Wien

Rodelstraße Schwenkgasse in 1120 Wien vor dem aus

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Winter 2013: Versalzene Rodelstraße

Nach längerer Zeit des Friedens gibt es wieder Aufregung am Meidlinger Tivoli: Diesmal ist es die gepökelte Rodelstraße Schwenkgasse.
Nähere Infos finden Sie unten in einem offenen Brief samt Fotos an Frau BV Votava.
Besten Dank vorab & liebe Grüße
Alexander Mayr-Harting                      15. Jänner 2013
 

15.1.2013 Offener Brief an die Bezirksvorsteherin Vovata (SPÖ)





Sehr geehrte Frau Bezirksvorsteherin Votava,
sehr geehrte Damen und Herren!

Vor knapp zwei Jahren - Im Dezember 2011 - drohte das AUS für die Rodelstraße Schwenkgasse in Wien Meidling. Nach zahlreichen Protesten von AnrainerInnen samt Medienberichterstattung wurde vom Bezirk und den zuständigen Magistraten (MA 28 und MA 48) der Fortbestand des Wiener Rodelstraßen-Konzepts zugesichert. Zahlreiche Aussendungen und OTS-Meldungen, in denen sich sämtliche Parteien als die wahren Retter der Rodelstraße feierten, bestätigten diese Entscheidung.
    2012 gab's bekanntlich zu wenig Schnee und daher auch keinen Betrieb.

2013: Nun hat es vergangenen Montag zur Freude unserer Kinder endlich einmal ausgiebig geschneit. Die rechtzeitige Sperre der Schwenkgasse für den Rodelbetrieb hat dennoch nicht funktioniert. Wieder einmal hat die Kommunikation der zuständigen Wiener Magistrate (MA 28 und MA 48) - gewollt oder ungewollt - völlig versagt.
 
Hier kurz zusammen gefasst die Aufreger der vergangenen 24 Stunden:
    *  Trotz punktgenauer Schneeprognose (ORF, ZAMG etc.) für den Großraum Wien wurde Sonntag Abend bei einsetzendem Schneefall die Schwenkgasse gründlich geräumt und gesalzen.
    *  Erst nach Protesten von AnrainerInnen wurde Montag Morgen mit der Sperre begonnen (halbseitige Schrankensperre). Leider viel zu spät ....
    *  Kurz nach der Sperre um 8:05 Uhr wurde von einigen Anrainerinnen ein Streuwagen der MA 48 beobachtet, der sich am Schranken vorbei schlängelte und just jenen Streckenabschnitt nochmals räumte und salzte, der für den Rodelbetrieb vorgesehen ist. Das lässt von oben angeordnetes System vermuten ...
    *  Zahlreiche BürgerInnen haben sich daraufhin nochmals in Ihrem Büro, bei der MA 48 und auch im Büro der Umweltstadträtin Ulli Sima beschwert. Abgesehen davon, dass sich niemand wirklich zuständig fühlte, erhielten viele Anrufer die lapidare Antwort, dass 'eh schon gesperrt ist und der Rodelbetrieb ab sofort möglich ist'.

Angesichts solcher Aussagen stellen wir uns schon die Frage, ob sich irgend jemand der Verantwortlichen gestern vor Ort ein Bild vom tatsächlichen Zustand der Rodelstraße gemacht hat. Wir haben diese Aufgabe heute morgens übernommen (weil wir ja sonst nix zu tun haben ...) und übersenden Ihnen aktuelle Fotos. Was Sie hier sehen können, ist kein funktionierender Rodelbetrieb, sondern eher die zynische anmutende Sperre einer einsamen Salz- und Schlammwüste ...
   Wir AnrainerInnen sind mittlerweile geeicht im Wording von Politik und Behörden (Stichwort: Springer-Park / Marillenalm). Die oben genannten Beschwichtigungen empfinden wir aber als besondere delikate Provokation & Verhöhnung - vor allem unserer Kinder. Es ist offensichtlich, dass es zumindest in der MA 48 einflussreiche Kräfte gibt, die jedes Jahr auf's Neue das Wiener Rodelstraßenkonzept torpedieren und auch keine Gelegenheit auslassen, ihr Ansinnen bei der erstbesten Gelegenheit in die Tat umzusetzen. Wir lassen uns nach wie vor gerne vom Gegenteil überzeugen ...
   Ebenso unverständlich ist die Tatsache, dass im Herbst 2012 Tafeln am Beginn und Ende der Rodelstraße montiert wurden, die ausdrücklich auf den Rodelbetrieb ohne Winterdienst hinweisen. Finanziert natürlich aus unser aller Steuergeld ...

    Sehr geehrte Frau Bezirksvorsteherin, wir erwarten vor allem von Ihnen als politisch verantwortliche Bezirksvertretung, mit den zuständigen Stellen umgehend Kontakt aufzunehmen und endlich ein Machtwort zu sprechen. Sollte es tatsächlich Strategie der Stadt Wien sein, die Wiener Rodelstraßen abzuschaffen (viele BürgerInnen hegen bereits diesen Verdacht ...), erwarten wir von der Politik zumindest den nötigen Mut, dies auch öffentlich kund zu tun.
   Räumen, salzen und anschließend von intaktem Rodelbetrieb zu sprechen, ist mit Sicherheit die falscheste PR-Strategie der Stadt Wien.
 
