Wien

Werner Faymann

Lebenslauf:
* Werner Faymann wurde am 4. Mai 1960 in Wien geboren.
* Direkt nach der Matura inskribierte er Rechtswissenschaften an der Universität Wien, ohne auch nur eine Prüfung abzulegen (Qu. ORF Sommergespräche 2012).
* Seinen Zivildienst leistete er bei der Sozialistischen Jugend ab. (Anm. Red.: Glaubt man gar nicht, wo Zivildiener überall eingesetzt werden.)
* Faymann ist gelernter Taxler mit Taxischein-Prüfung.
* Als Landesvorsitzender der Sozialistischen Jugend Wien war in dieser Funktion im Jahr 1983 an der Organisation eines „Anti-Papst-Festes“ (Alternative zum Papst-Besuch genannt) aus Anlass des Besuchs von Papst Johannes Paul II tätig.
* Von 1988 bis 1994 war er Geschäftsführer und Landesvorsitzender der Wiener Mietervereinigung.
* 1994 wurde Faymann amtsführender Stadtrat für Wohnbau und Stadterneuerung, Präsident des Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds (WBSF) und Vizepräsident des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF).
* Ab 1996 war er amtsführender Stadtrat von Wien für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung. 2002 war Faymann in seiner Funktion maßgeblich am Verkauf von Gemeindeimmobilien an private Interessenten beteiligt.
* Ab Jänner 2007 war er Infrastrukturminister unter Bundeskanzler Alfred Gusenbauer.
* Am 16. Juni 2008 wurde er zum geschäftsführenden Vorsitzenden der SPÖ bestellt. Nach der Aufkündigung der SPÖ-ÖVP-Koalition durch Vizekanzler Wilhelm Molterer (ÖVP) am 7. Juli 2008 wurde Faymann von der SPÖ zum Spitzenkandidaten für die Neuwahl des Nationalrates designiert. * Am Bundesparteitag vom 8. August 2008 in Linz wurde er zum Bundesparteivorsitzenden der SPÖ gewählt.
* Bei der Nationalratswahl 2008 konnte Faymann den ersten Platz für die SPÖ verteidigen, musste aber große Verluste gegenüber der Wahl 2006 hinnehmen.
* Am 23. November 2008 erklärten die Parteichefs von SPÖ und ÖVP, dass sie sich auf eine Neuauflage der großen Koalition mit Werner Faymann als Bundeskanzler geeinigt haben.
* Werner Faymann ist seit 2. Dezember 2008 österreichischer Bundeskanzler.
* In den ersten Monaten seiner Zeit als Bundeskanzler folgten große Verluste bei den Wahlen in Kärnten, Salzburg und Oberösterreich sowie schlechte Umfragewerte.
(Qu wikipedia)
 

Wahlniederlagen der Ära Faymann:

 Wahl:

Ergeb-
 nis: 

Veränd-
 erung:  

 Hauptgrund:

 Nationalratswahl 2008:

 29,3%

   -6,1%

 Streitereien mit der ÖVP

 Landtagswahl Kärnten 2006 

 28,7%

   -9,7%

 in Memoriam Jörg Haider-Wahl

 Landtagswahl Salzburg 2009 

 39,4%

   -6,0%

 

 EU-Wahl 2009

 23,7%

   -9,6% 

 Gewinne der FPÖ+ BZÖ

 Landtagswahl Vorarlberg 2009 

 10,0%

   -6,9%

 

 Landtagswahl OÖ 2009

 24,9%

 -13,4%

 starke Verluste Richtung FPÖ

 Landtagswahl Burgenland 2010 

 48,3%

   -3,9%

 

 Landtagswahl Steiermark 2010

 38,3%

   -3,4%

 

 Gemeinderatswahl Wien 2010

 44,3%

   -4,8%

 

 Landtagswahl Kärnten 2013

 37,1%

   +8,4%

 Jörg Haider schon länger tot 

 Landtagswahl NÖ 2013

 21,6%

   -3,9%

 

 Landtagswahl Tirol 2013

 13,7%

   -1,7%

 

 Landtagswahl Salzburg 2013

 23,8%

 -15,6%

 Finanzskandal / Burgstaller

 Nationalratswahl 2013

 26,8%

   -2,4%

 Neu: Frank Stronach und NEOS

 EU-Wahl 2014

 24,1%

   +0,4%

 Martin kandidierte nicht mehr

 Landtagswahl Vorarlberg 2014

   8,8%

   -1,3%

 Wahlkampf mit Zwergen (!)

