Wien

Unfallstelle des Autounfalls von Jörg Haider am 11.10.2008

Fotos von der Unfallstelle aufgenommen eine Woche nach dem Autounfall (Fotos vom 17.10 und 18.10.2008) in Lambichl; Lambichl grenzt südlich an Klagenfurt an; © Wien-konkret






Fotos von der Unfallstelle aufgenommen eine Woche nach dem Autounfall (Fotos vom 17.10 und 18.10.2008) in Lambichl; Lambichl grenzt südlich an Klagenfurt an; Die verhüllte Tafel zeigt übrigens Tempo 50 an und ist derzeit wegen der vielen Trauergäste verhüllt. Derzeit gilt dort nämlich Tempo 30 km/h © Wien-konkret


Wo: In Köttmansdorf, Ortsteil Lambichl, grenzt südwestlich an Klagenfurt 
Wann: Sa., 11. Oktober 2008, 01:15 Uhr
Wetter: angeblich leichter Nebel in der Nacht (allerdings ist auf all den Fotos kein Nebel zu sehen. Das Datum der ersten Fotos wäre da zur Klärung sehr hilfreich.)

Strecke:

* Die Rosentaler Bundesstraße führt von Klagenfurt bergauf kerzengerade nach Köttmansdorf, Ortsteil Lambichl (=> siehe Foto links oben)
* Haider dürfte noch vor der Kurve ein Auto überholt haben. Darin saß eine Frau, die (aufgrund des Nebels ???) nur 40 km/h gefahren sein soll. Der Name der Frau wird leider geheim gehalten. Hoffentlich nimmt die Frau einmal öffentlich Stellung. Das würde sehr vielen Menschen weiterhelfen und mehr Klarheit schaffen. Die Frau verständigte jedenfalls - als sie unmittelbar danach zum Unfallort kam - sofort die Einsatzkräfte.
* Am oberen Ende der bergauf führenden Straße geht die lange Gerade in eine horizontale Linkskurve über. Genau hier (=> siehe mittleres oberes Bild roter Pfeil) kam Jörg Haider rechts von der Fahrbahn ab. Hier sind 70 km/h an Höchstgeschwindigkeit erlaubt. Es sind keinerlei Bremsspuren zu sehen. Es stellt sich die Frage, ob Jörg Haider - als er von der Fahrbahn abkam - überhaupt noch das Bewußtsein hatte.
* Kurz darauf fuhr Jörg Haider (bewußt oder schon bewußtlos?) - schon auf dem leicht abschüssigen Wiesenstreifen fahrend - die 50 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung um. Keine Bremsspuren in der Wiese.
* Wenige Meter weiter fuhr das Auto mit dem rechten vorderen Teil des Autos an einem Erdwall / Wiesenwall an. Hier sind deutlich tiefe Spuren in der Erde nach wie vor erkennbar.
* Dann prallte das Auto auf einen ca 20 Meter langen Gartenzaun. Dieser besteht aus einem Maschendrahtzaun und dahinter einer ca 1,50m hohen Tujenhecke.
(siehe die Fotos rechts oben sowie linkes und mittleres Bild der zweiten Zeile)
* Beim nächst-folgenden Grundstück blieb der Holzzaun (siehe Foto rechts zweite Fotozeile) unbeschädigt. D.h. das Auto muss davor am Straßenrand vorbeigeschlittert sein. Einer Fichte zwischen Straße und Holzzaun fehlt in ca 2,50 Meter Höhe der Wipfel und ist darunter leicht beschädigt. Der Wipfel der Fichte liegt nach wie vor am Straßenrand dahinter.
* Am Endes des Zaunes dürfte das Auto daquer gegen einen Hydranten geprallt sein
* Das Auto soll sich gedreht und überschlagen haben
* Nach ca 150 Meter soll das Auto auf der Fahrbahn quer zur Fahrtrichtung zum Stehen gekommen sein. Es sind keinerlei Reifenspuren zu sehen.  

