Wien

28.9.2011 Bürgerversammlung Steinhof

Bürgerversammlung Steinhof Wien 28. September 2011



Bürgerversammlung Steinhof in der Busgarage Spetterbrücke

Wann? Mittwoch 28.9.2011 von 18-21 Uhr
Wo? Busgarage Spetterbrücke, 1160 Wien, Paltaufgasse 2
Thema: Vamed, Gesiba, Wiener Linien und die Bezirksvertretungen stellen ihre beschlossenen Verbauungspläne und das Verkehrskonzept vor und stehen für Fragen der Beölkerung zur Verfügung.
=> offizielle Einladung
Anwesende: Es kamen ca 800 Anrainer & Interessierte, auch Bezirksräte, Gemeinderäte und Stadträte
Nicht Anwesende: Der Bürgermeister Dr. Michael Häupl (SPÖ, wohnhaft in Ottakring in der Starchantgasse) fand es nicht der Mühe wert zur Bürgerversammlung zu kommen, ebenso wenig die Vize-Bürgermeister Maria Vassilakou (Grüne). Letztere ist paradoxer Weise in Wien für Bürgerbeteiligungen zuständig.

Bürgerversammlung Steinhof



Bezirksvorsteher Kalchbrenner & Prokop - ca 800 Teilnehmer - ausgestellte Pläne


Teil 1: Informationsteil

Bezirksvorsteher / -in:
Franz Prokop (SPÖ, 16. Bezirk)
“…Ich darf Ihnen versichern und das haben wir schon vorige Woche beim Rundgang in reger Diskussion erfahren, dass wir alle Belange sehr, sehr ernst nehmen und dass sich Ottakring vor allem auch um die Verkehrsangelegenheiten annehmen wird. …“

Andrea Kalchbrenner (SPÖ, 14. Bezirk)
„ … Man will endlich amol hearn „Wos wird durt wirklich gmocht?“, diesen Wunsch wollen wir heute einerseits erfüllen, wir wollen aber andererseits auch ihre Stimmen hören. Wir wollen auch von Ihnen Ihr Feed-back bekommen. Ich weiß, dass es vieles an Kritikpunkten gibt. Wir werden auch die Kritikpunkte mitnehmen und uns anhören. … Mein Motto ist: Durchs Reden kummn d´Leut zsam.“

Krankenanstaltenverbundes KAV:
Generaldirektor Dr. Wilhelm Marhold
“… Es hat der Wiener Gemeinderat am 25.6.2008 den Verkauf des östlichsten Areals am Otto Wagner Spital mit den Stimmen aller Parteien – mit Ausnahme der Grünen – also mit den Stimmen auch SPÖ, ÖVP und auch Freiheitliche Partei diesen Verkauf beschlossen, aus guten Gründen, weil der Wiener Krankenanstaltenverbund diesen Teil – der mit den Jugendstilareal jetzt nichts zu tun hat – diesen Teil dieses Gebietes nicht mehr für die Spitalsversorgung benötigt. Also ein ganz ein klarer Vorgang. … Die Wienerinnen und Wiener – i man das Waldviertel ist recht schön, aber recht weit weg fahren mußten auf ihre Reha und wir haben dadurch für Wien, für die Wienerinnen und Wiener - wenn sie hatschert werden - eine gute Reha direkt neben der Orthopädie, wo die Operationen stattfinden. …"
 

Video Teil 1: Informationsteil



Video: Teil 1: Informationen Bezirksvorsteher, VAMED, GESIBA, Verkehrsplaner
Videogröße 137 MB; Dauer: 37 min


VAMED: (will das neue Rehabilitätszentrum bauen)
Geschäftsführer Ing. Walter Troger
„… Basieren wird das Projekt auf dem Reha-Plan. … Eine kurze Animation, Visualisierung, wie das Projekt künftig aussehen wird ... Sie brauchen keine Angst haben. Überall wo dort wo Bäume sind ist Grünfläche, auch wenn hier grau erscheint. Dafür können wir gerade stehen. Im Reha-Bereich ist der Aufentjalt im Schnitt der Patienten rund drei Wochen, das heißt rund drei Wochen dauert die Rehabilitation nach der Aktutversorgung, die ja auch im Otto Wagner Spital erfolgen sollte. Entstehen werden hier 152 Betten. Der Großteil sind Einzelzimmer  … Das Gesamtprojekt ist in sehr enger Abstimmung mit den Behörden und Bundesdenkmalamt entstanden und hat zwischenzeitlich auch alle Genehmigungen. ..."

