Wien

Die Grünen - eine junge Partei

23. November 1986:  Bei der Nationalratswahl erreicht die „Grüne Alternative - Liste Freda-Meissner-Blau“ (Kurzbezeichnung: GRÜNE) 234.028 Stimmen, das sind 4,82% (Bundesländer: Vorarlberg 8,83%, Wien 6,09%, Salzburg 5,91%, Tirol 5,76%, Oberösterreich 4,87%, Steiermark 4,08%, Kärnten 3,78%, Niederösterreich 3,59%, Burgenland 2,48%). Das beste Gemeinde-Ergebnis wird in der slowenischsprachigen Gemeinde Zellfarre in Südkärnten mit 24,55% erzielt (es bleibt das beste Grün-Ergebnis aller Nationalratswahlen im 20.Jahrhundert) . Der Grünen Alternative gelingt somit als vierter Partei, mit 8 Mandaten, der Einzug ins Parlament.

17. Dezember 1986:  Die 8 Nationalratsabgeordneten der Grünen Alternative (Josef Buchner, Herbert Fux, Walter Geyer, Freda Meissner-Blau, Peter Pilz, Karel Smolle, Manfred Srb, Andreas Wabl) werden angelobt. Erste Klubobfrau wird Freda Meissner-Blau.

13.-15. Februar 1987:  1. Bundeskongress der Grünen Alternative in Klagenfurt/Celovec (Kärnten) mit Konstituierung der Partei und Anerkennung der bisher gegründeten Landesorganisationen.

Wahl von Werner Haslauer (Wien, Ex-Bundesgeschäftsführer der ALÖ) und Manfred Stadlmann (Vorarlberg) zu Bundesgeschäftsführern. Stadlmann verzichtet wenig später auf die Ausübung seines Amtes, da diese aus finanziellen Gründen (Kürzung der Parteienfinanzierung) nicht mehr möglich ist.

3. Mai 1987:  Auf dem Kulturgelände Nonntal in Salzburg findet die konstituierende Generalversammlung der „Grünen Bildungswerkstatt“ (Bildungsakademie der Grünen Alternative) statt. Erster Bundesobmann wird Christian Burtscher (Gemeinderat in Grödig bei Salzburg). Neben der Bundesorganisation werden auch 10 Landesvereine der Grünen Bildungswerkstatt gegründet (9 Bundesländer plus ethnische Minderheiten).

4. Oktober 1987:  Bei der Landtagswahl im Burgenland verfehlt die Grüne Alternative die 5%-Hürde. Sie kommt auf 3.873 Stimmen und 2,20%. Die besten Ergebnisse (6-7%) werden dank der Spitzenkandidatin Marijana Grandits in kroatischsprachigen Gemeinden erzielt.

24. Oktober 1987:  An einer bundesweiten Demonstration gegen Sozialabbau in Wien, an der fast 50.000 Menschen teilnehmen, beteiligt sich auch die Grüne Alternative massiv.

8. November 1987:  Die Grüne Alternative (Kurzbezeichnung: GRÜNE) kandidiert zu den Gemeinderats (Landtags-)Wahlen in Wien. Spitzenkandidatin ist die Schulpsychologin Friedrun Huemer. Mit 30.713 Stimmen und 4,40% wird die 5%-Hürde für den Einzug ins Rathaus knapp verfehlt. Allerdings gelingt der Grünen Alternative bei den gleichzeitig abgehaltenen Bezirksvertretungswahlen der Einzug in allen 23 Bezirken, mit insgesamt 55 Mandaten (von 1.082) und durchschnittlich 4,99% (34.327 Stimmen). Die besten Ergebnisse - jeweils 4 Mandate -werden in den StudentInnen-Bezirken Josefstadt (9,68%), Mariahilf (9,65%) und Neubau (9,14%) erzielt.

13.-15. Mai 1988:  2. Bundeskongress der Grünen Alternative auf Schloss Röthelstein bei Admont (Steiermark). Johannes Voggenhuber (von 1982-1987 Stadtrat der Bürgerliste in Salzburg) und Pius Strobl (Burgenland, 1987 Pressesprecher des Grünen Parlamentsklubs) werden zu Bundesgeschäftsführern gewählt. In den Bundesvorstand gewählt werden weiters Alexandra Bader, Eva Hauk, Werner Moidl (Finanzreferent), Maria Unfried und Sonja Puntscher-Riekmann.

