Wien

Neues Hochhaus am Heumarkt, 1030 Wien



Zerstörung des Weltkulturerbes Wien-Zentrum



 
Projektwerber:
WertInvest
Investor: Michael Tojner vom Wertinvest.
Investitionssumme: 250 bis 300 Mio. Euro
Gemeinderatsbeschluß: am 1. Juni 2017 mit den Stimmen von SPÖ & Grünen beschlossen. Es waren 51:46 der Gemeinderatsmitglieder dafür.
Dafür: SPÖ (44 Mandatare) stimmte komplett dafür, die Grünen (7 Mandatare) teilweise dafür.
Dagegen: FPÖ, ÖVP, NEOS, 1 Grüner.
Martin Margulies stimmte als einziger der 10 grünen Gemeinderäte gegen die Umwidmung. Die grünen Gemeinderäte Faika El-Nagashi und Barbara Huemer verließen vor der Abstimmung den Saal. 
ÖVP-Abgeordnete Elisabeth Olischar war nicht anwesend. 
Somit wird das Projekt nun gebaut.

Baubeginn ist nach heutigem Stand Anfang 2019.
 
Der Streitpunkt:
Immobilien-Spekulanten wollen einen 66 Meter hohes Hochhaus errichten. (Ursprünglich waren sogar 73 Meter angedacht.) Das ist ca. eineinhalb mal so hoch, wie das derzeitige Intercontinental-Hotel-Hochhaus mit 43 Metern. Das wäre eine komplette Verschandelung der Wiener Innenstadt und eine Gefährdung des Wiener Weltkulturerbes, wie Kritiker meinen.
Wiener Bauordnung & Flächenwidmung: Die UNESCO-Vorgaben wurden nicht in die Wiener Bauordnung aufgenommen. Deshalb kann das Projekt aus Wiener Sicht relativ leicht - nach vorhergehender Änderung der Flächenwidmung - genehmigt werden. Das Hochhauskonzept der Stadt Wien wurde 2014 dahingehend geändert, daß nun Hochhäuser auch in der Weltkulturerbe-Zone errichtet werden dürfen.
Staatsvertrag & Bundesgesetz: Gemäß dem Staatsvertrag der Republik Österreich und der UNESCO, sowie aufgrund des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 60/1993 kann das vorliegend Projekt gar nicht genehmigt werden, da klar rechtswidrig. (siehe auch ICOMOS-Gutachten dazu)
UNESCO: Das Heumarkt-Projekt liegt in der Kernzone der Welterbestätte. Es sind maximal 43 Meter Bauhöhe erlaubt.
Bundesdenkmalamt: Die Präsidentin des Bundesdenkmalamtes, Dr. Barbara Neubauer, sprach sich ausdrücklich gegen das Hochhausprojekt am Heumarkt in Wien-Landstraße aus (Ö1-Mittagsjournal vom 21.2.2017).
  



7.7.2017: UNESCO-Welterbe Wien auf "Rote Liste": Strafanzeige gemäß § 302 StGB wegen dringendem Verdacht auf Amtsmissbrauch gegen 51 Wiener Gemeinderäte

Initiative Denkmalschutz: List Rechtsanwalts GmbH reicht heute eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft ein.
Gestern hat das Welterbekomitee in Krakau das Welterbe "Historisches Zentrum von Wien" auf die "Rote Liste" der gefährdeten Welterbestätten gesetzt. Die weitere Folge ist zweifellos die Aberkennung des Welterbeprädikats. Umso erstaunter musste daher die Öffentlichkeit am 1. Juni zur Kenntnis nehmen, dass 51 Gemeinderäte der SPÖ und Grünen für die Umwidmung des Heumarkt-Areals und somit quasi für die Aberkennung des Welterbeprädikats gestimmt haben.
   Die List Rechtsanwalts GmbH hat im Namen der Initiative Denkmalschutz die Gemeinderäte mehrmals darüber informiert, dass die Welterbekonvention in Österreich im Gesetzesrang steht (BGBl 60/1993) und die Stadt Wien verpflichtet ist, das Weltkulturerbe zu schützen, zu erhalten und an kommende Generationen weiterzugeben.
   Durch die Abstimmung am 1.6. hat die Mehrheit der Gemeinderäte diese eindeutigen Pflichten verletzt.
Dadurch wurde das Recht der Republik Österreich auf Erhaltung des Welterbes in eklatanter Weise geschädigt. Führen hoheitliche Maßnahmen zur Beschädigung von denkmalgeschützten Gebäuden, so sieht der OGH das Delikt des Amtsmissbrauchs (§ 302 StGB) als erfüllt. Jetzt wird die Staatsanwaltschaft zu prüfen haben, ob das Welterbe, ähnlich wie Denkmäler, strafrechtlichem Schutz unterliegt.
Rückfragen & Kontakt:
Markus Landerer, Initiative Denkmalschutz, www.idms.at, Tel.: 0699 / 1024 4216
RA Univ.-Doz. Dr. Wolfgang List, www.ralist.at, Tel.: 0664 / 427 64 65



