Wien

Gründonnerstag: Heilige Messe vom Letzten Abendmahl und Fußwaschung im Stephansdom mit Kardinal Schönborn

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Fotos: Fußwaschung und Heilige Messe vom Letzten Abendmahl im Stephansdom mit Kardinal Christoph Schönborn; © Wien-konkret

Wer: Kardinal Christoph Schönborn in Konzelebration mit Seelsorgern der Domkirche und über 1000 Gläubigen
Was:  Heilige Messe vom Letzten Abendmahl und Fußwaschung im Stephansdom;
Anschließend Ölbergandacht;
Anbetung beim Wiener Neustädter Altar bis Mitternacht
Keine anderen Gottesdienste an diesem Tag.
Wann: Gründonnerstag 9. April 2009 ab 19:00 Uhr
Wo: Im Stephansdom, Stephansplatz 1010 Wien,
 

Video: Gründonnerstag - Stephansdom

Heilige Messe vom Letzten Abendmahl im Wiener Stephansdom;
9.4.2009 , Video 62 MB
© Wien-konkret


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Predigt von Kardinal Schönborn:

“Gelobt sei Jesus Christus
Liebe Brüder und Schwestern,
Liebe Mitbrüder und (… ? …),
Liebe Damen und Ritter des Orden vom heiligen Grab in Jerusalem,
Liebe Hörerinnen und Hörer von Radio Stephansdom!

… Deinen Tod oh Herr verkünden wird und deine Auferstehung preisen wir, bist du kommst in Herrlichkeit. …

Aber was sagt das, dass wir den Tod des Herrn verkünden? Was geschieht in dieser Verkündigung? Was tun wir da? Was meint der Apostel Paulus? …

Es ist die zentrale Aufgabe der Christen, den Glauben zu verkünden, ihn weiterzugeben.

Heute möchte ich die Frage stellen, was das mit der Eucharistie zu tun hat, wenn der Herr, wenn Paulus, wenn die Kirche uns sagt, wir verkünden den Tod des Herrn jedes Mal, wenn wir Eucharistie feiern. Was ist diese Verkündigung? Das Konzil sagt in einem eindrucksvollen Text, in einem speziellen Text über die Ausbildung der Priester, dass die Eucharistie Quelle und Höhepunkt der Evangelisation sei.

Wie ist sie das? Was hat die Eucharistie mit Verkündigung, mit Evangelisation zu tun? Nun ganz einfach: Alles hat mit dem Abendmahl begonnen. An diesem Abend, den wir heute feiern, hat Jesus den Aposteln gesagt: „Tut dies zu meinen Gedächtnis“. Seit dem tun sie das, tun wir es ununterbrochen seit 2000 Jahren.

Schauen wir uns an, was der Kontext des Evangelium sagt und was das für uns bedeutet. Jesus hat den Aposteln die Füße gewaschen. Der Evangelist Johannes berichtet nicht die Einsetzung der Eucharistie des Abendmahls. Er sagt nur: „Bevor dieses Mahl beginnt, wäscht Jesus den Aposteln die Füße.“

Gott tut Knechtsdienst am Menschen, den Füße wachsen ist Knechtsdienst damals gewesen. Es ist auch heute nicht gerade die vornehmste Aufgabe. Ich, Euer Herr und Meister habe Euch die Füße gewaschen. Ihr nennt mich Herr und Meister und sagt es zu Recht, denn ich bin es. Er, der Gott ist, Mensch geworden ist, er beugt sich so tief hinunter, dass er uns die Füße wascht. Was er da getan hat, war symbolisch, aber gleichzeitig hat er es ganz konkret gezeigt, mit dem was er getan hat, diesen Knechtsdienst. Er hat uns gezeigt, dass er uns bis zu letzt dient, so sagt es der Evangelist Johannes, bis zum Schluß, bis zum Äußersten geliebt hat. Die Liebe ist die Substanz der Eucharistie. Was wird anderes gegenwärtig in der Eucharistie, als die Hingabe Jesu bis zu seinem Tod, bis zu seinem Tod für uns? Die Eucharistie ist die Gegenwart seiner Hingabe, die Gegenwart seiner Liebe. Manchmal erleben wir es, spüren wir es, ahnen wir es in der Eucharistie der Messe, dass das das Wichtigste, das Entscheidende ist. …

Die Korinther waren zerstritten. Die Armen haben gehungert, die Reichen waren schon betrunken, sagt Paulus ganz direkt. Die Kirche wäre längst untergegangen, wenn sie nur ein menschlicher Verein wäre. Korinth hätte nicht lange überlebt mit diesem Spalt. …
Entscheidend ist diese Quelle: Der Herr selber ist gegenwärtig. Aus dieser Hingabe Christen, für uns, für alle Menschen alle lebt die Kirche, leben wir. Sie wäre längst zu Grunde gegangen, ohne diese Hingabe, ohne diesen Höhepunkt, ohne diese Quelle -  die Eucharistie. So komme ich zum Schluss zur Frage: Was ist das jetzt? Quelle und Höhepunkt jeder Evangelisation ist die Eucharistie, weil es der Herr ist, jetzt unter uns gegenwärtig. Nicht statisch, sondern mit der ganzen Liebe, mit der ganzen Hingabe seines Lebens ist er gegenwärtig. Und wenn wir das spüren, wenn wir das im Glauben bejahen, dann können wir nicht anders, als davon sprechen, es weitersagen, es verkünden. Deshalb ist die Eucharistie Quelle und Höhepunkt der Evangelisierung.

Und nun zum Schluss die Folge daraus: Was heißt das auch für unsere Diözese in dieser Zeit der neuen Evangelisation, von der Papst Johannes Paul so oft gesprochen hat? Zuerst und vor allem, dass wir uns um den Herrn sammeln, dass wir uns wieder zur Eucharistie zusammenfinden. „Vernachläßigt die Versammlungen nicht“, sagt schon der Hebräer-Brief. Ich sag´ es ganz einfach: Wir müssen wieder in die Kirche gehen, in die Messe gehen. Wir müssen uns wieder um den Herrn versammeln. Da werden wir die Kraft bekommen. Da werden wir die Erneuerung erfahren und daraus die Kraft finden, unseren Glauben zu bezeugen, weiterzugeben.

So lade ich ein, dass wir heute den Herrn bitten, dass er uns diese Bitte, die die Quelle, den Höhepunkt unseres Leben erfahren lässt, spüren lässt, damit wir es besser leben und auch verkünden können.
Amen.
 
 

Video: Fußwaschung durch Kardinal Schönborn


Gründonnerstag im Wiener Stephansdom
9.4.2009, Video 9 MB
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Die Fusswaschung im Evangelium und im Stephansdom:

Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle.  (Ev. Joh 13,3 - 13,10)

Die Fußwaschung durch Kardinal Christoph Schönborn erfolgte - in Gedenken an die Fußwaschung von Jesus bei seinen Jüngern - heuer (am Gründonnerstag 2009) bei 12 Rittern des Heiligen Grabes zu Jerusalem aus Wien.
 

Video: Gabenbereitung, Hochgebet, Wandlung


Gründonnerstag im Wiener Stephansdom
9.4.2009, Video 22 MB
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Weiterführende Informationen

* über den Gründonnerstag
* über den Stephansdom