Wien

Bruno Kreisky, der "Sonnenkönig"

Foto: Bundeskanzler Bruno Kreisky 1983; © Bundeskanzleramt / BPD

Foto: Bundeskanzler
Bruno Kreisky 1983; © Bundeskanzleramt / BPD

SPÖ-Bundesparteivorsitzender 1967 - 1983
Bundeskanzler 1970 - 1983


Bruno Kreisky  wurde am 22. 1. 1911 in Wien geboren. Er studierte Jura und wendete sich allsbald der Politik zu, und zwar dem sozialdemokratischen Lager.

Ab 1926 war Kreisky in der Sozialistischen Arbeiterjugend tätig. Von 1935 bis 1936 sowie 1938 ist er politischer Häftling des totalitären Ständestaates. Die NS-Jahre muß der Jude Kreisky im Exil in Schweden verbringen.

Nach dem Krieg bleibt er vorerst als Diplomat in Stockholm und zwar bis 1949. Von 1951 bis 1953 ist er Berater von Bundespräsident  Körner.

Ab 1956 ist er Abgeordneter zum Nationalrat (bis 1983), und ab 1967  Bundesparteivorsitzender der SPÖ (ebenfalls bis 1983).

1970 triumphiert Kreisky bei den Nationalratswahlen und kann als Bundeskanzler eine SPÖ-Alleinregierung anführen. Der Populist Kreisky ist fortan der mit Abstand beliebteste und charismatischste Politiker Österreichs und eilt in den 70iger-Jahren von Wahlsieg zu Wahlsieg, sodass er allsbald den Spitznamen "Sonnenkönig" verpasst bekommt. Unter Kreisky kommt es zu einem Ausbau des Sozialstaats, zahlreichen Rechtsreformen, und außenpolitische Initiativen (vor allem im nahen Osten), die ihn weit über Österreichs Grenzen hinaus bekannt machen. Es ist also nicht wirklich verwunderlich, dass er von 1976 bis 1989 Vizepräsident der Sozialistischen Internationale ist.

Anfang der 80iger beginnt auch Kreiskys Stern aufgrund diverser Skandale, Intrigen und schliesslich auch von Stimmenverlusten zu verblassen. Dies alles und vor allem auch die persönliche Niederlage Kreiskys bei der Zwentendorf-Abstimmung veranlassen ihn 1983 dazu, sich aus der Politik zurückzuziehen.

Am 29. 7. 1990 stirbt Bruno Kreisky in Wien.