Wien

Europawahl 2009: Wahlwerbung mittels Wahlplakate:

Wahlpalkate Europawahl 2009

Wahlpalkate Europawahl 2009 am Gürtel in Wien; © Wien-konkret

Zu den Wahlplakaten gibt es grundsätzlich zwei Dinge zu sagen:

1) Plakatwerbung für Wahlen ist ineffizient. Das meint jedenfalls Werner Ulram von Fessel & GfK schon anlässlich der Nationalratswahl 2008

2) Die Plakate sind ein Sicherheitsproblem im Verkehr. Warum? Weil durch die Dreiecksständer rund um jeden Baum neben der Straße den Autofahrern die Sicht auf Kinder verstellt wird bzw. die Kinder aufgrund der Reizüberflutung nicht wahrgenommen werden. In Wien geht man jetzt gegen solche gefährlichen Plakate mittels Polizei vor, sagt jedenfalls die SPÖ. Die Realität sieht anders aus (siehe obiges Foto).

Hier nun ein Überblick über die Wahlwerbung & Wahlplakate zur Europawahl 2009 in alphabetischer Reihenfolge:



BZÖ:

Plakat vom BZÖ zur Europawahl 2009

Plakat vom BZÖ zur Europawahl 2009;
© Wien-konkret

Das BZÖ tritt erstmals zur Europawahl an. Da es das BZÖ ja erst seit April 2005 gibt, konnte es auch noch nicht früher antreten. Als Spitzenkandidat zur Europa-Wahl 2009 kandidiert Dr. Ewald Stadler (Ex-FPÖ). Dr. Ewald Stadler war vom 1. Juli 2001 bis 30. Oktober 2006 Volksanwalt. Dr Ewald Stadler macht sich seiner ehemaligen Funktion als österreichischer Volksanwalt der Volksanwaltschaft zu nutze, um sich in der Wahlwerbung als "Unser Volksanwalt in Brüssel" zu positionieren. Dabei bezieht sich "unser" höchst wahrscheinlich auf das BZÖ, welches links oben im Plakat genannt wird.

Eine solche Wahlwerbung hat nun die Volksanwaltschaft erzürnt und fordert Stadler auf, dies zu unterlassen. Die österr. Volksanwaltschaft ortet eine Irreführung des Wählers.
Exkurs: Das pikante an der Geschichte ist, dass die jetzige "Volksanwältin" Gertrude Brinek (ÖVP) noch nie Rechtsanwältin war und ja nicht einmal ein Rechtsstudium absolviert hat. Wie die Frau Brinek somit ihren Job als Volksanwältin sinnvoll wahrnehmen kann, bleibt ein Rätsel für den staunenden Bürger, der die Volksanwaltschaft ja mit seinem Steuergeld bezahlt. Laut dem zweiten amtierende Volksanwalt Peter Kostelka (SPÖ) ist bereits eine Klage gegen Stadler am Landesgericht Krems eingereicht worden.

Jedenfalls ging der Schuß der Volksanwaltschaft nach hinten los. Die mediale Aufmerksamkeit auf dieses BZÖ-Plakat zur Europa-Wahl 2009 wurde massiv gesteigert. Dr. Ewald Stadler merkte als Replik noch amüsiert an, dass die Republik Österreich vergessen habe, den Namen "Volksanwaltschaft" rechtlich schützen zu lassen und es daher auch kein Rechtsverstoß sein kann.
 



FPÖ:

Plakate von der FPÖ zur Europawahl 2009




Plakate von der FPÖ zur Europawahl 2009; © Wien-konkret

Plakatsolgans:
"FPÖ unser Kurs ist klar: Für Österreich da statt für EU & Finanzmafia"
"FPÖ unser Kurs ist klar: Abendland in Christenhand"
"FPÖ unser Kurs ist klar: Soziale Wärme statt EU-Konzerne"


Der Wahltermin zur Europawahl - in Österreich ist dies der 7. Juni 2009 - wird als Tag der Abrechnung mit der bisherigen EU-Politik prognostiziert.

