Wien

Was ist die Vogelgrippe?

Die Vogelgrippe ist eine Viruskrankheit. Der Virenstamm wird H5N1 bezeichnet. Es gibt aber auch Mutationen. Dieser H5N1 Virenstamm tauchte bereits 1997 in Südostasien (Hongkong) auf und verursachte dort massive Veränderungen des täglichen Lebens. Manchmal wird die Vogelgrippe auch Hühnerpest genannt.

Welche Vögel sind betroffen?

Diese Viruskrankheit kann verschiedenen Vogelarten wie Schwäne, Enten & Wildenten, Möven, Puten / Truthähne, Hühner und Gänse befallen. Ebenso könnten die Zugvögel Weißstörche, Schwalben, Flussuferläufer, Kuckucke und Kiebitze betroffen sein. 





Bild 1-3: Schwäne auf der Donau..................Fotos: Robert Marschall........

Weltweit zum ersten Mal wurde ein H5N1 Virus an einem Mader in Rügen (D) in der zweiten Märzwoche 2006 nachgewiesen. Der Übergriff auf Katzen ist ebenfalls seit Ende Februar 2006 bekannt.

Haustiere: Hunde und Katzen

Seit Ende Februar 2006 ist der erste Fall einer mit H5N1-infizierten Hauskatze auf Rügen (Deutschland) bekannt. Offensichtlich hatte sich der Kater durch einen Kontakt mit einem toten Vogel infiziert.

Seit Anfang März 2006 ist bekannt, dass sich drei Katzen in der Steiermark im Tierschutzheim "Arche Noah" mit der Vogelgrippe / Hühnerpest infiziert haben. Landesveterinärdirektor Wagner vermutet eine Ansteckung über das Futter. Tiere in Tierschutzheimen dürften besonders gefährdet sein, da die verschiedenen Tiere auf engesten Raum untergebracht sind.

Der Veterinär-Pathologe Univ.-Prof. Dr. Herbert Weißenböck von der Veterinärmedizinischen Universität Wien hält eine Übertragung von Katze zu Katze für durchaus möglich, speziell wenn sie auf engesten Raum - wie z.B. in Tierheimen - leben.

Eine Übertragung auf Hunde ist derzeit noch nicht bekannt. Ebenso ist noch keine Übertragung von Katzen auf Menschen bekannt.

Katzenhaltung im Haushalt: Als Vorsotgemaßnahmen sollte das Katzenklo täglich gereinigt werden, Katzen nicht ins Bett gelassen werden und von einem Abschlecken durch Katzen im Gesicht ist dringend abzuraten. Das Schmusen und Spielen von Kindern mit Katzen wird speziell in Schutzzonen als problematisch angesehen, wird aber nicht ganz zu vermeiden sein.

In Wien gibt es ca. 200.000 Katzen. Diese könnten sich durch bei der Vogeljagd infizieren. Deshalb wir ein "Hausarrest" für Katzen auch für Wien überlegt. So ein Ausgehverbot gibt es bereits in fünf Deutschen Bundesländern. Der Vogelgrippevirus kann Katzen innerhalb von einer Woche töten.

Vogelgrippe-Test für Katzen

Seit 9.3.2006 gibt es einen Vogelgrippe-Test (Hühnerpest-Test) für Katzen. Dieser kann beim Tierarzt mittels Abstrich im Rachenraum der Katze durchgeführt werden. Der Abstrich ist für die Katze schmerzfrei. Die Kosten für den Vogelgrippe-Test liegen laut Tierärztekammer bei ca. 120 Euro.

Wie wird die Krankheit übertragen?

Grundsätzlich wird die Krankheit von Tier zu Tier übertragen. Die Viren befallen den Darm der Vögel und werden von den Vögeln ausgeschieden. Über den Vogelmist erfolgt dann die Verbreitung. Die Menschen können daran auch erkranken. Seit Ausbruch der Vogelgrippe  sind bereits mehr als 70 Menschen gestorben, bei denen der Nachweis gesichert ist. Tiere und Menschen haben bis jetzt keine Abwehrkräfte gegen diesen Virus entwickeln können.

Verseuchte Gebiete?


Das ist schwer zu sagen. Derzeit wurden tote Tiere mit dem H5N1 Virus in 26 Ländern gefunden. Dazu zählen: Griechenland, Rumänien, Bulgarien, Ukraine, Türkei, China,  Kroatien. Italien, Slowenien, Deutschland, Frankreich und Österreich zählen seit Februar 2006 zu den betroffenen Ländern.

