Wien

Österreich trauert um Fred Sinowatz:

Gedenkbild von Fred Sinowatz

Gedenkbild von Fred Sinowatz
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Name: Dr. Fred Sinowatz
Geboren: 5. Februar 1929 in Neufeld an der Leitha (Burgenland)
Todeszeitpunkt? 11. August 2008
Todesort? Spital SMZ-Ost in Wien
Todesursache? nach einer Herzoperation im Wiener AKH
Kondolenzbuch eintragen:
Im Bundeskanzleramt am Di 12.8.2008 15:30 - 18:00 Uhr und Mi 13.8.2008 und Do 14.8.2008 9 - 19 Uhr; Parlament 20.8.2008
Begräbnis: 21. August 2008 in seiner Heimatgemeinde Neufeld (Burgenland); 16:00 Uhr Trauermesse 
Begräbnis-Wetter: Sonnenschein bei 31 Grad, Windstille
Grabstätte: 164
Höchstes politisches Amt: Bundeskanzler der Republik Österreich
Kinder: 2

Hobby: in seiner Jugend Geige und Fussball spielen; zuletzt Geschichte

 

Donnerstag, 21. August 2008:

8.00 - 11.00 Uhr: Auflage eines Kondolenzbuches im Eingangsbereich des alten Landhauses (Eisenstädter Landhaus, Europaplatz 1, 7000 Eisenstadt)
Ab 9.30 Uhr: Aufbahrung in der Kirche Neufeld an der Leitha (Hauptstraße 22, 2491 Neufeld an der Leitha)
13.15 - 14.00 Uhr: Trauerfeier im Burgenländischen Landtag Reden von Landtagspräsident Walter Prior, Landeshauptmann Hans Niessl und Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer

Bundeskanzler Gusenbauer erinnerte daran, dass in den letzten Tagen sehr viele Menschen persönlich von Fred Sinowatz Abschied genommen und sich in das im Bundeskanzleramt aufliegende Kondolenzbuch eingetragen hätten. "Das zeigt, dass Fred Sinowatz durch sein Handeln und Tun viele Menschen zu dieser Trauer bewegt hat. Er war ein Intellektueller im besten Sinne des Wortes, ausgestattet mit einem tiefen Verständnis für die Gesellschaft, für die Probleme und Nöte der Menschen, sensibel für Veränderungen, die in unserer Gesellschaft immer schneller vor sich gehen. Unser größtes Ziel in der Politik habe, nach seinen Worten, darin zu bestehen, einen Beitrag zu leisten, dass die Menschen auch jenseits aller materiellen Absicherungen glückhaft leben können. Kulturpolitik war für ihn daher die Fortsetzung der Sozialpolitik, denn mit der Sozialpolitik hätten wir die Ungleichheiten und Härten in unserer Gesellschaft auszugleichen. Mit der Kulturpolitik müssten wir versuchen, den Menschen neue Räume der Teilnahme und der individuellen Entfaltung zu ermöglichen", so Gusenbauer.

"Fred Sinowatz war eine beeindruckende Persönlichkeit. Es hat es vermocht, vieles scheinbar Gegensätzliche in seiner Person zu vereinen. Er war ein großer Intellektueller und Philosoph, der aber so formulieren konnte, dass ihn auch die einfachen Menschen verstehen konnten. Auch wenn er politische Auseinandersetzungen mit aller Konsequenz führen konnte, suchte er doch auch immer das Verbindende und stellte den Konsens in den Vordergrund", so er Bundeskanzler.
 

15.00 Uhr: Trauersitzung des Gemeinderates der Stadtgemeinde Neufeld/ Leitha

Reden von Bürgermeister Michael Lampel und dem Bundesminister und Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Österreichs, Werner Faymann. Anschließend wurde die Burgenländische Landeshymne gesungen. Dann gab es einige Plaudereien der VIPs im Kulturzentrum.