GESIBA: (Grundstückskäufer & Tochter der Wien-Holding)
Generaldirektor Ewald Kircher
“… Generalrdirektor Marhold hat in seiner Einleitung schon darauf verwiesen, dass im Jahr 2008 der KAV einen Teil der Liegenschaft – es sind konkret 83.000 Quadratmeter, also 11% des Gesamtareals des Otto Wagner Spitals – an uns verkauft wurden und wir haben gemeisam mit dem Architekt Wimmer … unseren ersten Entwurf zu präsentieren. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um drei Bauphasen. … Es handelt sich um einen Mix von geförderten Mietwohnungen, geförderten Eigentumswohnungen und frei finanzierten Eigentumswohnugen. … Wir haben auch mitgeplant ein Kindertagesheim und es gibt auch Überlegungen seitens der Stadt in einem der Pavillions eine neun-klassige Volksschule mitzuuntersuchen. Das ist auch noch in der Entwicklung … Unser Konzept ist ein offenes Konzept. Wir können sehr gerne  auf Anliegen der Anrainern und Anrainerinnen eingehen….“
 
Architekt DI Albert Wimmer
“ … Selbstverständlich bewegen wir uns ausschließlich des gültigen Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes, nein viel mehr wir unterschreiten ihn. … Das ist das Modellbild und Sie sehen bereits, was hier angesprochen wurde, dass in der Partologie ein Kinderheim entstehen wird (Gelächter im Publikum & Protestrufe) … Sämtlich Sichtachsen bleiben erhalten, insbesondere in den Erdgeschoßzonen, wo man sich bewegt, gibt es hervorragende weite Blicke. … Es wird keine Zäune geben. … Es wird diese Fläche ganztägig offen sein. … Was Alte wollen ist das was alle wollen. … Welche Höhe hat das WC und wie gehen wir mit Behinderten um. … Abschließend das Modellbild, wie es sein kann.“


Verkehrs- & Mobilitätskonzept:
Studienautor Verkehrsplaner DI Dr Werner Rosinak
“… Sehen Sie alles was ich jetzt sagen werde, als Vorschläge und nichts als Fixes und Festes. Mobilitätskonzepte sind Angebote, über die es sich zu diskutieren lohnt. … Ich verspreche Ihnen auch eines: Ich werde nichts Beschönigen. Ich bin nicht dazu da, um irgendwas im Zusammenhang mit der Verkehrssituation schön-zu-reden. … Wir wußen natürlich, dass dieses Gebiet ein Konfliktfall ist. … Welche Maßnahmen können den zusätzlichen Autoverkehr reduzieren? … Ist der zusätzliche Verkehr bewältigbar? (Zwischenrufe aus dem Publikum: NEIN!) … Ich bin es nicht gewohnt, dass ich angeschrieen werden. ... Ich muß gar nix aushalten, ich kann auch nach Hause gehen. ... Letzter Punkt, ich glaube da finden wir uns alle: Nahversorgung für alle. “
 



