Wien

* 13. Jan 2009: Mahnwache der Sudetendeutschen wegen der Benes-Dekrete

Mahnwache der Sudetendeutschen wegen der Benes-Dekrete

Mahnwache EU & Benes Dekrete

Wann: 13.1.2009 von 11-12 Uhr
Wo: gegenüber der Tschechischen Botschaft 1140 Wien, Penzinger Straße 11-13

Thema: Europa ohne Barrieren: 12 Dekrete des CSR-Präsidenten Benes als Grundlage des Völkermordes an den Sudentenduetschen in den Jahren 1945/1946 sind heute noch in der Tschechischen Republik gültig. Die Tschechische Republik hat derzeit den Vorsitz bei der EU-Ratspräsidentschaft von 1.1. - 30.6.2009

Flugzettel => Mahnwache Benes-Dekrete
 



Über die Mahnwache der Sudetendeutschen in Wien:

Bilder von der Mahnwache vor der Tschechischen Botschaft in Wien / Benes Dekrete



Bilder von der Mahnwache vor der Tschechischen Botschaft in Wien am 13.1.2009;
Mittleres Bild: Dr. Günter Kottek (SLÖ Oberösterreich), Alfred Bäcker (Obmann-Stellv. SLÖ, Geschäftsführer des "Felix-Ermacora-Institus"), Gerhard Zeihsel ( SLÖ Bundesobmann). © Alfred Nechvatal

Das Wetter in Wien war bei der heutigen Aktion der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich (SLÖ) genauso frostig, wie das Verhältnis der tschechischen Regierung zur Sudetendeutschen Volksgruppe seit Jahren. 

Das Leitwort „Europa ohne Barrieren“ der Tschechischen Regierung zur EU-Ratspräsidentschaft hat die SLÖ zum Anlass genommen mit einer Mahnwache vor der Botschaft in Wien an die weiter bestehende Barriere der gültigen Benes-Dekrete – welche Grundlage für die Enteignung und Vertreibung von über 3 Millionen sudetendeutschen Altösterreichern und von 241.000 Opfern sind.

Heute wurde mit Plakaten mit dem Text: "12 Dekrete des CSR-Präsidenten Benes als Grundlage des Völkermordes an den Sudentenduetschen in den Jahren 1945/1946 sind heute noch in der Tschechischen Republik gültig. Die Tschechische Republik hat den Vorsitz bei der EU"
(Anmerkung: Die tschechische EU-Ratspräsidentschaft läuft von 1.1. - 30.6.2009)

Vertreter der SLÖ überreichten den „Aufruf an die Tschechische Republik“ während der Mahnwache zwischen 11.00 und 12.00 Uhr in der Tschechischen Botschaft. Die Sudetendeutsche Volksgruppe in Österreich fordert die tschechische Republik auf, ihre EU-Ratspräsidentschaft zu nutzen, um die antieuropäischen und rassistischen Benes-Dekrete, die nach wie vor in Kraft sind und die Basis für die Entrechtung von Millionen schuldloser Sudeten- und Kapartendeutscher sowie Ungarn bilden, endlich   zu beseitigen.

Der Ministerpräsident Topolánek und die tschechische Regierung insgesamt haben ein sehr schönes Leitwort für die Ratspräsidentschaft gewählt: „Europa ohne Barrieren“. Gott sei Dank ist der Eiserne Vorhang beseitigt. Gott sei dank sind die Grenzen innerhalb Europas offen und man fährt von Wien nach Prag, ohne irgendwo stoppen zu müssen. Gott sei Dank sind wir wieder in einem gemeinsamen Parlament, nämlich im Europäischen Parlament vereint und können dort gegensätzliche Standpunkte, aber auch freundschaftliche Gemeinsamkeiten, die viel größer sind als die Gegensätze, in einem vernünftigen Gespräch miteinander austauschen. Die schlimmsten Barrieren sind jedoch die mentalen Barrieren, das sind Vorurteile und nationale Vorbehalte. Auch wir Sudetendeutsche haben dabei einiges getan und sind entschlossen, unseren Beitrag zu leisten, dass solche Barrieren weggeräumt werden.

