Wien

Eurobarometer: Die Meinungsumfrage in den EU-Mitgliedsländern



Das "Euro-Barometer" hat nichts mit der Fußball-Europameisterschaft zu tun, sondern ist eine Meinungsumfrage in den EU-Mitgliedsländern

Auftraggeber: Die Europäische Kommission
Auftragnehmer: TNS opinion & social, ein von Taylor Nelson Sofres und EOS Gallup Europe gebildetes Konsortium
Durchführungszeitraum: 27.3.2008 – 20.4.2008
Sample: Pro Land ca 1000 Befragte
Die ganze Studie hat 156 Seiten => Download 2 MB

Auswirkungen:
Die Ergebnisse dieser Studie führten in Österreich zu einem politischen Erdbeben. Die SPÖ schwenkte auf die Seite der österreichischen Bevölkerungsmehrheit und verlangt nun auch Volksabstimmungen zu jeder EU-Vertragsänderung und zum Beitritt der Türkei. ÖVP und Grüne sind erbost. FPÖ und BZÖ skeptisch.
 
Achtung: Die EU-Kommission hat bereits Türkei, Kroatien und Mazedonien bei den EU-Ländern eingezeichnet. Die Türkei, Kroatien und Mazedonien  sind aber derzeit nur Beitrittskandidaten und eine Wunschvorstellung der EU-Politiker.
 

Ruft die Europäische Union bei Ihnen ein positives Bild hervor?

Grafik: Welches Bild der ruft die EU bei Ihnen hervor? © Europäische Kommission

Grafik: Welches Bild der ruft die EU bei Ihnen hervor? © Europäische Kommission

Bei dieser Frage ob sie ein "positives Bild von der EU haben" beurteilen Herr und Frau Österreicher die Lage am schlechtesten von allen EU-Mitgliedsländern mit 28%.
Am besten schneiden bei dieser Frage die Subventionsempfänger Romänien 67%, Irland 65% und Slowakei und Bulgarien mit 60% ab.

"...Unter den Ländern, in denen der größte Anteil der Befragten eine neutrale oder negative Haltung einnimmt, findet man Lettland (56% neutrale Antworten), Finnland (46% neutrale Antworten), Ungarn (42% neutrale Antworten), sowie Österreich (35% negative Antworten) und das Vereinigte Königreich (34% negative Antworten). ..."
Quelle: Seite 21

 

Hat die EU-Mitgliedschaft Vorteile für Ihr Land?

Grafik: Bringt die EU-Mitgliedschaft ihrem Land Vorteile © Europäische Kommission

Grafik: Bringt die EU-Mitgliedschaft ihrem Land Vorteile © Europäische Kommission

"... Im Gegensatz zu den Meinungen über das allgemeine Erscheinungsbild der EU gehen die positiven Ansichten über die EU-Mitgliedschaft zurück. Auch wenn es sich immer noch um eine Mehrheitsmeinung (52%) handelt, sagen jetzt 6 Prozent weniger Europäer als im Herbst 2007 (58%), dass die EU-Mitgliedschaft ihres Landes eine gute Sache ist. ..."

"... Wir stellen in der vorliegenden Umfrage fest, dass sich mit 32% die mehrheitliche Meinung der Befragten im Vereinigten Königreich mit der Aussage, dass die EU-Mitgliedschaft eine schlechte Sache sei, ins Negative verkehrt hat;"
Qu: Seite 23 und 24

Österreich ist mit Großbritannien und Ungarn mit 36% am letzten Platz. Das heißt nur ca. 1/3 der Bevölkerung sieht in der EU-Mitgliedschaft einen Vorteil. Das ist erschreckend wenig, da die EU immer mit den wirtschaftlichen Vorteilen des gemeinsamen Marktes argumentiert. Das stimmt entweder nicht oder es wird in der österr. Bevölkerung zuwenig  wahrgenommen.

Subventionsempfänger Irland ist mit 82% der Befragten auf Platz 1 jener Mitgliedsländer, die einen Vorteil in den EU-Mitgliedschaft sehen.

 

Vertrauen Sie der EU-Kommission?