Teil 2: Bürger & Anrainer am Wort

* Ich war vor 5 Jahren bei der Bürgerversammlung Steinhof bezüglich Änderung des Flächenwidmungsplanes. Sie haben den Unmut der Bevölkerung hautnah mitbekommen.  Sie haben die Bevölkerung nicht mitreden lassen. Das ist eine Bürgerverarschung und keine Bürgerbeteiliung. (Großer Applaus im Publikum)
* Bürger werden nur „informiert“ aber nicht „einbezogen“.
* Das ist das Ende der Demokratie, wenn die Bevölkerung nur „informiert“ wird, was vorab beschlossen wurde.
* Parkplatzmöglichkeiten?
* Kinderbetreuung? Muß es in der Pathologie sein?
* Das Naherholungsgebiet gehört neben dem Wienerwald zählt zu den wertvollsten Grünflächen Wiens. Deshalb darf in diesem Umfeld kein weiterer Verkehrserreger stattfinden. Kein Verkehrskonzept kann dieses Problem des zusätzlichen Verkehrs lösen.
* Warum gibt sich Verkehrsplaner Rosinak für diese Farce her?
* Beim Bundesdenkmalamt gibt es keine Genehmigung oder Teilgenehmigung.
* Ein deutscher Konzern bekommt im bevorzugten Gebiet eine Baugenehmigung und hält sich nicht an unsere Gesetze.
* Es hat schon eine Baumfällung gegeben bei einem Baum, der über 100 Jahre alt ist und in gesundem Zustand.
* Es war ein Gesamtkonzept von Otto-Wagner. Es gibt welt kein zweites, das so gut ausgestattet ist.
*  Wien lebt von Fremdenverkehr und hier wird ein Baujuwel zerschlagen.
* Verkehrsbelastung ist verbunden mit Feinstaub. Es wird über kleine Gasserl ein Verkehrsaufkommen von 2000 Fahrzeugen am Tag hinübergeführt.
* Sogar in Berlin gibt es eine bessere Luft als in Wien.
* Der 146B und 46B ist nicht in das Verkehrskonzept einbezogen. Der hätte eine super Station.
* Die Erhaltung des Kulturdenkmales Steinhofes liegt in unser aller Verantwortung. Dafür haben wir unsere Politiker gewählt. Veranlassen sie den sofortigen Baustopp. (heftiger Applaus im Publikum)
* Wer ist wirklich an der Verbauung des Steinhofgeländes interessiert? Wer sind die Hintermänner?
* Es ist nicht nur ein Anliegen der Anrainer, sondern aller Wienerinnen & Wiener. Es ist österreichisches Nationalgut.
* Therapieeinrichtungen fehlen. Warum wird dieser Raum nicht dafür genutzt?
* Es ist jetzt schon unglaublich laut durch den 48A-Bus.
* Wie mollen sie erreichen, dass sich die neuen Anrainer an das neue Mobilitätskonzept einhalten? Die werden auf das Mobilitätskonzept pfeifen!
* Mich betrifft alles, was sie da planen. Frage: Wer bezahlt mein „Mobilitätskonzept“? Ich muß wahrscheinlich ausziehen.
* Das Konzept ist dann billig, wenn sie es fallen lassen.
* Bauvorhaben STOPPEN.
* 620 Appartements für betuchte Leute, die dort wohnen werden, bedeutet 1200 Autos.
* Wir sind nicht einverstanden, dass das Gebiet verbaut wird. Deshalb braucht man über das Verkehrskonzept nicht zu diskutieren.
* Das Ensemble ist vergleichbar mit Schönbrunn. Kein Mensch würde auf die Idee kommen dort etwas hineinzubauen.
 

Video Teil 2: Bürger am Wort



Video: Teil 2: Stellungnahmen & Fragen der Anrainer & Bezirksbewohner
Videogröße 199 MB; Dauer: 54 min