Im Kulturzentrum Neufeld:
Foto links: Absingen der Burgenländischen Landeshymne;  Foto Mitte: Alt-Bundeskanzler Franz Franitzky (SPÖ) mit Ex-Innenminister Karl Blecha (SPÖ), Foto rechts: SPÖ-Bundesparteiobmann Werner Faymann im Gespräch; © Wien-konkret



Im Kulturzentrum Neufeld:
Foto links: Absingen der Burgenländischen Landeshymne;
Foto Mitte: Alt-Bundeskanzler Franz Franitzky (SPÖ) mit Ex-Innenminister Karl Blecha (SPÖ),
Foto rechts: SPÖ-Bundesparteiobmann Werner Faymann im Gespräch; © Wien-konkret

Diese Gemeinderatssitzung wurde für die Öffentlichkeit in Bild und Ton auf den Vorplatz übertragen. Es nahmen allerdings nur ca 100 Trauergäste von dieser Möglichkeit Gebrauch, und wenn, dann zumeist im Schatten am Rand (Bild Mitte). Überwältigend war die Anteilnahme der Bevölkerung nicht. Die Gemeinde hatte mit 5000 Trauergästen gerechnet. Naja, die Sozialdemokratie hat schon bessere Zeiten erlebt.
Aber auch promimente SPÖ-Politiker fehlten:
Nicht gesehen wurden: Ex-Frauenministerin Johanna Dohnal, Sozialminister Erwin Buchinger, Alt-Bundeskanzler Viktor Klima, Ex-ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch um nur einige zu nennen.


Foto: Während der Trauerreden - hier im Bild gerade Werner Faymann - waren nur wenige Trauergäste (ca. 100) am Vorplatz zum Kulturzetrum Neufeld. © Wien-konkret



Foto: Während der Trauerreden - hier im Bild gerade Werner Faymann - waren nur wenige Trauergäste (ca. 100) am Vorplatz zum Kulturzetrum Neufeld. © Wien-konkret

Dann marschierte die Trauergemeinde - zuerst die Angehörigen, dann mit deutlichem Abstand getrennt die Politiker - zur Neufelder Kirche.


Foto links: Politiker am Marsch zur Kirche  Foto Mitte: Neufelder Kirche  Foto rechts: Aufgebahrter Fred Sinowatz in der Neufelder Kirche bei der Trauermesse; © Wien-konkret



Foto links: Politiker am Marsch zur Kirche Foto Mitte: Neufelder Kirche Foto rechts: aufgebahrter Fred Sinowatz in der Neufelder Kirche bei der Trauermesse; © Wien-konkret


16.00 Uhr: Requiem in der Kirche Neufeld/ Leitha geleitet von Pfarrer Mag. Wilhelm Ringhofer und Generalvikar der Diözese Eisenstadt Dr. Johannes Kohl (Hauptstraße 22, 2491 Neufeld an der Leitha)
Der abwesende Kardinal Schönborn ließ eine persönliche Botschaft übermitteln:
"Im Gebet bin ich mit der trauernden Familie und Gemeinde verbunden. Wir danken Gott für alles Gute, das der Altbundeskanzler gewirkt hat. Wir bitten Gott, dass er ein barmherziger Richter sei."

Der abwesende Erzbischof von Eisenstadt ist gerade auf einer Reise in Spanien und ließ sich entschuldigen.

Das Requiem wurde für die Öffentlichkeit auf den Hauptplatz - allerdings nur der Ton - übertragen. Ca 200 Trauergäste verfolgten so die Trauermesse vor der Kirche (siehe Fotos).  