1. Oktober 1988:  Bei einem Koordinationstreffen der „Europäischen Grünen“ wird die Grüne Alternative einstimmig als Vollmitglied der Koordination aufgenommen.

16. Oktober 1988:  Ohne Kurzbezeichnung, da GRÜNE von der Landeswahlbehörde untersagt wurde, tritt „Die Grüne Alternative - Grüne im Parlament“ zu den Landtagswahlen in Niederösterreich an, Spitzenkandidatin ist die Hainburger Gemeinderätin Helga Erlinger. Sie erreicht 23.266 Stimmen und 2,45%, wobei das Ergebnis im Industrieviertel (3,5%) am besten ist, der Einzug in den Landtag wird klar verfehlt.

Herbst 1988:  Klubobfrau Freda Meissner-Blau, Walter Geyer und Herbert Fux legen nacheinander ihre Nationalratsmandate zurück. Ihnen folgen mit Helga Erlinger, Holda Harrich und Astrid Kuttner-Kirchbaumer drei Frauen. Zum neuen Klubobmann wird Andreas Wabl gewählt.

17.-19. Februar 1989:  Der bundesweite Kongress „Ja zu Europa - Nein zur EG“ mit Beteiligung von Grünen aus EFTA-Ländern in Innsbruck-Igls (Tirol) wird inhaltlicher Auftakt einer Anti-EG-Kampagne der Grünen Alternative.

12. März 1989:  An diesem Tag finden drei Landtagswahlen statt.

In Kärnten tritt die Grüne Alternative in einem kurzfristig geschlossenen Bündnis mit anderen Gruppen (Villacher Friedenskomitee, Bewegung gegen Schultrennung, usw.) unter dem Namen „Wahlplattform Anderes Kärnten/Drugačna Koroška“ (Kurzbezeichnung: GRÜNE/ZELENI) an und erreicht 5.976 Stimmen, das sind 1,69%. Bei den Landtagswahlen in Salzburg gelingt der „Bürgerliste“ (so heisst dort die Landesorganisation der Grünen Alternative) mit 15.171 Stimmen und 6,15% erstmals der Einzug in den Chiemseehof, Christian Burtscher (Lehrer und ehemaliger Vorsitzender der Grünen Bildungswerkstatt) und Karoline Hochreiter (Initiative „Mütter gegen Atomkraftwerke“) werden Landtagsabgeordnete. Unterstützt von der Proteststimmung gegen Transitverkehr und EG, gelingt der Grünen Alternative in Tirol das Überspringen der 5%-Hürde und der Einzug mit 3 Abgeordneten (Eva Lichtenberger, Jutta Seethaler, Franz Klug) in den Landtag. Sie erreicht 30.960 Stimmen und 8,26%, in Innsbruck wird mit 12,7% ein Grundmandat gewonnen. Damit ist die Grüne Alternative Tirol für die nächsten zweieinhalb Jahre die bei Wahlen erfolgreichste Landesorganisation.

8. Oktober 1989:  Der Grünen Alternative Vorarlberg (Kurzbezeichnung: GAV) gelingt bei den Landtagswahlen knapp das Überspringen der 5%-Hürde, Brigitte Flinspach und Jutta Kräutler-Berger werden Abgeordnete. Sie kommen auf 9.234 Stimmen und 5,18%.

17. Dezember 1989:  Bei einem Koordinationstreffen der „Europäischen Grünen“ in Brüssel wird Gerhard Jordan als Vertreter der Grünen Alternative in das 5-köpfige Co-Sekretariat (entspricht einem geschäftsführenden Vorstand) gewählt.

20.-22. April 1990:  4. Bundeskongress der Grünen Alternative in Goldegg (Salzburg). Wahl der Restmandats-Listen der Wahlkreisverbände West und Ost und des „Spitzen-Quartetts“ für die Nationalratswahl 1990, bestehend aus Monika Langthaler (Niederösterreich), Madeleine Petrovic (Wien), Severin Renoldner (Tirol) und Johannes Voggenhuber (Salzburg), in dem Peter Pilz überraschend nicht vertreten ist.

