Gedenken an den Gereralstreik in den USA am 1. Mai 1886 - als internationalen Kampftag für den Achtstundentag zu erklären. Seither ist der 1. Mai der Festtag des Ploritaritas.

Heute ist der 1. Mai der Tag der Arbeit - manche meinen, auch ein Gedenktag für die Arbeitslosen. Tatsächlich gedachte die Grüne Partei bereits am 30. April 2007 zum 10. Mal den Arbeitslosen. 

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