Bilder: Der Ton der Trauermesse wurde vor die Kirche übertragen; Bild rechts: Kranz der Bundes-SPÖ; © Wien-konkret






Bilder: Der Ton der Trauermesse wurde vor die Kirche übertragen; Bild rechts: Kranz der Bundes-SPÖ; © Wien-konkret


Video: Trauerzug beim Begräbnis von Alt-Bundeskanzler Dr. Fred Sinowatz (SPÖ) von der Neufelder Kirche zum Friedhof 21.8.2008



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anschließend ca 17 Uhr
Beisetzung am Friedhof Neufeld/ Leitha
Grabreden von Landeshauptmann des Burgenlands Hans Niessl und
Bundespräsident Dr. Heinz Fischer
Einsegung durch den Pfarrer

Landeshauptmann Hans Niessl: "... Das Ableben von Altbundeskanzler Fred Sinowatz hat in der Bevölkerung große Betroffenheit und Anteilnahme ausgelöst. Dr. Fred Sinowatz hat die Geschichte des Burgenlands geprägt und hat sich größte Verdienste um die Republik Österreich erworben. Er war stets sehr eng mit seiner Heimat, vor allen seiner Heimatgemeinde Neufeld verbunden. Fred Sinowatz wurde hier als Sohn einer Arbeiterfamilie geboren. Und es war in jener Zeit eine (gemeint war „keine“) Selbstverständlichkeit, dass einem Kind aus dem Arbeitermilieu die Tür zu einer höheren Bildung offen stand. Diese soziale Ungerechtigkeit, die er bereits in jüngsten Jahren erleben musste, hat ihn Zeit seines Lebens geprägt. …“


Bilder: Begräbnis am Friedhof Neufeld: 
mittlers Bild oben: Grabrede Landeshauptmann Hans Nissl
rechtes Bild oben: Grabrede Bundespräsident Heinz Fischer
rechtes Bild unten: Der amtierende Bundeskanzler Alfred Gusenbauer wirft Fred Sinowatz eine Rote Nelke hinab ins Grab; © Wien-konkret






Bilder: Begräbnis am Friedhof Neufeld:
mittlers Bild oben: Grabrede Landeshauptmann Hans Nissl
rechtes Bild oben: Grabrede Bundespräsident Heinz Fischer
rechtes Bild unten: Der amtierende Bundeskanzler Alfred Gusenbauer wirft Fred Sinowatz eine Rote Nelke hinab ins Grab; © Wien-konkret



Video: Alt-Bundeskanzler Dr. Fred Sinowatz (SPÖ) wird hinabgelassen in sein Grab 21.8.2008





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Die Gräber:

Das Grab des Fred Sinowatz liegt an der Außenmauer des Friedhofs in Richtung Fußballplatz. Rechts neben ihn ruhen die zwei Alt-Landeshauptleute des Burgenlands Ludwig Leser (1945-46) und Hans Bögl (1964-66). Ca. 50 Meter Richtung Kirche liegt die bereits verstorbene Ehefrau von Fred Sinowatz, Hermi (Bild rechts) in einem eigenen Familiengrab.


Foto links: Grab Fred Sinowatz Foto Mitte: die drei Gräber Sinowatz - Leser - Bögl Foto rechts: Grab Hermi Sinowatz; © Wien-konkret



Foto links: Grab Fred Sinowatz
Foto Mitte: die drei Gräber Sinowatz - Leser - Bögl
Foto rechts: Grab Hermi Sinowatz; © Wien-konkret


Die Dienstautos der Genossen am Begräbnis:

PS: Schaut man sich die Dienstautos an, die sich der jetztige SPÖ-Bundespräsident, SPÖ-Bundeskanzler, die SPÖ-Bundesminister, SPÖ-Landeshauptleute und SPÖ Spitzenfunktionäre auf Steuerzahler kosten lassen, dann glaubt man nicht beim Begräbnis eines einstigen Arbeiterpartei-Chefs zu sein. Was sich ein Arbeiter von heute - der bei den Preissteigerungen die Miete und den Strom nicht mehr bezahlen kann - über den Luxus der SPÖ-Spitze denkt, ist ein eigenes Kapitel. Jedenfalls sollte man genau hinhören, wenn Heinz Fischer, Alfred Gusenbauer, Werner Faymann und Michael Häupl in Zukunft über die Armut und die soziale Wärme in Österreich sprechen. (Sie hätten zumindest eine Fahrgemeinschaft von Wien aus machen können. Tipp: Klimaschutz und so ...; oder auch mit der Eisenbahn anreisen können: Bahnhofsstation in Neufeld)