13.-15. Juli 1990:  5. Bundeskongress der Grünen Alternative in Telfs (Tirol). Diskussion und Beschluss des Programms für die Nationalratswahl 1990.

7. Oktober 1990:  Ohne Kurzbezeichnung, da GRÜNE nicht erlaubt wird, allerdings als Liste 4, kandidiert „Die Grüne Alternative - Grüne im Parlament“ zur Nationalratswahl, bei der sie 225.084 Stimmen und 4,78% erreicht (Bundesländer: Wien 7,62%, Salzburg 7,28%, Tirol 6,33%, Vorarlberg 5,25%, Oberösterreich 4,13%, Steiermark 3,94%, Niederösterreich 3,27%, Kärnten 3,00%, Burgenland 2,50%). Das beste Gemeinde-Ergebnis wird in der Stadt Salzburg mit 11,29% erzielt. Die Grüne Alternative erreicht 10 Mandate, 5 der Abgeordneten sind Frauen.

5. November 1990:  Die grünalternativen Nationalratsabgeordneten Rudi Anschober, Marijana Grandits, Christine Heindl, Monika Langthaler, Madeleine Petrovic, Peter Pilz, Manfred Srb, Terezija Stoisits, Johannes Voggenhuber und Andreas Wabl werden angelobt. Zum Klubobmann wird Johannes Voggenhuber (mit knapper Mehrheit gegen Madeleine Petrovic) gewählt.

7.-9. Dezember 1990:  6. Bundeskongress der Grünen Alternative in Wien-Strebersdorf. Zu Bundesgeschäftsführern werden Franz Floss (Wien, Lebensmittelchemiker und Mitglied der „Sozialistischen Alternative“) und Franz Renkin (Niederösterreich, Religionslehrer und Gemeinderat in Wiener Neustadt) gewählt.

10. November 1991:  Bei der Gemeinderats- und Landtagswahl in Wien gelingt der Grünen Alternative Wien (Kurzbezeichnung: GA) mit 7 Mandaten der Einzug ins Rathaus: sie kommt auf 65.245 Stimmen und 9,08%. Damit erringt die GA auch einen von 14 Sitzen im Stadtsenat (zugleich Landesregierung). Diese Funktion nimmt Christoph Chorherr (bisher Referent für Wirtschafts- und Energiepolitik im Grünen Parlamentsklub) wahr. Klubobmann wird der Spitzenkandidat und bisherige Nationalratsabgeordnete Peter Pilz.

9. Dezember 1991:  Die 7 GA-GemeinderätInnen und Wiener Landtagsabgeordneten Peter Pilz, Susi Jerusalem, Hannelore Weber, Jean Margulies, Jutta Aouas-Sander, Friedrun Huemer und Günter Kenesei sowie der einzige grüne nicht-amtsführende Stadtrat (zugleich Mitglied der Landesregierung), Christoph Chorherr, werden angelobt.

Jänner 1992:  Johannes Voggenhuber wird als Klubobmann bei einer Klausur des Grünen Parlamentsklubs abgewählt, neue Klubobfrau wird Madeleine Petrovic.

26. April 1992:  Der grünalternative Kandidat Robert Jungk, Schriftsteller und Zukunftsforscher, erreicht im 1. Wahlgang der Bundespräsidentschaftswahl 266.954 Stimmen und 5,75%

29.-31. Mai 1992:  7. Bundeskongress der Grünen Alternative in Gmunden (Oberösterreich). Diskussion um die Parteireform. Abschaffung der „Unvereinbarkeit“: es wird beschlossen, dass in Zukunft auch Nationalrats- oder Landtagsabgeordnete dem Bundesvorstand angehören dürfen. Davon ausgenommen ist vorerst noch die neu geschaffene Funktion eines Bundessprechers.

9.-11. Oktober 1992:  8. Bundeskongress der Grünen Alternative in Bad Gleichenberg (Steiermark). Eine Parteireform wird beschlossen, Peter Pilz - nunmehr Klubobmann im Wiener Rathaus - wird (gegen Franz Floss) zum Bundessprecher gewählt, nachdem die „Unvereinbarkeit“ auch für diese Funktion aufgehoben wurde. Peter Altendorfer (Niederösterreich, Gemeinderat in Baden) wird Bundesgeschäftsführer.

