Wien

Wilhelm Molterer (ÖVP):

Foto: Wilhelm Molterer, ÖVP

Foto: Wilhelm Molterer, ÖVP
links im Bild (PK 1.9.2008)
© Wien-konkret

Lebenslauf Wilhelm Molterer:

Geboren: 14. Mai 1955 in Sierning, OÖ (53 Jahre)
Familienstand: verheiratet, 2 Söhne

Berufsbildung:
* Höhere Landwirtschaftliche Bundeslehranstalt in St. Florian.
* Matura im Jahr 1974
* 1974 - 1980 Studium der Sozialwirtschaft an der Johannes-Kepler-Universität Linz
* 1980 Sponsion zum Magister rer.soc.oec.

Politische Karriere:
* 1981 bis 1984 Referent im Österreichischen Bauernbund
* 1985 – 1987 im Gemeinderat von Sierning
* 1985 – 1987 Vertragsbediensteter im Büro Landesrat Hofinger
* 1987 - 1989 Sekretär im Ministerbüro des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft
* 1989 Leiter des Ministerbüros bei Bundesminister Dipl.-Ing. Dr. Fischler
* 1989 – 1993 Direktor Österreichischen Bauernbund
* seit 1990 im österreichischen Nationalrat
* seit 1993 Mitglied des Bundesparteivorstandes der ÖVP
* 1993 - 1994 ÖVP-Generalsekretär
* 1994 bis 2003 Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft
* 1995–2007 Bundesparteiobmann-Stellvertreter der ÖVP
* 2003 bis 2006 ÖVP-Klubobmann im Nationalrat
* 9. Jänner 2007 wurde Molterer vom ÖVP-Bundesparteivorstand zum geschäftsführenden Obmann sowie zum Finanzminister und Vizekanzler gewählt.
* 21.4.2007 - 28.11.2008 Bundesparteiobmann der ÖVP

Wilhelm Molterer ließ die Koalition der ÖVP mit der SPÖ mit den Worten "Es reicht" platzen. Die darauffolgende Nationalratswahl 2008 zeigte, dass es dem Wähler mit der ÖVP reichte. Wilhelm Molterer trat zurück und Josef Pröll wurde sein Nachfolger.
 




Video: ÖVP Obmann Wilhelm Molterer

stellt in einer Pressekonferenz in Wien das ÖVP Wahlprogramm am 1.9.2008 in Wien vor. Die Kurzzeit-Innenministerin Maria Fekter nimmt zu Fragen über die Polizei Stellung

Video-Start/Stop durch
Klick ins Bild © Wien-konkret

ab 1:10min  Molterer „Offensive im Bereich Familie bedeutet, dass wir etwa im Bereich der Familienbeihilfe die 13. Familienbeihilfe jetzt einführen wollen, noch vor den Wahlen beschließen, damit den Menschen mit Familie geholfen wird.“

ab 2:18 min Molterer „Und selbstverständlich ist eine Säule, eine ganz zentrale Säule der Politik der österreichischen Volkspartei: Die europäische Perspektive für Österreich. Diese Österreich-Partei „Österreichische Volkspartei“ will ein geeintes, ein starkes Europa. Weil für Österreich und die Zukunft Österreichs diese europäische Perspektive eine unverzichtbare Säule, ein Fundament der positiven Zukunft ist. Weil sich Vollbeschäftigung ohne europäischer Integration nicht verwirklichen läßt. Weil sich Sicherheit ohne europäischer Integration nicht verwirklichen läßt. …

ab 5:46min: Wien-konkret: Trotz einer hervorragenden Finanzmarktaufsicht schlittert ja eine Bank nach der nächsten in irgendwelche Turbulenzen und Debakel, muß dann teilweise sogar knapp vor dem Ruin vom Staat gerettet werden. Wie wollen Sie die Finanzmarktaufsicht anders gestalten, damit das in Zukunft nicht passiert? Zusatzfrage: Welche Bank wackelt aus Ihrer Sicht derzeit oder sind derzeit alle sicher?"

ab 6:14min Molterer  "... Neue Finanzmarktaufsicht hat sich bewährt. Wir haben mit der Finanzmarktaufsicht und der Notenbank wirklich gute Erfahrungen. Die Finanzmarktaufsicht arbeitet höchst effizient. Damit es noch besser wird, haben wir die Reform umgesetzt."

Ab 6:51 min Wien-konkret: Die Familie ist ein kernpunkt der ÖVP. Wenn man sich die Scheidungsraten der letzten 10 Jahre anschaut geht das konitnuierlich nach oben. Wir sind schon bei 50% angelangt. Scheidungen haben gewaltige volkswirtschaftliche Schäden zur Folge. Was macht die Familienpartei ÖVP, damit die Scheidungsquote wieder sinkt oder ist das kein Thema?

ab 7:11min Molterer: "Also in individuelle Lebensentscheidungen von Menschen wird Politik gottseidank - und ich hoffe wir sind so weit - die Finger draußen lassen."

Mehr Infos => Molterer als Spitzenkandidat der ÖVP bei der Nationalratswahl 2008



Was kurz nach dem Interview und der Nationalratswahl 2008 geschah:

* 30.10.2008: 2,7 Milliarden Euro Staatshilfe für "Erste Group Bank AG"
* Am 3.11.2008 wurde die Kommunalkredit Austria AG - sie ist Österreichs acht größte Bank - durch Verstaatlichung vom Bankrott gerettet. Hochriskante Spekulationen führten zum 16-Milliarden-Euro-Debakel.
* 28.3.2009 Massendemonstration in Wien: "Wir zahlen nicht für eure Krise"
* 14.12.2009 Notverstaatlichung der Hypo Alpe Adria.
* 11.1.2010: "Mehrstöckiger Leichenkeller bei der Hypo Alpe Adria. Der Schaden kann für den Steuerzahler bis zu 16 Milliarden Euro betragen.
* 27.2.2012: Volksbanken AG wird vom Staat vor der Pleite gerettet. Die Rettung der Volksbanken AG kostet dem Steuerzahler zumindest 1 Milliarde Euro (= 13,8 Milliarden Schilling). Der Staat Österreich kauft an der maroden Volksbank 49% der (wertlosen) Aktien und hat nun nicht einmal eine Entscheidungsmehrheit.
Mehr Infos => Bankenprobleme  



Nov. 2013: Anklage gegen Wilhelm Molterer

21.11.2013 Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ÖVP, Lopatka und Molterer.
Verdacht auf Geldwäscherei und Beihilfe zur Untreue: Diesem Vorwurf müssen sich nicht nur Staatssekretär Reinhold Lopatka und Ex-Finanzminister und Parteichef Wilhelm Molterer, sondern die gesamte Volkspartei stellen. Dass nun erstmals auf Basis der Verbandsverantwortlichkeit gleich gegen eine ganze Partei ermittelt wird, ist ein Novum. ..."
=> Der Standard vom 21.11.2013
 





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