Wien

Allgmeine Informationen zur Amtsübergabe von Doris Bures:

Fotos: (li.) Am Türschild der neuen Ministerin Silhavy wurde der Themenbereich Gleichbehandlung vergessen  (Mitte) Doris Bures und Johanna Dohnal (re.) Doris Bures mit Johanna Dohnal nach der Amtsübergabe; © Wien-konkret



Fotos: (li.) Am Türschild der neuen Ministerin Silhavy wurde der Themenbereich Gleichbehandlung vergessen (Mitte) Doris Bures und Johanna Dohnal (re.) Doris Bures mit Johanna Dohnal nach der Amtsübergabe; © Wien-konkret + Bilder vergrößern mit Klick auf das Foto

Wer: Amtsübergabe von Frauenministerin Doris Bures an Heidrun Silhavy und Amtsübergabe von Beamtenministerin Doris Bures an Andreas Schieder
Was: Amtsübergabe im Rahmen einer Pressekonferenz
Wann: 2. Juli 2008, 9:00 Uhr
Wo: Bundeskanzleramt Minoritzenplatz 3, 1014 Wien
Warum: Wurde nicht bekannt gegeben. Wahrscheinlich wegen der SPÖ Krise.

Was auffiel: Es wurde nur über Frauen und Frauenpolitik gesprochen. Die anderen Zuständigkeitsbereiche der neuen Ministerin - nämlichen Medien, Regionen und Gleichbehandlung - sind offensichtlich nicht so wichtig und wurden nicht angesprochen.



Ansprache: Doris Bures (SPÖ) an Andreas Schieder (SPÖ)

" Ja meine sehr verehrten Damen und Herren!
Liebe Frau Bundesministerin!
Herr Staatssekretär!

Willkommen im Frauenministerium.
Ich möchte mit dem Staatssekretär Andreas Schieder vielleicht beginnen. Zu früh darfst Du Dich nicht freuen. Das Frauenministerium lege ich Dir natürlich nicht in die Hände, obwohl ich weiß, dass Du ein sehr engagierter Politiker auch in der Vergangenheit warst und bist, sondern auch einer, der immer ein sehr Verbündeter was Frauenfragen und Frauenanliegen betrifft. Du kannst das auch weiter unter Beweis stellen in einem ganz großem Bereich, nämlich dem öffentlichen Dienst. Da sind wir Frauen mehr, wie die Männer. Das heißt ich möchte mit der Übergabe auch dieses großen Bereiches, des öffentlichen Dienstes Dir auch sagen, dass mmhh es ein sehr spannender Bereich ist, dass Du damit der größte Österreichische Arbeitgeber bist mit 134.000 Beschäftigten, die Tag täglich sehr fleißig Ihrer Tätigkeit nachgehen. Aammhh es ist ein Bereich, wo – wenn Du irgendwelche Reformen einleiten möxst - das erste wos kummt is: "Do geht gor nix". Ammhh so ist es auch mir gegangen. Letzt endlich geht aber dann doch viel. Es erfordert nur viel Gespräch und viel Kooperation mit allen beteiligten. Aber ich bin mir sicher, dass ammhh dieses gemeinsame Ziel eines neuen modernen Dienstrechts ganz gut in Deinen Händen sind. Und daher wünsche ich Dir als Staatssekretär für diese große Aufgabe wirklich alles Gute."


Anmerkung: Es folgt ein Händeschütteln
 




Video 1: Amtsübergabe der Beamtenministerin Doris Bures an den neuen Staatssekretär Andreas Schieder



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Ansprache Andreas Schieder (SPÖ):

"Ja ich übernehme ja auch einen Teil von der Heidrun (Ergänzung „Silhavy“) … Du hast Recht. Ich glaube, dass im öffentlichen Dienst auch die Förderung von Frauen und Karrieren für Frauen und alle Fragen, die damit verbunden sind, nicht nur ein Thema sein dürfen, wenn die Frauenministerin für den öffentlichen Dienst zuständig ist, sondern auch wenn ein Staatssekretär für den öffentlichen Dienst zuständig ist. So darf ich Dir und allen Frauen auch versichern, dass ich mich weiterhin um dieses Thema bemühen werde. Es stehen ja große Dinge an, die auch in Deiner Zeit eingeleitet wurden – Dienstrechtsreform, Besoldungsschema, usw. – ahh  Du hast es richtig gesagt, es ist ein großer öffentlicher Dienst, der auch wichtige Aufgaben … Ich möchte mich bedanken für die tolle Arbeit, weil ich glaube, ich übernehme einen guten öffentlichen Dienst, ein gutes Ressort. Ich freue mich schon auf die Aufgabe. Ich glaube, wir werden noch spannende Zeiten erleben. Und ich glaub, ich weiß nicht, wann ich die Blumen überreichen soll."