23. Jänner 1993:  Bei einem „Lichtermeer gegen Fremdenhass“ anlässlich eines von der FPÖ eingeleiteten Anti-Ausländer-Volksbegehrens nehmen in Wien über 200.000 Menschen teil. Veranstaltet wird die Kundgebung von der Organisation „SOS Mitmensch“, an deren Gründung VertreterInnen der Grünen Alternative maßgeblich beteiligt waren.

11.-13. Mai 1993:  Bei den Wahlen zum Zentralausschuss der Österreichischen Hochschülerschaft wird die von der Grünen Alternative unterstützte GRAS (Grüne und Alternative StudentInnen) zweitstärkste Fraktion und überholt den VSStÖ. Die GRAS kommt auf 9.893 Stimmen, das sind 14,53% und 10 Mandate (+5).

23. Juni 1993:  Eine Statutenänderung, die auch die Namensänderung auf „DIE GRÜNEN - DIE GRÜNE ALTERNATIVE (GRÜNE)“ enthält, wird beim Innenministerium hinterlegt.

2. Juli 1993:  Die Grüne Alternative präsentiert in der Wiener Börse ihr Wirtschaftsprogramm, das u.a. Vorschläge für eine Erhöhung der Mineralölsteuer, für Energiesteuern und für Investitionen in den Bereichen Öffentlicher Personennahverkehr, Abwärmenutzung von Kraftwerken, Biomasse, Kraft-Wärme-Kopplung und energiesparendes Bauen enthält.

10.-12. Dezember 1993:  9. Bundeskongress der Grünen - Die Grüne Alternative in Klagenfurt. Der Bundeswahlvorschlag für die Nationalratswahl 1994 wird erstellt, auf die ersten beiden Plätze werden Klubobfrau Madeleine Petrovic und NR-Abg. Terezija Stoisits gewählt, die beide kurz zuvor wegen ihres Engagements für die Rechte von AusländerInnen Briefbomben von Rechtsextremen erhalten hatten.

13. März 1994:  Es finden drei Landtagswahlen statt.

In Kärnten erzielt die Grüne Alternative (Kurzbezeichnung: GRÜ) aufgrund des Kleinparteien benachteiligenden Wahlrechts bloß 5.554 Stimmen und 1,59%. In Salzburg kommt die Bürgerliste auf 18.585 Stimmen und 7,27%, was eine Steigerung von +1,1 Prozentpunkten bedeutet. In Tirol gelingt der Grünen Alternative mit 39.208 Stimmen und 10,68% ein Zuwachs von +2,4 Prozentpunkten und das erste zweistellige Landtagswahlergebnis. Besonders gute Ergebnisse gibt es dank der EU-kritischen Politik in den vom Transitverkehr besonders betroffenen Gemeinden wie etwa Völs (18,8%).

12. Juni 1994:  Bei der Volksabstimmung über den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union stimmen 66,58% mit „Ja“, und 33,42% mit „Nein“. Die Grüne Alternative hatte sich mehrheitlich für ein „Nein“ ausgesprochen. Am Tag nach der Abstimmung gibt Johannes Voggenhuber bekannt, dass er die von zwei Dritteln der ÖsterreicherInnen getroffene Entscheidung respektieren und im Parlament für die Ratifizierung des Beitrittsvertrags stimmen werde. Der Bundesvorstand der Grünen Alternative schließt sich am 14. Juni dieser Haltung einstimmig an und legt fest, welche Aufgaben (Kontrolle der Versprechen der Regierung, Zusammenarbeit mit den Kräften der Veränderung innerhalb der EU) er in der neuen Situation sieht.

2./3. Oktober 1994:  Bei der Arbeiterkammerwahl verbessert sich die „Gewerkschaftliche Einheit - Alternative GewerkschafterInnen“ (GE/AG), die in Tirol als „GRÜNE in der AK“ und in Vorarlberg unter dem Namen „Zusammen“ antritt, von 5 auf 14 Mandate in insgesamt 6 Bundesländern.

