Wien
    

Die Sieger und Verlierer der NÖ Landtagswahl 2008:

linkes Bild: Die Sieger Rosenkranz (FPÖ) und Pröll (ÖVP); rechtes Bild: die Verlierer Petrovic (Grüne) und Onodi (SPÖ); © Wien-konkret


linkes Bild: Die Sieger Rosenkranz (FPÖ) und Pröll (ÖVP); rechtes Bild: die Verlierer Petrovic (Grüne) und Onodi (SPÖ); © Wien-konkret

Die Sieger der NÖ Landtagswahl 2008 sind Erwin Pröll von der ÖVP mit 54,3% (+1,0%) und Barbara Rosenkranz von der FPÖ mit 10,5% (+6,1% , das ist mehr als eine Verdoppelung).

Die Verlierer sind Heidemarie Onodi von der SPÖ mit 25,6% (-7,9%) und Madeleine Petrovic von den Grünen mit 6,8% (-0,4%).
Was sagen nun die Spitzenkandidaten zum Wahlergebnis?
 
 

Stellungnahme des Landeshauptmanns Dr. Erwin Pröll (ÖVP) in seinem Büro am Wahlabend dem 9.3.2008 um 17:10 Uhr

Fotos: Erste Stellungnahme von Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) zum Wahlergebnis um 17:10 Uhr in seinem Büro im Kreise seiner ÖVP Landesräte; © Wien-konkret



Fotos: Erste Stellungnahme von Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) zum Wahlergebnis um 17:10 Uhr in seinem Büro im Kreise seiner ÖVP Landesräte; © Wien-konkret

“Sie werden verstehen, das ich in dieser Stunde zu aller erst den Niederösterreichern und Niederösterreicherinnen sehr, sehr herzlich danke für dieses Votum, das sie ausgesprochen haben. Möchte allerdings gleichzeitig auch sehr, sehr danken allen Funktionärinnen und Funktionären und diejenigen, die in den letzten Wochen und Monaten mit uns gemeinsam gearbeitet haben, dass wir in Niederösterreich weiterhin mit klaren Verhältnissen arbeiten können.

Meine Damen und Herren der Medien!
Ich glaube, dass dieses Wahlergebnis, das sich jetzt abzeichnet, eindeutig auch ein Signal dafür ist, das der niederösterreichische Weg, das niederösterreichische Kontrastprogramm zur Bundespolitik eine klare Bestätigung gefunden hat und dass dies natürlich auch der Beweis dafür ist, das sich konsequente harte Arbeit im Interesse eines Landes lohnt. Zum zweiten: Ich möchte auch jetzt vor Ihnen schon sagen, dass sich abzeichnet: Wir haben etwas geschafft, was in Wahrheit eine kleine Sensation ist. Sie wissen selber, dass mir seit Jahrzehnten ständig bei Wahlgängen sinkende Wahlbeteiligungen haben. Wir haben in Niederösterreich an diesem Wahltag geschafft, eine Trendwende einzuleiten, nämlich ein Plus in der Wahlbeteiligung – etwa 0,7%-0,8% - wie auch immer. Es stellt sich natürlich die Frage: Warum ist das so? Wahrscheinlich gibt es mehrere Begründungen dafür. Aber eine Begründung ist sicher die, dass es uns in Niederösterreich in den letzten Jahren gelungen ist, die Bevölkerung für die Politik zu interessieren und nicht aus Jux und Tollerei, sondern deswegen, weil wir einen sehr seriösen Weg eingeschlagen haben in der Arbeit für Niederösterreich, in der Arbeit für die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher. Dieser Weg ist gekennzeichnet von einer intensiven Bürgernähe, wobei es uns dabei immer darauf angekommen ist – ich darf auch gleichzeitig ankündigen, dass wird auch am Weg in die nächsten Jahre so sein – dass wir bei uns einen Weg gehen, wo ein JA ein JA ist und ein NEIN ein NEIN ist. Und wer es mit uns zu tun hat, der weiß immer, woran er dran ist. Und das ist meines Erachtens auch die Begründung, warum sich das Vertrauensverhältnis zwischen den Bürgerinnen und Bürger in Niederösterreich zur politischen Führung und zur politischen Arbeit so verfestigt hat, dass letztendlich man auch bereit war – im Rahmen dieses Vertrauens Verhältnisses – in der Demokratiearbeit mitzutun, was sich auch tatsächlich niederschlägt in der Wahlbeteiligung und des letztendlich – und das werden sie sicherlich verstehen, dass ich mich darüber sehr freue – dass letztendlich darüber ein Votum abgegeben wurde, das unseren eigenständigen niederösterreichischen  Weg bestätigt, damit wir gleichzeitig auch das Signal empfangen können, diesen Weg weiter zu gehen."
 
