Wien
    

Schmerzen

Qual und Warnsignal

Zahnschmerzen, Migräne, Gelenksschmerzen - kaum jemand bleibt in seinem Leben von Schmerzen verschont und fürchtet sich nicht davor. "Akuter Schmerz ist ein wichtiges Warnsignal und weist auf eine Gefahr hin. So schützt etwa das rasche Zurückziehen der Hand vom heißen Herd vor größerem Schaden. Das falsche Interpretieren von Schmerz kann aber lebensgefährlich sein", sagt Univ. Prof. Dr. Renate Heinz vom Österreichischen Roten Kreuz.

Um Schmerz erfolgreich zu behandeln, ist es wichtig, ihn dem Arzt möglichst genau zu beschreiben: den Ort, die Ausstrahlung, die Art und Weise, ob ständig oder anfallsartig, ob oberflächlich, bohrend oder pochend. Heinz: "All das gibt dem Arzt Hinweise, um die Ursache festzustellen und die Schmerzen erfolgreich zu behandeln."

Problematischer sind chronische Schmerzen. Etwa 400.000 Menschen leiden in Österreich unter Schmerzen, die aufgrund einer bestimmten Krankheit nicht heilbar sind. So gelten etwa Rheuma oder Krebs als sehr schmerzhafte Leiden. Sehr schnell können solche Menschen in Isolation geraten, weil sie niemandem zur Last fallen wollen. "Aber schon das Reden über Schmerzen in Gegenwart eines verständnisvollen Menschen kann Erleichterung bringen", so Heinz.

Zur Behandlung von Schmerzen gibt es heute eine Vielzahl von Medikamenten mit unterschiedlichsten Wirkungsmechanismen. Aus Angst vor Nebenwirkungen verheimlichen aber viele Patienten das wahre Ausmaß ihrer Schmerzen. Oft zu hören ist die - unberechtigte - Befürchtung, dass die in der Schmerztherapie verwendeten Medikamente süchtig machen.

Schmerzen werden immer häufiger nicht nur allein durch Medikamente bekämpft. Immer mehr werden Medikamente in Kombination mit Akupunktur oder anderen Behandlungsmethoden eingesetzt. So werden zum Beispiel Bäder, Wickel, Wärme- oder Kälteanwendungen oft als wohltuend empfunden. Doch oft hat Schmerz keine organischen Ursachen. "Mancher mit allen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen nicht erklärbare Schmerz hat psychische Ursachen - auch die Seele kann weh tun", sagt Heinz.