Grafik: Vertrauen Sie der EU-Kommission? © Europäische Kommission

Grafik: Vertrauen Sie der EU-Kommission? © Europäische Kommission

"... Die bemerkenswertesten positiven Veränderungen beim Vertrauen in die EU werden wiederum auf Zypern und Malta sowie in der Slowakei und Finnland ermittelt. Am allermeisten sind die Vertrauensraten in Österreich, Ungarn und Griechenland gesunken. ..."
Qu. Seite 33

Die Österreicher haben wenig Vertrauen in die EU-Kommission. Wir belegen mit nur 37% den dritt-letzten Platz von 27 EU-Länder.

Eigentlich auch kein Wunder. Österreich stellt die derzeitige EU Außenkommissarin, Benita Ferrero-Waldner (ÖVP), die als ehemalige Außenministerin von Österreich den Visa-Skandal politisch zu verantworten hat. Dabei wurden 8.000 Visa für die Einreise in die EU widerrechtlich verkauft. Eigentlich hätte Sie die Konsequenzen ziehen müssen und als EU-Kommissarin zurücktreten müssen. So schadet sie der ganzen EU.

Weiters haben die Österreicher die EU-Sanktionen nicht vergessen, die allerdings von der SPÖ angezettelt worden sein dürften. Einige Spinndoktoren wollte - so die Vermutung - die Schwarz-blaue Koalition auf Bundesebene über den Umweg der EU zu Fall bringen.
 





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15.7.2008 Mölzer zu Plassnik: Nicht "Krone", sondern Brüssel-hörige heimische Politiker sind Schuld am EU-Frust der Österreicher


Österreichisches Polit-Establishment soll die Interessen Österreichs in Brüssel vertreten und nicht die Interessen Brüssels in Österreich. Der hohe EU-Frust in Österreich sei alles andere als eine Überraschung, sagte der freiheitliche EU-Abgeordnete Andreas Mölzer zur gestrigen Vorstellung der Österreich-Ergebnisse der jüngsten Eurobarometer-Umfrage. "Die Menschen wissen ganz genau, was in der EU alles falsch läuft. Sie wenden sich mit Grausen von einem Gebilde ab, das von abgehobenen Eurokraten regiert wird und das immer zentralistischer wird", so Mölzer weiter.
   Allerdings sei nicht die Kronenzeitung für den EU-Verdruß der Österreicher verantwortlich, wie Außenministern Ursula Plassnik gestern in der "ZIB 2" behauptet hatte, sondern zu einem Gutteil das Brüssel-hörige österreichische Polit-Establishment, erklärte der freiheitliche EU-Mandatar. "Was die Frau Außenministerin von sich gab, ist eine Bestätigung der heimischen EU-Skeptiker. Hier die hohe Politik, die weiß, was richtig ist und die die Bürger mit EU-Bejubelungskampagnen zwangsbeglückt, und dort die Kritiker, die nicht in der Lage wären, über den Tellerrand zu blicken", kritisierte Mölzer.
   Überhaupt scheine die Frau Außenministerin, meinte Mölzer, Ursache und Wirkung zu verwechseln. "Die Kronenzeitung trägt an der großen EU-Skepsis hierzulande keine Schuld. Sie ist bloß des Volkes Stimme und der Bote, der die berechtigten Sorgen der Bürger zum Ausdruck bringt. Wenn etwas gegen den EU-Frust der Österreicher unternommen werden soll, dann ist ein Umdenken seitens des heimischen Polit-Establishments nötig. Dazu gehört vor allem die Vertretung der Interessen Österreichs in Brüssel und nicht die Vertretung der Interessen Brüssels in Österreich", schloß der freiheitliche Europaparlamentarier.
Rückfragehinweis:   Freiheitlicher Parlamentsklub
OTS0073    2008-07-15/10:44



14.7.2008 Vilimsky: Wachsende EU-Skepsis der Österreicher hat ihre Ursachen in Brüssel-Hörigkeit der rot-schwarzen Bundesregierung