Ein herzliches "Freundschaft Genossen"


Foto: Die angereisten Dienstautos der SPÖ Präsidenten, Minister, Landeshauptleute, Abgeordneten / 
Foto Mitte: Der Dienst-Mercedes von Herrn Bundespräsidenten Heinz Fischer (SPÖ)
Foto rechts: Bundeskanzler Alfred Gusenbauer besteigt gerade seinen Luxusschlitten; © Wien-konkret



Foto: Die angereisten Dienstautos der SPÖ Präsidenten, Minister, Landeshauptleute, Abgeordneten /
Foto Mitte: Der Dienst-Mercedes von Herrn Bundespräsidenten Heinz Fischer (SPÖ)
Foto rechts: Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) besteigt gerade seinen Luxusschlitten;
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Aufbahrung im Parlament - 20.8.2008:

Fotos: Aufbahrung von Fred Sinowatz in der Säulenhalle des Parlaments am 20.8.2008; © Wien-konkret



Fotos: Aufbahrung von Fred Sinowatz in der Säulenhalle des Parlaments am 20.8.2008; © Wien-konkret


Mittwoch, 20. August 2008, 11.00 - 18.00 Uhr:
Öffentliche Aufbahrung in der Säulenhalle des Parlaments (Zugang über die Rampe, Parlament, Dr. Karl-Renner-Ring 3, 1010 Wien)
 
Es kamen einige Trauergäste, um sich ins Kondolenzbuch einzutragen und anschließend Fred Sinowatz eine letzte Ehre zu erweisen.
 



Meilensteine und Wendepunkte im Leben Sinowatz:

* 1964–1966 Landtagspräsident im Burgenland
* 1971: Fred Sinowatz wird unter Bruno Kreisky Unterrichtsminister

* 1983 bis 1986: Österreichischer Bundeskanzler in einer SPÖ-FPÖ Koalition
* 22. Dezember 1984: Fred Sinowatz verordnete Nachdenkpause für Hainburg und verhindert damit drohende Gewalthandlungen der Arbeiter / Gewerkschaft (ÖGB) gegen die protestierenden Studenten in der Au. Die Nachdenkpause dauert bis heute - wir schreiben das Jahr 2008 - an. Das Donaukraftwerk Hainburg wurde nicht gebaut
* Skandale in seiner Amtszeit: Wein-skandal, VÖST-Skandal, AKH Skandal, Lucona-skandal
* Resümee Sinowatz: "Es ist alles sehr kompliziert" und "Ohne Partei bin ich nichts"

* Juni 1986: Rücktritt als Bundeskanzler am Tag der Angelobung von Kurt Waldheim als Bundespräsident
* 1992: Fred Sinowatz wurde wegen falscher Zeugenaussage rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 360.000 Schilling verurteilt.
* 1993: Fred Sinowatz wird im Noricum-Prozess wegen Amtsmissbrauch freigesprochen

* 16. März 2006 Fred Sinowatz hält die Trauerrede für den Präsidenten des Nationalrats und Ehrenvorsitzenden der SPÖ und ehemaligen Bürgermeister von Wien Leopold Gratz
 
Mehr Infos über => Fred Sinowatz



Bundeskanzler Gusenbauer tief betroffen vom Ableben des Altbundeskanzlers Fred Sinowatz

"Ich verliere einen Freund"; "Fred Sinowatz war ein großer Sozialdemokrat, ein bedeutender Bundeskanzler der Zweiten Republik und hat unser aller Leben entscheidend geprägt"

