Wien

"Sicherheitsrisiko Gentechnik" von der ungarisch-britischen Wissenschafterin Susan Bardocz-Pusztai

Buch "Sicherheitsrisiko Gentechnik"

Vortrag & Buch „Sicherheitsrisiko Gentechnik“ von Susan Bardocz-Pusztai

Am 23. Feber 2010 war im Rahmen einer europaweiten Vortragsreihe die ungarisch-britische Forscherin Susan Bardocz-Pusztai in Wien zu Gast und hat einen hochinteressanten Vortrag zu den Gefahren der Agro-Gentechnik gehalten.

Im 1. Teil des Vortrag-Abends hat Frau Bardocz-Pusztai eine Präsentation gemacht, wo sie die Gefahren der Gentechnik erklärt und an Hand von ganz konkreten Punkten dargelegt hat.

Und die Gefahren beginnen bei den wenigen und wenig fundiert durchgeführten Risiko-Studien über die Auswirkungen der Agro-Gentechnik. Der Vortragenden zu Folge werden von den Zulassungsbehörden in Europa und noch mehr in den USA die Ansichten der Gentech-Konzerne meist sehr übernommen.

Kritische Risiko-Studien dagegen gibt es kaum. Und wenn welche gemacht werden und – für die Gentech-Konzerne – unangenehme Ergebnisse bringen, dann haben oft die durchführenden Forscher selbst die Konsequenzen zu tragen. Frau Bardocz-Pusztai und ihr Ehemann Hr. Arpad Pusztai sind selbst Ende der 1990er Jahre entlassen worden, nachdem sie Beeinträchtigungen von Organismen, welche gentechnisch modifizierte Nahrung zu sich genommen haben, festgestellt und veröffentlicht haben.

In vielen fachlichen Details zeigt sie, dass die Theorie und die Praxis bei der genetischen Modifikation von Organismen zwei völlig verschiedene Paar Schuhe sind und aus der Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis unkalkulierbare Gefahren entstehen können. So sollte der Theorie nach bei der Änderung 1 Genes zu 1 Änderung beim Genom des gesamten Organismus kommen. In der Praxis aber kommt es zu 2-5 % Veränderungen des gesamten Genoms, was 1000-2500 Genen entspricht.

Susan Bardocz-Pusztai verweist auf Länder, in denen bereits Agro-Gentechnik im Einsatz ist – und der Anbau dieser Pflanzen die Ernährungslage verschlechtert hat. Die Patentierung von Saatgut und damit die Abhängigkeit von den Saatgutkonzernen, die diese Patente besitzen, stellt ihr zu Folge eine grundlegende Gefahr für die Ernährungssouveränität der Menschheit dar.

Im 2. Teil des Abends ist der ausgesprochen spannende Film „Whistleblower“ über Arpad Pusztai, führendem Forscher und Ehemann von Susan Bardocz-Pusztai, gezeigt worden.
Arpad Pusztai hat im Zuge seiner Forschungen am schottischen Rowett-Institut herausgefunden, dass gentechnisch modifizierte Kartoffeln bei Ratten das Immunsystem geschwächt und ihre inneren Organe verändert haben.

In einem Interview hat er, wie er auch selber sagt, ganz naiv und unbedarft, bekundet, dass er selber keine gentechnisch modifiziert Nahrung essen würde.
Kurz darauf sind er und auch seine Frau vom Institut entlassen und mit einer Schweigepflicht über ihre Forschungsergebnisse „bedacht“ worden.
Das wiederum hat erheblichen Wind unter zahlreichen internationalen Wissenschaftskollegen ausgelöst, die sich mit ihm solidarisiert haben.

2005 ist er mit dem angesehenen „Whistleblower-Preis“ der VDW (Vereinigung Deutscher Wissenschaftler) ausgezeichnet worden, für das Aufdecken der Gefahren durch die Agro-Gentechnik und sein Engagement, diese Gefahren in der Öffentlichkeit zur verbreiten.

Weitere und genauere Informationen findet man im Buch „Sicherheitsrisiko Gentechnik“ zu bestellen unter http://www.gentechnikfreies-europa.eu/?page_id=91&lang=de.
Als Zuckerl, das das Buch besonders attraktiv macht, ist auch die DVD mit dem Film „Whistleblower“, enthalten.