Wien

Zivildienst in Österreich:

Derzeit müssen in Österreich nur Männer einen Wehrdienst oder Zivildienst ableisten. Das verstößt klar gegen Gleichheitsgrundsatz, da Männer nur aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werden. Deshalb wird im Zuge der Wehrpflichtvolksbefragung in Österreich heftig diskutiert, ob nicht auch eine Frauenzivildienstpflicht eingeführt werden soll.

Im Jahr 2012 hat es in Österreich durchschnittlich ca 10.000 Zivildiener gegeben.
Kosten für den Staat: 142 Millionen Euro pro Jahr.
 

Einsatzgebiete für (zwangsweise) Zivildiener:

Rettungswesen, Behindertenhilfe, Sozialhilfe, Altenbetreuung, Krankenanstalten, Katastrophenhilfe, Krankenbetreuung, Asylwesen, Schulwegsicherung, Landwirtschaft, Drogenarbeit, Kinderbetreuung, Justizanstalten, Gedenkdienste, Entwicklungshilfe.
 

Finanzielles zur Zivildiener:

* Grundvergütung: 301,40 Euro pro Monat (ab 01.02.2012)
* Kranken- und Unfallversicherung sowie Befreiung von der Servicegebühr für die e-card und der Rezeptgebühr
* Angemessene Verpflegung: Naturalverpflegung und/oder Verpflegungsgeld
* Fahrtkosten: VORTEILScard Zivildienst für kostenloses Bahnfahren mit der ÖBB in ganz Österreich sowie Fahrtkostenvergütung für tägliche Fahrten (bzw. bei Unterbringung am Dienstort für vier einfache Fahrten) mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen Wohn- und Dienstort (ausgenommen ÖBB-Tickets)
* Dienstkleidung und deren Reinigung, soweit es die Art der Dienstleistung oder des Einsatzes erfordert
* Unterbringung am Dienstort wenn die tägliche Fahrzeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen Wohn- und Dienstort mehr als 2 Stunden (Hin- und Rückfahrt zusammen) beträgt bzw. wenn die Dienstleistung es erfordert.
* Wohnkostenbeihilfe (nur auf Antrag) für die Beibehaltung der eigenen Wohnung
* Familienunterhalt (nur auf Antrag) für Unterhaltspflichtige, z.B. Ehefrau, eigene Kinder
* Familienbeihilfe: Während des Zivildienstes steht Volljährigen keine Familienbeihilfe („Kinderbeihilfe“) zu. Ein Anspruch besteht nur für eigene Kinder des Zivildienstleistenden.
 

Zivildienst im Ausland

Liste der Trägerorganisationen gemäß § 12b ZDG

1. Träger eines Gedenkdienstes
* Gedenkdienst - Verein für historisch-politische Bildungsarbeit und internationalen Dialog
* Niemals Vergessen, Verein für die Förderung von Holocaust-Gedenkstätten
* Österreichischer Auslandsdienst

2. Träger eines Friedensdienstes
* Österreichische Friedensdienste
* Österreichischer Auslandsdienst

3. Träger eines Sozialdienstes
* Adra Österreich
* Allianz für Kinder
* Bund Evangelikaler Gemeinden in Österreich
* Chica Austria
* Concordia Austria, Verein für Sozialprojekte P. Georg Sporschill SJ
* Eine Welt - Oberösterreichische Landlerhilfe
* Gesellschaft für Österreichisch - Arabische Beziehungen
* Guatemala Initiative
* Horizont 3000
* Informationsgruppe Lateinamerika
* Intersol – Verein zur Förderung internationaler Solidarität
* Jugend Eine Welt - Don Bosco Aktion Austria
* NPH Österreich – Hilfe für Waisenkinder - Unsere kleinen Brüder und Schwestern
* Österreichischer Auslandsdienst
* Österreichische Friedensdienste
* Österreichische Jungarbeiterbewegung
* Pfarre Frastanz
* Provinz Österreich der Gemeinschaft der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut
* Vides Austria
* Waldorfbund Österreich
 





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was genau ist mit dem zivildienst?

auf das wird nicht eingegangen! wenn es ein berufsheer geben wird, was ist dann mit dem zivildienst und den rettungsorganisationen, die auf zivi´s angewiesen sind?????
konkret in niederösterreich mit dem derzeitigen verrechnungsmodell der krankenkasse.
also was passiert mit dem zivildienst nach der abstimmung?
Pierre L.         20. Jänner 2013

Antwort Wien-konkret: Wenn es keinen Zivildienst mehr gibt, dann werden die Leute als ganz normale Mitarbeiter angestellt. Dann bekommen die jungen Männer auch einen kollektivvertraglichen Monatslohn. Die Zwangsarbeit bei Rotem Kreuz & Co hätte ein Ende.