* Ich nehme mir das Recht zu sagen, was ich denke und nicht nur Fragen an die Obrigkeit zu richten.
* Da schmeißt man der Privatisierung noch öffentliches Geld nach, dafür sie uns jetzt ausschließen können. So eine Privatisierung wundert mich von Grasser & Schüssel nicht. Von einer rot-grünen Regierung wundert mich das aber schon und hätte mir etwas anderes erwartet. (riesen Applaus)
* Ob ich Anrainer bin? Ja ich wohne in Ottakring am Yppenplatz und ich fühle mich als Anrainer. Ganz Wien sollte sich als Anrainer fühlen.
* Was wichtig ist, dass man über die Zukunft der Gesamtanlage spricht und nicht Stück für Stück abschneiden und verkaufen. (Anm. Wien-konkret: Das macht die Gemeinde Wien beim Augarten auch so)
* Wie kann man die Anlage im Sinne des Gemeinwohls erhalten? Der Erbauer Otto Wagner hat einmal den Spruch geprägt: „Für die Ärmsten das Schönste“ und in diesem Sinn sollte die Anlage weitergenutzt werden.
* Ich bin ein Anrainer aus der Ameisbachzeile. Wir haben schon die Schwierigkeiten mit dem Ottakringerbad im Sommer, das ma kann Parkplatz kriegen und das etliche Autos auf und ab fahren und einen Parkplatz suchen. Dann haben wir die Müllverbrennung. Und jetzt solln ma no 80% oder 70% von den Bau a übernehmen? Des is a bisserl zuvü für uns.
* Der ganze Bereich im Süden davon wird zur Durchzugsstraße.
* Gebe die Möglichkeit, in der Verkehrshölle zu übernachten, die sich dann bilden wird. Das Verkehrskonzept kann nicht stimmen.
* Sind sie schon einmal zwischen halbacht und acht am Flötzersteig gefahren? Die Straße hält keinen zusätzlichen Verkehr mehr aus.
* Wohnbauförderung: Ein Punkt ist die Ökologie. Das Umfeld muß auch in Betracht gezogen werden. Dieses Projekt wird nicht gefördert werden können, wenn es mit rechten Dingen zugeht.
* Unterbrechung des Moderators: Es sind heute Fachexperten da. Wenn sie dauernd die Kultur-Frage stellen glaube ich nicht, dass das wunderbar ist.
* Am Flötzersteig ist jetzt schon irrsinniges Verkehrsaufkommen.
* Die Gärten am Flötzersteig zählen auch zum Naherholungsgebiet. Da sollten Lärmschutzwände gebaut werden. Das ist keine Frage, sondern eine Forderung.
* Hört man mich?
* Nicht nur Autoproblem, sondern auch eine Hundeproblem. Im Areal ist hundefreie Zone. Wenn ca 250 Hunde dort Gassi gehen wollen, dann wird das die Qualität der Spaziergänger schwer beeinflussen.
* So geht’s net.
* Welche Anrainer wurden zur Bauverhandlung eingeladen? Wir sind nicht eingeladen worden.
* Wenn sie die Johann Staud Gasse hinunterfahren wollen, dann steht alles im Stau. Auch der Autobus steht im Stau.
* Ich habe hier ein Schreiben aus dem Juli 2006 vom Bezirksvorsteher Prokop. Wir haben uns damals erkundigt, was wird bei den Steinhofgründen passieren. Es steht: „Die Steinhofgründe werden unversehrt – hier das Schreiben, das könnens hier lesen – wie kann man das in der Zukunft sehen?
* Als Obmann des Kleingartenvereins Reizenpfennig: Das Problem wird hin und her geschoben. Damals bei der Flächenwidmung vor 5 Jahren hätten die Volksvertreter und Experten das Problem schon erkennen können. Wenn jemand einen Wintergarten errichten wollte, dann wurde das wegen „Verhüttelung“ abgelehnt. Jetzt wird eine derartig große Bausubstanz huindert Meter weiter  hingestellt. I fühl mi a verarscht.
* Beide Bezirksvorsteher haben am Anfang dargestellt, dass sie bei der Frage „Was soll aus Steinhof werden?“, nicht kompetent sind.
* Eine Wortmeldung von der Planungsstadträtin würde ich mir wünschen.
* Wenn man sich den Flächenwidnmungsplan anschaut, dann sieht man was noch alles passieren kann.
* Im Parkschutzgebiet kann man laut Flächenwidmungsplan noch 40% verbauen. Das ist ein Etikettenschwindel.
* GESIBA hat ihre „Fähigkeit“ im Umgang mit historischer Bausubstanz bei den Gasometern genügend unter Beweis gestellt (Anm. Gelächter im Publikum)
* Ich bin geborene Ottakringerin. Ich habe unser Grünland immer sehr geschätzt. Wir haben uns hier versammelt, weil wir alle das riesen Bauvorhaben verhindern wollen. Ich fürchte, daß wir das nicht schaffen, so wie das da angelegt ist. (Publikum: Oja)