Ungeklärt:
* Kommt man jetzt - eine Woche später -  zur Unfallstelle, dann findet man keinerlei Spuren, die auf einen Hydranten oder Betonpfeiler hindeuten. Es ist nicht nachzuvollziehen, wo diese gewesen sein sollen. (Wahrscheinlich schon alles weggeräumt. Der Hydrant wird wahrscheinlich am Ende des Zaunes gestanden sein. Hier ist nämlich derzeit ein Loch)
* Wieso sind keine Reifenspuren (Bremsspuren) zu sehen? Gab es keine Bremsspuren oder wurde diese fein säuberlich von der Fahrbahn entfernt? War die Bremse defekt?
* Haiders rechter Schnür-schuh lag nach dem Unfall unbeschädigt in der Wiese. Es sind keinerlei Blutspuren am Schuh zu sehen. Der Schuhriemen ist ganz normal eingefädelt - also nicht abgerissen oder herausgerissen. (Hat sich Haider des Schuh vor der Fahrt ausgezogen und lag dieser im Auto herum, soadaß der Schuh leicht wegfliegen konnte?


Das Unfallauto:
* Dienstauto (
VW Paeton)
* Das Auto soll 360 PS haben und erst ein 3/4 Jahr alt sein.
* Aufgrund der Unfallfotos erkennt man, dass beide Türen auf der Fahrerseite fehlten. Die Türen auf der Beifahrerseite sind fast unbeschädigt.
* Die Heckscheibe und die Scheiben auf der Beifahrerseite sind unbeschädigt
* Die vordere Stoßstange zeigt keinen Knick, der typisch dafür wäre, wenn man eine Stange (Verkehrszeichen, Gartenzaunpfeiler) frontal umfährt. Möglicher weise hat er aber die Verkehrstafel nur mit dem ganz linken Teil der Stoßstange umgefahren, denn am linken Ende ist die Stoßstange abgerissen. 
* Das Auto hat genau ober dem Fahrersitz eine große Delle und das Autodach ist dort mit einem kurzen Spalt aufgerissen.
* Beide vorderen Scheinwerfer des Autos fehlen. Die Scheinwerfer sind auf keinem Unfallfoto zu sehen, nicht am Auto, nicht auf der Straße, nicht in der Wiese.
* Bei einer ersten technischen Überprüfung des Autos - die die Staatsanwaltschaft veranlaßt hatte - wurden keine Manipulationen am Auto festgestellt.

Geschwindigkeit:
* Der Bordcomputer des Autos endete bei 142 km/h bei einem Aufprall während des Unfallvorganges.
* Berechnungen sollen ergeben haben, dass Jörg Haider zuvor 184 km/h gefahren sein soll. Das berichtet die Neue Züricher Zeitung (Online Ausgabe 15. Oktober 2008) und beruft sich auf die Akten beim Staatsanwalt.
* Sieht man sich den Unfallort an, so ist es auch bei Tageslicht für einen normalen Autofahrer nicht möglich, die Kurve mit 184 km/h - wahrscheinlich auch nicht mit 140 km/h - unfallfrei auf der eigenen Spur zu passieren. Bei 140 km/h könnte ein besonders geübter Autofahrer die Kurve schaffen.