9. Oktober 1994:  Bei der Nationalratswahl erreichen „Die Grünen - Die Grüne Alternative“ (Kurzbezeichnung: GRÜNE) 338.538 Stimmen, das sind 7,31% und 13 Mandate. Neben den bisherigen Abgeordneten Rudi Anschober, Monika Langthaler, Madeleine Petrovic, Severin Renoldner, Terezija Stoisits, Johannes Voggenhuber und Andreas Wabl ziehen neu in den Nationalrat ein: Willy Gföhler, Theresia Haidlmayr, Gabriele Moser, Karl Öllinger, Doris Pollet-Kammerlander und Alexander van der Bellen. Madeleine Petrovic wird als Klubobfrau wiedergewählt. In Wien erreichen die Grünen mit 9,76% der Stimmen das beste Bundesländer-Ergebnis.

18.-20. November 1994:  In Bad Vöslau (Niederösterreich) findet der 11. Bundeskongress der Grünen statt. Madeleine Petrovic löst Peter Pilz, der sich auf die Wiener Gemeinderatswahl 1996 konzentrieren will, als Bundessprecher ab.

Jänner 1995:  Unter den 21 bis zur Europawahl vom Nationalrat entsandten österreichischen Europaparlamentsabgeordneten befindet sich als Vertreter der Grünen Johannes Voggenhuber.

16.-18. Mai 1995:  Bei den Wahlen zum Zentralausschuss der Österreichischen Hochschülerschaft kann die GRAS (Grüne und Alternative StudentInnen) ihre Position als zweitstärkste Kraft ausbauen. Sie kommt auf 12.182 Stimmen, das sind 18,46% und 13 Mandate (+3).

17. Dezember 1995:  Bei der vorgezogenen Nationalratswahl verlieren die Grünen massiv, vor allem in Richtung SPÖ, und erreichen 233.232 Stimmen, das sind 4,81% und 9 Mandate. Die 9 Abgeordneten sind nunmehr Rudi Anschober, Theresia Haidlmayr, Monika Langthaler, Karl Öllinger, Madeleine Petrovic, Terezija Stoisits, Alexander Van der Bellen, Johannes Voggenhuber und Andreas Wabl. Madeleine Petrovic wird in der Folge als Klubobfrau wiedergewählt, Van der Bellen zu ihrem Stellvertreter.

29.-31. März 1996:  Der 14. Bundeskongress der Grünen findet in Linz statt. Neben einer Diskussion zum Thema „Grüne Standortbestimmung“ werden die Bundesfunktionen neu gewählt. Neuer Bundessprecher wird der Wiener nicht-amtsführende Stadtrat Christoph Chorherr, Bundesgeschäftsführerin die Nationalratskandidatin von 1995, Ulrike Lunacek.

21.-23. Juni 1996:  Im Wiener Austria Center findet der 1. Kongress der Europäischen Föderation Grüner Parteien (EFGP) mit 200 Delegierten und zahlreichen Gästen statt, der u.a. eine gemeinsame Stellungnahme zur EU-Regierungskonferenz beschließt. Vor Beginn des Kongresses, am 21. Juni, hatte der Grüne Rathausklub Wien das erste europaweite Treffen grüner GemeindepolitikerInnen im Rathaus veranstaltet.

13. Oktober 1996:  Bei der ersten österreichischen Europaparlamentswahl kommen die Grünen mit Spitzenkandidat Johannes Voggenhuber auf ein Mandat und 258.250 Stimmen, das sind 6,81%. Am selben Tag finden auch Gemeinderatswahlen in Wien statt. Die Grünen halten zwar ihre 7 Mandate, kommen jedoch nur auf 58.620 Stimmen, das sind 7,94%. Neue nicht-amtsführende Stadträtin wird die bisherige Gemeinderätin Friedrun Huemer, GemeinderätInnen werden Peter Pilz, Susanne Jerusalem, Christoph Chorherr, Alessandra Kunz, Günter Kenesei, Jutta Sander und Maria Vassilakou.

24.-26. Jänner 1997:  Bei der Bundestagung der Grünen in Linz zum Thema „Ein Grüner Kompass für eine andere Republik“ wird ein weiterer Schritt in der Programmdiskussion gesetzt, ein Schwerpunkt ist der Bereich „Sozialpolitik“.

13.-15. Mai 1997:  Bei den Wahlen zum Zentralausschuss der Österreichischen HochschülerInnenschaft verliert die GRAS zwar 3 Mandate, kann jedoch mit 10 Mandaten und 9.182 Stimmen (14,62%) den zweiten Platz im bundesweiten StudentInnenparlament (und an einigen Hauptausschüssen) verteidigen.

