Wien

Palmsonntagsmesse im Stephansdom mit Kardinal Christoph Schönborn:

Fotos: Palmsonntagsmesse im Stephansdom mit Weihe der Palmkätzchen durch Kardinal Christoph Schönborn



Fotos: Palmsonntagsmesse im Stephansdom mit Weihe der Palmkätzchen durch Kardinal Christoph Schönborn; © Wien-konkret

Wer: Kardinal Christoph Schönborn und über 1000 Gläubige
Was: Palmweihe auf dem Stephansplatz - Palmprozession um den Stephansdom - Palmsonntagshochamt im Stephansdom
Wann: Palmsonntag 5. April 2009 ab 09:45 Uhr
Wo: Stephansplatz 1010 Wien, Singertor; vor dem und anschließend im Stephansdom
 

Video: Palmsonntag - Stephansdom

Palmenweihe und Palmprozession um den Wiener Stephansdom
5. April 2009
Video 41 MB;
© Wien-konkret


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Segnung der Palmzweige & Ansprache von Kardinal Schönborn:


Kardinal Christoph Schönborn:
“… Die große Woche beginnt mit dem Palmsonntag, mit dem Gedächtnis des Einzugs Jesus in Jerusalem, als er unter dem Jubel der Jünger, der Kinder und einer großen Menschenmenge auf einem Esel reitend einzog in Jerusalem als der Friedensfürst. Dessen gedenken wir jetzt, wenn auch wir Palmzweige – Palmkatzerln – segnen und mit ihnen Christus begleiten auf seinem Weg nach Jerusalem.

Allmächtiger ewiger Gott:
segne diese Zweige, die wir als Zeichen des Leidens und des Sieges der Christen Dir entgegenbringen, mit denen wir Christus unseren König huldigen. Mit Lobgesängen begleiten wir ihn in seine heilige Stadt Jerusalem. Gib, dass wir durch ihn zum himmlischen Jerusalem gelangen. Der mit Dir lebt und herrscht  in alle Ewigkeit.

Gläubige: Amen

Schönborn segnet sodann die Palmenzweige und verteilt diese an die Gläubigen.

Kardinal Christoph Schönborn:
“Liebe Gläubige,
liebe Passanten die sie jetzt vielleicht mehr zufällig hier am Stephansplatz bei der Segnung der Palmzweige dabei sind. Wir sind bereit in die große Woche – die Karwoche – einzutreten und werden im Anschluß an die Segnung in den Dom einziehen – heute nicht vom Graben her der aufgegraben ist – sondern vom Stephansplatz um den Dom herum in den Dom. Sie sind herzlich eingeladen mitzukommen und mitzufeiern. Jesus hat für diesen Einzug in Jerusalem einen Esel gewählt. Dieser Esel hat es mir besonders angetan. Es ist ja nicht gerade das edelste Tier. Warum ist Jesus nicht hoch zu Ross in Jerusalem eingezogen, wie es sich für einen ordentlichen König gehören würde. Aber er ist ja nicht wie ein mächtiger König dieser Welt gekommen, sondern er kommt als der König der am Kreuz für uns sein Leben gibt. Das ist seine Herrschaft. Und am Kreuz wird dann stehen: Der König der Juden. Zum Einzug in Jerusalem hat er einen Esel gewählt, dieses, manchmal etwas störrische und bescheidene Reittier. Und ich denke, er will uns damit etwas sagen. Der Prophet hat angekündigt, dass der Friedenskönig auf einen Esel reitet kommen wird, nicht mit Machtgebärden, sondern demütig. Mir hat es dieser Esel deshalb angetan, weil Jesus von ihm gesagt hat: Er braucht ihn. Er braucht uns alle. Wenn er zu den Menschen kommen will, wenn er zu uns kommen will, dann braucht er unseren Dienst den manchmal etwas störrischen und nicht immer sehr glorreichen Dienst – jetzt wage ich nicht zu sagen „von uns Eseln“ – aber von uns Menschen, die wir die Ehre haben dürfen, Christus zu tragen, den Namen „Christ“ zu tragen, wenn wir Christen sind. Und das heißt doch, dass wir Christusträger sein dürfen. Mein Name Christoph, Christopherus kommt ja davon: Christusträger.

Und wenn Christus heute im Evangelium gesagt hat: Sag den Leuten, der Herr braucht ihn, dann sagt er uns allen das: Er braucht mich, er braucht dich, er braucht uns. Er möchte, von uns zu den Menschen gebracht werden, durch unser Wort, durch unsere Tat, durch unser Sein, vor allem durch unsere Liebe.

So wollen wir jetzt auch ohne einen sichtbaren Esel Jesus begleiten auf seinem Weg in die große Woche, in die Tage seines Leidens aufersteht (?)  , so wollen wir uns an unsere Berufung erinnern: Christusträger sein zu dürfen. Der Herr braucht ihn, den Esel. Der Herr braucht auch uns, seine Diener.“

Anschließend folgte die Palmprozession um den Stephansdom herum und Einzug durch das Riesentor in den Dom zum anschließenden Hochamt.