* Frage an die Politiker: Wie ist das möglich, dass die Stadt Wien 83.000 Quadratmeter an einem Bauträger verkauft? Das ist logisch, dass die was bauen wollen. Da wird halt wieder das Geld knapp gewesen sein und da wird viel Geld zu lukrieren gewesen sein. (Anm. Wien-konkret: Ja so sind die „Sozialisten“, die das beschlossen haben; von „sozial“ keine Spur. Es geht ums Geld!)
* Ich fürchte um die Zukunft. In ein paar Jahr wird man wieder ein Zipferl brauchen und wieder ein Stück verbauen.
* Mein Name ist Gerhard Hardinger: Ich bin Mitintiator der Steinhof- Initiative: Wieso werden nur Anrainer eingeladen? Ich wohne in der Nähe der Brauerei Ottakring und bekomme keine Einladung. Wieso? Dürfte hier gar nicht sprechen. Wieso werden nicht mehr eingeladen, sodern nur Anrainer im Umkreis von 300 Meter.
* Hier werden Wiener enteignet. Eine Fläche die der Allgemeinheit gehört hat, wurde verhökert.
* Was immer in Island Gemeingut ist – also öffentlich zugänglich und benutzbar – muß in aller Zukunft der Öffentlichkeit gewidmet bleiben. Das sollte in Österreich auch so sein.
* Bei den Steinhofgründe haben wir eine Besiedlungen schon vor 5 Jahren verhindert.
* Ich möchte als guter Sozialdemokrat der ich bin, an beide Bezirksvertretungen die anwesend sind appellieren: Das dieses Gebiet nicht für Spekulationen verwendet wird, sondern für die Zukunft wie Altersversorgung, Wohngemeinschaften dann hat es auch einen politischen Sinn und wir werden zu einer Einigung kommen.
* Stadträte Brauner & Schicker: Mit der neuen Fläschenwidmung gibt es auch mehr Grünflächen. Schon vor 25 Jahren haben wir erreicht, dass die Steinhofgründe frei gehalen werden (Gelächter im Publikum). Das ist durch die Widmung als Wald- und Wiesengürtel auch weiterhin sichergestellt.
* Damals wollte die SPÖ-Stadtregierung schon einmal die Steinhofgründe zupflastern. Aber die Bürger haben sich in einer Volksbefragung mit Mehrheit gegen diese Verbauung entschieden.
* Zu dem neuen Anrainern kommen noch die neuen Angestellten, die auf und ab fahren.
* Oberste Bauinstanz ist der Bürgermeister Häupl. (Anm. Red.: der war leider nicht anwesend war. Der hatte vermutlich „wichtigeres“ zu tun. Wie konnte er als Ottakringer so etwas dulden bzw. vorantreiben?)
* Ich weiß nicht, ob ich als Anrainer gelte. Wer sind Anrainer?
* Ich kann mir nicht vorstellen, dass das im Sinne Otto-Wagners wäre, dass zwischen seinen Pavillions Neubauten hinein stellt. Stoppt den Siedlungsbau im Spitalsbereich.
* 600 Wohnungen in Verbindung gebracht mit den Wohnungsbedarf in Wien. Da ist eine Kuzpe.
* Man hört Otto-Wagner im Grab rotieren.
* Das Rehabzentrum stört relativ wenig, das Wohnbauprjekt aber beträchtlich.
* Der Fußballplatz – der auch von Rettungshubschrauber als Landeplatz genutzt wird – müßte auch weichen.
* Die Art und Weise wie Bäume beseitigt werden ist echt fies. Zuerst werden die Bäume beschnitten bis sie tot sind und dann wird otholz entfernt. Wenn man das als Kleingärtner macht, dann hat man eine Anzeige.
* Warum wurde keine stragegische Umweltprüfung gemacht, so wie das die Kommission vorsieht?
* Man hat die Bevölkerung und die Umweltbehörden umgangen.
* Frage an die GESIBA: Wie kann es sein, dass man sich für eine Wohnung da oben schon anmelden kann und vormerken kann, wenn noch nicht einmal feststeht, wie der Bauplan aussehen wird?
* Wieviel Anrainer waren bei der Bauverhandlung eingladen? Vier? (Anm Red.: Angeblich fünf)
* Ich werde nicht gehört aber ich möchte gehört werden, wie viele andere hier.
* Was versteht man unter „Fußwege auszubauen“? Ist da schon wieder etwas verschleiert?
* Wieso wird in einer international gut positionierten Stadt wie Wien derartig hinterwäldlerisch vorgegangen bei einem Projekt in dieser Größenordnung? Warum wir zuerst alles beschlossen und dann im nachhinein informiert wird und sich wundert, wenn die Bürger empört sind? Warum wird das Projekt nicht noch einmal geöffnet?
* Gab es beim Verkauf der Gründe eine öffentliche Ausschreibung? JA oder NEIN?

