Wien

Menschen & Mächte - "Jörg Haider - Geschichte eines Grenzgängers"





FPÖ-Bundesparteiobmann (1986-2000)

Jörg Haider: Der Popstar der österr. Politik

Jörg Haider wurde am 26. 1. 1950 im oberösterreichischen Bad Goisern geboren.

Der Jurist engagierte sich schon als Student in der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ).

Von 1970 bis 1974 ist er Bundesobmann des Rings Freiheitlicher Jugend.

Von  1976 bis 1983 ist er FPÖ-Landesparteisekretär in Kärnten, und seit 1983 Landesparteiobmann in Kärnten, wo er in den folgenden Jahren sehr erfolgreich ist.

Von 1979 bis 1983, 1986 bis 1989 und 1992 bis 1999 ist er als Abgeordneter zum Nationalrat, und von 1986 bis 1989 und 1992 bis 1999 auch als Klubobmann, tätig.

1986 stürzt Jörg Haider auf dem FPÖ Parteitag in Innsbruck den damaligen FPÖ-Obmann Norbert Steger.

1989 wird Jörg Haider schliesslich überraschender weise Landeshauptmann von Kärnten

1986 löst er Steger beim Parteitag in Innsbruck als Bundesparteiobmann ab, woraufhin SP-Kanzler Vranitzky die SP-FP-Koalition löst. Haider lenkt die FPÖ fortan mit glücklicher Hand. Unter Haider  erlebt die von ihm auf einen rechtspopulistischen Kurs gebrachte Partei einen sensationellen Aufstieg in der Gunst der Wähler.

1991 muß Jörg Haider aufgrund einer Äußerung über die "ordentliche Beschäftigungspolitik im Dritten Reich" als Landeshauptmann zurücktreten. Er bezeichnete diesen Tag als den schwärzesten Tag seiner Politkarriere: "Wenn ich von hier weggehe, so tue ich das ungebrochen, weil ich weiß, dass ich mit großem Engagement in dieses Amt gekommen bin und vielleicht als vom volk gewählter Landeshauptmann in ein paar Jahren zurückkehren werde." (Anmerkung: Das gelang tatsächlich, aber erst 8 Jahre später).

1999 wird Jörg Hiader wieder Landeshauptmann von Kärnten; er und die FPÖ sind nun auf ihrem Zenith.  Bei den Nationalratswahlen im selben Jahr verdrängt die FPÖ die ÖVP und ist zweitstärkste Partei.

31.1.2008: Die EU verhängt Sanktionen gegen Österreich, weil der EU die Beteiligung der FPö in der Bundesregierung mißfällt. Diese wurde am 12.9.2000 wegen Erfolglosigkeit wieder eingestellt.

Am 4. Februar 2000 führt Jörg Haider die FPÖ - unbeeindruckt von den EU-Sanktionen - in eine Regierung mit der ÖVP und legt die Führung der FPÖ in die Hände von Susanne Riess-Passer: "Susanne, geh Du voran". Die vorerst erfolgreiche Koalition erleidet nach 2 Jahren ein jähes Ende.

2002: Ein außerordentlicher Parteitag der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) am 7. September 2002 in Knittelfeld führte zur internen Zerreißprobe. Am darauffolgenden Tag traten Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer (FPÖ), Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ) und Klubobmann Peter Westenthaler (FPÖ) zurück. Wolfgang Schüssel nützen die Schwäche der FPÖ und rief Neuwahlen aus. Wenige Tage vor der Nationalratswahl 2002 angelte sich Schüssel noch den beliebten FPÖ-Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Das war für die FPÖ eine politische Katastrophe. Bei den Nationalratswahlen 2002 verliert die FPÖ zwei Drittel ihrer Stimmen und halten danach bei nur mehr 10%.

Im April 2005 gründet Haider den Bund Zukunft Österreichs (BZÖ) und wird daraufhin aus der FPÖ ausgeschlossen. Mit dem BZÖ versucht sich das "Politchamäleon" nun als (Rechts-) Liberaler.

2. August 2008: Jörg Haider wird Spitzenkandidat des BZÖ bei der Nationalratswahl 2008

28. September 2008: Großer Triumph für Jörg Haider bei der Nationalratswahl 2008. Er konnte das BZÖ von 4% auf 11% hinaufkatapultieren. Das BZÖ verdreifacht seine Mandatszahl im Nationalrat.

11. Oktober 2008: Todesnachricht: Jörg Haider, Landeshauptmann von Kärnten, stirbt bei einem selbstverschuldeten Autounfall in Kärnten mit 58 Jahren um 1.15 Uhr in der Gemeinde Lambichl (Kärnten)
=> Nachruf Jörg Haider
 

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