Wien

Angelobung neuer Minister und Staatssekretäre

Fotos: (li.) Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Vizekanzler Wilhelm Molterer beobachten die Angelobung der neuen Minister,
(Mitte): Schieder - Gusenbauer - Fischer - Silhavy - Fekter - Molterer
(re.) Unterzeichnung der Ernennungsurkunden durch Bundeskanzler Gusenbauer und Bundespräsident Fischer; © Wien-konkret



Fotos: (li.) Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Vizekanzler Wilhelm Molterer beobachten die Angelobung der neuen Minister, (Anmerkung: Molterer dürfte etwas im Magen gekrampft haben)
(Mitte): Schieder - Gusenbauer - Fischer - Silhavy - Fekter - Molterer
(re.) Unterzeichnung der Ernennungsurkunden durch Bundeskanzler Gusenbauer und Bundespräsident Fischer; © Wien-konkret

Wer: Bundespräsident Dr. Heinz Fischer (SPÖ)
Was: Angelobung der neuen Bundesminister und Staatssekretäre
Wann: 1. Juli 2008, 16:30 Uhr
Wo: Präsidentschaftskanzlei, 1010 Wien, Österreich
Warum: Der derzeitige Innenminister Günther Platter (ÖVP) und die Frauenministerin Doris Bures (SPÖ) verlassen die Bundesregierung.

Stimmung: gemäßigt, angesichts der drohenden Neuwahlen im Herbst 2008. Es gab kein Jubelkomitee, aber auch keine Gegendemonstrationen, so wie bei der Angelobung im Jänner 2007. Zur Angelobung der neuen Bundesminister sind nicht einmal die anderen Minster und Staatssekretäre gekommen. Das zeigt die deutliche Missachtung der im Amt befindlichen Minister gegenüber den neuen Kollegen in der Bundesregierung.



Amtsenthebungen und Angelobung der Bundesminister:

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer:

„Herr Bundeskanzler!

Gemäß Artikel 74 Absatz 3 des Bundesverfassungsgesetzes enthebe ich auf Deinen Wunsch Herrn Vizekanzler Bundesminister Mag. Molterer seines Amtes als Bundesminister für Inneres und auf Ihren Wunsch auch Bundesministerin Doris Bures als Bundesministerin im Bundeskanzleramt. Weiters enthebe ich gemäß Artikel 78 Absatz 2 in Verbindung mit Absatz 3 des Artikel 74 der Bundesverfassung ihren Wunsch entsprechend Frau Staatssekretärin Heidrun Silhavy aus Ihrem Amte.

Zugleich ernenne ich auf Vorschlag von Ihnen, Herr Bundeskanzler, gemäß Artikel 70 Absatz 1 der Bundesverfassung, Frau Magister Doktor Maria Theresia Fekter zur Bundesministerin für Inneres, gemäß Artikel 70 Absatz 1 in Verbindung mit Artikel 77 Absatz 1 des Bundesverfassungsgesetzes Frau Heidrun Silhavy zur Bundesministerin im Bundeskanzleramt und gemäß Artikel 70 Absatz 1 in Verbindung mit Artikel 78 Absatz 2 der Bundesverfassung Herrn Mag. Andreas Schieder zum Staatssekretär und gebe ihn dem Herrn Bundeskanzler zur Unterstützung in der Geschäftsführung und zur parlamentarischen Vertretung bei. ...“

 




Video 1: Amtsenthebung der alten und Ernennung der neuen Minister am 1.7.2008 durch den österreichischen Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer


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Video 2: Angelobung der neuen Minister: Gelöbnis, Händeschütteln, Urkunden




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Lebenslauf: Dr. Maria Fekter (ÖVP)

Foto: Maria Fekter mit Tochter; © Wien-konkret

Foto: Maria Fekter mit Tochter; © Wien-konkret

* Geboren: 01.02.1956, Attnang-Puchheim
* Abschluß des Studium der Betriebswirtschaftslehre 1982
* Eintritt in den elterlichen Betrieb (Firma Niederndorfer & Co., Kieswerke-Transportbeton) 1982
* Mitglied des Gemeinderates von Attnang-Puchheim 1986–1990,
* Abg. zum Nationalrat ÖVP 5.11.1990– 17.12.1990
* Stadtparteiobfrau der ÖVP Attnang-Puchheim 1990–1996,
* Abgeordnete zum Nationalrat ÖVP 7.11.1994– 30. 6.2007 
* Landesparteiobmann-Stellvertreterin der ÖVP Oberösterreich 1995–2007
* Schriftführerin des Nationalrates 6. 5.2004– 30. 6.2007
* Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten 17.12.1990– 29.11.1994
* Verlor ÖVP-interne Stichwahl gegen Michael Spindelegger für das Amt des 2. Nationalratspräsidenten mit 33:31 Stimmen im Jahr 2006
* Volksanwältin 1. 7.2007– 1. 7.2008
* Innenministerin ab 1. Juli 2008
* Familienstatus: verheiratet, 1 Kind

Maria Fekter löst Günther Platter (ÖVP) ab, der als Innenminister mit folgenden Problemen schwer unter Beschuss geraten ist:
Geschwärzte Akten des Innenministeriums für den parlamentarischen Untersuchungsausschuß, Telefonüberwachung, Skandale bei der Wiener Polizei (Horngacher, Geiger, Geschenkannahmen, Verein der Freunde der Polizei, verratene Polizeirazzien im Rotlichtmilieu), Ermittlungspannen bei Natascha Kampusch in NÖ sollen nicht öffentlich bekannt werden, Fall Arigona Zogaj & Asylverfahren, steigende Kriminalität in Österreich, Rekordwerte bei Banküberfällen in Wien.
 