Bundeskanzler Alfred Gusenbauer zeigte sich heute auf das Ableben des früheren Bundeskanzlers und Unterrichtsministers Fred Sinowatz tief betroffen: "Ich habe Fred Sinowatz, der das schwierige Amt der Kanzlerschaft von Bruno Kreisky übernommen hat, als Politiker und als Freund sehr geschätzt. Sein Tod bedeutet eine nicht zu schließende Lücke an Erfahrung, Klugheit und Menschlichkeit." Sinowatz, der nach zwölf Jahren als erfolgreicher Bundesminister für Unterricht und Kunst das Kanzleramt übernommen und drei Jahre eine Regierung geführt hatte, die vor schwersten Aufgaben stand, habe sich stets als einfühlsam und redlich erwiesen. Sein Ziel sei es gewesen,
den Menschen des Landes zu dienen, den sozialen Fortschritt der Ära Kreisky weiter auszubauen und Österreich gerechter zu gestalten, so der Bundeskanzler in seiner Würdigung des politischen Lebens von Fred Sinowatz.

Sinowatz gehöre zu jenen Politikern, die am Werdegang Österreichs zu einem modernen Staat entscheidend mitgewirkt haben. "Mit seiner zukunftsorientierten, erfolgreichen 12-jährigen Bildungspolitik wollte er allen Kindern die bestmögliche Ausbildung nach ihren Fähigkeiten ermöglichen und war bestrebt, soziale Bildungsbarrieren, auch zwischen Stadt und Land, abzubauen." Und wenn man sich, so Bundeskanzler Gusenbauer, die Herausforderungen ansehe, vor denen Sinowatz und sein Kabinett 1983 und in den Folgejahren standen, "kann man ermessen, wie sehr er auch in dieser Funktion ein Staatsmann blieb, der das Gemeinsame und den Ausgleich vor das Trennende stellte." Das Budget musste konsolidiert, das Staatsdefizit verringert, die Verstaatliche Industrie saniert werden. Dazu kamen heftige innenpolitische Debatten um das Kraftwerk Hainburg. "Letztlich war es das Verdienst von Kanzler Sinowatz, dass man auf die Anliegen der Umweltschützer eingehen konnte, parteiinterne Konflikte beigelegt wurden und der soziale Frieden erhalten blieb."
Auch der ausgleichende Umgang mit den wiederkehrenden Schatten der Vergangenheit, als Österreich sich während des Waldheim-Wahlkampfes in zwei Lager zu spalten drohte, zeige die Größe dieses den Menschen und ihren Bedürfnissen verpflichteten, klugen Politikers. Dabei ist er, so der Bundeskanzler, "auch stets konsequent geblieben und hat sich nicht verbiegen lassen." Vielleicht sei er gerade deshalb in Zeiten eines aufkeimenden, johlenden Rechtspopulismus auch so gerne missverstanden worden. "Ich habe es immer als zutiefst ungerecht empfunden, wie unreflektiert ein angeblicher Sinowatz-Ausspruch wiedergegeben wurde. Tatsächlich lautet ja die fragliche Stelle aus seiner Regierungserklärung 1983, die auf die anstehenden Herausforderungen einging: 'Ich weiß, das klingt alles sehr kompliziert...'. Dass man sich darüber lächerlich machte und es zu seiner 'Trademark' zu stilisieren versuchte, war und ist absurd", sagt Bundeskanzler Gusenbauer.

Sein Rücktritt 1986 sowie die geordnete Übergabe an den Nachfolger Franz Vranitzky würden klar zeigen, dass es Sinowatz immer um das Staatsganze zu tun war. Einem modernen, sozial gerechten Österreich den Weg in die Zukunft zu weisen, sei ihm bis zuletzt ein Anliegen gewesen. Gerade deshalb habe er in den Folgejahren auch verstärkt für eine entschlossene europäische Sozialdemokratie plädiert, die sich zum Schutze der Menschen in diesem Land gegen die negativen Folgen der Globalisierung und des Neokonservativismus stemmen müsse. "Fred Sinowatz war ein großer Sozialdemokrat, ein bedeutender Bundeskanzler der Zweiten Republik und hat unser aller Leben entscheidend geprägt. Ich verliere einen Freund. Meine tiefe Anteilnahme gilt nun der Familie von Fred Sinowatz", so Bundeskanzler Alfred Gusenbauer
abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag. Stefan Hirsch
Pressesprecher des Bundeskanzlers
Tel. (01) 531 15 - 2917
Qu.:
OTS0174    2008-08-11/16:59



