Wien

Verkehr & Umwelt:

Manchmal ergänzen sich die Anliegen des Umweltschutzes und die des Verkehrs. Manchmal wird Verkehr & Umweltschutz aber auch sehr kontroversiell diskutiert. Oft fehlt eine gute wissenschaftlich Erforschungen der Ursachen von Umwelt- & Verkehrsproblemen und ebenso der erhofften Auswirkung von geplanten Maßnahmen. Wird nämlich zu gründlich geforscht, so kann es Jahre dauern, bis die Ergebnisse vorliegen. Das kann für die betroffenen Anrianer unzumutbar lange sein. Deshalb muss die Politik manchmal rasch - auch bei fehlenden Informationen - entscheiden.
(Tut sie aber leider nicht immer und manchmal entscheidet die Politik sogar zu Gunsten der Firmen & Konzerne, anstelle zu Gunsten der Bevölkerung. Es geht den Politikern halt auch ums Geld und nicht nur um Gesundheit & Lebensqualität der Bevölkerung). 
 



Salzstreuung:

Salzstreuung Winterdienst Wien,

Nach der Angelobung der ersten Rot-Grünen Stadtregierung in Wien durfte man gespannt sein, wie sich die Grüne Regierungsbeteiligung an der Umweltpolitik auswirkt, noch dazu wo Maria Vassilakou als grüne Stadrätin das Verkehrsressort übernommen hat.
   Ergebnis: Wenn es in Wien schneit, dann wird auf Wiens Straßen und Gehwegen flächendeckend Salz gestreut. Der Schnee wird somit chemisch von den Straßen entfernt. Schneeschaufeln ist nicht mehr IN, da zu anstrengend.
   Die Auswirkungen sind Pflanzen die eingehen, schmerzende Hundepfoten, kaputte Straßenschuhe, viel schneller rostende Autos.
=> Salzstreuung Wien



Fluglärm: nachweisbar unnötige Flugroutenverlegung nach Liesing


Das Gedröhne von Flugzeugen, die noch nach 21 Uhr im Minutenabstand über Liesing starten, machen klar, dass das absurde Szenario welches den Liesingern seit Jahren geboten wird, kein Alptraum sondern die harte Realität ist. 
   Während die Austro Control seit Jahren behauptet, eine fünfte Flugroute über Liesing wäre aus Kapazitätsgründen unumgänglich notwendig gewesen, können laut UVE-Unterlagen zur 3. Piste bei steigenden Flugaufkommen sogar 15.5% aller Abflüge auf einer einzigen Flugroute abgewickelt werden und zwar auf genau jener, die von Ost nach West über das dichtest besiedelte Liesing verläuft. Womit aber auch ersichtlich ist, mit welcher Kapazität einer Flugroute man auch in Österreich mindestens planen darf - durchschnittlich 95 Starts pro Tag. Eine einfache Kopfrechnung zeigt, dass die durchschnittlich rund 200-250 Starts pro Tag von der Piste 29 also auch problemlos auf 3 Flugrouten abwickelbar sind und es somit sicher keiner fünften Flugroute bedurfte. (Davon abgesehen gehen sich 5 Flugrouten auch ohne Flugroute über Liesing mit immer noch ausreichendem seitlichen Abstand aus.)...
   Scheinbar ging und geht es bei der Flugroutenverlegung nach Liesing in Wahrheit also nur um die rücksichtlose Durchsetzung der Interessen der Airlines, denen jeder minimale Umwege erspart werden soll, zumindest wenn dieser nicht andere Vorteile für die Aviation Group bringt. Womit sich der Flughafen offensichtlich einen Standortvorteil auf Kosten der betroffenen Bevölkerung und des Steuerzahlers verschafft. Denn die Allgemeinheit wird auch für die unnötig hohe Gesundheitskosten durch das Überfliegen unnötig vieler Menschen zur Kasse gebeten.