Die Stellungnahmen in voller Länge im obigen Video.



Teil 3: Politiker rechtfertigen sich:

Bezirksvorsteher Andrea Kalchhauser und Franz Prokop
SPÖ-Gemeinderätin Psychotherapeutin Sonja Ramskogler 
FPÖ-Gemeinderat Ing. Berhard Rösch
ÖVP-Gemeinderat DI Bernhard Dworak
Grüne-Gemeinderätig DI Sabine Gretner

Ausgangslage: 2008 haben SPÖ, FPÖ, ÖVP für die Umwidmung und den Verkauf der Steinhofgründe ohne Ausschreibung gestimmt. Die Grünen waren massiv dagegen.
Es gibt jetzt aber keine Nachdenkpause (wie von Bundeskanzler Sinowatz zur Lösung des  Hainburg-Problems besschlossen).
Jetzt unterstützen nur mehr SPÖ & Grüne die Verbauung der Steinhofgründe.
 

Video Teil 3: Politiker rechtfertigen sich:



Video: Teil 3: Politiker und ihr größtes Problem: Die Bürger
Videogröße 80 MB; Dauer: 22 min

* SPÖ-Kalchhauser fühlt sich zuständig. Bei der Bauverhandlung zum Rehab-zentrum waren alle Anrainer eigeladen und haben keine Einsprüche abgegen. Wie sich später herausstellt, waren bei diesem Großprojekt nur 5 Anrainer eingeladen. Wenn der Baubescheid zum Wohnbauprojekt erlassen ist, dann können die Anrainer nochmals einen Einspruch bei der Bauoberbehörde einbringen. (Anm. Wien-konkret: Der vermutlich mit langer Begründung abgelehnt wird.) Wir haben ein Grätzl in Penzing und Ottakring eingeladen, dass ca 8000 Haushalte umfaßt. Würde man ganz Penzing einladen, dann wüßte die Frau Bezirksvorsteherin nicht wohin, sie einladen sollte. (Anm. Wien-konkret: zB ins Rapid-Stadion. Dieses faßt 18.442 Sitzplätze. Adresse: Keißlergasse 6, 1140 Wien. Das ist immerhin auch mit Steuerzahlergeld finanziert worden.)

* SPÖ-Prokop: Da wo die Kompetenz der Bezirke vorhanden ist können Sie annehmen, dass wir die Interessen vertreten werden. (Anmerkung Wien-konkret: Welche Interessen? Die der GESIBA? Die der VAMED? Die der Lobbyisten? Die der Partei? Die der Bürger?) Wir wollen Sie ernst nehmen. Bitte verstehen Sie das.

* FPÖ-Rösch: FPÖ wird morgen einen Gemeinderatsbeschluß beantragen zu einem Baustopp, einem Planungsstopp und eine Bürgereinbindung. (Großer Applaus im Publikum). Wien soll so gestaltet werden, dass die Bürger da leben wollen.

* SPÖ-Ramskogler: Irrtum ist menschlich. … Sie haben sich vorher gerade beschwert, dass keine Politiker der Stadt Wien anwesend sind. Als Gemeinderätin rechne ich mich schon als solche und daher melde ich mich auch zu Wort. … Das Problem ist im Großen und Ganzen, dass man über die Steinhofgründe immer so drüberwischt und keiner irgendwie eingrenzt, was die Steinhofgründe wirklich sind. … Sie sollten sich überlegen, was Sie wollen, wenn sich ein Politiker zu Wort meldet und mit Ihnen sprechen möchte ... „Der Herr sagt: I soll des verhindern, dass des durt gebaut wird“. Die Pavillions werden nicht mehr vom Spital genützt. Der Herr da in der vorderen Reihe sagt, es soll auch sozial genutzt werden. Mit einem Wohnbau dementsprechend wird es auch so genutzt (Anm. Buhrufe im Publikum)

* Grüne-Gretner: Hat sich 2006 wahsinnig gegen den Flächenwidmungsplan eingesetzt. Die Grünen haben damals den Flächenwidmungsplan nicht zugestimmt und sehen bis heute kritisch. Allerdings ist er 2006 beschlossen worden und ein Gesetz. Die Versammlung ist jetzt einfach zu spät. Wir hätten das viel lieber vor 5 Jahren gehabt, dann hätte man viel mehr erreichen können. Es gibt Probleme die zu lösen sind. Es ist ein Problem, dass wenn viele Menschen in einer Stadt wohnen, ein Verkehr entsteht. Gretner kritisiert zum Schluß die populistische Haltung der FPÖ, die dem ganzen 2006 zugestimmt hat.
(Anm. Wien-konkret: Wenigstens sind die FPÖ-ler jetzt auf Seiten der Bürger.)

* ÖVP-Dworak: Die Bürgerversammlung wurde viel zu spät angesetzt. Das ist eine Sauerei.  

Resümee Wien-konkret:  SPÖ & Grüne wollen das Bauprojekt durchziehen und diskutierten nur über bestmögliche Begleitumstände. Ein Baustopp kommt für SPÖ & Grüne nicht in Frage. Warum macht man keine Volksabstimmung im 14. und 16. Bezirk von Wien? Dann weiß man genau, was die Bevölkerung will. Leider ignoriert die Mehrheit der Politiker, wer eigentlich der Souverän (oberster Entscheidungsträger) ist. Viele Manadtare haben vergessen, dass sie nur Volksvertreter - also Bevollmächtigte der Bevölkerung - sind und nicht gegen den Vollmachtgeber agieren dürften.
Letzter Ausweg: Vorzeitige Neuwahlen in Penzing und Ottakring.