Ex-Bundeskanzler Franz Vranitzky (SPÖ) tief betroffen über Tod von Fred Sinowatz

"Fred Sinowatz war trotz seiner exponierten politischen Position ein maßvoller und der schrillen Tagesrhetorik abholder, hochgebildeter Repräsentant der österreichischen Politik im
Allgemeinen und der Sozialdemokratie im Besonderen. Während seiner Amtsführung als Bundeskanzler war die österreichische Industrielandschaft ebenso von einigen gravierenden Turbulenzen geprägt wie die Parteienlandschaft in innen- und außenpolitischen
Angelegenheiten. Das Drama Hainburg wurde noch oben draufgesetzt. Sinowatz begegnete all diesen Herausforderungen, die mit Wucht seine eigene Person betrafen, mit Gelassenheit und Überblick.
Ich genoss das in meiner Lebensgeschichte einmalige Privileg, Amtsnachfolger der großartigen Persönlichkeit Fred Sinowatz zu werden. Ich habe heute nicht nur den Vorgänger als weisen Gesprächspartner, sondern auch den unvergesslichen Freund verloren", erklärte der ehemalige Bundeskanzler und SPÖ-Vorsitzende Franz Vranitzky tief betroffen zum heutigen Tod seines Amtsvorgängers Fred Sinowatz.

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01-53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien,
OTS0202    2008-08-11/17:48



Michael Häupl (SPÖ) tief betroffen über den Tod von Fred Sinowatz

Mit tiefer Betroffenheit reagierte Wiens Bürgermeister Dr. Michael Häupl auf den Tod des früheren
Bundeskanzlers und SPÖ-Vorsitzenden Fred Sinowatz: "Wir haben einen aufrechten Weggefährten und wahren Freund verloren. Mein Mitgefühl gilt seiner Familie", erklärte Häupl Montag Nachmittag.

Fred Sinowatz, der 2004 von Bürgermeister Häupl das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien überreicht bekommen hatte, war von 1983 bis 1986 Bundeskanzler und von 1983 bis 1988 SPÖ-Vorsitzender gewesen.

Rückfragehinweis:
Mag. Ingrid Luttenberger
Mediensprecherin Bgm. Dr. Michael Häupl
Tel.: 01-4000/81 846

OTS0178    2008-08-11/17:03



HC Strache (FPÖ) betroffen über Ableben von Altkanzler Sinowatz

Betroffen über das Ableben von Altkanzler Fred Sinowatz zeigte sich FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache. Als erster Kanzler nach Bruno Kreisky habe Sinowatz ein großes Erbe zu bewältigen gehabt. Seine Menschlichkeit habe ihn quer über alle Parteigrenzen hinweg zu einem geschätzten Gesprächspartner gemacht, in der Koalition mit der FPÖ sei er ein fairer Partner gewesen. "Unser Mitgefühl gilt nun seinen Angehörigen", so Strache.