Di., 30.5.2017: Heumarkt-Demo anlässlich Wiener Gemeinderat am 1.6.: Für Welterbe und Rechtsstaatlichkeit, gegen Staatsvertragsbruch





Demo am 30.05.2017, 18:30 - 19:30 Uhr
Ort:
Treffpunkt vor Büro des Bundesministers für Kultur, Mag. Thomas Drozda
Minoritenplatz 3, 1010 Wien, Österreich
Umzug: Vom Büro des Kulturministers => weiter zur Präsidentschaftskanzlei (Ballhausplatz), => über Löwelstraße und => Rathausplatz zum => Rathaus.
Mehr Infos => Heumarkt-Demo vom Kulturministerium => Präsidentschaftskanzlei => Rathaus



Sa. 13.5.2017: Kundgebung gegen die Heumarkt-Hochhäuser vor dem Genussfestival am Stadtpark


Samstag 13. Mai 2017,  Beginn 11:00 Uhr,  Ende ca. 15:00 Uhr
Ort: 1030 Wien, Johannesgasse 33 und 35 vor der Station U4 Stadtpark gegenüber Hotel Intercontinental (vor dem "Genussfestival - kulinarisches Erbe Österreich")
Zweck: Kundgebung für den Erhalt der von der Stadt Wien beschlossenen Kernzone des UNESCO Weltkulturerbes.
Mehr Infos => Kundgebung am Stadtpark / Heumarkt  



Mi., 10.5.2017, Heumarkt-Demo anläßlich der Sitzung des Planungsausschußes des Wiener Gemeinderates.





Am Mittwoch, 10. Mai 2017 tagte der Gemeinderatsausschuß für Stadtentwicklung. Dieser "Planungsausschuss" bereitete den Beschluss für die Umwidmung des Heumarkt-Areals im Gemeinderat am 1. Juni 2017 vor. SPÖ und Grüne haben im Planungsausschuß die neue Heumarkt-Widmung trotz heftigen Widerstandes von mehreren Bürgerinitiativen und Parteien heute knallhart durchgezogen und beschlossen.
 
Vor und während der Sitzung gab es eine
=> Kundgebung "für das UNESCO-Welterbe Wien - gegen den Luxuswohnturm".
Datum: 10.05.2017, 09:15 - 10:30 Uhr
Ort: Stadtplanungshaus (Ausschussbeginn 10 Uhr)
Rathausstraße 14-16, 1010 Wien, Österreich
Wer: Initiative Stadtbildschutz gemeinsam mit Aktion 21 - pro Bürgerbeteiligung und Initiative Denkmalschutz.



9.5.2017: Pressekonferenz der Architektur- und Kulturszene gegen geplante Widmung!





Pressekonferenz Dienstag, 9. Mai, 11 Uhr
Cafe am Heumarkt, Am Heumarkt 15, 1030 Wien
Am Podium: Otto Kapfinger, Andreas Vass, Christian Kühn, Gerhard Ruiss.
Aus dem Publikum: Stellungnahmen zahlreicher weiterer ExpertInnen.
Die KritikerInnen fordern von Stadt Wien Annullierung der für 1. Juni geplanten Abstimmung im Gemeinderat sowie Stopp des Kollisionskurses mit UNESCO.

* Springt dann der Investor ab? Antwort: Was besseres kann Ihnen nicht passieren.
* Wenn man das Projekt verschiebt oder neu plant, dann bricht keine Koalition zusammen und der Investor geht auch nicht bankrott. Der ist ein Spezialist für Riskokapital.
* ad §1 der Bauordnung: Ein öffentliches Interesse ist nicht erkennbar.
* Es ist kein "bedüftiger" Baugrund, der der Erlösung durch einen Investor bedarf.
* Das ist ein erstklassiger Bauplatz. Da darf nichts zweit- oder drittklassiges gebaut werden.
* UNESCO hat sich immer gegen den Bau ausgesprochen
* Sämtliche Kulturverbände haben sich gegen den Bau ausgesprochen.
=>  Pressekonferenz der Architektur- und Kulturszene 



4.5.2017: ICOMOS-Appell Flächenwidmung Heumarkt


Der Welterbestatus „Historisches Zentrum von Wien“ beruht auf dem völkerrechtlichen Staatsvertrag der UNESCO mit der Republik Österreich betreffend die UNESCO Welterbekonvention von 1972. Österreich hat diese Konvention 1992 unter der Bundesregierung des Kabinetts Franz Vranitzky III unterzeichnet, kundgemacht im BGBl. Nr. 60/1993.
Das Welterbe ist also nicht bloß Angelegenheit der Stadt Wien, ist schon gar keine Parteienangelegenheit, ist kein wirtschaftlich motivierter Vertrag und daher auch kein Instrument touristischer Interessen und keinesfalls eine Privatangelegenheit.