Speziell das Plakat  "Abendland in Christenhand" hat viel Wirbel ausgelöst. Die FPÖ (nicht wie es zu vermuten wäre die ÖVP - will das Abendland für das Christentum retten. Dafür nahm auch FPö-Chef H.C. Strache das Christuskreuz mit in den Wahlkampf. Statt Lob und Anerkennung von der katholischen Kirche, ging diese auf Distanz. Naja, der missionarische Eifer der katholischen Kirche ist nicht einmal in Österreich sehr groß. Vorbei die Zeiten, wo man ferne Länder vom christlichen Glauben, der christlichen Kultur und den christlichen Werten überzeugen wollte.

In Wien werden von den FPÖ-Gegnern mittlerweile "Türkei rein - Mölzer raus" Überklebungen der FPÖ-Plakate "Abendland in Christenhand" (siehe oben rechts) durchgeführt. Das gibt dann der FPÖ eigentlich wiederum recht, die strikt gegen eine Aufnahme der Türkei in die EU ist und das Abendland für das Christentum erhalten will.
 



Grüne:

Plakat von den Grünen zur Europawahl 2009

Plakat von den Grünen zur Europawahl 2009;
© Wien-konkret

Plakatsolgan: "Vorwärts Europa! Am 7. Juni Grüne!"

Die Grünen fordern Europa zu mehr Geschwindigkeit auf. Worin die genau bestehen soll bleibt auf den Plakaten unerwähnt. Weitere Plakatslogans: "Wir kämpfen für ein starkes Europa: atomkraftfrei, gentechnikfrei, spekulationsfrei." und "Wir kämpfen für ein starkes Europa: sozial, ökologisch, demokratisch." 
In der Diskussion fordern die Grünen weiters ein besseres Asylrecht, bessere Integration von Migranten und die EU-Erweiterung Richtung Osten und Richtung Türkei.

Warum die Grünen nach wie vor gegen Volksabstimmungen zum EU-Vertrag von Lissabon sind, bleibt für viele Grün-Sympathisanten unerklärlich und wird auch nicht auf der Plakaten erklärt.

Mit den Grünen dürfte es bei der EU-Wahl nicht vorwärts sondern rückwärts gehen. Von derzeit 12,9% werden sie laut Meinungsumfragen auf unter 10% fallen.

Das ist auch mit der männerdiskriminierenden Politik der Grünen zu erklären. Der profilierte grüne EU-Abgeordnete Johannes Voggenhuber wurde hauptsächlich deshalb von der Grünen Parteispitze am 30. Jänner 2009 abgesägt, weil er ein Mann ist. Er darf nicht einmal am letzten Listenplatz kandidieren. Spitzenkandidatin ist Frau Ulrike Lunacek. Auf den Wahlplakate der Grünen finden sich fast nur Frauen.
 



JuLis


Von JuLis haben wir noch keine Wahlplakate zur Europawahl 2009 in Wien entdeckt.
JuLis wird durch Karin Resetarits (Ex Liste Martin) unterstützt und darf daher bei der Europawahl 09 kandidieren.
 



KPÖ:


Von der KPÖ haben wir noch keine Wahlplakate zur Euorpawahl 2009 in Wien entdeckt.

 



Liste "Martin" von Hans Peter Martin (Ex-SPÖ-Abgeordneter im Europaparlament):

Plakat von Hans Peter Martin zur Europawahl 2009;

Plakat von Hans Peter Martin zur Europawahl 2009;
© Wien-konkret

Plakatslogan: "Nur er kontrolliert die Mächtigen"

Hans Peter Martin sieht sich als Kontrolle im Europa-Parlament. Tatsächlich hat er auch schon ein paar Spesenskandale im EU-Parlament aufgedeckt. Manchmal wurde er auch an der Aufdeckung gehindert => Video Spesenskandal im EU-Parlament

* Im Europawahlkampf 2009 tritt Martin mit einer überdimensional großer Plakatwerbung auf einer Hausmauer in Wien 12. Bezirk auf. Es ist übrigens das einzige Plakat, dass wir von Hans Peter Martin in Wien gesehen haben.
* Des weiteren verteilt er Glühlampen als Wahlgeschenk. Die EU-Kommission will nämlich - unter Ausschaltung des EU-Parlaments - Glühlampen ab September 2009 europaweit verbieten und zwar auf Druck der Energiesparlampenindustrie.
* Zwecks Wahlwerbung verkauft und verteilt er auch sein neues Buch: "Die Europafalle" just vor der Europawahl. Worin die "Europafalle" nun eigentlich besteht, hat Hans Peter Martin bei der Buchpräsentation am 26.5.2009 nicht erklären wollen. 
* Bei Hans Peter Martin dürfte es nicht nur bei der Wahlwerbung fehlen, sondern leider auch bei den Inhalten. Dafür schreibt er ab und zu ein paar gute Artikeln über die Zustände in der EU.
 