Rückfragehinweis:   FPÖ
OTS0190    2008-08-11/17:31



Werner Faymann (SPÖ): "Wir verlieren mit Altbundeskanzler Fred Sinowatz einen

"Mit großer Betroffenheit und in tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Fred Sinowatz", erklärte SPÖ-Vorsitzender Werner Faymann zum Tod des ehemaligen SPÖ-Vorsitzender, Altbundeskanzler
Fred Sinowatz, der heute im 80. Lebensjahr verstorben ist. "Wir verlieren mit Fred Sinowatz einen großen Politiker und einen wahren Menschenfreund, der Unschätzbares für die Menschen in Österreich und die Sozialdemokratie geleistet hat". Als langjähriger Unterrichtsminister hat Fred Sinowatz immer nach dem für die SPÖ bis heute gültigen Motto "Jede Investition in die Ausbildung unserer Kinder ist eine Investition in die Zukunft des Landes" gehandelt. "Und auch als Bundeskanzler hat Fred Sinowatz, der seinem geliebten Burgenland stets eng verbunden blieb, nie seine Wurzeln vergessen. Jene Wurzeln, die die Sozialdemokratie bis heute stark machen: Nämlich der unbedingte Glauben daran, dass Politik für die Menschen da sein muss", so Faymann in Würdigung des beliebten Politikers Fred Sinowatz.

Faymann würdigte den unermüdlichen Einsatz Fred Sinowatz als SPÖ-Parteivorsitzender, der "für die österreichische Sozialdemokratie von unschätzbarem und bleibendem Wert ist. Mit der Entwicklung
moderner, zukunftsweisender Konzepte hat Fred Sinowatz wichtige Grundlagen für die Wahlerfolge der SPÖ in den sechziger und siebziger Jahren geschaffen". "Was Fred Sinowatz immer ausgezeichnet hat, ob als Landespolitiker oder als Bundeskanzler der Republik Österreich und langjähriger Parteivorsitzender der SPÖ, war sein offenes Zugehen auf, sein Verständnis für und seine Liebe zu den Menschen sowie seine hohe Glaubwürdigkeit. Zu keiner Zeit hat Fred Sinowatz, der seiner
burgenländischen Heimat Neufeld zeitlebens aufs Engste verbunden blieb, seinen guten Draht zu den Menschen verloren. Das hat ihn als großen Politiker und als guten Freund immer ausgezeichnet",
bekräftigte Faymann.

Aber auch in der Bildungspolitik habe Fred Sinowatz mit seinem Reformwerk Wichtiges und Bleibendes hinterlassen: "Unter Fred Sinowatz wurde das österreichische Bildungssystem modernisiert und in
Richtung auf eine größere soziale und regionale Chancengleichheit geöffnet. Egal aus welcher sozialen und gesellschaftlichen Schicht das Kind oder der Jugendliche stammte, der freie Zugang zur Bildung
wurde dank Fred Sinowatz garantiert. Davon haben so wie ich viele Menschen profitiert. Dafür und für alles andere, was Du uns hinterlassen hast, sind wir Dir zutiefst dankbar. Fred, Du hast uns unendlich viel gegeben und Du wirst uns allen fehlen. Die Sozialdemokratie verliert einen großartigen Freund und einen Mann, der mit Leib und Seele Politiker war. Unser tief empfundenes Mitleid gilt in dieser schweren Stunde den Angehörigen von Fred Sinowatz", gab Faymann seiner Trauer Ausdruck.

Abschließend erinnerte SPÖ-Parteivorsitzender Werner Faymann an ein Interview, in dem Fred Sinowatz auf die Frage, was von ihm eines Tages in den österreichischen Geschichtsbüchern zu lesen sein soll, geantwortet hatte: "Wenn ein Satz gesagt würde, dann vielleicht der, dass Fred Sinowatz einer jener Politiker gewesen ist, für den Politik nicht nur ein vordergründiges Geschäft war, sondern wirklich ein Lebensinhalt, und der auf allen Gebieten der Politik versucht hat, die Verbindung der Politik zum Menschsein zu bewahren. Ich hoffe, dass es so gesagt wird."

Faymann dazu: "Lieber Fred, für jeden, der dich kennenlernen durfte, war klar, dass du als Politiker immer auf der Seite der Menschen gestanden bist. Wir werden deiner immer gedenken, du warst ein großartiger Politiker und ein großer Menschenfreund." ...


Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275, 
Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Qu.: OTS0177    2008-08-11/17:00