Wien

Bürgerinitiative Hadersdorf organisiert Grätzelfest: Gemeinsam gegen den Wildwuchs von Mobilfunksendeanlagen

Grätzlfest Hadersdorf 2009



Foto: Gemeinsam gegen die geplante UMTS-Sendeanlage in der Cottagestraße; Linkes Bild von links nach rechts: Ing. Heinz Schwarzer, Gemeinderat Wolfgang Gerstl (ebenfalls Anrainer), Dr. Eva Donner, Marianne Stocker, Dr. Max Götz von der Bürgerinitiative HAWEI beim Grätzlfest am 6.6.09 in der Cottagestraße

Das Grätzelfest der Initiative Hadersdorf in Hadersdorf-Weidlingau (Wien Penzing) war für die Organisatoren und die Anrainer ein großer Erfolg: Etwa 200 Erwachsene und 30 Kinder kamen am Samstag, den 6. Juni 2009, aus den umliegenden Straßen in die Cottagestraße 13, 1140 Wien, um miteinander das erste Grätzelfest im Cottageviertel zu feiern. Die Bürgerinitiative Hadersdorf kämpft gegen die Errichtung einer geplanten UMTS-Sendeanlage im Viertel.

Wien Penzing - Es wurde viel geplaudert, Kaffee und Kuchen genossen und Würstel gegessen. Für die Kinder stand ein eigenes Kinderprogramm bereit, das von Dosenschießen über einen Fahrradparcours noch vieles mehr bot. Auch wenn die „Begegnung unter Nachbarn“ beim Fest an oberster Stelle stand, nutzten die Anrainer und Nachbarn das Grätzelfest im Cottageviertel, um sich über das Thema Mobilfunk, zu informieren. In der Cottagestraße 11 soll - gegen den Willen der Anrainer - auf einem Privathaus eine UMTS-Sendeanlage mit 6 Sendern (Mobilkom & Orange) errichtet werden.
 
Mehr als 1300 Unterschriften wurden bereits gegen dieses Projekt, bzw. gegen die Errichtung weiterer Mobilfunksendeanlagen im Gebiet Hadersdorf-Weidlingau-Wolfersberg-Bierhäuselweg gesammelt. Die Initiative Hadersdorf wurde gegründet, eine Homepage erstellt und zwei Podiumsdiskussionen mit Experten organisiert. Umso mehr freut sich die Initiative nun, dass das Thema Grenzwerte und kranker Mobilfunk aktuell in den Medien aufgegriffen wird.

„Die aktuelle Diskussion über die Senkung der Grenzwerte in Belgien auf 3 Volt pro Meter begrüßen wir. Die Auseinandersetzung mit dem Thema ‚kranker Mobilfunk’ muss aktiv und kritisch geführt werden. Unabhängige wissenschaftliche Langzeitstudien sind unbedingt erforderlich. Neben der Senkung der Grenzwerte in Österreich fordern wir die Mitsprache der von Sendeanlagen betroffenen Anrainer. Als Anrainer habe ich derzeit in Österreich keinerlei Rechte, wenn mein Nachbar eine Sendeanlage auf dem Dach unseres Doppelhauses errichten lässt“, so Dr. Roland Stocker, der unmittelbare Anrainer des Privathauses, auf dem die Sendeanlage in der Cottagestraße errichtet werden soll. Aus diesem Grund hat Stocker die Initiative Hadersdorf ins Leben gerufen.

Dass sich auch die Bezirks- und Gemeindepolitiker für die Anliegen der Bürger im Cottageviertel einsetzen, zeigte nicht nur deren Anwesenheit beim Grätzelfest, sondern ihr Engagement auf bezirkspolitischer Ebene: Die Bewilligung zur Errichtung eines Technikraums, der zum Betreiben der Sendeanlage in der Cottagestraße 11 notwendig ist, wurde im Bezirk einstimmig abgelehnt. Derzeit liegt der Akt bei der Berufungsbehörde. Nach derzeitigen österreichischen Gesetzen ist den Mobilfunkbetreibern letztlich die Installierungsbewilligung zu erteilen.

„In Österreich ist die Bundesebene für Telekommunikationsbelange zuständig. Die Bezirkspolitik kann das Vorhaben nur verzögern. Infrastrukturministerin Doris Bures betont zwar in der Debatte um die belgischen Grenzwerte auch für Österreich, dass sie die Sorgen der Bevölkerung ernst nehme, wir können dies jedoch nicht bestätigen. Wir, die Initiative Hadersdorf, versuchen seit mehreren Monaten einen Termin bei der Ministerin zu bekommen. Erfolglos. Ebenso gestaltet es sich bei Bundeskanzler Faymann. Die Terminanfrage war ergebnislos. Wir fragen uns: Wenn man mit den betroffenen Bürgern nicht spricht, wie kann ein Politiker, der das Volk vertritt, die Anliegen und Sorgen dieser ernst nehmen?“ Die Bürgerinitiative Hadersdorf hat aus diesem Grund einen eigenen Forderungskatalog an die Politik und Betreiber ausgearbeitet.

Die Bewohner rund um die Cottagestraße sind entschlossen weiter gegen die Errichtung der geplanten Sendeanlage in ihrer unmittelbaren Wohnumgebung zu kämpfen. Aber ein Grätzelfest soll es natürlich auch kommendes Jahr geben!

Rückfragehinweis:
Dr. Eva Donner
Email: initiative-hawei@gmx.at 
Website: www.initiative-hadersdorf.at