Wien

9.5.2017: Pressekonferenz der Architektur- und Kulturszene gegen geplante Widmung!





Pressekonferenz Dienstag, 9. Mai, 11 Uhr
Cafe am Heumarkt, Am Heumarkt 15, 1030 Wien
Am Podium: Otto Kapfinger, Andreas Vass, Christian Kühn, Gerhard Ruiss.
Aus dem Publikum: Stellungnahmen zahlreicher weiterer ExpertInnen.

KritikerInnen fordern von Stadt Wien Annullierung der für 1. Juni geplanten Abstimmung im Gemeinderat sowie Stopp des Kollisionskurses mit UNESCO.

Aus Anlass der für Mittwoch, 10. Mai 2017 angesetzten Sitzung des Planungsausschusses des Wiener Gemeinderats zum Thema Heumarkt laden zahlreiche Organisationen sowie prominente ExponentInnen der Architektur- und Kulturszene zur Pressekonferenz: 
* Die Verdoppelung der schon beim Bau des Hotel InterContinental 1964 von Friedrich Achleitner kritisierten „Masse ohne Maß“ wird zur stadträumlichen Bruchlandung in der Ringstraßenzone.
* Entgegen den Behauptungen von Investor und Stadtregierung bringt das Projekt eine Akkumulation von Verlusten für die Öffentlichkeit.
* Das Verfahren, weit entfernt von Transparenz und Qualität, war vielmehr eine Verkettung von Regelbrüchen und groben Verstößen bei hartnäckigem Bestehen auf unangemessener Bauhöhe und Baumasse.
* Der Konflikt mit dem Weltkulturerbe war von Anfang an bekannt. Dennoch ist die Stadt Wien seit über fünf Jahren zielsicher auf Kollisionskurs mit der UNESCO – und nun mit einem voreiligen Widmungsbeschluss dabei, den Verlust des Welterbestatus mutwillig herbeizuführen.
 
Die versammelten ExpertInnen appellieren daher an die Mitglieder des Gemeinderatsausschusses für Stadtentwicklung ("Planungsausschuss"), das Projekt nicht an den Gemeinderat weiter zu leiten, bevor das Welterbekomitee der UNESCO in seiner 41. Sitzung am 2. - 12. Juli 2017 über den aktuellen Stand des Projektes beraten hat, und rufen sämtliche Gemeinderäte aller Fraktionen auf, der Widmung die Zustimmung zu verweigern.
 
Auf der Pressekonferenz werden die Kritikpunkte in allen Details begründet und u.a. ein 88-seitiges Dossier dazu vorgestellt (https://drive.google.com/file/d/0Bzj-zdr7egWOVGcxV01laFpIZzg/view).
 



Inhalte und Schmankerl aus der Pressekonferenz:






* Springt dann der Investor ab? Antwort: Was besseres kann Ihnen nicht passieren.
* Wenn man das Projekt verschiebt oder neu plant, dann bricht keine Koalition zusammen und der Investor geht auch nicht bankrott. Der ist ein Spezialist für Riskokapital.
* ad §1 der Bauordnung: Ein öffentliches Interesse ist nicht erkennbar.
* Es ist kein "bedüftiger" Baugrund, der der Erlösung durch einen Investor bedarf.
* Das ist ein erstklassiger Bauplatz. Da darf nichts zweit- oder drittklassiges gebaut werden.
* UNESCO hat sich immer gegen den Bau ausgesprochen
* Sämtliche Kulturverbände haben sich gegen den Bau ausgesprochen.
* Wenn der Gemeinderat vor der UNESCO entscheidet, dann ist das eine Verhöhnung der UNESCO.
* Alle hoffen auf Einsicht.
* Eine Stadt, die nicht auf Fachleute hört, ist verloren.
* Kronenzeitung (KRONE) und heute haben dieses Projekt immer promotet.
* Rote Linie: Oberkante von 39 - 44 Meter.
* Das Grundstück wurde viel zu billig verkauft (ca. 5 Millionen Euro.)
* In der Nachdenkphase der Stadt Wien hat sich die Kubatur um 25% erhöht.
* Die Stadt Wien soll Rahmenbedingungen festlegen, unter denen ein neuer städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt werden soll.
* Bereits im Jahr 2013 hat die gesamte Fachschaft die Stadt Wien auf die Probleme aufmerksam gemacht.
* Der UNESCO Staatsvertrag wurde mit Bundesgesetz BGBl. Nr. 60/1993 in österreichisches Recht umgesetzt.
* Natürlich hat die Republik Österreich die Möglichkeit, auf die Stadt Wien einzuwirken.

* Es häufen sich die Absurditäten.
* Es wurde Maria Vassilakou (Grüne) dahingehend zitiert: "Ich bin der Rechtsstaatlichkeit verpflichtet. Das ist die Abmachung mit dem Dr. Trojner" (= Projektivestor.)
* ad Canaletto-Blick wurde SPÖ-Gemeinderat DI Omar Al-Rawi zitiert: "Wir werden uns doch nicht von einem alten Maler vorschreiben lassen, was in Wien jetzt gebaut wird".
* Die Miete des unterirdischen Turnsaals ist 70.000 Euro netto pro Jahr.





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