Wien
    

Migräne

Gewitter im Kopf

Starke Schmerzen, pulsierend, hämmernd, pochend, meistens halbseitig im Kopf in der Region um Stirn, Augen und Schläfen zu spüren, verbunden mit Übelkeit, Erbrechen, einer Überempfindlichkeit gegen Licht und Lärm sowie Sehstörungen, Schwindelgefühle, manchmal sogar Lähmungserscheinungen, Anfälle, die vier bis 72 Stunden lang dauern - Symptome einer Erkrankung, von der schon die alten Ägypter zu berichten wußten: Migräne. "In Europa leiden etwa fünf Prozent der Männer, etwa 15 Prozent der Frauen und etwa acht Prozent der Kinder an Migräne", sagt OA Dr. Christian Feinböck vom Österreichischen Roten Kreuz.

Die Ursachen für Migräne sind bis heute nicht eindeutig geklärt. "Es dürften aber sowohl Erbanlagen als auch Umweltfaktoren und individuelle Verhaltensweisen an der Entstehung von Migräne beteiligt sein", so Feinböck. "Ursache dürfte eine Störung im Zentralnervensystem sein. Dazu kommen Auslöser wie grelles Licht, sehr laute Geräusche, Gerüche, Lebens- und Genußmittel wie Alkohol, Nikotin, Käse, Schokolade, Wettereinflüsse, Medikamente, vor allem bei Frauen hormonelle Faktoren sowie Streßsituationen."

Zur Therapie von Migräne gibt es zwei Möglichkeiten: Eine Behandlung mit Medikamenten, um einerseits einen akuten Anfall zu behandeln oder andererseits einem Anfall vorzubeugen. "Diese Möglichkeit sollte jedoch unbedingt mit dem Arzt besprochen werden. Der richtige Umgang mit Schmerzmitteln ist gerade bei Migräneanfällen nicht immer einfach", so Feinböck. Ein Besuch beim Arzt sei auf jeden Fall notwendig, wenn die Kopfschmerzen unerträglich sind oder ständig wiederkehren.

Die zweite Möglichkeit besteht in einer Behandlung ohne Medikamente. Feinböck: "Akute Anfälle lassen sich beispielsweise mit Eis oder kalten Kompressen auf der Schmerzstelle, durch körperliche Bewegung wie Joggen oder einem Spaziergang, sowie durch Abschirmung, Ruhe oder Schlaf beeinflussen. Migräniker können lernen, wie sie selbst am besten einen akuten Anfall kontrollieren und aktiv bewältigen können." Der beste Weg sei aber, Migräneanfälle gleich gar nicht aufkommen zu lassen. "Versuchen sie, die persönlichen Auslöser zu erkennen und vermeiden sie dann diese", so Feinböck. "Trainieren sie ihren Kreislauf, erlernen sie Entspannungsverfahren und versuchen sie, sich auch in Streßsituationen zu entspannen. Lernen sie nein zu sagen und zu genießen."