Wien

Politchronik Wien

1919-1938

1919

Bei den Gemeinderatswahlen erringt die SPÖ die Mehrheit und beginnt nun mit dem Rückhalt der Bevölkerung, der Stadt ihren Stempel aufzudrücken. Wien ist in den kommenden Jahren das "rote Wien", dessen viele sozialpolitischen Errungenschaften bis heute in der Stadt zu spüren sind. Zahllose Gemeindebauten entstehen, die der Wohnungsnot der vorhergehenden Jahre entgegenwirken. Man spricht auch von der "Wiener Schule der Kommunalpolitik". Auch in den Bereichen Gesundheitspolitik und Bildung versuchen die Sozialdemokraten erfolgreich ihre Linie durchzuziehen.

1922

Wien wird ein eigenes Bundesland.

1924

In Wien beginnt das Radiozeitalter. Die RAVAG (Radio Verkehrs AG) geht auf Sendung.

1931

Die Weltwirtschaftskrise hält auch in Wien Einzug. Die Arbeitslosigkeit erreicht daraufhin ungeahnte Ausmaße. Die junge Nationalsozialistische Idee profitiert von dieser Krisenstimmung und gewinnt zu dieser Zeit viele Anhänger.

1933

Nach der Aushebelung des Parlaments wird der dem sozialdemokratischen Lager zuzurechnende, para-militärische Republikanische Schutzbund verboten; Bürgermeister Seitz verbietet in Wien auch die Heimwehr, sein christlich-soziales Pendant. Bundeskanzler Engelbert Dollfuß etabliert daraufhin einen christlich-sozialen Ständestaat, die Zeit des Austro-Faschismus beginnt.

1934

Im Februar eskaliert die angespannte Lage, zwischen den beiden politischen Systemen, und es kommt zum Bürgerkrieg zwischen Sozialdemokraten und dem autoritären Dollfuß-Regime. Viele der bezwungenen Sozialdemokraten kommen daraufhin in Straflager. Im Juli wird Dollfuß bei einem national-sozialistischen Putschversuch ermordet.

1938 

Nachdem die Österreicher mit überwältigender Mehrheit für einen Anschluss an Hitler-Deutschland gestimmt haben, wird aus Österreich die Ostmark. Im Oktober wird Wien ein Reichsgau. "Groß-Wien" umfaßt 26 Bezirke (fast 100 niederösterreichische Gemeinden miteingeschlossen) und rund 2 Millionen Einwohner.

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