ÖVP:

Plakat von der ÖVP zur Europawahl 2009



Plakat von der ÖVP zur Europawahl 2009; © Wien-konkret

Plakatslogans: "Die Krise wird härter - Europa wird wichtiger"

Diese Motto trifft für die ÖVP punktgenau zu, da die ÖVP Stimmenverluste gegenüber der letzten Europawahl zu erwarten hat. Für Österreich trifft das Motto nicht zu. Österreich ist nämlich Nettobeitragzahler zur EU. Deshalb ist die Europäische Union sehr froh, dass Österreich als EU-Mitgliedsland so brav in den EU-Geldtopf einzahlt. Europa - genauer gesagt die EU - wird für Österreich immer mehr zur Belastung.

Weiters gibt es einen ÖVP-internen Grabenkampf um die Leitung der ÖVP-Delegation in Brüssel. Der EU-Langzeitabgeordnete Othmar Karas wurde Ernst Strasser als ÖVP-Listenerster vor die Nase gesetzt. Der Grund war für die ÖVP-Spitze, dass Karas zu EU-freundlich sei. Die größte Kluft zwischen dem Listenersten Strasser und dem Zweiten Karas gibt es in der Frage des Türkei-Beitritts zur EU. Karas dafür, Strasser dagegen. Volksabstimmung darüber wollen aber beide nicht, ebenso wenig über den EU-Vertrag von Lissabon.

Anmerkung: Wie man für ein Plakat rote Schrift auf blauen Hintergrund wählen kann, sorgt bei Werbeprofis wegen der schlechten Lesbarkeit für Verwunderung. Der Werbemanager dürfte einen FPö oder SPÖ Bezug haben, so scheint es. Auch die violette Krawatte von Karas dürfte nicht das "Gelbe vom Ei" sein. Übrigens hat die EU-Flagge 12 Sterne und nícht nur einen Stern. Das wäare dann der Europäische Einheitsstaat.
 



SPÖ:

Plakat von der SPÖ zur Europawahl 2009



Plakat von der SPÖ zur Europawahl 2009; © Wien-konkret

Plakatslogans: "Das A Team für Europa"
Die SPÖ stellt auf Ihren Plakaten das SPÖ "A Team" vor. Was mag das A-Team sein? Gemeint war höchst wahrscheinlich das SPÖ-Team aus Austria. Aber es gibt bereits die lustigsten Interpretationen und Verunglimfungen:
* Abzocker-Team
* Anti-Team
* Ahnungslosen-Team
* A......loch-Team
* 1A Team; nur in welcher Disziplin?

Plakatslogans: "Wer schaut in der EU auf die Arbeitsplätze?"
Dieser SPÖ-Wahlslogan dürfte auch nicht besser sein, da bei der Arbeitsplatzpolitik der SPÖ jegliche Glaubwürdigkeit verloren gegangen ist.
In den Betrieb Post und Telekom werden Mitarbeiter laufend abgebaut. Die Streiks nimmt man seitens der SPö in Kauf. Die Verstaatlichte Industrie ist nur mehr zu geringen Teilen vorhanden. Die AUA will man an die Lufthansa verschenken und noch 500 Millionen "Schmerzensgeld" an die Lufthansa zahlen. Aktuellste Meldung vom 26. Mai 2009: Siemens Österreich will über 800 Mitarbeiter abbauen. Chefin der Siemens Österreich ist niemand geringerer als Bigitte Ederer, ehemalige SPÖ Staatssekretärin für Europafragen, die den Tausender Ersparnis für jeden Österreicher im Falle eines EU-Beitritts versprochen hat. Statt dessen wurde alles teurer. Gefühlte Preissteigerungen durch die Konsumentenvon 40% unmittelbar nach dem EU-Beitritt Österreichs . Weiters ist Brigitte Ederer die Ehefrau vom jetzigen SPÖ-Spitzenkandidaten zur Europawahl Hannes Swoboda, was den Jobabbau bei Siemens eine besondere politische Brisanz verleiht.