Mit freundlichen Grüßen
DI Alexander Mayr-Harting
BI 'Tivoli-Alarm - Rettet den Springer-Park'



Rodelstraße Schwenkgasse vor dem Aus


Rodelstraße Schwenkgasse in Wien Meidling vor dem Aus.
Lebenswertes Wien – aber nicht für Kinder?
Fassungslos mussten wir AnrainerInnen vor wenigen Tagen erfahren, dass die seit rund 50 (!) Jahren bestehende Rodelstraße Schwenkgasse in Wien Meidling aufgelassen werden soll. Angeblich wegen fehlender Haftungsgarantien. Wie ein heiße Kartoffel soll die Haftungsübernahme zwischen den Magistratsabteilungen 65, 28, 46 und 48 hin und her geschoben worden sein. Was ist das nur für ein peinliches Beamtentheater auf Kosten unserer Kinder? Stolze 49 Jahre lang war die Haftung kein Thema und jetzt plötzlich schon? Leute, verkauft uns nicht für blöder als wir sind!
Hier geht’s nicht um Haftung, sondern um etwas ganz Anderes: Die auf Scheinargumenten basierende Beseitigung eines lästigen, immer wieder kehrenden Problems in der Großstadt: Schnee (ohnehin nur wenige Tage im Jahr!) und fehlende Parkplätze.
Die Lebensqualität einer Großstadt definiert sich aber nicht nur über die Anzahl der Abstellplätze (wenn möglich direkt vor der Haustür), sondern auch über die Bereitstellung von Freiraum für unsere Kinder. Freiraum, um den es am Meidlinger Tivoli ohnehin äußerst knapp bestellt ist.
   Da gibt es zum Beispiel eine beleidigte Politische Akademie der ÖVP (PolAk), die nach verhinderten, illegalen Hotelprojekten den Springer-Park dicht macht, Sandkisten wegreißt und Kinder von der Wiese vertreibt. Gleichzeitig marschiert Akademie-Personal mit eigens angefertigten Schlüsseln über angrenzenden Privatgrund und provoziert seit kurzem AnrainerInnen mit behördlich nicht genehmigter Kameraüberwachung – sh. auch www.tivoli-alarm.at
   Da gibt es den einzigartigen Naturspielplatz Marillenalm, direkt an der Grünbergstraße gelegen. Für die Errichtung einer Lärmschutzwand fehlt das Geld. Kein unmittelbarer Wohnraum, der geschützt werden muss, wird argumentiert. Rodeln ist hier schon seit Jahren verboten, weil zu gefährlich. Kein Magistratsbeamter kommt auf die Idee, allfällige Sicherheitsmaßnahmen (Strohballen, Sturzräume) einmal ernsthaft zu prüfen.
   Da gibt es den nahen Schlosspark Schönbrunn, in dem Kinder nur auf langweiligen Schotterwegen gehen dürfen. Bestrebungen, beim Schönbrunner Bad eine Rodelstraße einzurichten, wurden regelmäßig im Keim erstickt.
   Und da gibt es die ‚Julius-Raab-Siedlung‘ zwischen Schwenkgasse und Springer-Park, in der sich - zum Leidwesen mancher Alteingesessener – ein unaufhaltsamer Generationenwechsel vollzieht. Immer noch kommt es vor, dass friedlich spielende Kinder einfach angeschnauzt werden.
Kinderfeindlichkeit am Meidlinger Tivoli, wohin man sieht. Und das, seitdem es Kinder gibt. In wenigen Wochen werden die ersten von rund 100 Familien in die neue Wohnhausanlage am Forum Schönbrunn (Bauteil II) einziehen. Wenn die wüssten, was sie hier erwartet …
Also liebe ÖVP-Partei-Akademie, Politiker und Beamten – überlegt euch gut, ob ihr es euch dauerhaft mit uns verscherzen wollt. Denkt an unsere Kinder – sie sind die Wähler von morgen. Und zugleich eure Zukunft …
Unsere Stimme habt ihr bereits verloren!

BI ‚Tivoli-Alarm – Rettet den Springer-Park‘
Alexander Mayr-Harting    4.12.2011
Sprecher  info@tivoli-alarm.at  www.tivoli-alarm.at 
Mobil: 0676-32 82 583        





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Durchkommender Asphalt & freiliegende Kanaldeckel

Durchkommender Asphalt, der die Kufen der Rodeln in Mitleidenschaft zieht, ebensolche freiliegende Kanaldeckel, aus denen es obendrein unangenehm herausdunstet, enttäuschte Kindergesichter, weil der Schlitten nicht so recht in Fahrt kommen will ...
kann die 50-jährige Tradition des Bestehens der Rodelstraße Schwenkgasse wirklich der Grund dafür sein, warum man seinen Sprösslingen nicht wirklichen Rodelspaß am ungleich schöneren Roten Berg oder Himmelhof gönnt?
Oder ist es nur der innere Zwang einer sogenannten "Anrainerinitiative", ihr Machtbedürfnis zu äußern? Apell vor allem an jene, die sowieso auch hierher mit dem Auto und den Anrainern die wenigen benützbaren Parkplätze zwischen Bergen von zur Seite geschaufeltem Schnee streitig machen: Investiert doch ein paar Minuten mehr für eure Sprösslinge und fahrt mit ihnen zur nächsten wirklich schönen Rodelwiese!

Peter K.           20. Jänner 2013