Mehr Infos => Bürgerinitiative Liesing gegen Fluglärm



Das Lärmproblem entlang der A22 Donauuferautobahn in Wien

Bilder: Foto vom Wohnzimmer auf die A22 und die dazugehörige Lärmkarte


Bilder: Foto vom Wohnzimmer auf die A22 und die dazugehörige Lärmkarte; © IG Donaucity

Bewerbung des Wohnobjektes:
Beworben wurde die Donaucity so: "man wird von der nahen A22 nichts hören, nichts sehen und  nichts riechen".
Es gab ganz konkrete Pläne die A22 bis zur Brigittenauer Brücke einzuhausen und zu bebauen. Die Tatsache, dass als Räume der Wohnungen zur A22 weisen, beweist weiters, dass alles ganz anders geplant war, dann jedoch die Menschen ihrem lauten Schicksal überlassen wurden. 

Wirklichkeit:
Bei uns rasen täglich 120.000 Fahrzeuge an den Schlafzimmerfenstern vorbei, ohne jeglichen Schutz. Offiziell verhindert eine Dienstanweisung des BMVIT aus dem Jahr 2006 den Schutz von Gebäuden, die nach 1.1. 1996 baugewilligt wurden (DC Mai 1996). Ganz egal wie laut es dort ist!!!. Natürlich gibt es Ausnahmen, wenn dies politisch gewünscht ist. Wir allerdings rennen seit Jahren gegen eine Wand, obwohl eine lärmtechnische Untersuchung der ASFINAG (!) bis zu 70 Dz nachts bescheinigte.
 
Mehr Infos => Interessensgemeinschaft Donaucity





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Parkpickerl & Feinstaub & Klimaziele:

Liebes Wien konkret,
ich will einen anderen Blickwinkel in die Parkpickerl-Diskussion einbringen, der vielleicht doch nachdenklich stimmt und verstehen lässt und bitte um Veröffentlichung.
Ich stimme mit euch überein: Das Parkpickerl ist eine Parkgebühr für BewohnerInnen des eigenen Bezirkes. Damit können BewohnerInnen mit Hauptwohnsitz in einem bestimmten Bezirk ihr Auto - falls es auf den Hauptwohnsitz in diesem Bezirk zugelassen ist - dauerhaft abstellen.
Effekt: Niederösterreichische und Burgenländische Pendler müssen auf Öffis umsteigen, was den Verkehr in Wien drastisch reduziert. Das bedeutet:
   1.     Weniger Feinstaub und gesündere Luft für uns alle
Der Grenzwert für Feinstaub PM10 beträgt 50 Mikrogramm im Tagesmittel. Diese Konzentration darf laut Immissionsschutzgesetz-Luft maximal an 25 Tagen überschritten werden. Laut Luftqualitätsrichtlinie der EU darf der Grenzwert an maximal 35 Tagen überschritten werden. Der Grenzwert wurde z.B. im Jahr 2011 im 21. Bezirk insgesamt 53 mal überschritten! Wollen wir das wirklich täglich einatmen?! Und unseren Kindern antun?! Es geht um unsere Gesundheit und Lebensqualität!
   2.     Geringere Strafzahlungen wegen verfehlter Klimaziele nach Brüssel
Österreich hat sich verpflichtet im Zeitraum zwischen 2008 und 2012 seinen Ausstoß an CO2-Äquivalenten um 13 Prozent auf 68,8 Millionen Tonnen zu reduzieren und hat dieses Ziel klar verfehlt. Während die EU-27 zwischen 1990 und 2011 ein Minus von 12,3 % CO2 zu verzeichnen haben und Deutschland sogar beachtliche 20,6 % eingespart hat, ist die Republik Österreich europäisches Klimaschlusslicht mit einem Plus von 4,7 % CO2! Hauptverantwortlich für die schlechten Zahlen ist der Verkehrsbereich! Hier haben sich die Treibhausgasemissionen von 1990 bis Ende 2009 um 54 Prozent erhöht. In Summe dürfte Österreich aufgrund der voraussichtlichen Verfehlung der Klimaziele 1,1 Mrd. Euro nachzahlen müssen. Das ist der wirkliche Skandal auf Kosten der Zukunft unserer Kinder und aller Steuerzahlerinnen!
Ohne Mobilitätswende schafft Österreich die Klimaziele nicht, siehe eine Studie des VCÖ: www.vcoe.at/de/presse/aussendungen-archiv/details/items/vcoe-studie-ohne-mobilitaetswende-sind-energie-und-klimaziele-nicht-erreichbar-03062013. Und auch im Fremdenverkehr geht’s ohne Auto:

Darum geht es wirklich, beim Wiener Parkpickerl.
Der Anteil der Öffi-Fahrer in Wien liegt übrigens bei 55% (2001: 46%), in Niederösterreich bei 17%. Was tut also die NÖ Politik, um eine gute öffentliche Anbindung für die NiederösterreicherInnen zu schaffen? Angebote aus Wien gab es immer wieder. Wien kann nicht die Verfehlungen der Politik in Niederösterreich weiterhin schlucken – im wahrsten Sinne des Wortes in Form von Feinstaub.
Immer mehr Menschen erkennen, dass sich mit Öffis Zeit, Geld und Nerven sparen lassen – eine sehr erfreuliche Entwicklung!
Gabriele T.     22. August 2013

Anmerkung Red. Wien-konket:
S.g. Fr. T.,
Der Umstieg von PKW auf Öffis ist sehr begrüßenswert, allerdings ist meines Erachtens das Wiener Parkpickerl nicht die Lösung dazu.
Wie Sie selbst schreiben ist das PKW-Problem hauptsächlich in NÖ. Das wird man auch nicht mit einem Parkpickerl in Wien lösen.
Die Strafzahlungen nach Brüssel sind überhaupt ein Witz. Österreichs Steuergeld sollte in Österreich - zB für Öffis - verwendet werden, aber nicht um die EU-Bürokratie zu finanzieren.
MfG R. Marschall

Replik von Gabriele T.:
@ "Wie Sie selbst schreiben ist das PKW-Problem hauptsächlich in NÖ. Das wird man auch nicht mit einem Parkpickerl in Wien lösen."
   Ich glaube, dass es den Anstoß gegeben hat, dass man in der NÖ-Politik beginnt darüber nachzudenken, was jetzt zu tun ist. Ich arbeite viel in NÖ und weiß, dass die Politik plötzlich Interesse hat Öffi-Anbindungen nach Wien zu schaffen. Was alles möglich ist, wenn der Druck steigt! Denn immerhin zieht NÖ die Gelder von Wien ab … wohnen im Speckgürtel … kosten, soll das dem Land aber nichts, die Leute sollen in Wien arbeiten, ja selbst ins Krankenhaus gehen (ich kenne gleich 3 Fälle – keine Behandlung in NÖ, wenn es den Leuten nicht gefällt, können sie es privat zahlen oder eben nach Wien fahren!). Daher glaube ich wirklich, es war die einzig richtige Lösung. NÖ und das Burgenland haben die schlechtesten öffentlichen Verkehrsanbindungen und die höchste Autodichte – ja klar! Für mich ist Mobilität so etwas wie ein Menschenrecht, jedoch hat die Politik dafür zu sorgen, dass man öffentlich von A nach B kommt, das Auto wird so du so immer unleistbarer gerade für jene, die wenig verdienen. Also braucht es super Öffis!
Hier ist noch ein interessanter Artikel des VCÖ: http://www.vcoe.at/de/presse/aussendungen-archiv/details/items/vcoe-untersuchung-grosse-unterschiede-beim-autobesitz-in-oesterreichs-bezirken-19062013

@ "Die Strafzahlungen nach Brüssel sind überhaupt ein Witz. Österreichs Steuergeld sollte in Österreich - zB für Öffis - verwendet werden, aber nicht um die EU-Bürokratie zu finanzieren."
   Bin ganz bei Ihnen! Genau das will ich von der Politik: in Österreich die Öffis ausbauen anstatt nichts zu tun und lieber Strafzahlungen aus Steuergeld nach Brüssel senden!!! Wir haben ja die Wahl – die Zusammenhänge müssten halt auch die Menschen verstehen. Das war auch ein Versuch mit meinem Text.
  
Danke nochmals und beste Grüße
Gabriele T.         22. August 2013