13. Dezember 1997:  16. Bundeskongress der Grünen in Wien. Der Bundesvorstand mit Ausnahme der Bundesgeschäftsführerin Ulrike Lunacek wird neu gewählt. Bundessprecher als Nachfolger des zurückgetretenen Christoph Chorherr wird Alexander Van der Bellen, als weitere Bundesvorstandsmitglieder werden Elisabeth Moser, Karl Öllinger, Rainer Patek (Finanzreferent), Kaspanaze Simma und Brigid Weinzinger gewählt.

Der Antrag, eine/n grünen Kandidaten/in für die Bundespräsidentschaftswahl 1998 aufzustellen, erreicht nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit.

19. April 1998:  Bei der Bundespräsidentschaftswahl stellen die Grünen keinen eigenen Kandidaten auf, unterstützen jedoch (wie auch Teile des linken SPÖ-Flügels und zahlreiche Intellektuelle) die Superintendentin der Evangelischen Kirche des Burgenlands, Gertraud Knoll, die als überparteiliche Kandidatin antritt. Sie landet mit 566.551 Stimmen und 13,59% hinter dem wiedergewählten Bundespräsidenten Klestil an zweiter Stelle.

24.-25. Oktober 1998:  17. Bundeskongress der Grünen in Bregenz. Wahl der Bundesliste für die Nationalratswahl 1999. Auf Platz 1 wird Alexander van der Bellen gewählt, vor Madeleine Petrovic, Terezija Stoisits, dem „Quereinsteiger“ Kurt Grünewald aus Tirol und Theresia Haidlmayr.

7. März 1999:  Landtagswahlen in drei Bundesländern. In Kärnten treten die Grünen gemeinsam mit dem Liberalen Forum, der slowenischen „Einheitsliste“ und den VGÖ als Liste „Demokratie 99“ an, verfehlen jedoch mit 13.056 Stimmen und 3,92% den Einzug in den Landtag. In Tirol verlieren die Grünen eines ihrer 4 Mandate und kommen auf 27.394 Stimmen, das sind 7,96%. In Salzburg kommen „Die Grünen“ auf 2 Mandate, 13.610 Stimmen und 5,39%.

13. Juni 1999:  Bei der Europaparlamentswahl erreichen die Grünen mit Spitzenkandidat Johannes Voggenhuber 260.273 Stimmen, was mit 9,29% das bisher beste bundesweite Wahlergebnis darstellt und den Gewinn eines zweiten Mandats (das die Schauspielerin Mercedes Echerer einnimmt) bringt.

3. Oktober 1999:  Bei der Nationalratswahl erzielen die Grünen mit 342.260 Stimmen 7,40% und 14 Mandate. Neben dem Spitzenkandidaten Alexander Van der Bellen (der auch als Nachfolger von Madeleine Petrovic zum Klubobmann gewählt wird) ziehen Dieter Brosz, Eva Glawischnig, Kurt Grünewald, Theresia Haidlmayr, Werner Kogler, Eva Lichtenberger, Ulrike Lunacek, Gabriele Moser, Karl Öllinger, Madeleine Petrovic, Peter Pilz, Wolfgang Pirklhuber und Terezija Stoisits in den Nationalrat ein.

19. Februar 2000:  An der Großdemo gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Wien, die den Höhepunkt der Aktivitäten gegen die „blau-schwarze“ Regierung bilden, nehmen rund 300.000 Menschen teil. Auch die Grünen haben zur Teilnahme aufgerufen. Auch in der Folge beteiligen sich die Grünen am Widerstand gegen „schwarz-blau“, z.B. gegen die geplante Einführung von Studiengebühren.

25.-28. März 2000:  Erstmals treten Grüne - unter der Bezeichnung „Die Grüne Wirtschaft“ - bei Wirtschaftskammerwahlen an. In Wien wird ein landesweites Ergebnis von 5,69% erreicht (das entspricht 9,24% in jenen Fachorganisationen, wo kandidiert wurde) und 2 Mandate in der Vollversammlung.

Mai 2000:  Die „Alternativen und Grünen GewerkschafterInnen“ (AUGE, vor 1997 GE/AG), die bei den von April 1999 bis Mai 2000 stattfindenden Arbeiterkammerwahlen in allen Bundesländern außer Kärnten kandidieren und in die dortigen Vollversammlungen einziehen, erreichen österreichweit 3,65% (42.077 Stimmen). Das entspricht einem Zuwachs von 14 auf 26 Mandate gegenüber 1994.