 

Stellungnahme der Landeshauptfrau Stellvertreterin Heidemarie Onodi (SPÖ) am Wahlabend um 18:50 Uhr und 19:05:

Foto: Heidemarie Onodi (SPÖ); © Wien-konkret

Foto: Heidemarie Onodi (SPÖ); © Wien-konkret

"Ich habe immer gesagt: Das war auch mein Match. Ich übernehme die Verantwortung. Wir werden morgen auch in den Gremien diskutieren. Ich will eine Analyse machen und sehen, dass Daten und Fakten auf den Tisch kommen und dann werden wir weiter Reden. … Was genau die Gründe sind, kann man jetzt zu dieser Stunde noch nicht sagen, weil ich glaube, da muss man wirklich eine genaue Analyse machen, warum z.B. viele nicht Wählen gegangen sind. Wir müssen genau unsere Fehler anschauen und dann Verbesserungen erarbeiten. ... Es ist meine Aufgabe, jetzt kühlen Kopf zu bewahren und keine vorschnellen Schlüsse zu ziehen." und in einem zweiten Interview:
"Grundsätzlich muß ich einmal sagen, dass es wirklich ein Wahlergebnis ist, das sehr enttäuschend ist. Das ist überhaupt keine Frage und ich möchte auch dem Landeshauptmann Pröll gratulieren. ..."

Einen Rücktritt ließ sie offen.
 
 

Stellungnahme Madeleine Petrovic (Grüne):

Bild: Madeleine Petrovic (Grüne) am Wahlabend; © Wien-konkret

Bild: Madeleine Petrovic (Grüne) am Wahlabend; © Wien-konkret

Die Grünen haben ihr Wahlziel in die Landesregierung einzuziehen nicht erreicht. Wir sind in diese Wahl gegangen und haben gewusst, dass wir uns die Latte diesmal sehr, sehr hoch legen. Wir bedauern den eingetretenen Rechtsruck in Niederösterreich. Den Grünen ist es trotz einer gigantischen Wahlschlacht des Landhauptmanns gelungen, an Stimmen zuzulegen. Der große Wahlverlierer am Wahlabend ist die SPÖ. Die Grünen haben den Stand der letzten Wahl gehalten. Die Grünen sind nach wie vor in Klubstärke im Landhaus vertreten. Wir nehmen die Herausforderung gerne an: Niederösterreich braucht Klimaschutz, Macht braucht Kontrolle.


Qu: Email 17. März 2008

  

Stellungnahme Barbara Rosenkranz (FPÖ):

Foto: Barbara Rosenkranz (FPÖ); © Wien-konkret

Foto: Barbara Rosenkranz (FPÖ); © Wien-konkret

Unser gutes Abschneiden freut uns natürlich besonders. Wenn man bedenkt, dass wir vor der Wahl nur einen Abgeordneten hatten, und jetzt neben 6 Landtagsabgeordneten einen Sitz in der Landesregierung und einen Bundesrat gewonnen haben, wird deutlich, wie groß der Erfolg ist. Viele Landsleute wollen einen grundlegenden Wandel, wir werden alles daran setzen, diesen voranzutreiben.

Dass die ÖVP die absolute Mehrheit halten kann, hat sich im Wahlkampf abgezeichnet. Sie hat die gewaltigen Mittel, die ihr zur Verfügung gestanden sind, professionell eingesetzt.

Die SPÖ bekam die Rechnung dafür präsentiert, dass sie es in den letzten 5 Jahren nicht geschafft hat, aus dem Schatten der ÖVP zu treten.