Teil 4: Die Experten & Eigentümervertreter

Generaldirektor Ewald Kircher, GESIBA
* Kindertagesheim in der Pathologie: 70% der Nutzflächen sind Laborflächen. Das ist wie ein Büro.
* Nahversorger haben wir auch aufgenommen. Das ist kein Problem.
* Wir sind in sehr enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt, weil wir mit sehr großer Sensibilität an dieses alte, historische Denkmal des Otto Wagners herangehen.
* Die Pavillions sind nicht betroffen.
* Die Neubauten sind in Abstimmung mit dem Denkmalamt, wie im Sinne des Otto Wagner. Wir machen es uns hier nicht leicht.
* Unsere erste Baustufe (Anm. Red.: der Wohnungsbauten) wird einen fürhesten Baubeginn haben mit Ende 2012 – 1. Quartal 2013.
* Stellplätze, die in der Garage frei sind, stellen wir auch der angrenzenden Bevölkerung zur Verfügung.

DI Dr Werner Rosinak, Studienautor Verkehrsplaner
* es ca 400 Stellplätze vorhanden. Auslastung in der Nacht ca 80%.
* man muß auch über Intervallverdichtungen nachdenken
* zu entscheiden haben das letzlich die Bezirke bzw. die Stadt
 

Video Teil 4: Experten & Eigentümervertreter:



Video: Teil 4: Experten & Eigentümervertreter antworten
Videogröße 80 MB; Dauer: 22 min

Obersenatsrat DI Klaus Vatter, Leiter Magistratsabteilung 21A (Stadtplanung Innen-West)
* Das Spitalsareal ist seit 1905 Bauland, Bauklasse 3.
* Ich schätze es selbst, dass Sie sich für ein Kulturgut einsetzen. Das wird nicht angezweifelt. Denkmalschutz ist Bundesangelegenheit, nicht Stadt Wien.
* Umwidmung 2006 wurde vom Wiener Gemeinderat beschlossen. Damals gab es nur wenige Stellungnahmen, die abgegeben wurden. (Anm.: Großer Unmut im Publikum)
* Steigerung des Grünlandes gegenüber der vorigen Rechtslage um 96%. (Anm.: Allerdings wurde vorher die als „Bauland“ gewidmete Fläche nicht verbaut, jetzt schon.)
* Durch die Umwidmung des Gebietes entstand ein Wertverlust von 50 Millionen Euro. (Anm.: Man sollte mit dem einzigartigen Kulturgut nicht spekulieren. Außerdem trifft es beim Wohnbauprojekt eh nur die gemeindeeigene GESIBA)
* Dieses Juwel ist kein zeitgemäßes Spital.
* Weder Sie noch ich wollen in einem Museum behandelt werden. Es ist Modernisierung und Restrukturrierung notwendig.
* Der Grünbestand ist ausreichend gesichert.
* Wir haben in den letzten Jahren ein Bevölkerungswachstum von 10% in Wien gehabt. Die Nachfrage ist da. (Anm.: Buhrufe des Publikums für den unzulässigen Vergleich.)
* Wir haben einen Bedarf an Wohnungen. Das ist ein hervorragender Wohnbereich. Sehr viele haben schon gefragt: „Wo kann man sich anmelden?“.
* Diejenigen, die im 14. Bezirk wohnen und sich über den dichten Verkehr aus dem Wienerwald mokieren sollen sich überlegen, ob es nicht günstiger ist am Otto-Wagner-Spital Wohnungen zu erzeugen, als 20 Kilometer weiter im Wienerwald.
* Der denkmalgeschützte Bereich bleibt weiterhin Krankenhaus.
* Die Operationssäle sind teilweise nicht klimatisierbar.
* Wir haben neben den Denkmalschutz auch einen Ensembleschutz nach § 7 der Wiener Bauordnung verhängt.
* Originalplan von Otto Wagner: Dort wo jetzt GESIBA baut, dort ist der Wirtschaftshof mit den bedeutsamen Einrichtungen „Schweinestall“, „Pferdestall“, „Remise für die Wagen“, „Wäscherei“ und ähnliches. Es sind Einrichtungen, die im Spital so nicht mehr benötigt werden.
* Wenn Sie Fakten ignorieren, dann können Sie auch pfeifen.
 



Mehr Infos:

=> Verbauung Steinhofgründe: Beitrag Wien-konkret
=> Initiative Steinhof erhalten
 



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Veranstaltung nochmals miterlebt / -litten

Der Bericht über die "Bürgerinformation" ist sehr gut!
Ich war dort und habe, als ich die Videos ansah und den Text las, die Veranstaltung nochmals miterlebt/-litten. Im Grunde genommen denkt von den Leuten, die das Areal des OWK's unbedingt verbauen wollen, kaum daran einzulenken. Man hört sich die Bedenken der Anrainer und übrigen Anwesenden an, lässt sie Unterschriften sammeln und ist fest überzeugt, das geplante Vorhaben auf biegen und brechen durchzuziehen. Selbst beschwert man sich über die "Unarten" des Publikums, verschwendet jedoch keinen Gedanken, wie es den Bewohnern im Umfeld des möglicherweise realisierten Projekts dauernd gehen wird. Hauptsache die Geschäfte stimmen.
Moral? - den Spiegelgrund sollte jeder kennen -
Umweltschutz? - Wien hat ein äußerst strenges Baumgesetz - was bedeuten schon 170 alte, ehrwürdige Bäume, die gefällt werden müßten?
Luftqualität, Lärm? - alles nicht beachtenswerte Lapalien? -
Kunstschätze? - werden nicht angetastet? - das Ambiente wird aber zerstört.