20. November 2000:  Madeleine Reiser, bisher Bezirksrätin in Wien-Neubau, wird als Wiener Gemeinderätin angelobt.

25. März 2001:  Bei den Gemeinderatswahlen in Wien verzeichnen die Grünen starke Gewinne, steigern sich auf 11 Mandate und erreichen 89.395 Stimmen, das sind 12,45%. Neue nicht-amtsführende Stadträtin wird Integrationssprecherin Maria Vassilakou, als GemeinderätInnen werden am 27. April Christoph Chorherr, Cécile Cordon, David Ellensohn, Susanne Jerusalem, Günter Kenesei, Rüdiger Maresch, Martin Margulies, Sigrid Pilz, Marie Ringler, Claudia Sommer-Smolik und Monika Vana angelobt.

15.-17. Mai 2001:  Bei den Wahlen zur Bundesvertretung der Österreichischen HochschülerInnenschaft  - der ersten nach Einführung der Studiengebühren - gelingt der GRAS mit 13.051 Stimmen (21,98%) die Verdoppelung ihrer Mandate von 6 auf 12 und die Wiedererringung von Platz 2.

7./8. Juli 2001:  Beim 20. Bundeskongress der Grünen in Linz wird das erste Grundsatzprogramm seit 1990 mit 86,2% der Delegiertenstimmen beschlossen. Die nunmehr 6 Grundwerte lauten ökologisch, solidarisch, selbstbestimmt, basisdemokratisch, gewaltfrei und feministisch.

19./20. Jänner 2002:  Am 21. Bundeskongress der Grünen in Innsbruck wird ein neuer Bundesvorstand gewählt. Alexander Van der Bellen wird mit 90,5% der Stimmen als Bundessprecher wiedergewählt, als weitere Bundesvorstandsmitglieder werden Eva Glawischnig, Robert Korbei, Karl Öllinger und Brigid Weinzinger gewählt.

15. März 2002:  Erstmalige Wahl zweier Bundessprecher-Stellvertreterinnen durch den EBV: Madeleine Petrovic und Eva Glawischnig werden gewählt und bilden mit Alexander Van der Bellen (Bundessprecher und Klubobmann) sowie Karl Öllinger (stellvertretender Klubobmann) das grüne Spitzenteam auf Bundesebene.

12./13. Oktober 2002:  22. Bundeskongress der Grünen in Wien mit Wahl der Bundesliste für die vorgezogene Nationalratswahl 2002. Die ersten 10 Plätze nehmen ein: Alexander Van der Bellen, Eva Glawischnig, Ulrike Lunacek, Karl Öllinger, Sabine Mandak, Kurt Grünewald, Theresia Haidlmayr, Peter Pilz, Michaela Sburny und Wolfgang Zinggl.?xml:namespace prefix = o ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" /

24. November 2002: Bei der vorgezogenen Nationalratswahl kommen die Grünen auf 464.980 Stimmen, das sind 9,47% und 17 Mandate. Alle grünen Nationalratsabgeordneten von 1999 werden wiedergewählt, zusätzlich ziehen Sabine Mandak (Vorarlberg), Heidemarie Rest-Hinterseer (Salzburg) und die ehemalige Bundesgeschäftsführerin Michaele Sburny ins Parlament ein.

16. Februar 2003:  Der EBV nimmt das Nicht-Zustandekommen einer „schwarz-grünen“ Koalition zur Kenntnis, nachdem die ÖVP den GRÜNEN in entscheidenden Fragen (faires Pensionsmodell, Einstieg in die Grundsicherung, Verzicht auf Studiengebühren und Abfangjäger, Vorrang der Schieneninfrastruktur vor der Straße u.a.) nicht entgegen gekommen ist. Am 28.Februar 2003 wird eine neuerliche ÖVP-FPÖ-Regierung angelobt.

30. März 2003:  Bei der Landtagswahl in Niederösterreich verdoppeln sich die Grünen und erreichen mit 4 Mandaten den Klubstatus: Spitzenkandidatin Madeleine Petrovic, der bisherige Landtagsabgeordnete Martin Fasan, die Tierärztin Helga Krismer aus Baden und der Lehrer Emmerich Weiderbauer aus Melk ziehen in den Landtag ein. Die Grünen kommen auf 66.543 Stimmen, das sind 7,22%.