Die Ausbreitung ist deshalb schwer vorhersehbar, da das Geflügelfleisch kreuz und quer importiert und exportiert wird. Weiters wird vermutet, dass es eine natürliche Verbreitung entlang der Flugrouten der Zugvögel geben dürfte.

Wie erfolgte der Nachweis der Krankheit?

Die Vogelgrippeviren haben zwei Protein-Typen an ihrer Hülle – den Hämagluttininn (H) und den Neuraminidase (N). Es gibt viele Kombinationen. Die jetzige Vogelgrippe hat die H5N1 Kombination. Diese werden in Labors der Uni-Wien und der Bundesanstalt für Tierseuchenbekämpfung in Mödling geprüft. Kontrollprüfungen erfolgen im Ausland.

Sollen sich die Menschen impfen?

Für den Normalbürger, der wenig Kontakt zu Vögeln hat, ist die Gefahr nach heutigem Wissen gering. Der Virus ist an sich nicht leicht vom Tier auf die Menschen übertragbar. Auch durch den Verzehr von Geflügel ist das Risiko einer Ansteckung eher gering.

Allerdings endet jede zweite Infektion mit dem Vogelgrippevirus / Hühnerpestvirus für Menschen tödlich.

Ob die Anti-Viren-Medikamente wirken ist umstritten (z.B. Tamiflu). Die Viren dürften gegen das Medikament rasch resistent werden.

Krankheitssymptome beim Menschen

Ein Verdacht auf Vogelgrippe besteht bei Personen mit schweren Atemwegserkrankung, Atemnot, Husten, Fieber oder auch mit starkem Durchfall. Dies umso mehr, wenn sich die betroffene Personen innerhalb der letzten sieben Tage in einem Ausbruchgebiet  der Vogelgrippe (Schutzzonen vor der Vogelgrippe) aufgehalten haben und unmittelbaren Kontakt zu - erkrankten - Vögel hatte.

Menschengrippe – Vogelgrippe - Pandemi?

Die Menschengrippe (Influenza) ist bekannt und auch an der Menschengrippe sterben jedes Jahr einige Menschen. Bekommt man während der normalen Grippe nun die Vogelgrippe dazu, könnten neue Virenformen entstehen, die dann auch von Mensch zu Mensch übertragbar sein könnten.

Die Voglegrippe / Hühnerpest könnte eine globale Epidemie (=Pandemie) auslösen, warnen Experten.

Vogelgrippefälle in Österreich?

Bisher sind Fälle aus der Steiermark, Niederösterreich und aus Wien bekannt. Es wurden tote Schwäne aufgefunden.

In Wien wurde am 19.2.2006 der Wasserpark gesperrt. Floridsdorf und Donaustadt sind zur Schutzzone erklärt worden.

Auswirkungen auf die Wirtschaft?

In Griechenland brachen die Umsätze mit Geflügel um 95% ein, in Italien sind es 50%. In Frankreich wird um 15% weniger Geflügel verkauft, obwohl dort erst Mitte Feb 2006 der ersten Vogelgrippefall bekannt gemacht wurde. Wie am 26. Feb 2006 veröffentlicht wurde, sind aber nun bereits 400 Puten / Truthähne an der Vogelgrippe in Frankreich gestorben und dass, obwohl diese in einer Stallhaltung gehalten wurden. In der Türkei wurden über 1 Million Hühner notgeschlachtet. Der Weltweite Schaden aufgrund der Vogelgrippe wird auf 8 Milliarden Euro geschätzt.

Die Konsumenten wollen hier offenbar auf Nummer sicher gehen und lieber ihre Essgewohnheiten kurzfristig ändern.

Helpline

Mir schwant nichts Gutes: Wer in Wien tote Vögel findet, wird gebeten das sofort beim Magistrat unter 01-4000-8060 zu melden. Tote Vögel nicht berühren !

Alarmplan:

Bei den Behörden und der Exekutive bereitet man sich auf eine Vogelgrippe-Epidemie beim Menschen vor. Aufgabengebiete der BUndesheer-Soldaten werden das Errichten von Seuchenteppischen, die Überwachung von Sperrgebieten und Desinfektionsmaßnahmen sein. In Wien gibt es 500.000 Therapieeinheiten zur Prophylaxe und es werden 250.000 Schutzmasken für die Polizei geordert.

Zum Krisenpersonal zählen: Bedienstete von Krankenhäuser, Ärzte, Apotheker, Feuerwehr, Polizei und das Friedhofspersonal.

Autor: R.M.