Diese Fragen haben bei den Herrschaften anscheinend keinen Tiefgang. Die Alternative wäre sonst BAUSTOPP.
DANKE für die intensive Dokumentationsarbeit der Ignoranz.

Ulrike S.          1. Oktober 2011



Danke !

Lieber Herr Marschall !
Ich kannte Wien-Konkret bis vor 3 Tagen nicht. Es ist großartig, wie Sie Ereignisse dokumentieren! Und auch noch die viele Arbeit es textlich zusammenzufassen - in voller Länger ungekürzt also unzensuriert und ohne eigene Gewichtung. Damit können sich alle, die nicht kommen konnten, einen Eindruck verschaffen. Ein toller Beitrag zu mehr Information und zu mehr Demokratie in der Stadt. Danke für die vielen Stunden Arbeit !

Wolfgang V.          1. Oktober 2011



Vielen Dank für Ihre Berichterstattung!

Im Gegensatz zu ORF u. anderen, die darüber berichtet haben, zeigen Sie, wie die Veranstaltung wirklich war! Jemand der nicht bei der Bürgerversammlung war, kann durch Ihre Arbeit erfahren u. erleben, was dort WIRKLICH geschehen ist...
Ihre Arbeit ist enorm wichtig!
Vielen Dank!

Edeltraud M.     1. Oktober 2011



Bürgerinformationsveranstaltung Steinhof

BETRIFFT: Danksagung
Vielen Dank, daß Sie es hier ermöglichen, alles noch einmal zu erleben und manches, das fast 'unterging' richtig hören zu können.
Der Einsatz dafür ist sicherlich gigantisch aber es tut zu gut zu wissen, daß es auch noch unzensurierte Berichterstattung gibt.

Lisa N.           30. September 2011

Anmerkung Wien-konkret: Danke für das Lob. Der Einsatz ist schon sehr hoch und das, obwohl Wien-konkret weder Steuerzahlergeld wie der ORF noch Werbemillionen der Regierung (eigentlich auch Steuerzahlergeld) für Inserate bekommt.



Verbauung des östl.Steinhofareals

Die höchstgelegene Stelle nördl. des Wienflusses diente - wegen guter Luft - dient heute noch zur Erholung speziell für Lungenkranke.(Lungenheilstätte damals, heute Pulmologisches KH.)
Bei deren Erbauung hiess es damals :"Steinhof den Kranken".
Anscheinend sieht man das heute anders:
Hier werden durch das Verkehrsaufkommen nach der eventuellen Bebauung von über 600 Wohnungen Gesunde dann wirklich dem Spruch gerecht.

Sonja V.             30. September 2011



Endlich eine authentische Wiedergabe

Herzlichen Dank für die Darstellung des wahren Sachverhaltes.
Im Gegensatz zur geschönten und politisch gefärbten Darstellung des ORF gibt Wien-konkret allen Menschen die Möglichkeit, sich selbst ein Bild und eine Meinung zu den Darstellungen der Betreiber, als auch der Reaktionen von Bürgerinnen und Bürger zu machen. Leider wurden von Vamed, Gesiba und Rosinak trotz mehrmaliger Aufforderung, keine Informationen über das Projekt Otto-Wagner-Spital im Vorfeld der Veranstaltung herausgegeben. Die anwesenden Bürger wurden von den Darstellungen der Präsentatoren überfahren und hatten keine Möglichkeit der Vorinformation. Dass das, neben der geplanten Zerstörung einer jahrhundert alten Kulturlandschaft zu Unmutsäußerungen seitens der Bevölkerung führt, darf niemanden verwundern.

Gerhard Hadinger     30. September 2011

Anmerkung Wien-konkret: Danke für das Lob. 
Eine ausführiche Berichterstattung ist wirklich viel Arbeit, aber notwendig um das Informationsdefizit auszugleichen. Deshalb nehme ich mir auch die Zeit. RM.