Geschichte und Programm der ÖVP (1) | 
|  Foto: Stefan Redelsteiner (Red.)
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Gründung
Die ÖVP wurde am 17. April 1945 im Schottenhof in Wien durch Leopold Kunschak (Obmann), Hans Pernter (Geschäftsführender Obmann), Lois Weinberger, Leopold Figl, Julius Raab und Felix Hurdes (Generalsekretär) gegründet. ÖVP und Christlichsoziale Partei
Die neue Partei distanzierte sich von ihrer Vorgängerin, der Christlichsozialen Partei, durch das Bekenntnis zur parlamentarischen Demokratie und zur österreichischen Nation. Die Mehrheit der ersten ÖVP-Funktionäre war geprägt durch die NS-Verfolgung der Jahre 1938 - 1945 und den Widerstand gegen jede Form von autoritärer Politik.
Kernschichten der ÖVP
Die Kernschichten entsprachen jenen der Ersten Republik (Bauern, Gewerbetreibende, Arbeitnehmer, Beamte und Angestellte) und waren in drei Bünden (Bauernbund, Wirtschaftsbund, ÖAAB) organisiert. Die ÖVP entwickelte sich zu einer breiten bürgerlichen Sammelpartei, die Katholische Soziallehre, Konservativismus und Liberalismus in sich vereinte.
Frauen, Jugend und Senioren
Relativ zeitig wurde eine eigenständige Jugendbewegung gegründet, später auch eine selbstständige Frauenorganisation. Erweitert wurde die Organisationsstruktur durch die Schaffung eines Seniorenbundes.
Grundsatzprogramme
Dem Grundsatzprogramm von 1945 ("15 Leitsätze") folgte 1972 das "Salzburger Programm", das 1985 durch das "Zukunftsmanifest" ergänzt wurde. Im aktuellen Grundsatzprogramm von 1995 wurde den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen Rechnung getragen.
Ökosoziale Marktwirtschaft
Das Wertesystem der ÖVP, das der christlichen und humanistischen Tradition Europas verpflichtet ist, beinhaltet von jeher den Auftrag, die natürlichen Lebengrundlagen zu schonen und die Erde für unsere Kinder bewohnbar und fruchtbar zu erhalten. Das von Vizekanzler und Bundesparteiobmann Josef Riegler in den 80er Jahren entwickelte Konzept der Ökosozialen Marktwirtschaft beruht auf dem ökologischen Prinzip der Nachhaltigkeit und ist das ökonomische Ordnungsmodell für die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen der Zukunft, das die ÖVP in ihr Grundsatzprogramm aufgenommen hat.
Pro-Europa-Politik
Die ÖVP verfolgt seit 1945 eine konsequente pro-Europa-Politik. Sie war die treibende Kraft in Österreich, der es gelang, alle relevanten politischen Kräfte für eine konstruktive Europapolitik zu gewinnen. Im Jahr 1989 erreichte die ÖVP die Unterstützung des damaligen Koalitionspartners SPÖ für den Antrag Österreichs auf Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Die Volksabstimmung im Juni 1994 brachte eine klare Zweidrittel-Mehrheit der österreichischen Bevölkerung für den EU-Beitritt und damit die Würdigung des ungeheuren persönlichen Einsatzes des damaligen Vizekanzlers, Außenministers und langjährigen Parteiobmannes Alois Mock. Am 1. Jänner 1995 trat Österreich gemeinsam mit Schweden und Finnland der Europäischen Union bei.
Die ÖVP war auch ein starker Befürworter der Erweiterung der Europäischen Union auf 25 Mitglieder ab 1. Mai 2004. Durch die Erweiterung werden Stabilität, Sicherheit, Wirtschaft und Wohlstand in Europa gestärkt und Österreich von der geographischen Randlage in das Herz Europas gerückt.
Text genehmigt von oevp.at
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