Doris Bures: "Wir machen das heute ohne Protokoll"
Andreas Schieder: "Jetzt?"
Doris Bures: Gerne. "Ich nehme sie."

Es folgt ein Händeschütteln

 


Video 2: Beamtenstaatssekretär Andreas Schieder will - obwohl im öffentlichen Dienst die Frauen eh schon die Mehrheit haben - Frauen und ihre Karrieren weiter fördern. Wird das eine Männerdiskriminierung?

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Ansprache Doris Bures (SPÖ) an Heidrun Silhvy (SPÖ):

"Ja liebe Frau Bundesministerin, liebe Heidrun!
Aahh liebe Johanna Dohnal!

Es ist mir eine große Freude, dass Du - die für dieses Frauenministerium steht aahh – heute Da bist,
(Anmerkung: Bures dreht sich wieder zu Silhavy) Ich lege Dir heute die Agenden der Frauen in die Hände. Aamm das ist ein Themenbereich der in den letzten 15 Monaten – wo ich aahh Frauenministerin sein durfte – mir von Tag zu Tag mehr ans Herz gewachsen ist, aahh ein Bereich wo ich glaube – obwohl am Anfang viele gesagt haben: „Nau do kannst eh nix moch´n, da hast eh keine Möglichkeiten und das ist ein Titel ohne Mittel. All jenen, die das behauptet haben haben wir bewiesen, aahh dass aahh das nicht so ist, dass wir viel auf den Weg gebracht haben, dass wir ein flexibles, modernes Kindergeld haben, das ein altes, starres Modell abgelöst hat, dass wir den Familien die Chance geben, mehr Betreuungsplätzen auch Beruf und Familie besser zu vereinbaren, indem wir die Chance haben jährlich 6000 neue Kinderbetreuungsplätze zu bauen, dass wir ernsthaft keine Toleranz bei Gewalt an Frauen an den Tag gelegt haben und gezeigt haben, dass wir Frauen, die Opfer von Gewalt werden, nicht im Stich lassen. D.h. da ist viel auf den Weg gebracht worden.

Ich sag´ ganz bewusst „wir“, weil ohne meine Mitarbeiterinnen – die da im Hintergrund stehen und Mitarbeiter und ohne den Beamtinnen und Beamten der Sektion hätt´ ma gor nix machen können und auch da kann ich Dir nur sagen: Du übernimmst ein ganz, ganz tolles Team. Mich freut´s an Dich diese Funktion zu übergeben, weil ich Dich auch seit vielen Jahren kenne und weiß, dass Du die Sorgen der Frauen gut kennst, dass Du auch vor allem weißt, was es für Frauen heißt im Berufsleben aahh gleiche Chance zu haben  und wie viel da noch zu tun ist. Drum liebe Heidrun, lege ich Dir diese Agenden in die Hände, weiß, Sie sind in besten Händen. Und wünsche Dir alles Gute.

Bussi links, Bussi rechts.
 


Video 3:
Bures: ... dass wir ernsthaft keine Toleranz bei Gewalt an Frauen an den Tag gelegt haben und gezeigt haben, dass wir Frauen, die Opfer von Gewalt werden, nicht im Stich lassen ...


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Ansprache Heidrun Silhavy (SPÖ):

"   Liebe Doris!
Ich danke Dir ganz herzlich, erstens für das Vertrauen, zweitens die Umstände und Du selbst haben beschieden, dass wir nun diesen Wechsel hier vollziehen. Ich habe versucht als Staatssekretärin die Frauenbereiche mit-zu-unterstützen und mit-zu-tragen. Ich bitte Dich in Deiner neuen Funktion ebenfalls um diese Unterstützung. Mir ist bewusst, dass wir alle nur gemeinsam wirklich Fortschritte erreichen können in dieser Gesellschaft. Wenn ich Johanna Dohnal sehe: Sie hat wohl als Frauenministerin den Grundstein gelegt, dass Frauenpolitik in Österreich eine Dynamik und einen Wandel bekommen hat, den wir vorher so nicht verspüren konnten und wahrscheinlich ohne Dich Johanna auch nicht verspürt hätten. Herzlichen Dank. Du wirst immer – sozusagen – ein Maßstab für Frauenpolitik in Österreich sein.

