Wien
    

Sonnenallergie

Die Gründe sind weitgehend unbekannt

Etwa jedem zehnten Oesterreicher macht die Sonne auf ganz besondere Art und Weise zu schaffen. Waehrend normalerweise die Haut durch Sonneneinstrahlung gebraeunt wird, treten bei allergischen Menschen Hautentzündungen, Juckreiz und oft naessende Blaeschen auf. "Die Sonnenallergie ist keine echte allergische Reaktion", so Dr. Christian Feinboeck vom Oesterreichischen Roten Kreuz. "Sie gehoert zu den physikalisch ausgeloesten Allergien, bzw. zu den Pseudoallergien."

Die Symptome treten überwiegend an den Armen, dem Hals, dem Brustausschnitt und an den Beinen auf, meistens einige Stunden bis einige Tage nachdem diese Koerperteile Sonnenlicht ausgesetzt waren. Unterschieden werden zwei Formen. Bei der leichten Sonnenallergie bilden sich nur kleine Blaeschen. Betroffen sind vor allem Kinder. In den meisten Faellen verschwindet diese Form aber mit zunehmenden Alter. "Bei der grossflaechigen Sonnenallergie sind die Blasen viel groesser. Sie koennen auch Narben hinterlassen. Oft wird die Allergie von Fieber begleitet, sie kann auch zu einem Schock führen", so Feinboeck. "Sicher scheint, dass der Aufenthalt in der Sonne eine Rolle spielt. Die eigentlichen Mechanismen, die zu dieser Allergie führen, sind aber eher weniger bekannt."

"Direkte Sonneneinstrahlung zu meiden, waere die einfachste Loesung, um eine Allergie zu verhindern", sagt Feinboeck. "Patentrezepte gibt es nicht, sehr wohl koennen aber nach Absprache mit dem Hausarzt verschiedene Medikamente eingesetzt werden. Eine moegliche Methode zur Vorbeugung ist aber die Bestrahlung mit künstlichem Sonnenlicht. Es mag auf den ersten Blick paradox klingen, einer Erkrankung, die durch den ultravioletten Anteil des Sonnenlichts hervorgerufen wird, durch Bestrahlung mit künstlichem UV-Licht vorbeugen zu wollen. Aber die Haut gewoehnt sich dadurch an das Licht und die Allergie tritt nur mehr in zumindest abgeschwaechter Form auf." Mit einer derartigen Therapie sollte beispielsweise etwa fünf Wochen vor einem geplanten Urlaub begonnen werden.

Sonnenschutzmittel sind in diesem Fall ein zweischneidiges Schwert. Sie koennen, wenn sie besonders im UV-Bereich wirksam sind, vorbeugend wirken. "Manche Sonnenschutzmittel enthalten aber Bestandteile, zum Beispiel Konservierungs- oder Duftstoffe, die auf empfindlicher Haut selbst eine Allergie ausloesen koennen", so Feinboeck.