Wien

Leidenschaft Antiquitäten

Trotz unserer schnelllebigen Zeit und des technischen Fortschrittes der Moderne, in der wir leben, fühlen sich viele Menschen nach wie vor von Antiquitäten angezogen und sind ehrlich fasziniert von der Schönheit alter Dinge.

Was macht den Charme von Antiquitäten aus?

Es ist die Geschichte, die jedes wunderbare Einzelstück erzählt, mag mancher meinen. Wie viel wir doch über das Leben der Menschen erfahren, wenn wir wissen, welchen Schmuck sie dem Vorzug gaben, welche Möbelstücke sie mit vollendeter Tischlerkunst hervorbrachten und welche Gemälde sie schufen.

Es ist die künstlerische, liebevolle und handwerklich perfekte Ausführung eines guten alten Stückes, meinen die anderen, warum uns eine Antiquität in ihren Bann zu ziehen vermag. Es ist die Liebe zum Detail, das manches Kunstwerk ausmacht und der geduldige Aufwand an Präzision.

Schließlich unterliegt der Liebhaber, Kenner und Sammler eines besonders schönen Stückes auch nur allzu leicht der Verführung, sich in eine frühere Zeit versetzen zu lassen, die uns als eine bessere dünkt als unsere jetzige – wohl wissend, dass jede Zeit ihre Größen, aber auch ihre Übel hat.

Hat sich die Begeisterung für Antiquitäten erst einmal entzündet, wird der Funken lodern und immer wieder zu vollem Feuer entfachen, wenn man vor einem unwiderstehlich schönen Kunstwerk der Handwerkskunst steht.

Will man sich mit dem Thema "Antiquitäten" genauer auseinandersetzen, so sieht man sich einer unendlichen Flut von Informationen gegenüber. Unzählige Bücher erläutern historische und kunstgeschichtliche Hintergründe. Ausstellungen und Messen lassen uns an der Schönheit von Möbeln, Gläsern, Gemälden und Porzellan sehr unmittelbar teilhaben.

So mancher Liebhaber wird auch gerne Auktionen verfolgen – vielleicht um selbst ein besonderes Stück zu ersteigern oder aus bloßem Interesse an dem Wert der gebotenen Antiquitäten.

Sicher gibt es den einen oder anderen Antiquitätenfreund, der ein schönes Stück ausschließlich deshalb besitzt, um sich immer wieder an dessen Schönheit zu erfreuen.

Ihm steht der leidenschaftliche Sammler gegenüber, der sein ganzes Bemühen in die stete Erweiterung seiner Sammlung legt. Solche Sammelleidenschaft ist nicht neu im Laufe der Geschichte: Bereits babylonische Könige, die Ägypter, die Griechen und die Römer sammelten begehrte Kunstwerke. Zur Zeit der Renaissance gehörte es zum guten Ton der europäischen Fürstenhöfe, alte Gemälde, Schmuckstücke, Münzen und Skulpturen zu sammeln. Kaiser Rudolf II. war der bedeutendste Kunstsammler dieser Zeit und seine Sammlung auf der Burg zu Prag war schon im 16. Jh. weit über die Grenzen seines Reiches hinaus berühmt.

Der Sammler von heute hat es sicher nicht immer leicht, den Weg durch ein breit gefächertes Angebot zu finden. Andererseits bieten Museen, Händler und verschiedene Medien (und hier gewinnt das Internet eine immer größere Bedeutung) ein breites Spektrum von Wissen und Beratung. Jedem Sammler und an Kunst und Antiquitäten Interessiertem kann nur empfohlen werden, sich die Zeit zu nehmen, um innerhalb dieses Spektrums das für ihn Wesentliche und Bedeutungsvolle zu erkennen. Schließlich sind es ja auch gerade die Antiquitäten, die uns den Wert der Zeit zu schätzen lehren.


Autor Andreas Färber; Text zur Verfügung gestellt.
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