Wien

Volkszählung in Österreich:

Die Ergebnisse einer Volkszählung präsentieren ein zahlenmäßiges Abbild der Struktur der Bevölkerung, der Haushalte und der Familien in Österreich.
   Die Volkszählung 2001 war die letzte konventionelle Volkszählung in Österreich, bei der mittels Fragebogen erhoben wurde. Im Juni 2000 beschloss die Bundesregierung Schüssel I, die Zählung 2011 als Registerzählung durchzuführen. Bei der Volkszählung vom 15. Mai 2001 ist – erstmals bei einer Volkszählung in Österreich – zwischen den rechtlich verbindlichen Ergebnissen zur Wohnbevölkerung und Bürgerzahl und den statistischen Ergebnissen zu unterscheiden.

Historisches:
Volkszählungen werden in Österreich seit 1754 - unter Maria Theresia - vorgenommen. Im Jahre 1869 fand in Österreich die erste "moderne" Volkszählung statt, also eine statistische Erhebung, die nach einheitlichen Grundsätzen zum gleichen Stichtag die gesamte Bevölkerung in allen Landesteilen umfasste.
Qu: wikipedia, Statistik Austria.
 

Registerzählungen ab dem Jahr 2011

Das Registerzählungsgesetz BGBl. I Nr. 33/2006 vom 16. März 2006 stellt eine Zäsur in der Geschichte der Volkszählungen in Österreich dar. Erstmalig werden die Informationen nicht von den Bürgern und Bürgerinnen eingeholt, sondern den vorliegenden Verwaltungsregistern entnommen. Die erste registergestützte Volkszählung (Registerzählung) ist für das Jahr 2011 mit Stichtag 31.10. vorgesehen. Das Zentrale Melderegister bildet das Rückgrat der Registerzählung. Die anderen Basisregister sind das Gebäude- und Wohnungsregister, das Unternehmensregister und das Bildungsstandregister der Bundesanstalt "Statistik Österreich" sowie das Register des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger, die Daten der Schul- und Hochschulstatistik, die Daten des Arbeitsmarktservice und die Stammdaten der Abgabenbehörden des Bundes (nur die Basisdaten zur Person, nicht die Einkommensdaten).
Qu. Website Statistik Austria Stand 11. September 2012
 

Statistik Austria scheitert mit Volkszählungsklage

Gastbeitrag  Hans G. Zeger, Obmann ARGE DATEN

Im Zuge eines ORF-Interviews wurden 2011 die Methoden der aktuellen Volkszählung mit denen des Nationalsozialismus verglichen. Die Statistik Austria fühlte sich darin in Ehre und Kredit geschädigt und klagte. Nunmehr liegt das rechtskräftige Urteil vor.
 In diesem wird quasi amtlich die ursprüngliche Kritik bestätigt: "Aufgrund der umfassenden Datenerfassung bzw des gründlichen Datenabgleichs nach dem Registerzählungsgesetz liegen Parallelen zu den Volkszählungen im Nationalsozialismus vor. ... Der Beklagte [Obmann der ARGE DATEN, Anm.] hat mit seiner Äußerung aber nicht den Eindruck erweckt, die von der Klägerin [Statistik Austria, Anm.] erhobenen bzw verglichenen Daten würden zu ähnlichen Zwecken wie zur Zeit des Nationalsozialismus missbraucht werden." (OLG 1 R151/12a, S. 13, ftp://ftp.freenet.at/pla/urteil-statistik-austria-2012.pdf)

Ausdrücklich weist das Urteil auf die Regierungsvorlage 2005 hin, in der die damalige Bundesregierung selbst von einer Bevölkerungs-Inventur sprach. Bundeskanzler und Parlament am Zug Alle Ziele der Volkszählung lassen sich durch statistische Auswertungen ohne Personenbezug erfüllen. Das Registerzählungsgesetz kann dazu leicht angepasst werden. In Zukunft wäre es nicht mehr möglich einzelne Personen zu identifizieren und die Daten nach beliebigen Kriterien und für beliebig lang miteinander zu verknüpfen. Die ARGE DATEN hat daher auch eine VfGH-Beschwerde zur Volkszählung eingebracht.
   Hans G. Zeger, Obmann der ARGE DATEN und Mitglied des Datenschutzrates: "Nach dem eindeutigen Urteil des OLG ist die ARGE DATEN optimistisch, dass das Registerzählungsgesetz auch vom Verfassungsgerichtshof gekippt wird. Es gibt keinen sachlichen Grund Bürgerdaten nach der Zählung für beliebig lange Zeit und beliebige Zwecke aufzubewahren. Wir hoffen jedoch, dass Parlament und Bundeskanzleramt nicht weitere Jahre vergehen lassen, um dieses Schandgesetz
zu sanieren."
   Angenehmer Nebeneffekt der Gesetzesreform wären enorme Kosteneinsparungen. Eine rein statistische Volkszählung würde alle 10 Jahre weniger als eine Million Euro kosten und damit viel Geld sparen. Wär' doch einmal eine sinnvolle Einsparung?

Rückfragen: Hans G. Zeger, Obmann ARGE DATEN

mehr Online -->
http://www.argedaten.at/php/cms_monitor.php?q=PUB-TEXT-ARGEDATEN&s=34473jju

ftp://ftp.freenet.at/pla/urteil-statistik-austria-2012.pdf
http://derstandard.at/1315006383241/Klage-gegen-Datenschuetzer-Statistik-Austria-wird-mit-Herrn-Hitler-verglichen
http://www.argedaten.at/php/cms_monitor.php?q=REGISTER
ftp://ftp.freenet.at/pla/generalinventur-2011.pdf





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