In den Ergebnissen der neuesten Eurobarometer-Umfrage sieht FPÖ-Generalsekretär NAbg Harald Vilimsky eine Bestätigung für den demokratiepolitischen Sach- und Hausverstand der Österreicher. "Wenn nur noch 36 Prozent der Österreicher die EU für >eine gute Sache< halten, sagt das alles über die eklatanten Versäumnisse der Brüsseler Zentralstaatsarchitekten. Der EU-Zug rollt gnadenlos über die Interessen der Bürger hinweg. Demokratiedefizit und soziale Eiseskälte trotz Hochkonjunktur sind nur zwei Schlagworte, die das vernichtende EU-Urteil der Österreicher begründen", so Vilimsky.
   Wenn die EU-Kommission das Umfrageergebnis zum Anlass nehme, um von Österreich >sofortiges Handeln< einzufordern, zeige das neuerlich die gigantische Abgehobenheit der Eurokraten. "Es liegt nicht an mangelnder Sachinformation, wenn die Beliebtheitswerte der EU im dritten Kellergeschoß angekommen sind", betont Vilimsky. "Im Gegenteil ist der umfassenden Information der Bevölkerung - zu der maßgeblich auch die FPÖ beigetragen hat - zu danken, wenn immer mehr Österreicher erkennen, dass die von Brüssel gesteuerte Entrechtung der EU-Mitgliedsstaaten Hand in Hand geht mit der Entmündigung der Bürger. Diese lassen sich die Österreicher nicht gefallen und das ist gut so", befindet Vilimsky abschließend.

Rückfragehinweis:   Freiheitlicher Parlamentsklub
OTS0152    2008-07-14/14:58



14.7.2008 Eurobarometer: GROSZ: Große Mehrheit gegen EU-Diktat!


Dringenden Handlungsbedarf hin zu einem demokratischeren Europa sieht BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz angesichts der aktuellen Ablehnung der EU durch die Österreicherinnen und Österreicher. "Es braucht nicht einmal eine Umfrage, um zu wissen, dass sich die Österreicherinnen und Österreicher seit dem Beitritt von der EU benachteiligt fühlen. Österreich ist zwar pro Kopf  der größte Nettozahler nach Brüssel, hat aber dank SPÖ und ÖVP dort nichts mitzureden. Gusenbauer, Plassnik und Co. lassen es zu, dass die abgehobenen EU-Bürokraten über die Anliegen unseres Landes drübergefahren sind, anstatt aufrecht die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher vertreten. Daher ist es ganzselbstverständlich, dass eine große Mehrheit gegen dieses EU-Diktat protestiert. Die Österreicher sind nicht gegen Europa, aber gegen  diese abgehobene, demokratieferne EU", betonte Grosz.
Die Umfrageergebnisse seien wie eine Ohrfeige für die rot-schwarz-grünen Politiker, die eine Volksbefragung über den EU-Vertrag verhindert haben. "Fischer, Faymann, Molterer und Van der Bellen haben Verrat an Österreich begangen. Den Politikern von Rot und Schwarz und Grün sind die Schulterklopfer auf EU-Ebene wichtiger als die Sorgen der Bevölkerung. Daher brauchen sie sich auch nicht zu wundern, wenn sie im September dafür die Rechnung präsentiert bekommen werden", betonte Grosz.
Das BZÖ verlangt automatische nationale Volksabstimmungen über wichtige EU-Verträge und hat dies auch in der letzten Sitzung des Nationalrates beantragt. "Im Gegensatz zu öffentlichen Briefen hat der SPÖ-Chef Faymann mit seinen Nationalräten eine solche gesetzliche Verankerung von Volksabstimmungen verhindert. Bei einer derartigen Verlogenheit ist es kein Wunder, wenn sich die Menschen immer mehr von Europa abwenden, wenn ihnen in Österreich in der Europafrage besonders von der SPÖ nur Honig ums Maul geschmiert und auf der anderen Seite von Brüssel das Geld aus der Tasche gezogen wird. Wenn SPÖ, ÖVP und Grüne auf die Meinung der Österreicherinnen und Österreicher pfeifen, dann werden ihnen die Menschen bei der Wahl etwas pfeifen und die Europaskeptik weiter steigen", so Grosz abschließend.
Rückfragehinweis:   Pressereferat Parlamentsklub des BZÖ
OTS0118    2008-07-14/13:23