20.-22. Mai 2003:  Bei den Wahlen zur Bundesvertretung der Österreichischen HochschülerInnenschaft wird die GRAS mit 15.580 Stimmen (29,00%) und 14 Mandaten erstmals stärkste Kraft. Die Koalition mit dem VSStÖ kann fortgesetzt werden.

28. September 2003:  Am selben Tag finden Landtagswahlen in Tirol und Oberösterreich sowie Gemeinderatswahlen in Oberösterreich statt. In Tirol wird mit 15,59% (45.239 Stimmen) das bisher beste Landtagsergebnis seit der Entstehung der Grünen erzielt. Die 5 Mandate nehmen Georg Willi, Maria Scheiber, Elisabeth Wiesmüller, Sepp Brugger und Uschi Schwarzl ein. In Oberösterreich gelingt den Grünen mit 9,06% und 70.742 Stimmen eine Steigerung auf 5 Mandate. Rudi Anschober wird Umweltlandesrat in der ersten „schwarz-grünen“ Koalition auf regionaler Ebene. Die Landtagsabgeordneten der Grünen sind Doris Eisenriegler (3. Landtagspräsidentin), Gunther Trübswasser, Maria Wageneder, Gottfried Hirz und Ulrike Schwarz. Sowohl aus Tirol (Eva Konrad) als auch aus Oberösterreich (Ruperta Lichtenecker) ziehen Mandatarinnen der Grünen in den Bundesrat ein, der nunmehr folgende Zusammensetzung hat: 28 ÖVP, 23 SPÖ, 7 FPÖ und 4 GRÜNE. Bei den OÖ-Gemeinderatswahlen erreichen die Grünen in Linz 7 Mandate (11,74% und 10.386 Stimmen), Jürgen Himmelbauer wird Verkehrsstadtrat.

22. November 2003:  23. Bundeskongress der Grünen in Wien. Wahl der ersten 8 Plätze der Liste für die Europaparlamentswahl. Auf die Plätze 1 und 2 werden ohne GegenkandidatInnen der bisherige EP-Abgeordnete Johannes Voggenhuber und die Nationalratsabgeordnete Eva Lichtenberger (die beide auch im EU-Konvent engagiert waren) gewählt. Die weiteren Plätze: Marijana Grandits (ehem. Nationalratsabgeordnete), Monika Vana (stv. Klubobfrau im Wiener Gemeinderat), Johannes Rauch, Thomas Waitz, Marie Ringler und Gerhard Jordan. Resolutionen zum Thema „Transit“ und zur Besteuerung von Vermögen werden verabschiedet.

27. Februar 2004:  Der Erweiterte Bundesvorstand der Grünen wählt Eva Glawischnig und Madeleine Petrovic erneut als Stellvertreterinnen von Bundessprecher Van der Bellen.

7. März 2004:  Bei der Landtagswahl in Kärnten gelingt den Grünen erstmals der Einzug, womit sie nunmehr in den Landtagen aller Bundesländer vertreten sind. Die 22.053 Stimmen und 6,71% bedeuten 2 Mandate, die vom bisherigen Klagenfurter Gemeinderat und Kabarettisten Rolf Holub und von der ehemaligen Obfrau der Grünen Bildungswerkstatt Barbara Lesjak eingenommen werden.

13. Juni 2004:  Bei der Europaparlamentswahl gelingt den Grünen trotz der Reduktion der Zahl der österreichischen EP-Mandate von 21 auf 18 ein Halten ihrer 2 Mandate mit 322.429 Stimmen und 12,89%. Neben Spitzenkandidat Johannes Voggenhuber, der das österreichweit beste Vorzugsstimmenergebnis aller Parteien (30.459) erhält, zieht auch Eva Lichtenberger, bisher Nationalratsabgeordnete, ins EP ein.

20. Juni 2004:  Eine Landesversammlung der Wiener Grünen wählt mit 77,55% der Stimmen die bisherige nicht-amtsführende Stadträtin Maria Vassilakou als Spitzenkandidatin für die kommenden Gemeinderatswahlen.