Wien

Otto Wagner 1841-1918

1841: Die Geburtsstunde Otto Wagners

Otto Wagner wurde am 13. Juli 1841 als Sohn eines Notars in Wien-Penzing geboren. Sein Vater starb, als Otto Wagner erst 5 Jahre alt war. Seine Mutter war daher für ihn die dominante Bezugsperson. Er absolvierte das Polytechnische Institut. Der berühmte Architekt Theophil Hansen vermittelte Otto Wagner anschließend ein Studium an der Königlichen Bauakademie Berlin.

1861 kehrte Otto Wagner nach Wien zurück. 1862 beendete er sein Architektur Studium an der Akademie der bildenden Künste. Otto Wagner begann seine Berufslaufbahn im Atelier des Ringstraßenplaners Ludwig von Förster.

1863 heiratete Otto Wagner Josefine Domhart. Diese Ehe bestand bis 1880. Er heiratete ein zweites Mal. Louise Stiffel war er besonders – bis über den Tod - stark verbunden.

1864: Sein Sohn Otto Wagner der Jünger kommt am 28.8. zur Welt. Er wurde spätere ebenfalls Architekt und arbeitete vorwiegend in Belgien.




Fotos: Erste Villa Wagner in der Hüttelbergstraße 26 (Heute Ernst Fuchs Museum) / weitere Wagner Villa neben an; © R. M.

1885: Otto Wagner errichtete die Erste Wagner Villa in der Wiener Hüttelbergstarße 26. Er wohnte auch dort und verkaufte die Villa später. Diese Vorgangsweise wählte er noch öfters. Den Auftrag für dieses Bauwerk soll angeblich Kronprinz Rudolph gegeben haben. Es wurde im Stil des Palladio errichtet.

1894 wurde Otto Wagner zum ordentlichen Professor und Leiter einer Spezialschule für Architektur an der Akademie der Bildenden Künste. Er schrieb Bücher und begründete die legendäre „Wagner-Schule“. Diese bringt bedeutende Baukünstler hervor, wie Joseph M. Olbrich, Josef Hoffmann, Rudolph M. Schindler, Jan Kotera, Joze Plecnik. Aus seinen Schülern kamen 60 Professoren an Universitäten und technischen Lehranstalten hervor.

Otto Wagner baute 1894 das Ankerhaus. Ebenfalls 1894 bekam er den Auftrag zur Neugestaltung der Wiener Stadtbahn. Bis 1900 wurden die Stationen errichtet. Die Stahlträger werden nicht versteckt, sondern offen hergezeigt. Hierbei wird über die bloße Notwendigkeit der Ingenieursarbeit die Kunst integriert.
 

Die Häuser an der Linken Wienzeile

1898: Otto Wagners secessionistische Phase begann.









Fotos: Otto Wagner Häuser in der Linken Wienzeile Bild 1-2: Majolikahaus Bild 3-6 Eckhaus; © R. M.

 
1898-1899: Otto Wagner errichtet die drei Wohnhäuser an der Wienzeile. Diese drei Häuser sind typisch für den Wiener Jugendstil um die Jahrhundertwende. Der Wienfluss war eben erst reguliert worden und das Gebiet bot neue Gestaltungsmöglichkeiten. Otto Wagner wollte aus dem Wienflussgebiet zwischen Karlsplatz und Schönbrunn eine Prachtstraße - einen Prachtboulevard - machen. Geworden sind es nur drei Häuser:  Linke Wienzeile 40 (bekannt unter Majolikahaus), Wienzeile 40 (Eckhaus, wo Wagner auch wohnte) und Köstlergasse 1&3. Bei Majolikahaus sind die zinnglasierten Keramikplatten (Majolika) das herausstechendste Merkmal. Diese Majolika sind mit Blumenmotiven verziert. Sie sind besonders pflegeleicht, abwaschbar und leicht sauber zu halten. Das Nachbarhaus in der Wienzeile 38 ist auch heute noch weiß verputzt und mit goldenen Ornamenten von Koloman Moser versehen. Die obere Ecke ist des Hauses ist besonders auffallend.



Foto: Ausgang der Stadtbahnstation Karlsplatz (heute U-Bahn Station Karlsplatz); © R. M.

Um 1900 entstanden Otto Wagners bedeutendste Bauwerke: Anlagen der Wiener Stadtbahn 1892-1901, die Postsparkasse in der Inneren Stadt und die Kirche am Steinhof 1902-1907. Die Postsparkasse fand große Anerkennung. Er verwendete die damals neuen Materialien Stahlbeton und Aluminium. Er brachte Funktionalität und Ästhetik in Einklang.

Otto Wagner war die herausragende Persönlichkeit im Bereich Architektur im zu Ende gehenden 19 Jahrhundert bis in das beginnende 20. Jahrhundert. Der Beginn seiner Schaffensperiode ist dem Ringstraßen-Stil (Historismus) zuzuschreiben. Dann kam der große Schritt Richtung moderne Sachlichkeit. Er war davon überzeugt, dass ein Architekt mehr als nur ein Ingenieur sein müsse. Ein Bauwerk musste mehr als nur einen Nutzen haben.

1918 stirbt Otto Wagner in Wien.