Liebe Doris. Du hast Dich wunderbar eingereiht in die …

Bures: "Jetzt hob i Knie-Schnackerln vor lauter Aufregung … "
Silhavy: … ich sag des einfach so, weil es mir ein Bedürfnis is. Und ich bin ja sehr viele Jahre in Frauenpolitik in verschiedensten Formen tätig und ich weiß, dass wir nur gemeinsam stark sind und dass Frauensolidarität – das wird sehr oft nicht so gesehen, aber ich weiß, das es sehr viel Frauensolidarität gibt und das die uns in Wahrheit stark macht. Für diese Solidarität danke ich Dir. Ich bitte Dich auch weiterhin darum und ich werde mich sehr bemühen, dass das was wir uns gemeinsam vorgenommen haben, nämlich etwas zu Gunsten und zur Verbesserung der Lage der Frauen in Österreich beizutragen. Ich darf Dir nicht Blumen streuen, aber Blumen überreichen. Sie kommen von ganzem Herzen. Dann habe ich noch etwas besorgt, von dem ich mir denken könnte, Du könntest es für Deine neue Aufgabe gut gebrauchen.

Anmerkung: Übergibt ein Buch mit dem Titel: Meisterschaft durch Gelassenheit

Ich wünsche Dir und uns allen gemeinsam und für Dich persönlich viel, viel Erfolg

Bures: Danke
 


Video 4:
Heidrun Silhavy lobt Ihre Vorgängerinnen Johanna Dohnal (SPÖ) und Doris Bures (SPÖ) nicht aber Maria Rauch-Kallat (ÖVP). Kein Wort über Gleichbehandlung, Medien und Regionen

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Ansprache Ex-Frauenministerin Johanna Dohnal (SPÖ):

"  Liebe Doris!Mir ist es ein wirkliches Anliegen Dir zu danken für die Zeit, die Du angeschlossen hast an eine Zeit, wo wir Verantwortung tragen konnten. Dazwischen waren ja mehrere Grauslichkeiten – grausliche Jahre – und ich möchte Dir wirklich herzlich danken für Dein Engagement und Deine Art und Weise, wie Du wieder Frauenpolitik formuliert hast, artikuliert hast und was Du auch umgesetzt hast und dafür möchte ich Dir danken.""Bruderküsse" links und rechts Dohnal mit Bures

Es folgen „Bruderküsse“ unter den (Ex-) Frauenministerinnen Dohnal mit Bures und Silhavy

 


Video 5:
Ex-Frauenministerin Johanna Dohnal (SPÖ) dankt Doris Buris (SPÖ) für Ihre Arbeit und erinnert sich an die grauslichen Jahre der ÖVP / FPÖ Koalition


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Interview von Wien-konkret mit der neuen Bundesministerin Silhavy:

Foto Bundesministerin Heidrun Silhavy 2. Juli 2008 am ersten Arbeitstag; © Wien-konkret

Foto Bundesministerin Heidrun Silhavy 2. Juli 2008 am ersten Arbeitstag; © Wien-konkret

Wien-konkret:
"Ist es nicht ein Interessenskonflikt gleichzeitig Frauenministerin und Gleichbehandlungsministerin zu sein?"

Ministerin Heidrun Silhavy (SPÖ):
"Absolut nicht, weil warum braucht man eine Frauenministerin? Weil es in der Norm die Frauen sind, die noch nicht gleichberechtigt sind und nicht gleichbehandelt werden. Aahh wenn es im Umkehrfall anders ist, dann ist es auch ok wenn man für Nicht-gleichberechtigte aahh für die Beseitigung für die Ungleichberechtigung eintritt. Also ich finde da überhaupt keinen Widerspruch, denn es geht ja nicht darum, dass man Werte umdreht – sozusagen – net? Es geht ja net darum, wenn man die Gesellschaft nur umdrehen wollten, dann bräuchten wir nicht von Gleichberechtigung reden, sondern dann müssten wir nur von Marktverschiebungen reden oder von Austausch eigentlich – gar nicht von Verschiebungen. Also insofern ist da kein Widerspruch."

Wien-konkret:
"Werden ist auch dann dafür sorgen, dass Männer und Frauen bei Produkten und Dienstleistungen dann das gleiche bezahlen in Zukunft? Es gibt ja in vielen Bereichen eine Ungleichbehandlung."

Ministerin Heidrun Silhavy (SPÖ):
" Das muss man sich genau anschauen. Da wird es verschiedenen Positionierungen geben. Das muss man sich genau anschauen. Sie werden sicherlich etwas Konkretes ins Auge gefasst haben."

Wien-konkret:
Frauen beim Friseur? Männertickets im Stadion?

Ministerin Heidrun Silhavy (SPÖ):  
"Das muss ich mir noch einmal im Konkreten anschauen. Ehrlich gesagt: Mit Fussball-Sitzplätzen habe ich mich noch nicht wirklich auseinander gesetzt."

Wien-konkret:
"Aber vielleicht mit der EU-Richtlinie"


Ministerin Heidrun Silhavy (SPÖ):  
"Das ist schon klar. Aber Sie werden mir vielleicht dieses Beispiel zu-mailen. Dann kann ich mir das genauer anschauen. JA"

Wien-konkret:
"Gerne"