Zivildienst für Männer und Frauen

Guten Tag,
wäre es auch möglich den Zivildienst, in bisheriger Form, für Männer und Frauen verpflichtend zu machen und als Alternative dazu als Berufssoldat/in zu arbeiten.
Markus P.          11. Jänner 2013



bin für ein Berufsheer + Zivildienst für Männer & Frauen

Hab gerade die Diskussion im ZENTRUM angesehen. Die ganze Diskussion ist ein Kasperltheater. Klar ist, wir benötigen ein wirklich gut ausgebildetes Berufsheer und nicht ein paar grünohrigen Jungs, die ein paar Monate Krieg spielen. Aber klar ist auch, dass unsere Gesellschaft ohne Zivildienst nicht funktioniert.

Mein Vorschlag:
auf der einen Seite ein Berufsheer, auf der anderen Seite einen verpflichtenden Zivildienst, aber für Männer UND Frauen! Es gibt genug Organisationen und verschiedene Betätigungsgebiete, so dass für alle was passendes dabei ist. Mit dieser Lösung hätte der Staat genügend Zivildiener, es gäbe eine Gleichbehandlung und es würden beide Geschlechter ihre Pflicht am Staat und der Gesellschaft leisten.

Lydia    9. Dezember 2012





13.1.2013 Zivildiener für Abschaffung der Wehrpflicht 2004-2011: 1000 verurteilte Soldaten und 81 vorbestrafte Zivildiener Wien

Am 3.Jänner haben Peter Kolba, Peter Steyrer und Fritz Zeder einen Aufruf von Zivildienern gegen die Wehrpflicht initiiert. "Wir rufen alle Zivildiener - derzeitige wie ehemalige - auf, sich nicht missbrauchen zu lassen, zur Befragung zu gehen und gegen die Wehrpflicht zu stimmen!" Bis heute haben bereits hunderte Zivildiener diesen Aufruf unterzeichnet und es werden täglich mehr. Unter ihnen finden sich Regisseur Wolfgang Murnberger, die Universitätsprofessoren Parnreiter und Renoldner, die Anwälte Vana und Höhne, der Architekt Schwarzmüller, der Publizist Oberschlick, der Mediator Andreas Wabl und viele mehr.
   In der Begründung des Aufrufes heißt es: "Jahrzehntelang war der Zivildiener ein "Drückeberger", ja ein Vaterlandsverräter, dessen Gewissensgründe man als "gewisse Gründe" nach Laune diskreditierte. Die Zivildiener werden für den "Wahlkampf" um die Aufrechterhaltung/Abschaffung des Zwangsdienstes zu einem wichtigen Pfand. Das Argument: Ohne Wehrpflicht kein Zivildienst. Doch was soll damit AUCH erhalten werden? Der Zwang zum Wehrdienst. Wer den nicht leisten will, geht ins Gefängnis. Wer für Zivildienst votiert, wird mit einem deutlich längeren Dienst bestraft. Wer den Zivildienst verweigert, wird auch hart bestraft."
   So wurden von 2004-2011, 81 Zivildiener wegen Nichtbefolgung einer Zuweisung oder unerlaubter Abwesenheiten vorbestraft. Nach dem Militärstrafgesetz gab es laut Kriminalstatistik der Statistik Austria im selben Zeitraum beinahe 1000 Verurteilungen. Der angebotene freiwillige Sozialdienst stellt eine echte Alternative mit ordentlichem Entgelt dar und dient der Stärkung des Sozialsystems. Menschen, die diesem Angebot folgen, werden echt motiviert in diesen Dienst gehen.
Rückfragehinweis: Peter Steyrer Tel.: 0664 15 32 232