Lebenslauf Heidrun Silhavy (SPÖ)

Foto: Heidrun Silhavy; © Wien-konkret

Foto: Heidrun Silhavy;
© Wien-konkret

* Geboren: 20.05.1956, Graz
* Matura 1974
* Sohn Richard wurde 1974 geboren
* Mitarbeiterin der volkswirtschaftlichen Abteilung der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Steiermark 1976–1981,
* Landesfrauensekretärin des ÖGB, Landesexekutive Steiermark seit 1981.
* Mitglied des Vorstandes der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Steiermark 1991–1994,
* Mitglied der Landesexekutive des ÖGB Steiermark 1991–2003.
* Abgeordnete zum Nationalrat 3.5.1994 – 15.1.2007
* Mitglied des Bundesparteivorstandes der SPÖ seit 1995,
* Landesparteivorsitzender-Stellvertreterin der SPÖ Steiermark seit 1995,
* Mitglied des Landesparteipräsidiums der SPÖ Steiermark seit 1998,
* Mitglied des Landesparteivorstandes der SPÖ Steiermark, Mitglied des  Landesfrauenvorstandes der SPÖ Steiermark, Mitglied des Landesfrauenpräsidiums der SPÖ Steiermark seit 1998,
* Sozialsprecherin der SPÖ im Parlament ab 2000
* Staatssekretärin im Bundeskanzleramt seit 11. 1.2007 bis Juni 2008
* neue Bundesministerin für Frauen, Gleichbehandlung, Regionales, Medien
* Familienstatus: geschieden (laut wikipedia), 1 Kind
 
Heidrun Silhavy löst Doris Bures (SPÖ) als Bundesministerin ab.
Doris Bures (SPÖ) ist speziell von Männerseite wegen ihrer Politik der Männerdiskriminierung unter starke Kritik geraten. Ihr Problem dabei war Frauenministerin und Gleichbehandlungsministerin gleichzeitig zu sein. Die Scheidungsrate erreichte unter Doris Bures einen neuen Rekordwert von 49,5% in Österreich im Jahr 2007. Mit einem Kind ist Doris Bures auch kein Vorbild in der Geburtenrate. Das ist natürlich speziell für eine Frauenministerin kein Aushängeschild.
 



Lebenslauf: Andreas Schieder (SPÖ)

Foto: Andreas Schieder; © Wien-konkret

Foto: Andreas Schieder;
© Wien-konkret

* Geboren: 16.04.1969, Wien (als Sohn des SPÖ Politikers Peter Schieder)
* Studium der Volkswirtschaft an der Universität Wien (Mag. rer. soc. oec.) 1990–2002;
* Zivildienst 1990–1991.
* Internationaler Sekretär der Sozialistischen Jugend Österreich 1992–1996,
* Elternkarenz 1995–1996,
* Bezirksrat von Wien/Penzing 1996–1997,
* Mitglied des Wiener Gemeinderates und Abgeordneter zum Wiener Landtag 1997–2006, Bezirksparteivorsitzender der SPÖ Wien / Penzing seit 2002,
* wirtschaftspolitische Abteilung der Arbeiterkammer Wien 2002–2007,
* Abgeordneter zum Nationalrat 30.10.2006 – 2.7.2008
* Ausschuss der Regionen - EU 2004–2006,
* Außenpolitischer Sprecher der SPÖ seit Oktober 2007,
* Beamtenstaatssekretär ab 1. Juli 2008
* Familienstatus: Lebensgemeinschaft, ein Sohn mit der Wiener SPÖ-Stadträtin Sonja Wehsely

Andreas Schieder löst Staatssekretärin Heidrun Silhavy (SPÖ) ab.
Heidrun Silhavy hat eigentlich keine nennenswerten Erfolge in Ihrer Amtszeit vorzuweisen. Es sind aber auch keine Skandale oder Misserfolge bekannt.
 



Die neuen Bundesminister und Staatssekretäre:

Bild links: Heidrun Silhavy und Andreas Schieder
Bild Mitte: Maria Fekter (ÖVP) - Heidrun Silhavy (SPÖ) - Andreas Schieder (SPÖ)
Bild rechts: die neue Innenministerin Maria Fekter mit Vizekanzler Wilhelm Molterer (ÖVP)



Bild links: Heidrun Silhavy und Andreas Schieder
Bild Mitte: Maria Fekter (ÖVP) - Heidrun Silhavy (SPÖ) - Andreas Schieder (SPÖ)
Bild rechts: die neue Innenministerin Maria Fekter mit Vizekanzler Wilhelm Molterer (ÖVP)