Geschichte der FPÖVdU
Der Verband der Unabhängigen (VdU) war ein Zusammenschluss unterschiedlicher Interessengruppen. Das sogenannte dritte Lager, welches sich nicht mit dem SPÖ-ÖVP-Proporz arrangieren konnte oder wollte war seine Stammwählerschaft. Ehemalige Nationalsozialisten, die aufgrund der Entnazifizierung in den ersten Nachkriegsjahren kein Wahlrecht besaßen, aber auch rechtsliberal-elitäre bildeten einen Großteil dieses dritten Lagers.
FPÖ
Aus dem VdU ging im Jahr 1956 schliesslich die Freiheitliche Partei Österreichs eben die FPÖ hervor, welche sich stets auf das Erbe der 1848er Revolution beruft; sich somit als eine deutsch-nationale/wirtschaftsliberale Partei sieht.
Die FPÖ grundelte viele Jahre bei etwa nur 6% der Stimmen umher, was noch weniger Wählern entsprach als sie der VdU gehabt hatte.
1970 unterstützte die FPÖ Kreiskys SPÖ-Minderheitsregierung. Als Gegenleistung erarbeitete die fortan allein regierende SPÖ ein neues Wahlsystem, das kleinere Parteien weniger stark benachteiligte.
Auf dem Parteitag 1980 setzte sich in einer Kampfabstimmung der liberale Flügel unter Norbert Steger durch, welcher nach den Nationalratswahlen 1983 die FPÖ, als Juniorpartner der SPÖ, erstmals zur Regierungsbeteiligung führte.
Doch Steger`s liberaler Kurs verkraulte einen Großteil der FPÖ-Kernwählerschaft und bedrohte die FPÖ schliesslich in ihrer Existenz.
Jörg Haider
1986 übernahm Jörg Haider nach einer Kampfabstimmung auf dem Parteitag in Innsbruck die Führung der FPÖ. Politische Gegner sprachen in diesem Zusammenhang von einem Putsch. Franz Vranitzky beendete daraufhin die Koalition mit der von Haider wieder auf stramm-rechten Kurs gebrachten FPÖ.
Haider begann nun mit aggressiver Polemik in sozialdemokratischen Gefilden zu fischen. Seine oftmals simplifizierenden und provokanten Reden brachten ihm den Ruf eines Rechtspopulisten und Demagogen ein.
Wiederholte xenophobe und NS-verharmlosende Verbalausrutscher Haiders führten 1993 schliesslich dazu, dass sich der liberale Flügel der Partei unter Führung Heide Schmidts von der FPÖ abspaltete.
Die FPÖ erlebte in den folgenden Jahren einen sensationellen Aufschwung und wurde bei den Nationalratswahlen 1999, mit Hilfe der von der Stagnation des Proporzes enttäuschten Protestwähler zur zweitstärksten Partei des Landes.
Im Februar 2000 waren Haider und die FPÖ am Ziel ihrer Träume. Unter der Führung von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) wurde die FPÖ, nach 30 Jahren sozialdemokratischer Herrschaft, Teil der Wende-Regierung. Mit Susanne Riess-Passer stellte die FPÖ die Vizekanzlerin.
Die Regierungsbeteiligung der FPÖ rief heftige Proteste hervor, die außenpolitisch in den Sanktionen der übrigen 14 EU-Staaten gegen die Österreichische Bundesregierung gipfelten.
Der Absturz
Im Herbst 2002 traten drei der FPÖ angehörende Regierungsmitglieder (darunter Riess-Passer) zurück, was schließlich zu vorgezogenen Neuwahlen führte.
Bei den Nationalratswahlen im November 2002 sank die FPÖ mit 10% Stimmenanteil von 52 auf 18 Nationalratsmandate. Der große Gewinner dieser Wahl war Schüssel`s ÖVP, die nunmehr 42,3% der Wählerstimmen auf sich vereinen konnte.
Der geniale Politstratege Schüssel lies sich erneut auf das Experiment mit der FPÖ ein, im Wissen dass diese nun in allen Belangen geschwächt sein würde.
In den folgenden Monaten und Jahren eilte die FPÖ von Wahlschlappe zu Wahlschlappe, in einer ähnlichen Rasanz wie sie einst von Sieg zu Sieg geeilt war. Innerparteilicher Streit war die Folge, welcher den Absturz nur noch weiter beschleunigte. Nach einigen Übergangslösungen wurde am 3. Juli 2004 Ursula Haubner, Jörg Haiders Schwester zur neuen FP-Obfrau gewählt.
BZÖ-Abspaltung
Am 4. April 2005 gab die bisherige Spitze der FPÖ, darunter die bisherige Bundesparteiobfrau Ursula Haubner und Jörg Haider ihren Übertritt in eine neugegründete Partei namens Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) bekannt.
Am 23. April 2005 wurde Heinz-Christian Strache zum neuen Parteiobmann der Alt-FPÖ gewählt. Diese Rumpfpartei besteht nun im Wesentlichen aus dem nationalen Flügel. Die weitere Zukunft von BZÖ und FPÖ ist ungewiß. |