Wien

Staatsmann Schärf

Ein Mann des Konsens

Adolf Schärf wurde am 20. 4. 1890 im tschechischen Nikolsburg (Mikulov) geboren. Der Jurist und Beamte engagierte sich politisch erst in der SDAP und schliesslich in der SPÖ.

Von 1918 bis 1934 war er Sekretär des sozialdemokratischen Nationalratspräsidenten, und von 1933 bis 1934 Mitglied des Bundesrats.

Wie für soviele andere Sozialdemokraten (oder prinzipiell anders denkende) wurde auch Schärf in den folgenden Jahren der Unterdrückung, erst durch Dollfuß` Ständestaat und dann durch Hitlers Einmarsch, politisch verfolgt und mehrmals inhaftiert.

Von 1945 bis 1957 ist Schärf der erste Bundesparteivorsitzende der Nachkriegs-SPÖ, außerdem Abgeordneter zum Nationalrat (wobei er bis 1956 auch Klubobmann ist).

Er ist Vizekanzler, in den ÖVP-gegührten Regierungen der Nachkriegsjahre.

Seinem politischen Gegenüber Leopold Figl nicht unähnlich ist auch Schärf in diesen Jahren der Inbegriff des gemütlichen, kompromissbereiten Polit-Pragmatikers. Eigenschaften, die ihn zum Amt des Bundespräsidenten befähigten, welches er von 1957 bis 1965 inne haben sollte.

Am 28. 2. 1965 starb Schärf im Amt des Bundespräsidenten in Wien.

Schärf war gemeinsam mit Renner und Figl ein über alle Parteigrenzen hinweg geachtetes Symbol des Wiederaufbaus.