Wir werden die nächsten Jahre intensiv dafür nützen, unsere Strukturen zu verstärken und unsere Landsleute über die Vorgänge in der Regierung zu informieren. Damit wollen wir den Grundstein für weitere Erfolge legen.

Qu.: E-Mail 14. März 2008

 

Stellungnahme Franz Kral (KPÖ):

Foto: Franz Kral - KPÖ NÖ; © ZVG

Foto: Franz Kral - KPÖ NÖ; © ZVG

Als erstes gilt unser Dank unseren Wählerinnen und Wählern. Ebenso allen unseren Aktivistinnen und Aktivisten die durchwegs unbezahlt in ihrer Freizeit unsere linken Positionen zu den Verhältnissen in Niederösterreich unter die Wähler brachten. In zahlreichen persönlichen und Internetdiskussionen wurde unser Hauptthema „Soziale Gerechtigkeit – eine andere Politik ist möglich“ klar dargestellt. Der Plakatslogan zeigte die zahlreichen Demokratiemankos in NÖ auf und hat durch die Affäre im Innenministerium mit ihren Wurzeln in der VPNÖ  dramatische Aktualität erhalten. Ein Stimmenzuwachs von 20% auf Basis der letzten Stimmenanzahl hat uns für unsere weitere Arbeit bestätigt und ermutigt. Dort wo unsere Kandidaten besonders aktive Überzeugungsarbeit geleistet haben, konnten wir noch wesentlich bessere Stimmengewinne verzeichnen (z.B. in Krems – Stadt wurden um 70% mehr Stimmen für die KPÖ abgegeben als 2003). Mit einem nicht aus Steuermitteln stammenden Wahlbudget von nur 7.000.- € und weitgehenden Medienboykott konnten unsere Argumente trotzdem die meisten Stimmen aller nicht im Landtag vertretenen Parteien gewinnen.

Qu.: E-Mail 11. März 2008

 

Presseaussendung Dr. Rudolf Gehring (Die Christen):

Foto: Dr. Rudolf Gehring (DCP); © Wien-konkret

Foto: Dr. Rudolf Gehring (DCP); © Wien-konkret

Mit einem innigen Danke an Gott, den Herrn, nahmen Landesobmann Dr. Gehring und sein Team die Ergebnisse der niederösterreichischen Landtagswahl entgegen. Das vorläufige Endergebnis bedeutet, dass die DCP zwar nicht in den NÖ Landtag einziehen darf, dass aber ein Grundstock für die weitere politische Tätigkeit gelegt werden konnte. Die mit großer Spannung erwartete Auszählung der Stimmen bestätigte für die Kandidaten der DCP und ihre Mitarbeiter die seit Wochen zu beobachtende Aufbruchstimmung unter den Christen in Niederösterreich. Zahlreiche Sympathisanten meldeten sich spontan zur Mitarbeit für das Programm „leben.werte.zukunft für Niederösterreich“ und entfachten einen wahren Gebetssturm für eine christliche Politik. Getragen von diesen Gebeten konnten viele Wähler überzeugt werden. Landesobmann Gehring äußerte sich über das Ergebnis erfreut, weil „Die Christen“ erstmals bei einer Wahl angetreten sind. Dass schon beim Start in die politische Landschaft eine derart große Zustimmung bei den Wählern erzielt werden konnte sei etwas unerwartet, aber nicht unerhofft, und bestätige die Notwendigkeit eines Sprachrohrs für die Christen in der politischen Diskussion. Die Hauptthemen werden weiterhin der Lebensschutz und die Familie sein, denn die Parteien, denen diese Themen kein Anliegen sind, haben bei der Wahl Verluste hinnehmen müssen.
Presseaussendung 10.3.2008

Nachsatz Gehring: Enttäuschend war für uns nur das Verhalten unserer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt ORF, die es nicht für wert befunden hat, dass alle Parteien eine Stellungnahme zum Wahlausgang abgeben. Das ist nach unserer Ansicht zutiefst undemokratisch und eine Verletzung der gesetzlichen Informationspflicht.

Anmerkung Wien-konkret: Wir kommen dieser "Informationspflicht der Öffentlichkeit gerne nach.