* insgesamt: eine „Imagekatastrophe“ Österreichs
=> ICOMOS-Appell Flächenwidmung Heumarkt

Univ.-Prof. Dr. Wilfried Lipp
Präsident ICOMOS Austria



Mi., 3.5.2017: Heumarkt-Pressekonferenz: Gibt es Bürgerbeteiligung bei Umwidmungen? "Pakttreue" versus demokratischer Rechtsstaat?





Verein "Aktion 21 - pro Bürgerbeteiligung" gemeinsam mit Initiative Stadtbildschutz, Initiative Denkmalschutz und der Österreichischen Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege.
Am 1. Juni soll die Umwidmung des Areals Eislaufverein - Hotel InterContinental beschlossen werden (Das wäre einen Monat vor(!) dem Beschluss des Welterbekomitees der UNESCO).

Spannende Fragen stellen sich:
Kann eine Widmung als Akt der Hoheitsverwaltung im Vorhinein(!) durch Verträge mit Privaten ("Pakt") ausgehandelt werden?
Sind Politiker respektive Behörden berechtigt, vorab im Sinne einer „Handschlagqualität“ einem Investor Zusagen zu machen?
Ist es daher wirklich "zu spät" (O-Ton Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou) Änderungen bei der Widmung vorzunehmen?
Abgesehen vom klaren Bruch eines Bundesgesetzes (Welterbe-Konvention) werden weitere Fragen beleuchtet: Geht demokratische Selbstbestimmung vor Völkerrecht?
Raumplanung – Privatrecht oder Hoheitsverwaltung?
Warum strategische Umweltprüfungen und Masterpläne?
Was ist „kulturelles Welterbe“?
Was ist das öffentliche Interesse und ein Mehrwert bei Flächenwidmungen?

Antworten & Infos
=> Heumarkt-Pressekonferenz: Gibt es Bürgerbeteiligung bei Umwidmungen?
 



Ältere Beiträge zum Heumarkt-Hochhaus-Skandal:





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Bauvorhaben Heumarkt

Sehr geehrte Damen und Herren!
   Die banale Aussage, dass bei Aberkennung des Weltkulturerbes Wien die Gäste nach wie vor in Scharen kommen werden, ist nicht der wesentliche Punkt. Es geht primär um den Verlust einer mit Recht verliehenen Qualitätseinstufung unserer Hauptstadt und damit einer Top Marke für jetzt und die Zukunft.
   Kein verantwortliches Markenartikel Unternehmen wird Entscheidungen treffen, welche seinen optimalen Bekanntheitsgrad schmälert und so längerfristig die “Marke” und den “Aktienwert” beschädigt.
   Ein Verstoß gegen definierte Bauhöhen durch Investoren, Architekten und verantwortliche Politiker ist für normal denkende Bürger völlig unverständlich. Es ist auch unerheblich, dass Dresden das Weltkultur Erbe verloren hat und noch weiterhin Gäste hat. Dresden hat diese Entscheidung schon bereut.
   Die völlig falsche Entscheidung verantwortlichen Politiker gegen klar definierte Bauhöhen des Weltkultur Erbe ist mit Recht zu beanstanden. Alles Gute bei den weiterhin geplanten Einsprüchen und Maßnahmen.
Freundliche Grüße
Walter W.   1190 Wien,   30.5.2017



Karikatur "Wien im Jahr 2030":



© Alexander Jirout, Wien 10.5.2017

Die Heumarkt-Hochhäuser sind erst der Anfang.



"Heuballen" statt "fantasielose Schuhschachtl"

Sehr geehrte Damen und Herren,
 Bezüglich des Neubau beim Einslaufverein am Heumarkt in Wien: So eine schirche, viereckige, nichtssagende, gewöhnliche, aufgstöde, ideenlose, fantasielose Schuhschachtl wäre typisch für Wien.
   Etwas einzigartiges, welches sich in das architektonische Stadtbild eingliedert, wäre etwas einzigartiges und eher akzeptiert als so ein 0815 "Klotz".  Das Haas-Haus wurde auch eingegliedert. Weiteres gibt es so viele moderne Bauten auch in alten Städten, zb. London.
   Am besten wäre eine technologische Sensation mit geringem Energieverbrauch bzw. sogar vll. auch Energieerzeugung. Ein Glaspalast, daß das Konzerthaus spiegelt. Und ein Form die für wien mal untypisch ist. ZB. einen Heuballen wegen Heumarkt oder auch einfach rund, oval, oder einfach eine andere Form als das blöde viereck!
   Lassen Sie mal moderne, junge Architekten mal rann!!!
Vielen Dank für Ihre Zeit, hoffe Sie können was draus machen.
Mit freundlichen Grüßen
Markus K.   26.5.2016