Der Fahrer:
* Landeshauptmann Dr. Jörg Haider fuhr selbst.
* Jörg Haider war angeschnallt und alleine im Auto. Es gab keine weiteren Unfallbeteiligte oder Unfallopfer. 
* Wie erst am 15. Oktober 2008 von Pressesprecher Stefan Petzner bekannt gegeben wurde, hatte Haider 1,77 Promille Alkohol im Blut. Das ergab eine Untersuchung des Labors des Gerichtsmedizinischen Institutes in Graz. Eine Erklärung könnte sein, dass Jörg Haider gemeinsam mit einem jungen Mann eine Flasche Vodka und Red Bull ("verleiht Flügel") getrunken haben soll. Das dürfte zu einer maßlosen Selbstüberschätzung Haiders geführt haben. Dagegen spricht, dass Haider kein Vodka-Trinker war.
* Drogen und der Einfluss von Medikamenten sind laut Staatsanwalt auszuschließen. Diese Aussage brachte den Staatsanwalt allerdings eine Klage der Familie wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch ein. (Anmerkung Wien-konkret: Dieser Schritt der Familie ist nicht nachvollziehbar. Wenn man wirklich eine seriöse Berichterstattung zum Unfalltod haben will - anstelle von wilden Spekulationen - dann sollte man alle Fakten offen legen).
* Ort des Besäufnisses soll - nicht wie meist berichtet das Lokal "Der Stadtkrämer - sondern die Bar "Beim Vindo"  gewesen sein. Diese Bar soll vom gleichen Wirten Hans-Peter Grasser an diesem Tag eröffnete worden sein. Anmerkung: Das klingt sehr plausibel, da jeder Landeshauptmann gerne bei Eröffnungsfeiern teilnimmt. Allerdings gibt es keine Fotos von dieser Eröffnungsfeier und auch keine überlieferten Ansprachen, weder mit noch ohne Haider.
* Laut Medienberichten soll ihm ein anderer Gast aufgrund Haiders offensichtlichen Betrunkenheit angeboten haben, ihm nach Hause zu führen. Haider lehnte dankend ab und fuhr selbst nach Hause. 
* Während der Fahrt soll Jörg Haider laut Medienberichten noch ein SMS verschickt haben. Inhalt, Adressat und genaue Uhrzeit ist derzeit unbekannt. (Wer war um 1:15 Uhr in der Nacht noch auf?)
* Beim Eintreffen des Notarztes soll es noch eine kleine Überlebenschance gegeben haben. Zunächst wurde aber berichtet, er sei auf der Stelle Tod gewesen. (Anmerkung: Den Widerspruch sollte man noch offiziell aufklären). Jörg Haider war spätestens beim Eintreffen in das Landeskrankenhaus Klagenfurt tot.
* Jörg Haider erlitt schwerste Verletzungen im Kopf- und Brustbereich. Eine Obduktion ergab, dass Haider zuvor keinen Herzinfarkt erlitten hat.
* Jörg Haider dürfte eindeutig selbst am Unfall Schuld sein. Ein Fremdverschulden scheidet nach derzeitigem Informationsstand aus (außer der Unfall war tatsächlich eine Folge der K.o Tropfen. Da könnte es tatsächlich passieren, dass man bewußtlos noch Gas gibt, nicht lenkt und nicht bremst). Laut seinem Pressesprecher Stefan Petzner hat Jörg Haider dafür den höchsten Preis bezahlt, nämlich mit seinem Leben.
 

Trauer an der Unfallstelle eine Woche nach dem Autounfall weiterhin ungebrochen

Fotos von Trauer an der Unfallstelle eine Woche nach dem Autounfall. Es kommen noch immer viele Trauergäste. Der rechte Fahrstreifen wurde gesperrt; © Wien-konkret






Fotos von Trauer an der Unfallstelle eine Woche nach dem Autounfall. Es kommen noch immer viele Trauergäste. Der rechte Fahrstreifen wurde gesperrt; © Wien-konkret

Berührende Trauerbotschaften hinterlegt am Unfallort :

* Der König der Kärntner Herzen. Jörgi

* Jeder folgt in seinem Leben einer Straße.
Keiner weiß woher,
wann und wo sie endet.
Alle hinterlassen Spuren
und manche dieser Spuren kreuzen unseren Weg.
Einige, die wir trafen, werden wir nicht vergessen.
Auch wenn sie für immer gehen
in unseren Herzen und unserer Erinnerung bleiben sie ...

* Lieber Jörg
die Umstände, die zu deinem Tod geführt haben, sind nebensächlich
Du bleibst in unseren Herzen
Conny, Sascha, Zita, Susi
 
 

Rückblick: Autounfall Jörg Haiders vom 4. August 1993

Rückblick: Am 4. August 1993 hatte Jörg Haider ebenfalls bereits einen schweren Autounfall, wo er eine Böschung hinunter folg. Er überlebte damals mit viel Glück fast unverletzt. Haider damals: "Ich fahre immer angeschnallt"

PS: Da er nicht das erste Mal mit dem Auto zu schnell unterwegs war, hätte ihm eine rechtzeitige und dauerhafte Führerscheinabnahme das Leben gerettet. In Österreich gab es übrigens 686 Verkehrstote im Jahr 2007. Mit dieses Tatsache hat sich die Gesellschaft großteils abgefunden.
 



Weitere Infos zum Unfallhergang:

=> Fotos vom Unfallauto auf diepresse.at 
=> Fotos vom Unfallauto auf der spiegel.de
=> Fotos vom Inneren des Autos => Klick
=> Fotos von Haiders rechten Schuh in der Wiese => Klick
=> 184 km/h   auf "Neue Züricher Zeitung" (Online Ausgabe 15.10.2008)
=> Letztes Lokal   auf diepresse.at (Online Ausgabe 16.10.2008)
=> Partner des letzten Umtrunks auf der Tageszeitung "Österreich" 17.10.2008
=> Ex-Terrorbekämpfer fragt: War bei Haiders Tod eine Bombe beteiligt?
 
 


=> zurück zum Nachruf Jörg Haider