 Landtagswahl Burgenland 2015

 41,9%

   -6,3%

 fehlende Grenzkontrollen

 Landtagswahl Steiermark 2015

 29,3%

   -9,0%

 Gemeindefusionen 

 Landtagswahl OÖ 2015

 18,4%

   -6,6%

 Spekulationsskandal in Linz

 Gemeinderatswahl Wien 2015  

 39,6%

   -4,8%

 Asylantenprobleme

   



9.5.2016: Werner Faymann tritt zurück

Werner Faymann ist politische Geschichte.
Der gelernte Wiener Taxifahrer war fast 8 Jahre Bundeskanzler der Republik Österreich.
Er wurde im Jargon "Inseratenkanzler" genannt, weil er mit Zeitungsinseraten seinen Aufstieg bis zum SPÖ-Parteiobmann und Bundeskanzler erreichte. Diese Strategie ermöglichte ihm auch gegen alle Widerstände seine hohen Funktionen für viele Jahre zu behalten. Diese (gekauften?) Medien waren im bis zum Schluß loyal, doch auch diese Medien konnten Ihre Schönwetterberichterstattung zuletzt nicht mehr aufrecht erhalten.

Seine Kritiker in der SPÖ wurden immer mehr und immer prominenter: Brigitte Ederer, Josef Muchitsch, Walter Steidl, Sonja Wehsely, Renate Brauner, Sandra Frauenberger, Julia Herr, Robert Hergovich, Ferdinand Lacina, usw.

Gründe: Faymann wurden intern nicht 18 (!) - teils schwere - Wahlniederlagen während seiner Obmannschaft zum Verhängnis, sondern seine 180 Grad-Wende in der Asylpolitik inkl der Erichtung von Grenzzäunen mit Seitentürln. Das katastrophale Abschneiden des SPÖ-Präsidentschaftskandidaten Rudolf Hundstorfer am 24.4.2016 mit nur 11,3% kombiniert mit den FPÖ-Wahlerfolgen brachte das SPÖ-Fass zum Bersten.

Werner Faymann tritt als Bundeskanzler, SPÖ-Parteiobmann und aus allen sonstigen politischen Funktionen per sofort - 4 Tage nach seinem 56 Geburtstag - zurück. Das gab er bei einem Treffen mit den meisten SPÖ-Landesparteiobmännern im Bundeskanzleramt bekannt. (Die Vorarlberger und Tiroler SPÖ-Landesparteiobmänner waren nicht eingeladen bzw nicht dabei.)
 



Er hat der parteiinternen Revolte - deren Höhepunkt bei der 1. Mai-Feier 2016 am Wiener Rathausplatz vor 8 Tagen war - nicht mehr standgehalten. Er bewahrt Haltung und tritt erhobenen Hauptes zurück. Damit macht er den Weg frei für einen Neuanfang in der SPÖ und in der Koalition mit der ÖVP. Seine engen Vertrauten wie Kanzleramtsminister Josef Ostermayer und Nationalratspräsidentin Doris Bures hängen jetzt ebenfalls etwas an der Luft.

Nachfolger stehen noch keine fest. Interimistisch übernimmt Wiens Bürgermeister Michael Häupl seine Funktion.
Es beginnt das große Rätselraten, wie es denn nun weitergeht.
Für 16 Uhr ist heute eine SPÖ-Bundesparteivorstandssitzung angesetzt.





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8.9.2012 "profil": Oberstaatsanwaltschaft bemängelt Faymann-Inserate

Oberstaatsanwaltschaft Wien sieht "taugliche Missbrauchshandlung" in Inseratenaffäre - "Nutzen" der "Krone"-Kampagne für ÖBB "nicht erkennbar.
Das Nachrichtenmagazin "profil" berichtet in seiner Montag erscheinenden Ausgabe über neue Vorwürfe in der Inseratenaffäre. Laut profil soll Werner Faymann als Verkehrsminister die umstrittene Inseratenkampagne "Unsere Bahn" in der "Kronen Zeitung" entgegen eigenen Angaben selbst beauftragt haben. In einem vom Nachrichtenmagazin veröffentlichten Kooperationsvertrag zwischen dem Verkehrsministerium (BMVIT) und der ÖBB Personenverkehr AG heißt es wörtlich: "Das BMVIT hat mit der 'Kronen Zeitung' ein Leserforum eingerichtet, welches Anliegen und Beschwerden sowie Vorschläge von Kunden zum Thema ÖBB entgegennimmt." Laut "profil" wurde der Vertrag im Juni 2007 erst im Nachhinein abgeschlossen, als die Inseratenkampagne bereits ein halbes Jahr gelaufen war. Der Vorstand der ÖBB Holding genehmigte die Finanzierung der Anzeigen in Höhe von 500.000 Euro netto erst im September 2007.
    Laut "profil" hegt die Oberstaatsanwaltschaft Wien Zweifel an der Plausibilität der Abläufe.
In einer mit 29. Juni 2012 datierten Weisung an die ermittelnde Staatsanwaltschaft hält die Oberstaatsanwaltschaft fest: "Diese nachträgliche Genehmigung erfolgte aus derzeit nicht nachvollziehbaren Gründen und wäre damit als taugliche Missbrauchshandlung im Sinne des Paragraf 153 Strafgesetzbuch (Untreue, Anm.) zu beurteilen". Laut Oberstaatsanwaltschaft ist auch "der für die ÖBB geschaffene Nutzen (der Inseratenkampagne, Anm.) nicht erkennbar". "Eine volle Kostentragung durch die ÖBB" wäre "keinesfalls als sachgerecht zu beurteilen".
Rückfragehinweis: "profil"-Redaktion,