Postsparkasse Wien: Portal und KassensaalDer Architektur-Wettbewerb für das "k.k. Postsparkassen-Amtsgebäude" wurde im Februar 1903 als offenes, nicht anonymes Verfahren ausgeschrieben. Es gab drei Jurysitzungen am 7. Mai, 6. Juni und 10. Juni 1903, in denen die eingereichten Entwürfe beurteilt wurden. Aus den 37 eingereichten Projekten ging der Entwurf von Otto Wagner als Sieger hervor. Als einziger brachte er das neue Bankensystem der Postsparkassa (Postämter als Ein- und Auszahlungsstellen) mit einer neuen Architektur zum Ausdruck. Beides wurde ein voller Erfolg. Bei Otto Wagner wird sein Streben nach geometrisierende Formen deutlich sichtbar. Das von ihm gestaltete Postsparkassengebäude, 1904-06, an der Ringstraße (Wien, 1. Bezirk) wird zu einem Vorzeigeprojekt. Die Eröffnung war am 17. Dezember 1906.
Otto Wagners Entwürfe sahen eine nüchterne Architekturform im Äußeren sowie einen strengen Funktionalismus im Inneren vor. Beispielsweise hatte er entgegen der Ausschreibung den Kassensaal und Schecksaal in einem Raum zusammengefaßt. Dies sahen Wettbewerber als Ausscheidungsgrund an, die Jury hingegen als funktionelle Weiterentwicklung. Weiters sah er Glasziegel am Boden des Kassensaales vor. Dadurch sind die darunterliegenden Räume für die Postfächer und Postsortierräume mit Tageslicht durchflutet. Alles war kostengünstig, dauerhaft und wartungsfreundlich geplant. Der große Kassensaal präsentiert noch heute die Zusammenfassung aller fortschrittlichen Tendenzen. Öffnungszeiten: Kassasaal und MuseumDas Hauptgebäude der Postsparkasse ist zu Bürozeiten der Bank frei zugänglich - für Bankkunden und Touristen. |