Wien

Geschichte der SPÖ Teil 1: 1888-1945

27. April 1945: UnabhängigheitserklärungAn diesem Tag wurde die Unabhängigkeitserklärung Österreichs durch die Vertreter aller in der (provisorischen) Regierung vertretenen Parteien (SPÖ, ÖVP, KPÖ) unterzeichnet. Die von den drei Parteivorständen (SPÖ, ÖVP, KPÖ) verabschiedete Proklamation erklärte die Republik Österreich für "wiederhergestellt". Weiters wurde der "im Jahre 1938 dem österreichischen Volke aufgezwungenen Anschluss" für "null und nichtig" erklärt.

12. März 1938 Adolf Hitler marschiert in Österreich ein und verkündet den Anschluss. Keine Demonstration oder Protestkundgebungen durch die Sozialdemokraten sind dazu bekannt.

12. Februar 1934 Februar-Blutbad Polizeibeamte dringen in das Linzer Parteiheim ein. Die Schutzbündler setzen sich zur Wehr, daraufhin bricht auch in Wien und anderen Industriestädten der Aufstand los. In Wien wird der Karl-Marx-Hof vom Bundesheer beschossen. Die Kämpfe dauern teilweise bis 16. Februar an. In Folge wird die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) verboten, ihre Führung größtenteils verhaftet.

1. Mai 1933 Der traditionelle Maiaufmarsch der Sozialdemokraten auf der Ringstraße wurde von christlichsozialen Dollfuss verboten.

18. Mai 1930 Die Heimwehren bekennen sich im "Korneuburger Eid" zum Faschismus "... wir verwerfen den westlichen parlamentarischen Demokratismus."

15. Juli 1927 Der Freispruch der Schattendorf-Attentäter am Vortag fordert den Protest der Arbeiterschaft heraus. Erbittert ziehen die Arbeiter am Morgen in die Stadt. Der Justizpalast wird in Brand gesteckt. Zusammenstöße mit der Polizei fordern 85 Tote unter den Arbeitern und vier tote Polizisten; 600 Menschen werden verwundet.

30. Jänner 1927 In Schattendorf im Burgenland schießen Frontkämpfer auf Schutzbündler.

3. November 1926 Das "Linzer Programm" wird auf dem Parteitag beschlossen.

Mai 1924 Gründung des "Republikanisches Schutzbundes" der Sozialdemokratischen Partei.

10. November 1920 Die neue Bundesverfassung tritt in Kraft.

22. Oktober 1920 Die Sozialdemokraten gehen in die parlamentarische Opposition.

1919: Gesetz über den 8-Stunden-Tag. In Wien wird der erste Gemeindebau errichtet.

10. September 1919 Staatsvertrag von St. Germain. Die SDAP Österreichs trat auch nach dem Vertrag von Saint-Germain für den Anschluss an Deutschland ein. (bis 1933, der Jahr der Machtergreifung Adolf Hitlers). Das misslang.

Mai 1919 Wiener Gemeinderatswahlen Von 165 Mandaten erhält die SDAP 100. Jakob Reumann wird der erste sozialdemokratische Bürgermeister von Wien.

16. Februar 1919 Bei der Wahl zur Konstituierenden Nationalversammlung sind erstmals auch Frauen wahlberechtigt. Die SDAP wird stärkste Partei und bildet eine Koalition mit den Christlich-Sozialen.

12. November 1918 Die Provisorische Nationalversammlung ruft auf Antrag Renners die Republik "Deutsch-Österreich" aus.

1. November 1918 Der Sozialdemokratische Parteitag fordert die republikanische Staatsform.

30. Oktober 1918 Die "Provisorische Nationalversammlung" nimmt die vom Sozialdemokraten Karl Renner ausgearbeitete "Provisorische Verfassung" an und setzt einen Staatsrat unter Staatskanzler Renner ein.

Jänner 1918 Streiks für die Beendigung des Krieges und für Verbesserung der Lebensverhältnisse in Wien und Wiener Neustadt.

28. Dezember 1916 Erste Friedensversammlung im Wiener Arbeiterheim

14. bis 25. Mai 1907 Erste allgemeine Wahlen (nur Männer). Von 516 Sitzen erhalten die Sozialdemokraten als zweitstärkste Fraktion 87.

28. November 1905 24-stündiger Generalstreik; 250.000 Arbeiter demonstrieren vor dem Parlament fünf Stunden für das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht.

31. Mai 1890 Zum ersten Mal kann die SDAP bei den Wiener Gemeinderatswahlen antreten. Sie erhalten über 56.000 Stimmen, aber nur zwei Mandate (Christlich-Soziale 77.000 Stimmen/18 Mandate).

24. bis 29. September 1899 Im "Brünner Programm" fordert die SDAP die Umbildung der Monarchie in einen demokratischen Bundesstaat autonomer Völker.

30. Dezember 1888 bis zum 1. Jänner 1889  Die Gründung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) in der Gemeinde Hainfeld in Niederösterreich am Gründungsparteitag. 110 Delegierte aus allen Kronländern (70 davon stimmberechtigt) nehmen die von Victor Adler verfasste "Prinzipienerklärung" an. "Gemäßigte" und "Radikale" sind versöhnt

12. Juli 1889 Erste Nummer der "Arbeiter-Zeitung". Sie erscheint zuerst zweiwöchentlich, ab 18. Oktober wöchentlich.

1. Mai 1890 Erste 1.Mai-Feier in Wien. Parole "8-8-8" (Acht Stunden Arbeit, acht Stunden Schlaf, acht Stunden Erholung).

9. März 1897 Wahl der fünften Kurie des Abgeordnetenhauses. Die Sozialdemokraten erhalten 14 Mandate.

18. Oktober 1894 Auf einer Massenversammlung wird das allgemeine Wahlrecht gefordert. Sicherheitsorgane gehen mit Gewalt gegen die Arbeiter vor; es gibt zahlreiche Verletzte und Verhaftungen.

24. bis 27. Dezember 1893 Erster Gewerkschaftskongress Österreichs. 69 Vereine aus Wien und 125 aus den Kronländern schicken insgesamt 270 Delegierte.

13. Oktober 1892 Die Gewerkschaftskommission, Urzelle des heutigen Gewerkschaftsbundes, wird gegründet.

28. Jänner 1891 Erster Wahlaufruf der Sozialdemokraten. Arbeiter haben noch kein Wahlrecht.

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* weiter mit SPÖ-Geschichte Teil 2