Wir  appellieren nunmehr  an Ministerpräsident Topolánek: Nehmen Sie Ihr eigenes Leitwort ernst! Die größte Barriere, die einer Normalisierung des Verhältnisses zwischen Tschechen und Sudetendeutschen entgegensteht und die einen dauernden Schatten auch auf das tschechisch-deutsche Zusammenleben werfen, sind bekanntlich verschiedene Gesetze der tschechischen Republik, die ihren Ursprung in den sogenannten „Benes¹-Dekreten“ haben. Helfen Sie mit, diese Dekrete zu beseitigen, die schon lange in einem heutigen vereinten Europa keinen Platz haben dürfen. Räumen Sie das Denken in chauvinistischen Kategorien weg. Bedenken sie die vielen positiven Folgen einer Normalisierung des tschechisch-sudetendeutschen Verhältnisses nicht nur in bisher ungeahnten wirtschaftlichen Entwicklungen, sondern auch eines zukünftigen friedlichen und gedeihlichen Zusammenlebens. Gehen Sie mit uns den europäischen Weg! Dann werden Sie Ihrem Leitwort gerecht: „Europa ohne Barrieren“

Wien, 13. Jänner 2009
Alfred Bäcker,    Bundesobmann-Stellv.      Gerhard Zeihsel, Bundesobmann
 
Telefon 718 59 19 ( SLÖ-Büro),     Homepage: www.sudeten.at 
 





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Benes Dekrete:

Es wäre doch so schön gewesen, wenn die EU den friedlichen Weg der Versöhnung gegangen wäre und endlich eine verzeihende Barriere geschaffen hätte. So  bleibt dieses Verbrechen weiterhin aufrecht. Wo ist denn nun das vereinte  Europa ohne Barrieren, wo bleibt denn bitte der europäische Weg? In diesem Ausnahmenvertrag der Tschechischen Republik werden Verbrechen  gegen die Menschlichkeit gegen Sudetendeutsche nachträglich gebilligt.
In den antieuropäischen und rassistischen Benes Dekreten, die jetzt als Ausnahmeklausel von der EU legalisiert worden sind, steht die Basis für die Entrechtung von Millionen schuldloser Sudeten-und Karpatendeutscher.
In dieser wird rechtskräftig bestätigt, dass die Vertreibung von fast 3 Millionen Deutschen aus ihrer Heimat, die Ermordung von einer Viertel Million dabei und die Enteignung mittel Benesch Gesetzen rechtswirksam war und ist.
Es handelt sich bitte um ein Nachkriegsverbrechen, also nach Kriegsende, wo Deutschland bereits geschlagen war und das ist ein noch größeres Verbrechen. Eine Völkerrechtscharta, die so ein schreiendes  Unrecht per Ausnahmeklausel legalisiert, ist strikt abzulehnen.
Beschämend finde ich ebenso, dass unsere Politiker  und Politiker aus Deutschland gegen diese Klausel nicht protestierten und mit Kniefall Ja und Amen sagten.
Hier geht es aber um Völkermord, der nie aufgearbeitet wurde. Bei dem durch die Tschechoslowakei verübten Völkermord an seinem ethnisch deutschen Bevölkerungsteil überwiegt die Charakteristik des Genocids.
Dieser Völkermord als ein Komplex schwerer Menschenrechtsverletzung samt begleitender Maßnahmen wird als unverjährbar betrachtet. Das ist in  der Convention on the Non-Appicability of Statutory Limitations to War Crimes against Humanity , UN GV Res 2391 (XXIII). festgelegt
 
Schade, dass die historische Chance vertan wurde.
 
mit freundlichen Grüßen aus tirol
toni k.
6181 Sellrain                                    E-mail 21. November 2009

PS: Ich wünsche allen Sudetendeutschen Gerechtigkeit.  Irgendwie kommt mir vor, dass sie bei der EU als Menschen zweiter Klasse behandelt werden. Sie haben ja für Österreich soviel Gutes geleistet. Unter anderen Bundespräsident Körner, Renner und Schärf, Bundeskanzler Raab, Ferdinand Porsche, Josef Ressel, Viktor Kaplan, Adalbert Stifter, Franz Kafka, Franz Schubert, Hans Kudlich, Kardinal Innitzer, Siegmund Freud, Marie v.Ebner-Eschenbach, Bertha von Suttner, Karl Postl, Gregor Mendl, Hans Kelsen, Gustav Peichl und die Industriellenfamilien Riedel, Swarovski und Thurnauer und viele andere, die Österreich hervorgehoben haben. Man kann sich nur verbeugen.